Diomande über Real Madrid und seinen großen Traum
Yan Diomande hat lange auf diesen Moment gewartet. Nun ist das Santiago Bernabéu seine neue sportliche Heimat.
Über das Bernabéu: „Ja, das ist jetzt mein neues Zuhause. Ich bin glücklich, hier zu sein und Teil dieser Mannschaft zu sein. Ich habe sehr lange darauf gewartet, das war mein Traum – und jetzt ist er wahr geworden. Seit dem Umbau war ich noch nie im Stadion. Natürlich freue ich mich darauf, dort mein erstes Tor zu erzielen.“
Über seine Gefühle nach dem Wechsel: „In erster Linie bin ich sehr stolz und natürlich glücklich. Es ist ein Traum, der wahr geworden ist. Deshalb bin ich einfach sehr froh.“
Seine Karriere hat sich innerhalb kürzester Zeit komplett verändert. Diomande will sich damit aber noch lange nicht zufriedengeben.
Über seine Entwicklung der vergangenen 14 Monate: „Natürlich möchte ich weiterhin einer der besten Spieler der Welt werden. Das war von Anfang an meine Idee und daran hat sich nichts geändert. Deshalb arbeite ich weiter und verfolge jeden Tag meinen Traum. Ich habe auch sehr viel Selbstvertrauen. Du musst Vertrauen in dich selbst haben. Natürlich musst du glücklich sein, aber ich habe dieses Selbstvertrauen und arbeite dafür.“
Mourinho weckte Diomande um fünf Uhr morgens
Der Moment, in dem Real Madrid erstmals konkret auf ihn zukam, ist Diomande besonders in Erinnerung geblieben.
Über das Interesse von Real Madrid: „Es war wie ein Traum, weil es keinen größeren Klub als Real Madrid gibt. Wenn Real Madrid kommt und sagt: ‚Wir wollen dich‘, dann fühlt sich das wie ein Traum an. Ich konnte nicht schlafen und konnte es nicht glauben. Und heute bin ich hier. Ich bin unglaublich glücklich und stolz.“
Zunächst sprach der Ivorer mit Juni Calafat, anschließend meldete sich Mourinho persönlich.
Über die ersten Gespräche mit Real Madrid und Mourinho: „Zuerst habe ich mit dem Direktor Juni gesprochen und danach natürlich mit dem Trainer. Ich war überrascht, weil Mourinho Französisch spricht. Ich glaube, es war fünf Uhr morgens in Portugal und er hat mich geweckt, um mit mir zu sprechen. Er sagte mir, dass es wichtig sei. Ich habe ihm gesagt: ‚Warum nicht?‘ Das ist Real Madrid. Wenn Real Madrid dich anruft, sagst du nicht Nein. Ich habe ihm gesagt: ‚Wenn du willst, dass ich komme, dann komme ich natürlich.‘ Er ist ein Freund und gleichzeitig der Chef.“
Beim ersten persönlichen Treffen stellte Mourinho ihm direkt klar, dass er Teil seiner Mannschaft sei.
Über sein erstes Treffen mit Mourinho: „Er sagte zu mir: ‚Du bist Teil meiner Mannschaft und jetzt bist du hier, also bin ich glücklich.‘ Ich habe ihm gesagt: ‚Ich bin glücklich, Teil deiner Mannschaft zu sein und mit dir arbeiten zu können, weil das der beste Klub ist.‘ Er besitzt sehr viel Persönlichkeit und das ist gut für uns. Wenn du jung bist, bist du manchmal ein bisschen überall und verlierst vielleicht den Fokus. Ich glaube, dass er für mich ein sehr guter Trainer ist, um meine Entwicklung als junger Spieler fortzusetzen.“
„Wenn du für Mourinho spielst, willst du für ihn sterben“
Eine besondere Rolle spielte vor seinem Wechsel auch Didier Drogba. Die ivorische Legende kennt Mourinho aus gemeinsamen erfolgreichen Jahren beim FC Chelsea.
Über Didier Drogba und Yaya Touré: „Natürlich waren die großen Spieler meines Landes wie Yaya Touré und Drogba meine Vorbilder. Mit Yaya habe ich keinen Kontakt, aber mit Drogba habe ich gesprochen – vor zwei Tagen. Er hat mir gesagt, dass Mourinho jetzt mein Vater ist und dass ich hart arbeiten muss. Drogba ist ein großartiger Typ. Natürlich hörst du ihm zu, weil er eine Legende war und immer noch eine Legende ist. Es ist gut, solche Gespräche zu führen, weil sie mir viel Motivation geben. Sie treiben mich dazu an, hart zu arbeiten, damit auch ich einmal eine Legende werden kann.“
Als er auf Drogbas Verhältnis zu Mourinho angesprochen wurde, fand Diomande besonders deutliche Worte.
Über Mourinho: „Natürlich. Wenn du für Mourinho spielst, willst du für Mourinho sterben. Du kennst seinen Charakter und weißt, wie er ist. Jeder möchte für ihn sterben. Wir sind bereit, für ihn zu sterben.“
Mbappé, Vinícius und Bellingham als neue Mitspieler
Diomande trifft in Madrid auf eine Offensive voller Weltstars.
Über das Zusammenspiel mit den Stars von Real Madrid: „Es ist immer gut, mit großartigen Spielern zu spielen. Gegen sie zu spielen oder mit ihnen zusammenzuspielen, macht dich besser. Du willst selbst der Beste sein. Für mich wird es etwas Besonderes, mein erstes Spiel von Beginn an gemeinsam mit ihnen zu bestreiten. Sie gehören zu den besten Spielern der Welt. Es ist aufregend, mit ihnen spielen zu können.“
Besonders zu Vinícius hat er bereits einen engeren Kontakt aufgebaut.
Über seine Beziehung zu Vinícius und Mbappé: „Ich bin neu und brauche vielleicht noch etwas Zeit. Die Person, mit der ich bisher am meisten Kontakt habe, ist Vinícius. Ich hatte schon vorher mit ihm gesprochen und ich glaube, dass wir uns bald noch näher sein werden. Mit Mbappé natürlich auch, weil wir dieselbe Sprache sprechen. Aber Vinícius ist mir momentan näher.“
Cristiano Ronaldo bleibt sein großes Idol
Eine ältere Aufnahme von Diomande im Manchester-United-Trikot mit Cristiano Ronaldos Namen sorgte zuletzt in sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit.
Über Cristiano Ronaldo: „Jeder weiß es: Er ist mein Idol. Und er ist es immer noch. Es ist verrückt. Heute spiele ich selbst für Real Madrid. Selbst wenn ich zum Training fahre, kann ich dieses Bild anschauen. Ich bin stolz darauf, für den Klub zu spielen, bei dem mein Idol gespielt hat. Das ist ein Traum. Ich komme nicht aus Madrid, aber für mich fühlt es sich wie ein Traum an. Ich kann es kaum glauben.“
Damit schließt sich für den 19-Jährigen ein besonderer Kreis.
Vom Profidebüt gegen Real Madrid zum Real-Spieler
Auch seine eigene Geschichte verbindet Diomande auf ungewöhnliche Weise mit den Königlichen.
Über seinen Weg zu Real Madrid: „Ich glaube, es ist Gott. Ich glaube sehr stark an Gott. Ich bin Afrikaner und in Afrika glauben wir sehr an Gott, und ich persönlich glaube sehr stark an ihn. Es ist schon verrückt: Mein erstes Profispiel war gegen Real Madrid und heute spiele ich selbst für Real Madrid. Wie gesagt, ich bin einfach glücklich, hier zu sein. Ich möchte Fußball genießen, weil das das Einzige ist, was ich wirklich kenne. Ich möchte jeden Tag Freude am Fußball haben.“
Damals tauschte Diomande sein Trikot mit einem Spieler, der heute sein Mannschaftskollege ist.
Über sein erstes Spiel gegen Real Madrid: „Ich habe damals mein Trikot mit Mbappé getauscht. Heute sind wir am selben Ort und spielen zusammen. Das ist verrückt. Unglaublich.“
Leganés bleibt für Diomande unvergessen
Bevor der große Durchbruch gelang, gab ihm Leganés die Chance im europäischen Profifußball.
Über Leganés: „Ich werde Leganés niemals vergessen, weil es der einzige Klub war, der mir die Möglichkeit gegeben hat, meine Qualität zu zeigen, bevor es irgendein anderer Verein getan hat. Ich bin dankbar dafür, Teil dieses Klubs gewesen zu sein.“
Über die Entscheidung für Leganés: „Ja, es war eine gute Entscheidung. Für mich war es auch spannend, weil ich jung war. Als afrikanischer Junge bekommst du nicht immer die Möglichkeit, viel zu reisen. Heute bin ich hier. Ich werde meinen bisherigen Weg nie vergessen und bin glücklich und stolz auf mich.“
WM-Erfahrung als zusätzlicher Antrieb
Diomande blickte auch auf seine erste Weltmeisterschaft mit der Elfenbeinküste zurück.
Über die Weltmeisterschaft: „Es war eine gute Erfahrung, meine erste. Wir hatten nicht unbedingt erwartet, so weit zu kommen. Für mich war es ein sehr gutes Erlebnis und ein großes Turnier. Ich glaube, dass wir das Potenzial haben, es beim nächsten Mal noch besser zu machen. Wir werden sehen, was passiert.“
Besonders stolz macht ihn ein persönlicher Rekord.
Über seine Rolle bei der Elfenbeinküste: „Ich war der jüngste Spieler meines Landes, der jemals bei einer Weltmeisterschaft eingesetzt wurde. Das hat mich stolz gemacht und mich noch mehr dazu gebracht, hart zu arbeiten und weitere Dinge zu gewinnen.“
Seine Schwester bleibt sein größter Antrieb
Besonders persönlich wurde Diomande, als es um seine verstorbene Schwester ging. Eine Botschaft an sie hatte zuvor große Aufmerksamkeit erhalten.
Über seine verstorbene Schwester: „Sie hat mich immer dazu gebracht, niemals aufzugeben. Ich kannte meine Schwester mein ganzes Leben und wir haben über sehr viele Dinge gesprochen. Es war für mich der richtige Moment, meine Geschichte mit den Menschen und der Welt zu teilen. Wie gesagt: Sie bringt mich dazu, niemals aufzugeben und weiter hart für meinen Traum zu arbeiten. Ich glaube, wenn ich alles erreiche, wird sie glücklich sein.“
Kein Druck trotz Rekordablöse
Mit seinem Wechsel nach Madrid gehen enorme Erwartungen einher. Real Madrid investierte nach Medienberichten bis zu 140 Millionen Euro in den 19-Jährigen.
Diomande selbst will sich davon jedoch nicht beeinflussen lassen.
Über den Druck nach seinem Transfer: „Es gibt keinen größeren Klub als Real Madrid. Sie haben viel Geld bezahlt und die Menschen warten darauf, mich spielen zu sehen. Aber ich verspüre keinen Druck. Ich habe eine gute Mannschaft um mich herum.“
Über die hohe Ablöse: „Sie haben viel Geld bezahlt, weil sie an mich glauben. Warum sollte ich Angst haben? Ich habe keinen Druck.“
Seine Herangehensweise bleibt entsprechend einfach.
Über seine Verantwortung auf dem Platz:
„Ich werde auf dem Platz das tun, was ich kann. Ich kontrolliere das, was ich kontrollieren kann. Gott wird den Rest erledigen.“
RMXpress Fazit
Yan Diomandes erstes großes Interview als Real-Spieler zeigt einen 19-Jährigen, der zwischen enormem Selbstvertrauen und großer Dankbarkeit steht. Der Transfer nach Madrid ist für ihn der bisherige Höhepunkt einer außergewöhnlich schnellen Entwicklung. Gleichzeitig macht Diomande deutlich, dass er seine Karriere keineswegs als vollendet betrachtet. Sein Ziel bleibt, einer der besten Spieler der Welt zu werden.
Besonders auffällig ist seine Verbindung zu Mourinho. Der Portugiese spielte bereits vor dem Wechsel eine direkte Rolle und Diomandes Aussagen zeigen, wie groß der Eindruck des Trainers auf ihn ist. Dazu kommen Cristiano Ronaldo als großes Idol, Didier Drogba als Ratgeber und Vinícius als aktuell engster Kontakt innerhalb der Kabine.
Die Erwartungen nach der hohen Ablöse sind enorm. Diomande selbst begegnet ihnen allerdings mit einer klaren Haltung: Real Madrid habe so viel investiert, weil der Klub an ihn glaube – und genau deshalb sieht er keinen Grund, Angst zu haben.
