Florentino Pérez spricht bei Pedrerol Klartext: „Das ist eine orchestrierte Kampagne gegen Real Madrid“

Florentino Pérez äußert sich bei El Chiringuito ausführlich zu den Vorwürfen gegen seine Person, dem Negreira-Fall, der Presse, Mbappé, Mourinho, den Ultras Sur, den Pfiffen im Bernabéu und den anstehenden Wahlen bei Real Madrid.

Florentino Pérez hat sich mit einem bemerkenswert emotionalen Auftritt bei El Chiringuito nach der gestrigen Pressekonferenz ausführlich zur aktuellen Lage rund um Real Madrid geäußert – und dabei vor allem gegen Medien, Kritiker und das Umfeld des Klubs ausgeteilt. Der Präsident machte mehrfach deutlich, dass er sich und Real Madrid Opfer einer gezielten Kampagne sieht.


Florentino Pérez über die aktuelle Situation:

„Ich bin ein wenig überrascht von der Situation. Es gab Kritik in den Medien, die nicht der Realität entspricht. Ich habe zu dem gestrigen Ereignis ausschließlich Glückwünsche erhalten.“


Florentino Pérez zur Frage, ob er die Zeitung ABC gelesen habe:

„Nein. Das letzte Mal habe ich sie gestern gelesen, als ich vor Beginn der Pressekonferenz eine Nachricht las, in der stand, ich sei müde. Wenn ich müde bin, dann vom Arbeiten. Aber was sie vermitteln wollen, ist, dass ich erschöpft bin, dass ich krank bin. Und es ist sehr schwer, mit diesen Falschmeldungen und den Medien, die das verbreiten, zu leben.“


Florentino Pérez über das, was ihn am meisten schmerzt:

„All diese Falschmeldungen. Das ist eine persönliche Verleumdung. Und dann der Verein, der finanziell und sozial gesund ist.“


Florentino Pérez über Europapokale:

„Ich habe in meiner Karriere mehr Europapokale gewonnen als Barça in seiner gesamten Vereinsgeschichte. Doch für manche reicht das nicht aus. In welchem Land leben wir eigentlich? Das ist eine orchestrierte Kampagne.“


Florentino Pérez zur Frage, ob er Journalisten so ansprechen muss:

„Ich halte alles aus, aber es ist sehr schwer, in diesem feindseligen Umfeld zu leben. Und ich sagte: ‚Es reicht.‘“


Florentino Pérez zur Frage, ob er weitermachen möchte:

„Na klar. Und noch viele weitere Europapokale gewinnen. Glauben Sie (Pedrerol) etwa auch, dass ich krank bin?“


Florentino Pérez zur Frage, ob er wirklich glaubt, dass eine orchestrierte Kampagne im Gange ist:

„Aber natürlich. Ich habe diesen Verein übernommen, als es da einen Journalisten gab, dessen Namen ich nicht nennen möchte. Ich spreche nicht mit Journalisten, weil ich erstens sehr beschäftigt bin. Ich habe ein sehr großes Unternehmen. Ich gebe keine Interviews, weil ich glaube, dass es nicht gut ist, Interviews zu geben.“


Florentino Pérez über zwei Jahre ohne Titel:

„Wir haben das, was wir haben, mittlerweile abgewertet. Letztes Jahr haben wir den europäischen Supercup und die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. Zählt das jetzt nichts mehr? Wir sollten die Dinge nicht auf die Spitze treiben. Das ist eine orchestrierte Kampagne. Ich bin nicht der Eigentümer von Real Madrid, das sind die Mitglieder. Angesichts dieses Konflikts habe ich beschlossen, Neuwahlen anzusetzen. In dieser Situation permanenter Instabilität musste ich das tun.“


Florentino Pérez über Enrique Riquelme:

„Ich kenne diesen Herrn nicht. Als im Jahr 2000 Wahlen angesetzt wurden, habe ich nicht darum gebeten, sie zu verschieben. Ich habe kandidiert und gewonnen.“


Florentino Pérez zur Frage, ob er besorgt über die Pfiffe im Bernabéu sei:

„Nein. Ich bin schon seit einem Vierteljahrhundert hier, Josep. Glauben Sie, dass man mir zu diesem Zeitpunkt noch etwas anhaben kann? … Man hat mir schon alles Mögliche an den Kopf geworfen. Diese Atmosphäre will ich nicht. Ich möchte, dass sich alle Kandidaten stellen, die wollen. Ich sage den Mitgliedern, dass sie die wahren Eigentümer sind und dass ich es sehr schlimm finde, wenn die Spieler ausgepfiffen werden. Was die Auseinandersetzungen betrifft: Spieler geraten jedes Jahr aneinander. Wenn es öffentlich wird, dann nur, weil jemand wollte, dass es bekannt wird.“


Florentino Pérez zur Frage, ob man wisse, wer die Informationen öffentlich gemacht habe:

„Ja, wir haben eine Ahnung. Danach herrscht sofort Chaos, alles wird zum Drama gemacht Mann, um Gottes willen!“


Florentino Pérez über die aktuelle Saison:

„Diese Saison lief nicht so, wie wir es wollten, aber wir haben trotzdem einiges erreicht. Der Ursprung aller Probleme liegt bei der Klub-WM. Wir waren körperlich nicht in der Lage, uns richtig zu erholen. Zweiter zu werden … was soll dann erst Atlético Madrid sagen? Und die anderen Teams?“


Florentino Pérez zum Grund der Neuwahlen:

„Diese Atmosphäre, die einige Journalisten geschaffen haben, können wir nicht hinnehmen. Und da ich nicht der Eigentümer bin, habe ich Wahlen vorgeschlagen und dazu aufgerufen, dass sich jeder bewerben kann, der möchte. Warum müssen wir so etwas ertragen?“


Florentino Pérez über seine erste Kandidatur:

„Ich habe mich im Jahr 2000 zur Wahl gestellt, um die Mitglieder zu vertreten. Und das tue ich auch weiterhin. Gestern habt ihr gesehen, wie wütend Florentino auf die Medien war. Sie haben ihn zum Rücktritt gedrängt.“


Florentino Pérez über sein Auftreten gestern:

„Das ist das Bild eines Menschen, der es leid ist, ständig solche Dinge zu hören. Und das habe ich den Journalisten auch gesagt.“


Florentino Pérez zu den als sexistisch bezeichneten Kommentaren:

„Sie (die Journalistin) hat selbst erklärt, dass es keinerlei Problem mit mir gab. Mich kennt inzwischen jeder. Die Arme hat ständig aufgezeigt und derjenige, der das Wort vergeben musste, hat sie nicht drangenommen. Wird es jetzt wirklich als abwertend angesehen, wenn man ‚dieses Mädchen‘ sagt? Wir übertreiben mittlerweile alles.“


Florentino Pérez über die Kritik an Irene Montero:

„Diejenigen, die geschrieben haben, waren Sportjournalisten – ich kenne sie alle. Ich wollte lediglich sagen, dass diese Journalistin keine Sportjournalistin war. Aber letztlich geht es einfach darum, gegen mich zu schießen.“


Florentino Pérez auf die Frage, warum er so polarisiere:

„Nein, nein. Sie wollen Einfluss auf Real Madrid nehmen. Aber mit mir werden sie keinen Einfluss haben. Seit dem Jahr 2000 hat niemand Einfluss auf mich genommen, trotzdem verstehe ich mich mit allen gut. Außer mit denen, die mit Fake-News kommen. Es gibt Menschen, die nicht wollen, dass die Mitglieder entscheiden – ich dagegen will, dass die Mitglieder das Sagen haben.“


Florentino Pérez über Teile der Ultras Sur:

„Es gibt einige Ultras Sur, die im Verborgenen agieren, aber sie werden nicht mehr im Bernabéu sein. Viele gratulieren mir dafür. Solche Menschen haben in einem Fußballstadion nichts verloren – und ich habe es geschafft, sie rauszuwerfen.“


Florentino Pérez über den Schwarzmarkt mit Dauerkarten bei Real Madrid:

„In diesem Jahr haben wir 1.600 Mitglieder von Real Madrid ausgeschlossen, die mit Dauerkarten gehandelt haben.“


Florentino Pérez über eine mögliche Klage des FC Barcelona:

„Das sollen sie ruhig machen. Wenn sie glauben, dass sie uns verklagen müssen … Ich hatte vom Negreira-Fall bis vor drei Jahren nichts gewusst. Real Madrid war der erste Klub, der sich als Geschädigter gemeldet hat. Erst dann wurde mir klar, dass Barcelona über mehr als zwei Jahrzehnte Zahlungen geleistet hatte.“


Florentino Pérez auf die Frage, ob die Justiz Real Madrid recht geben werde:

„Ich glaube ja. Nächste Woche werden wir der UEFA die Unterlagen all dieser Jahre vorlegen – insgesamt 500 Seiten. Das ist eine sehr wichtige Dokumentation. Wir haben Jahr für Jahr alle Punkte aufgeführt, die uns auf offensichtliche Weise genommen wurden. Allein in dieser Saison wurden uns zwischen 16 und 18 Punkte genommen. Aleksander Čeferin hat uns gesagt, dass wir vollkommen in unserem Recht sind.“


Florentino Pérez über den Negreira-Fall:

„Der Fußball wartet darauf, dass der größte Korruptionsfall der Welt aufgeklärt wird. Wollen wir einen seriösen Fußball? Das ist systemische Korruption. Real Madrid ist der einzige Klub, der sich dem Verfahren angeschlossen hat. LaLiga beteiligt sich zwar ebenfalls, sagt aber nichts dazu.“


Florentino Pérez über die European Super League:

„Der Europäische Gerichtshof hat uns recht gegeben und bestätigt, dass wir das Recht haben, die Superliga zu gründen. Deshalb sehen wir uns auch als Geschädigte. Aber ich will kein Geld – ich will das Beste für den Fußball. Wir arbeiten inzwischen mit der UEFA zusammen und haben ein sehr gutes Verhältnis. Unser Ziel ist es, den Fußball zu verbessern, und die UEFA hat ihre Meinung inzwischen geändert.“


Florentino Pérez über die Konzerte im Bernabéu:

„Real Madrid trägt keinerlei Verantwortung. Wir werden mit der Regionalregierung verhandeln, damit man uns klare Regeln vorgibt.“


Florentino Pérez über die Probleme rund um Konzerte im Bernabéu:

„Nein. Aber alle gehen gegen uns vor. Real Madrid ist sehr mächtig. Wir arbeiten an allem, was die Regionalregierung von uns verlangt hat, und sie muss eine Gesetzgebung schaffen, die uns solche Events erlaubt. Wir verdienen mit den Konzerten kein Geld, es geht um das Image. Ich glaube, dass die Konzerte ins Bernabéu zurückkehren werden.“


Florentino Pérez über die Anwohner rund um das Santiago Bernabéu:

„Es ist das erste Mal, dass ich auf solche Nachbarn treffe. Ich muss wohl glauben, dass sie Fans von Atlético Madrid sind.“


Florentino Pérez über den Druck rund um seine Person:

„Bei der ACS Group verspüre ich keinen Druck. Ich weiß nicht, warum es diese Feindseligkeit gegenüber Real Madrid gibt. Mal heißt es, Florentino sei am Ende, mal, er sei verschwunden … Ich gebe keine Interviews. Ich muss ein sehr zurückgezogenes Leben führen.“


Florentino Pérez über José Mourinho:

„Ich mag alle Trainer. Er war bei uns und hat unsere Wettbewerbsfähigkeit auf ein anderes Niveau gebracht. Und es stimmt nicht, dass ich die Trainer auswähle.“


Florentino Pérez über angebliche Spannungen in der Kabine von Real Madrid:

„Nein. Sie verstehen sich hervorragend. Auseinandersetzungen im Training hat es schon immer gegeben – fragen Sie jeden beliebigen Klub. Was es aber nicht gibt, ist die Böswilligkeit dieser orchestrierten Kampagne.“


Florentino Pérez über sein Verhältnis zur Presse:

„Ich habe ebenfalls das Recht, Journalisten zu kritisieren. Und das ist völlig in Ordnung. Ich muss die Eigentümer von Real Madrid verteidigen, nämlich die Mitglieder. Man muss die Journalisten, die Feinde von Real Madrid sind, beim Namen nennen.“


Florentino Pérez auf die Frage, ob die Verpflichtung von Xabi Alonso ein Fehler gewesen sei:

„Nein. Wir haben keine Vorbereitung absolviert. Wenn du keine Vorbereitung machst, brichst du körperlich ein. Wir dachten, dass wir das mit dem Wechsel lösen könnten, aber es hielt nur kurz an und danach ist die Mannschaft wieder eingebrochen.“


Florentino Pérez über die Frage, ob die Spieler bei Real Madrid zu viel Macht haben:

„Nein. Die Trainer haben das Sagen. Warum ich damals gesagt habe, dass ich die Spieler ‚verwöhnt‘ hätte, weiß ich selbst nicht. Ich habe nie mit irgendeinem Spieler gesprochen. Auch damals nicht. Ich spreche mit keinem Spieler. Ich habe seit seiner Ankunft nicht mit Mbappé gesprochen. Wenn ich ihn im Training sehe, grüße ich ihn. Das schwöre ich dir, Josep.“


Florentino Pérez über Kylian Mbappé und das UCL-Aus:

„Mbappé ist ein Spieler, den Real Madrid aktuell hat. Kylian Mbappés Aufgabe ist es, Tore zu erzielen – und davon schießt er sehr viele. Vielleicht gibt es andere Spieler, die deutlich weniger treffen. Aber wir müssen einige Dinge verbessern.

Die Champions League schmerzt uns noch immer, besonders wegen dieses Schiedsrichters, den man uns angesetzt hat … Ich muss davon ausgehen, dass der Mann nicht in böser Absicht gehandelt hat, denn er hatte einfach keine Ahnung.“


Florentino Pérez über mögliche Transfers:

„Na klar. Es gab schon immer Neuzugänge, wir haben immer die Besten verpflichtet. Ich habe Figo, Kaká, Ronaldo ‚El Gordo‘, Beckham verpflichtet. Dann habe ich in der zweiten Phase Cristiano Ronaldo, Kaká und Benzema verpflichtet. Wenn es einen guten Spieler gibt, hole ich ihn.
Haaland? Dazu äußere ich mich nicht. Das ist Aufgabe der sportlichen Leitung, ich mische mich nicht in die sportliche Leitung ein.“


Florentino Pérez über Lamine Yamal und Barcelona:

„Ob ich Lamine Yamal mag? Natürlich mag ich ihn. Ihn verpflichten? (Lacht). Die Beziehung zum FC Barcelona ist komplett zerstört. Ich möchte keine Beziehung zu einem Klub haben, der über zwei Jahrzehnte lang Schiedsrichter bezahlt hat. Ich will, dass die Justiz handelt.“


Florentino Pérez über eine mögliche Vertragsverlängerung von Vinícius Júnior:

„Aber wenn es nach Ihnen geht, verlängere ich ja alles selbst. Für mich ist Vinícius einer der großen Spieler, die Real Madrid hat. Er hat die letzten beiden Champions-League-Titel entschieden. Es gibt keinen Zeitdruck bei seiner Verlängerung, wir haben die ganze Saison Zeit, darüber zu sprechen. Sie glauben wohl, ich hätte überall das Sagen – darum muss sich die sportliche Leitung kümmern.“


Florentino Pérez über die Frage, ob er gerne Trainer von Real Madrid sein würde:

„Nein, ich möchte lieber Spieler sein (lacht).“


Florentino Pérez über die Frage, ob Real Madrid Mourinho gerne als Trainer hätte:

„Was redet ihr denn schon wieder von Mourinho? Ich habe nicht einmal mit ihm gesprochen, als er hier war (beim Champions League Spiel gegen Benfica).“


Josep Pedrerol, Moderator von El Chiringuito:

„Dieser Florentino ist tatsächlich mein Florentino. Nicht der von gestern.“


Florentino Pérez über ein mögliches persönliches Gespräch mit einem Gegenkandidaten:

„Ich hatte damals auch kein persönliches Gespräch. Er soll sich zeigen, er soll sich der Öffentlichkeit stellen. Und er soll seine Bürgschaft vorlegen – sie muss aus eigener Hand kommen. Ich möchte einfach, dass dieses Chaos endet und wieder Normalität einkehrt.“

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