Ausgangslage
Der Druck auf Real Madrid könnte größer kaum sein. Alles außer einem Sieg im Camp Nou würde bedeuten, dass der FC Barcelona praktisch vor den Augen des ewigen Rivalen die Meisterschaft feiert.
Noch im ersten Clásico der Saison hatte die Welt für die Königlichen völlig anders ausgesehen. Damals gewann Real Madrid mit 2:1 und setzte sich mit fünf Punkten Vorsprung an die Tabellenspitze. Viele sahen die Liga bereits in Richtung Madrid kippen. Doch nur wenige Monate später ist davon nichts mehr übrig geblieben.
Der FC Barcelona steht unmittelbar vor dem 29. Meistertitel der Vereinsgeschichte und benötigt nur noch einen Punkt, um alles klarzumachen. Real Madrid dagegen zählt längst die Tage bis zum Saisonende.
Die sportliche Krise hat sich in den vergangenen Wochen mit einer internen Explosion vermischt. Nach dem Aus von Xabi Alonso verschlechterte sich die Situation unter Arbeloa weiter. Berichte über Streitigkeiten innerhalb der Kabine, Konflikte zwischen Spielern und Trainerteam sowie Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen der Mannschaft überschatten inzwischen den gesamten Verein.
Die Zukunft Arbeloas gilt intern praktisch als entschieden. Immer mehr deutet darauf hin, dass es im Sommer zu einem erneuten Trainerwechsel kommen wird. Besonders der Name José Mourinho wird rund um Valdebebas immer konkreter gehandelt.
Personal & Kader-News
Die Personalsituation bleibt für Real Madrid dramatisch angespannt. Sicher fehlen werden Rodrygo Goes, Éder Militão, Arda Güler, Dani Carvajal, Ferland Mendy und Federico Valverde. Dazu kommt weiterhin Dani Ceballos, der nach internen Spannungen mit Arbeloa erneut nicht berücksichtigt werden soll.
Besonders im Mittelpunkt steht weiterhin Aurélien Tchouaméni. Nach den heftigen Vorfällen mit Valverde ist offen, ob der Franzose direkt beginnt oder zunächst auf der Bank sitzt. Sportlich wäre sein Fehlen allerdings kaum aufzufangen.
Immerhin gibt es auch positive Nachrichten: Thibaut Courtois kehrt rechtzeitig zurück und soll im Clásico wieder zwischen den Pfosten stehen.
Die größte Unsicherheit bleibt jedoch Kylian Mbappé. Der Franzose trainierte zuletzt zwar wieder mit der Mannschaft, konnte die jüngsten Einheiten aber nicht komplett absolvieren. Ob es für einen Einsatz von Beginn an reicht, entscheidet sich wohl erst kurzfristig.
Aufgrund der zahlreichen Ausfälle wird Arbeloa erneut mehrere Nachwuchsspieler in den Kader berufen müssen.
Voraussichtliche Aufstellungen
Real Madrid: Courtois – Trent Alexander-Arnold, Antonio Rüdiger, Dean Huijsen, Fran García – Aurélien Tchouaméni, Jude Bellingham, Thiago Pitarch – Brahim Díaz, Vinícius Júnior, Kylian Mbappé
FC Barcelona: Joan García – Jules Koundé, Pau Cubarsí, Gerard Martín, João Cancelo – Eric García, Pedri – Marcus Rashford, Fermín López, Gavi – Ferran Torres.
Stimmen zum Spiel
Álvaro Arbeloa: „Ich erwarte ein großes Spiel gegen einen großen Gegner. Eine Mannschaft, die aktuell auf sehr hohem Niveau spielt. Wir freuen uns sehr auf das Spiel, das weltweit die größte Aufmerksamkeit bekommt. Wir fahren mit Ehrgeiz hin – um zu gewinnen.“
Hansi Flick (Trainer FC Barcelona): „Das Einzige, worauf wir uns konzentrieren müssen, ist unsere eigene Leistung. Wir haben als Mannschaft eine fantastische Saison hinter uns. Wir wollen unser Spiel spielen, mit unserem Stil und als Team.“
Statistik & Wissenswertes
Das direkte Duell zwischen Barcelona und Real Madrid bleibt historisch nahezu komplett ausgeglichen.
Von bislang 215 Pflichtspielen gewann Barcelona 87 Begegnungen, Real Madrid kommt auf 89 Siege. 39 Partien endeten unentschieden.
Auch die jüngsten Clásicos zeigen ein wechselhaftes Bild. Beide Teams konnten jeweils eines der letzten beiden direkten Duelle gewinnen.
Besonders bemerkenswert ist jedoch die Entwicklung beider Mannschaften seit dem ersten Clásico der Saison. Während Barcelona nach dem 1:2 im Oktober eine beeindruckende Serie startete und seitdem 22 von 24 Spielen gewann, brach Real Madrid sportlich immer weiter ein.
Trainer Hansi Flick schaffte es Barcelona konstant auf Kurs zu halten. Die Katalanen präsentieren sich inzwischen deutlich stabiler, geschlossener und reifer als noch zu Saisonbeginn.
Real Madrid dagegen reist mit massiven Nebengeräuschen nach Barcelona. Die Diskussionen rund um die Kabine, die Zukunft des Trainers und mehrere Führungsspieler überschatten die sportliche Ausgangslage komplett.
Prognose
Die Favoritenrolle liegt klar beim FC Barcelona. Die Mannschaft von Hansi Flick wirkt gefestigter, stabiler und deutlich eingespielter. Zudem spricht die aktuelle Form eindeutig für die Katalanen, die den Meistertitel nun ausgerechnet im Clásico perfekt machen wollen.
Real Madrid reist dagegen mit einer Mischung aus sportlicher Unsicherheit, personellen Problemen und internen Spannungen ins Camp Nou. Dennoch bleibt der Clásico ein eigenes Spiel – gerade mit Spielern wie Vinícius Júnior, Jude Bellingham oder möglicherweise Mbappé besitzt Madrid jederzeit das Potenzial, ein Spiel individuell zu entscheiden. Damit der FC Barcelona kein Meister wird braucht es allerdings nahezu ein perfektes Spiel.
TV-Übertragung
- Deutschland: DAZN
- Österreich: DAZN
- Schweiz: blue Sport / Sky Sport
DAZN zeigt den Clásico kostenlos im Livestream. Wer sich bei dem Streamingdienst registriert oder bereits einen Account besitzt, kann die Partie ohne kostenpflichtiges Abo verfolgen.
