Mourinho plant den großen Umbruch bei Real Madrid

José Mourinho arbeitet gemeinsam mit Florentino Pérez bereits seit Wochen am neuen Real Madrid. Nach vier Neuzugängen sollen weitere Top-Transfers folgen.

Mehr Macht für Mourinho

Wie Real-Madrid-Insider Mario Cortegana für The Athletic berichtet, hat der große Umbruch bei den Königlichen längst begonnen. Mehr als 100 Millionen Euro wurden bereits investiert, doch die Verantwortlichen um Florentino Pérez und José Mourinho sind noch lange nicht am Ziel. Nach zwei Spielzeiten ohne einen großen Titel soll der Portugiese Real Madrid wieder an die Spitze Europas führen – und erhält dafür deutlich mehr Einfluss auf die Kaderplanung als seine Vorgänger Carlo Ancelotti und Xabi Alonso.

Bereits Anfang Mai, noch vor den überraschend ausgerufenen Präsidentschaftswahlen, begannen die ersten Gespräche zwischen Mourinho und der Vereinsführung. Schnell wurde klar, welche Baustellen der neue Trainer sieht: ein konkurrenzfähiger Rechtsverteidiger, ein Linksverteidiger, mindestens ein weiterer Top-Innenverteidiger sowie ein kreativer Mittelfeldspieler standen ganz oben auf seiner Wunschliste.

Mit Denzel Dumfries, Marc Cucurella, Ibrahima Konaté und Bernardo Silva wurden bereits vier zentrale Forderungen erfüllt. Alle Transfers passen exakt zu Mourinhos Vorstellung eines neuen Real Madrid, das künftig in einem 4-2-3-1-System auflaufen soll. Rechnet man die Ablöse für Dumfries, die Verpflichtung von Cucurella, die Handgelder für Konaté und Bernardo Silva sowie die 15 Millionen Euro für Mourinhos Ausstiegsklausel bei Benfica zusammen, liegen die bisherigen Ausgaben bereits deutlich jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke.


Weitere Verstärkungen geplant – Enzo Fernández ganz oben auf der Liste

Trotz der bisherigen Investitionen ist der Transfermarkt für Real Madrid noch längst nicht abgeschlossen. Nach Informationen von The Athletic liegt der Fokus nun auf zwei weiteren Schlüsselpositionen: einem Innenverteidiger und einem zentralen Mittelfeldspieler.

Vor allem im Mittelfeld hat Mourinho einen klaren Favoriten. Enzo Fernández vom FC Chelsea gilt als absoluter Wunschspieler des Portugiesen. Der Argentinier soll perfekt in die Rolle des dynamischen Box-to-Box-Mittelfeldspielers passen, die Mourinho für sein neues System sucht. Chelsea soll allerdings eine Ablöse von rund 140 Millionen Euro fordern.

Sollte ein Transfer des Weltmeisters scheitern, bleiben weitere Namen auf der Liste. Dazu gehören Ayyoub Bouaddi vom OSC Lille, AZ-Talent Kees Smit sowie Mateus Fernandes, der allerdings auch von Tottenham, Manchester United und Paris Saint-Germain umworben wird.

Auch Nico Paz bleibt ein Thema. Real Madrid besitzt weiterhin eine Rückkaufoption in Höhe von neun Millionen Euro. Mourinho hat bereits persönlich mit dem Argentinier gesprochen, eine endgültige Entscheidung soll noch in den kommenden Wochen fallen.

In der Innenverteidigung läuft die Suche parallel weiter. Alessandro Bastoni von Inter Mailand, Borussia-Dortmund-Star Nico Schlotterbeck und Arsenals Piero Hincapié stehen auf der Kandidatenliste. Deutlich komplizierter erscheint dagegen ein möglicher Transfer von Rúben Dias, da Manchester City den Portugiesen nach aktuellem Stand nicht verkaufen möchte.


Mehrere Abgänge notwendig

Weitere Transfers hängen unmittelbar von Verkäufen ab. Intern ist man sich bewusst, dass der aktuelle Kader zu groß ist und zunächst Platz geschaffen werden muss.

Dani Ceballos darf den Verein verlassen. Der Spanier soll sogar einen ablösefreien Abschied bevorzugen, obwohl sein Vertrag noch bis 2027 läuft. Gespräche über eine Lösung laufen bereits. Laut der spanischen Zeitung AS soll Betis bei den Verhandlungen um Dani Ceballos eine harte Linie fahren. Der Transfer soll zwar zustande kommen, doch der Klub aus Sevilla wird bei den Vertragsbedingungen Druck auf den Mittelfeldspieler ausüben und Ceballos wird dafür auf fast fünf Millionen Euro netto verzichten müssen, die ihm bei Real Madrid noch zustehen würden.

Auch Aurélien Tchouaméni könnte bei einem passenden Angebot verkauft werden. Insbesondere Manchester United wird als möglicher Interessent genannt. Eduardo Camavinga genießt zwar weiterhin großes Ansehen innerhalb des Vereins, doch auch bei ihm würde man Angebote zumindest prüfen.

Federico Valverde hingegen bleibt unverkäuflich. Trotz seiner schwierigen Saison, der Kritik aus dem Umfeld und der Auseinandersetzung mit Tchouaméni betrachtet Real Madrid den Uruguayer weiterhin als eine der wichtigsten Säulen des neuen Projekts.

In der Defensive steht vor allem Raúl Asencio im Fokus. Der Innenverteidiger möchte bleiben und sich unter Mourinho durchsetzen, intern gilt ein Verkauf jedoch als wahrscheinlichstes Szenario, um Platz für einen weiteren Verteidiger zu schaffen.

Die Verpflichtung von Marc Cucurella bedeutet, dass auf der linken Abwehrseite ein Spieler den Verein verlassen wird. Ferland Mendy ist nicht in José Mourinhos Plänen, aber aufgrund seiner Verletzung, gestaltet sich ein Transfer schwierig. Daher gelten Álvaro Carreras oder Fran García als die wahrscheinlichsten Abgangskandidaten. Carreras’ Profil überzeugt Mourinho zwar nicht vollständig, doch sein Umfeld geht davon aus, dass er bleibt. Fran García wollte die Königlichen bereits im Januar Richtung England verlassen.


Bellingham wird Mourinhos Schlüsselspieler

Während in einigen Mannschaftsteilen Veränderungen anstehen, gibt es bei anderen Positionen keinerlei Diskussionen. Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Rodrygo, der aufgrund seiner Verletzung keinen Markt hat, bleiben zentrale Bestandteile des Projekts.

Real Madrid hatte einen Spieler auf der Liste, falls Brahim Díaz den Verein verlassen hätte, aber der Marokkaner möchte bleiben. Sowohl José Mourinho als auch der Verein sehen Brahim weiterhin als wertvollen Bestandteil des Kaders.

Besonders hohe Erwartungen setzt Mourinho allerdings in Jude Bellingham. Der Engländer soll künftig die Rolle der Nummer zehn übernehmen und das kreative Zentrum des Teams bilden. Bereits bei ihrem ersten Gespräch soll Mourinho dem Mittelfeldstar deutlich gemacht haben, welche Bedeutung er in seinen Planungen besitzt.

Jude Bellingham sagte gestern nach dem WM-Spiel gegen Ghana: „Mourinho ist ein Top-, Top-Trainer. Ich bin sehr glücklich. Wir haben außerdem einige großartige Neuzugänge verpflichtet – viele Spieler mit viel Qualität und Erfahrung. Ich freue mich sehr darauf, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

Auch Franco Mastantuono könnte überraschend eine größere Rolle spielen als ursprünglich gedacht. Eigentlich war eine Leihe vorgesehen, doch Mourinho möchte den Argentinier zunächst in der Vorbereitung genau beobachten. Dasselbe gilt für Gonzalo García.

Zusätzlich wünscht sich der Portugiese noch einen klassischen Mittelstürmer als Alternative im Angriff. Dieses Thema besitzt aktuell jedoch keine Priorität und dürfte erst dann konkret werden, wenn weitere Spieler den Verein verlassen.


Mourinho erhält außergewöhnlich viel Einfluss

Der wohl auffälligste Aspekt des neuen Projekts ist die Machtstellung des Trainers. Nach Informationen von Mario Cortegana besitzt Mourinho deutlich mehr Einfluss auf sportliche Entscheidungen als seine unmittelbaren Vorgänger.

Florentino Pérez sieht im Portugiesen den idealen Architekten für den Neuaufbau. Die bisherigen Transfers tragen bereits klar seine Handschrift: körperlich starke Spieler, erfahrene Führungspersönlichkeiten und Akteure, die sowohl taktische Disziplin als auch Mentalität mitbringen.

Mit Konaté, Dumfries, Cucurella und Bernardo Silva wurde der erste Teil des Plans umgesetzt. Doch die nächsten Wochen könnten noch deutlich spektakulärer werden. Enzo Fernández bleibt das große Ziel, weitere Verkäufe stehen bevor und auch ein zusätzlicher Innenverteidiger soll noch verpflichtet werden.

Der Umbruch bei Real Madrid hat gerade erst begonnen.

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