RMXpress Radar: Ergebnisse, Zweifel und interne Baustellen bei Real Madrid

Sportliche Krise, Unruhe im Kader und offene Trainerfrage – bei den Königlichen spitzt sich die Lage immer weiter zu.

Formkrise statt Titelrennen

Bei Real Madrid verdichten sich die Probleme – und inzwischen geht es nicht mehr nur um einzelne Ergebnisse.

Das 1:1 in Sevilla gegen Betis reiht sich nahtlos in eine schwache Phase ein. Seit der Länderspielpause im März hat die Mannschaft von Álvaro Arbeloa nur eines von sechs Pflichtspielen gewonnen. Zahlen, die deutlich machen, warum die Saison endgültig zu kippen droht.

Mit dem Aus in der Champions League gegen Bayern ist bereits eines der großen Ziele verpasst worden. In der Liga sieht es kaum besser aus: Der Rückstand auf den FC Barcelona ist auf elf Punkte angewachsen – ein Titelgewinn ist praktisch ausgeschlossen.


Trainer unter Beobachtung – Entscheidung offen

Hinter den Kulissen rückt zwangsläufig auch die Rolle des Trainers in den Fokus.

Bereits bei der Verpflichtung von Arbeloa im Januar gab es intern Stimmen, die Zweifel an seiner Erfahrung äußerten. Diese Bedenken gewinnen nun wieder an Gewicht. Dennoch heißt es aus dem Umfeld des Klubs, dass eine endgültige Bewertung erst nach Saisonende erfolgen soll.

Das deutet darauf hin, dass kurzfristig keine drastischen Maßnahmen geplant sind – auch weil sportlich kaum noch Ziele zu erreichen sind.


Unruhe im Teamgefüge

Parallel zur sportlichen Krise gibt es auch innerhalb der Mannschaft Spannungen.

So sorgte zuletzt die Situation von Dani Carvajal für Gesprächsstoff. Nach öffentlichen Fragen zu seiner Rolle kam es zu Unstimmigkeiten mit dem Trainer – und obwohl Arbeloa anschließend versöhnliche Töne anschlug, blieb der Kapitän gegen Betis ohne Einsatzminute.

Auch Dani Ceballos stand gegen seinen Ex-Klub überraschend nicht im Kader. Offiziell eine sportliche Entscheidung – im Umfeld des Spielers wird jedoch klar in Richtung Sommer-Abschied gedacht.

Darüber hinaus berichten mehrere vereinsnahe Stimmen von einem angespannten Verhältnis zwischen Teilen des Kaders. Insbesondere einige spanische Spieler sollen sich im internen Umgang benachteiligt fühlen.


Spiel gegen Betis als Spiegelbild der Saison

Das Spiel in Sevilla zeigte einmal mehr die grundlegenden Probleme der Mannschaft.

Real Madrid begann ordentlich und ging durch Vinícius Júnior in Führung. Doch erneut fehlte die Konsequenz vor dem Tor. Hochkarätige Chancen von Kylian Mbappé, Jude Bellingham und Fede Valverde blieben ungenutzt.

Mit zunehmender Spieldauer verlor das Team die Kontrolle. Defensiv wurde es anfällig, die Ordnung ging verloren – ein Muster, das sich durch die gesamte Saison zieht.

Einziger stabiler Faktor war Andriy Lunin, der mit mehreren starken Paraden einen frühen Ausgleich verhinderte. Beim Gegentor in der Nachspielzeit war jedoch auch er machtlos.

Aus dem Umfeld des Torhüters ist zu hören, dass sich seine Perspektive im Klub zuletzt wieder verbessert hat – ein Verbleib erscheint inzwischen wahrscheinlicher.

Auch rund um das Spiel in Sevilla gab es interessante Beobachtungen: Davide Ancelotti, früherer Co-Trainer bei Real Madrid und Sohn von Carlo Ancelotti, verfolgte die Partie live im Stadion. Der Italiener saß in einer Loge des Estadio de La Cartuja und zeigte sich nach Abpfiff sichtbar besorgt über die Leistung der Mannschaft. Aus dem Umfeld in Valdebebas ist zudem zu hören, dass sein Name intern weiterhin sehr positiv bewertet wird – auch ein Jahr nach seinem Abschied aus dem Klub.

Sorgen bereitet dagegen die Situation um Mbappé, der angeschlagen ausgewechselt werden musste und aktuell individuell trainiert.


Strukturelle Fragen rücken in den Fokus

Neben den sportlichen Themen werden intern auch grundlegende Fragen diskutiert.

Die hohe Anzahl an Verletzungen – unter anderem bei Arda Güler und Éder Militão – hat Zweifel an Abläufen im medizinischen Bereich verstärkt. Aus dem Umfeld des Klubs ist zu hören, dass Anpassungen geprüft werden.

Auch organisatorisch wird bereits nach vorne gedacht. So steht zur Diskussion, die übliche Sommer-Tour zu verändern oder sogar auszusetzen.

Unabhängig davon entwickelt sich das Bernabéu wirtschaftlich weiterhin positiv. Laut vereinsnahen Informationen liegen die Einnahmen über den Erwartungen, trotz Einschränkungen bei Events.


RMXpress-Fazit

Die Lage bei Real Madrid ist komplex – und vor allem hausgemacht.

Es geht längst nicht mehr nur um eine schwache Phase oder einzelne Ergebnisse. Vielmehr zeigt sich eine strukturelle Schieflage: sportlich, personell und intern.

Die Saison ist im Grunde entschieden. Die entscheidenden Fragen betreffen nicht mehr Titel – sondern die Zukunft des Klubs.

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