Mourinho-Rückkehr beschlossen und Ausstiegsklausel abgelaufen
Die Rückkehr von José Mourinho zu Real Madrid galt intern bereits praktisch als beschlossen. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat sich der Portugiese mit den Königlichen auf einen Dreijahresvertrag geeinigt und soll Álvaro Arbeloa beerben.
Doch nun sorgt ausgerechnet der Präsidentschaftswahlkampf bei Real Madrid dafür, dass der Deal komplizierter — und vor allem deutlich teurer — wird. Denn Benfica könnte inzwischen bis zu 15 Millionen Euro für Mourinho verlangen.
Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Mourinhos Vertrag bei Benfica eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund sechs Millionen Euro enthielt. Diese Klausel war allerdings nur zehn Werktage nach Saisonende gültig — und genau diese Frist ist inzwischen abgelaufen.
Die große Frage lautet deshalb: Warum hat Real Madrid die Klausel nicht rechtzeitig aktiviert, obwohl die Einigung mit Mourinho offenbar längst stand? Die Antwort hängt direkt mit Florentino Pérez und der überraschend angesetzten Präsidentschaftswahl zusammen.
Laut den Berichten wollte Real Madrid Mourinho ursprünglich bereits Ende Mai offiziell vorstellen — nur wenige Tage nach dem letzten Ligaspiel. Doch nachdem Florentino Pérez am 12. Mai überraschend Neuwahlen angekündigt hatte und Enrique Riquelme tatsächlich als Gegenkandidat antrat, änderte sich die Situation komplett. Hätte Real Madrid die Klausel offiziell aktiviert, wäre Benfica verpflichtet gewesen, dies gegenüber seinen Aktionären öffentlich mitzuteilen. Genau das wollte man während des laufenden Wahlkampfs offenbar vermeiden.
Denn Mourinho könnte im Wahlkampf zu einem politischen Faktor werden. Intern gilt Florentino Pérez weiterhin als klarer Favorit für die Wahl am 7. Juni. Dennoch scheint man bewusst entschieden zu haben, Mourinhos Verpflichtung vorerst nicht offiziell abzuschließen. Der Grund liegt auf der Hand: Eine Mourinho-Ankündigung könnte Pérez im Wahlkampf zusätzliche Stimmen bringen.
Vor allem deshalb, weil Enrique Riquelme seinerseits bereits angekündigt hat, einen neuen Trainer, einen Sportdirektor sowie zwei „Superstar-Transfers“ präsentieren zu wollen.
Zwar könnte Real Madrid theoretisch versuchen, eine niedrigere Ablöse auszuhandeln — doch genau daran gibt es große Zweifel. Denn Benfica arbeitet intern bereits an möglichen Nachfolgern und soll wenig Interesse daran haben, Madrid entgegenzukommen. Marco Silva und sogar Ruben Amorim wurden intern bereits diskutiert.
Mourinho bringt großes Trainerteam mit und fordert mehrere Transfers
Parallel laufen bei Real Madrid bereits die Planungen rund um Mourinhos Trainerstab.
Der Portugiese soll mehrere enge Vertraute mitbringen:
- João Tralhão
- Pedro Machado
- Roberto Merella
- Antonio Dias
- Nuno Santos
Trotzdem möchte Mourinho offenbar nicht komplett „aufräumen“. Vor allem Fitnesscoach Antonio Pintus und Torwarttrainer Luis Llopis genießen weiterhin hohes Ansehen bei Florentino Pérez und könnten bleiben.
Eine Quelle aus dem Umfeld der Gespräche erklärt: „Mourinho kommt nicht, um alles zu zerstören. Er möchte die vorhandenen Strukturen nutzen und verbessern.“
Auch die sportlichen Wünsche des Portugiesen werden bereits konkret. Mourinho soll intern Verstärkungen auf mehreren Positionen gefordert haben:
- einen Backup-Rechtsverteidiger
- einen neuen Linksverteidiger als Konkurrenz für Álvaro Carreras
- einen dominanten Innenverteidiger
- einen kreativen Mittelfeldspieler
Zusätzlich wird über eine komplett neue Position innerhalb des Vereins diskutiert. Geplant ist offenbar eine Art Verbindungsglied zwischen Vorstand und erster Mannschaft — idealerweise eine Persönlichkeit mit enger Verbindung zu Real Madrid oder zum spanischen Fußball.
Florentino bleibt öffentlich vorsichtig
Auffällig ist allerdings weiterhin, dass Florentino Pérez Mourinho öffentlich nicht offiziell bestätigen möchte.
Auf seiner Pressekonferenz am 12. Mai blockte er das Thema noch ab: „Heute sprechen wir nicht über Trainer oder Spieler.“
Einen Tag später sagte er beim Interview mit Josep Pedrerol: „Mourinho hat unsere Wettbewerbsfähigkeit enorm gesteigert.“
Und zuletzt erklärte er bei RTVE: „Er ist ein guter Trainer.“
Dann folgte allerdings wieder der bekannte Zusatz: „Aber ich habe nicht mit ihm gesprochen.“
Enrique Riquelme wiederum hat bereits klargemacht, dass Mourinho unter ihm definitiv nicht Trainer werden würde. Im Interview mit The Athletic erklärte der Gegenkandidat, dass sein Trainer „noch nie bei Real Madrid gearbeitet“ habe. Damit grenzt sich Riquelme bewusst von Pérez’ möglicher Mourinho-Rückkehr ab.
RMXpress Fazit
Die Mourinho-Rückkehr zu Real Madrid wirkt inzwischen weniger wie ein Gerücht — sondern eher wie ein Deal, dessen offizieller Zeitpunkt politisch gesteuert wird. Dass Real Madrid die deutlich günstigere Klausel verstreichen ließ, zeigt vor allem eines: Florentino Pérez denkt aktuell nicht nur sportlich, sondern vor allem strategisch im Wahlkampf.
Mourinho könnte für Pérez zum perfekten Symbol werden: Kontrolle, Autorität, Erfahrung und sofortige Aufmerksamkeit.
Gleichzeitig birgt genau das aber Risiken. Denn sollte Real Madrid am Ende tatsächlich 15 Millionen Euro zahlen müssen, wird die Frage aufkommen, ob der Klub den Wahlkampf über wirtschaftliche Vernunft gestellt hat. Sportlich passt Mourinho aktuell allerdings perfekt zu der Situation bei Real Madrid: ein schwieriges Umfeld, interne Spannungen, ein kompliziertes Star-Gefüge — und eine Mannschaft, die dringend wieder klare Führung braucht.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Mourinho bald offiziell zurückkehrt, bleibt trotz aller Verzögerungen weiterhin extrem hoch.
