Mbappé im Zentrum der Kritik
Die Lage rund um Kylian Mbappé wird bei Real Madrid zunehmend komplizierter. Der Franzose fehlte beim 0:2 im Clásico gegen den FC Barcelona – einer Niederlage, mit der Barça endgültig die Meisterschaft perfekt machte. Doch nicht nur seine Verletzung sorgt intern für Diskussionen.
Während seine Teamkollegen im Camp Nou um die letzten Titelhoffnungen kämpften, verfolgte Mbappé das Spiel aus Madrid. Besonders eine Instagram-Story während der Partie löste intern und bei vielen Fans Unverständnis aus. Der Angreifer veröffentlichte ein Bild seines Fernsehers mit einer motivierenden Botschaft (Hala Madrid) an die Mannschaft – allerdings zu einem Zeitpunkt, als Real Madrid bereits 0:2 zurücklag.
An sich harmlos, doch rund um Mbappé wird derzeit jede Aktion besonders kritisch beobachtet.
Unruhe wegen Reha, Italien-Trip und fehlender Klarheit
Intern wächst die Enttäuschung über den Franzosen auf mehreren Ebenen. Bereits nach seiner Muskelverletzung beim 1:1 gegen Betis am 24. April hatte es Diskussionen gegeben.
Mbappé bekam während seiner Rehabilitation einige freie Tage – ein Kurztrip nach Italien mit seiner Partnerin kam jedoch innerhalb des Vereins alles andere als gut an. Vor allem deshalb, weil er erst kurz vor dem Anpfiff des Spiels gegen Espanyol wieder in Madrid landete.
In der Woche vor dem Clásico herrschte zudem große Unsicherheit über seinen Fitnesszustand. Öffentlich entstand der Eindruck, Mbappé könne möglicherweise rechtzeitig fit werden. Tatsächlich galt er laut medizinischer Abteilung intern jedoch die gesamte Woche über nicht als einsatzbereit.
Zwar trainierte der Franzose am Samstag vor dem Clásico noch teilweise mit der Mannschaft, doch laut mehreren Berichten verließ er eine Spielform frühzeitig, nachdem er erneut Beschwerden gespürt hatte.
Das wiederum sorgte bei Teilen des Trainer- und Staffteams für Frust, da man sich bei der Belastungssteuerung und Kommunikation offenbar nicht ausreichend eingebunden fühlte.
Mbappés Umfeld weist die Kritik dagegen klar zurück. Man betont weiterhin, dass sämtliche Reha-Maßnahmen eng mit dem Klub abgestimmt worden seien und die öffentliche Debatte die Realität verzerren würde.
Spielt Mbappé überhaupt noch einmal diese Saison?
Genau diese Frage beschäftigt mittlerweile viele Verantwortliche in Valdebebas.
Real Madrid hat zwar noch drei Ligaspiele vor sich, doch intern scheint aktuell niemand genau sagen zu können, wann Mbappé tatsächlich zurückkehrt. Offizielle medizinische Updates fehlen weiterhin.
Einige Stimmen innerhalb des Vereins glauben sogar, dass der Franzose die restlichen Heimspiele im Bernabéu lieber vermeiden würde. Hintergrund sind die Pfiffe und die wachsende Unzufriedenheit eines Teils der Fans in den vergangenen Wochen.
Auch Álvaro Arbeloa wich nach dem Clásico einer klaren Aussage aus. Der Trainer erklärte lediglich, dass man von Woche zu Woche schauen müsse, wie sich Mbappés Beschwerden entwickeln.
Die gesamte Situation passt dabei in das aktuell chaotische Gesamtbild des Vereins. Nach dem Kabinen-Eklat zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni, den internen Spannungen und der sportlichen Krise wirkt die Atmosphäre rund um die Mannschaft angespannter denn je.
Mourinho bleibt heißes Thema
Parallel dazu laufen die Diskussionen um die Trainerfrage weiter auf Hochtouren.
Wie zuletzt mehrfach berichtet wurde, gilt José Mourinho weiterhin als Wunschlösung von Präsident Florentino Pérez für die kommende Saison. Nach Informationen aus Spanien und England fanden bereits Gespräche zwischen Real Madrid und Mourinhos Berater Jorge Mendes statt.
Dabei soll der Portugiese erste Ideen für ein mögliches neues Projekt vorgestellt haben. Weitere Gespräche sind geplant.
Benfica ist sich der Situation mittlerweile bewusst und beschäftigt sich intern bereits mit möglichen Nachfolgekandidaten für den Fall eines Abschieds. Mourinho besitzt zwar noch einen Vertrag bis 2027, allerdings enthält dieser eine Klausel, die ihm einen Wechsel innerhalb von zehn Tagen nach Saisonende ermöglichen würde – gegen eine Ablösesumme von rund drei Millionen Euro.
In Madrid wächst unterdessen die Überzeugung, dass nach dieser chaotischen Saison eine starke Persönlichkeit notwendig sein könnte, um wieder Ordnung in Kabine und Verein zu bringen.
Und genau deshalb wird der Name José Mourinho derzeit immer lauter.
RMXpress-Fazit
Die sportliche Krise bei Real Madrid ist längst zu einer Führungskrise geworden.
Kylian Mbappé steht dabei aktuell symbolisch für viele Probleme des Klubs: fehlende Ruhe, schlechte Kommunikation, Unzufriedenheit im Umfeld und ein zunehmend gereiztes Verhältnis zwischen Mannschaft, Fans und Vereinsführung.
Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass Florentino Pérez bereits intensiv an einem kompletten Neustart arbeitet. Die Gespräche mit José Mourinho zeigen klar, wohin die Reise gehen könnte: weniger Harmonie, mehr Kontrolle, mehr Autorität.
Denn genau daran scheint es Real Madrid momentan am meisten zu fehlen.
