Real Madrid ruft Präsidentschaftswahlen aus – Riquelme fordert mehr Zeit

Florentino Pérez hat offiziell Präsidentschaftswahlen bei Real Madrid angekündigt. Unternehmer Enrique Riquelme meldet sich mit einem offenen Brief zu Wort – während Rafael Nadal Spekulationen über eine Beteiligung dementiert.

Der Wahlprozess bei Real Madrid läuft offiziell an

Jetzt ist es offiziell: Real Madrid hat die Präsidentschaftswahlen für 2026 eingeleitet. Die Wahlkommission veröffentlichte am Mittwoch die offizielle Ausschreibung für die Wahl des Präsidenten und der neuen Junta Directiva. Kandidaturen können vom 14. bis zum 23. Mai eingereicht werden.

Sollte am Ende lediglich eine gültige Kandidatur zugelassen werden, wird diese automatisch bestätigt – ohne Abstimmung der Mitglieder. Erst wenn mehrere Kandidaten die Voraussetzungen erfüllen, kommt es zu einer Wahl.

Die Voraussetzungen bleiben enorm hoch: Kandidaten müssen unter anderem seit mehr als 20 Jahren Vereinsmitglied sein und eine Bürgschaft in Höhe von 15 Prozent des Vereinsbudgets hinterlegen. Genau diese finanziellen Hürden machten ernsthafte Gegenkandidaturen in den vergangenen Jahren nahezu unmöglich.

Die Wahlkommission prüft jede eingereichte Kandidatur unmittelbar nach Abgabe. Gegen Entscheidungen können innerhalb von zwei Tagen Einsprüche eingelegt werden. Falls mehrere Kandidaten zugelassen werden, muss die Wahl innerhalb von maximal 15 Tagen stattfinden.


Florentino Pérez reagiert auf Kritik und spricht von Kampagne

Präsident Florentino Pérez hatte die Wahlen bereits am Dienstagabend angekündigt und dabei ungewöhnlich emotional auf Kritik aus Medien und Umfeld reagiert.

Der langjährige Klubchef sprach mehrfach von einer „orchestrierten Kampagne“ gegen seine Person und gegen den Verein. Besonders deutlich wurde Pérez bei Aussagen über angebliche Gerüchte rund um seine Zukunft und seinen Gesundheitszustand.

Der Präsident betonte mehrfach, dass er weitermachen wolle und sich weiterhin in der Lage sehe, den Klub zu führen. Gleichzeitig verteidigte er die sportliche Bilanz der vergangenen Jahre und verwies auf gewonnene Titel wie den europäischen Supercup oder die Klub-Weltmeisterschaft.

Auch die jüngsten Spannungen innerhalb der Mannschaft spielte Pérez herunter. Auseinandersetzungen in Kabinen oder Trainings seien im Fußball normal. Dass vieles an die Öffentlichkeit gelangt sei, wertete er dagegen als gezielte Indiskretionen. Dies bestätigte er auch gestern im Interview mit Josep Pedrerol.


Enrique Riquelme fordert längeren Wahlprozess

Besonders interessant wurde es durch den offenen Brief von Unternehmer Enrique Riquelme an Florentino Pérez.

Riquelme lobte den Präsidenten zunächst ausführlich für dessen Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten und sprach von einer historischen Ära für den Verein. Gleichzeitig kritisierte er jedoch die extrem kurzen Fristen des Wahlprozesses.

Seiner Meinung nach brauche der Madridismo mehr Zeit, um über die Zukunft des Vereins zu diskutieren. Riquelme sprach sich für einen transparenteren und moderneren Wahlprozess aus, insbesondere beim Thema Briefwahl und Zugang zu wahlberechtigten Mitgliedern.

Zudem erklärte er offen, dass er sämtliche Voraussetzungen für eine Kandidatur erfülle – sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Mitgliedschaftsdauer. Damit deutete er erstmals klar an, tatsächlich gegen Pérez antreten zu können.

Florentino reagierte darauf kühl und knapp:
„Ich kenne diesen Herrn nicht. Als im Jahr 2000 Wahlen angesetzt wurden, habe ich nicht darum gebeten, sie zu verschieben. Ich habe kandidiert und gewonnen.“


Rafael Nadal dementiert Beteiligung

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam die Situation durch Gerüchte rund um Rafael Nadal. Der ehemalige Tennis-Star war zuletzt mit einer möglichen Rolle in einer potenziellen Kandidatur Riquelmes in Verbindung gebracht worden.

Nadal widersprach diesen Spekulationen jedoch öffentlich über seine sozialen Netzwerke:
„Ich habe Informationen gelesen, die mich mit möglichen Kandidaturen für die Präsidentschaft von Real Madrid in Verbindung bringen. Diese Informationen entsprechen nicht der Wahrheit.“

Damit scheint klar: Nadal wird im aktuellen Wahlkampf keine aktive Rolle übernehmen.


Unruhige Wochen bei Real Madrid

Die Wahlen finden in einer extrem angespannten Phase des Vereins statt. Sportlich erlebt Real Madrid eine enttäuschende Saison ohne großen Titel. Dazu kommen interne Konflikte innerhalb der Mannschaft, Diskussionen um Trainer Álvaro Arbeloa sowie die anhaltenden Debatten um Kylian Mbappé und die Zukunft des Klubs.

Die kommenden Tage dürften nun entscheidend werden. Noch ist unklar, ob Florentino Pérez tatsächlich einen Gegenkandidaten bekommt – oder erneut kampflos im Amt bestätigt wird.

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