Präsentation hinter verschlossenen Türen
José Mourinho ist am Dienstag offiziell als neuer Trainer von Real Madrid präsentiert worden. Anders als bei früheren großen Vorstellungen verzichtete der Verein auf eine öffentliche Veranstaltung mit Fans und Medien. Die Zeremonie fand in der Vorstandsetage der Ciudad Real Madrid statt und konnte lediglich über ausgewählte Bilder von Realmadrid TV verfolgt werden. Mourinho erschien gemeinsam mit Präsident Florentino Pérez, unterschrieb seinen Vertrag und posierte anschließend mit einem personalisierten Real-Madrid-Trikot.
Seine erste Botschaft war ebenso kurz wie eindeutig: „Ich komme nach Hause zurück.“
Vertrag bis 2029 unterschrieben
Florentino Pérez begrüßte Mourinho offiziell zurück beim spanischen Rekordmeister. Der Portugiese unterschrieb einen Vertrag über drei Spielzeiten bis zum 30. Juni 2029. Anschließend erhielt er vom Verein mehrere Erinnerungsstücke: eine Nachbildung des Stadions, eine Uhr sowie ein Trikot mit seinem Namen. Auch Ehrenpräsident José Martínez Pirri nahm an der Vorstellung teil. Damit ist Mourinhos zweite Amtszeit bei Real Madrid nun auch formal eröffnet.
Auch die Neuzugänge werden ohne Öffentlichkeit vorgestellt
Mourinhos Präsentation bildet zugleich den Auftakt für eine Reihe weiterer Vorstellungen. Neben dem Trainer hat Real Madrid in diesem Sommer sechs neue Spieler verpflichtet. Auch sie sollen in den kommenden Tagen nach demselben Muster präsentiert werden. Die Veranstaltungen finden jeweils ohne Fans und ohne klassische Medienrunde statt. Anwesend sind lediglich Mitglieder der Vereinsführung sowie das engste Umfeld der jeweiligen Spieler. Bereits morgen soll der erste Neuzugang offiziell vorgestellt werden.
Mourinhos erste reguläre Pressekonferenz als Real-Trainer ist dagegen für Freitag vorgesehen. Dann wird sich der Portugiese vor dem LaLiga-Auftakt beim Espanyol erstmals ausführlich den Fragen der Medien stellen.
„Diese Etappe ist spezieller als die erste“
Nach der Zeremonie sprach Mourinho kurz mit den offiziellen Medien des Vereins. Dabei machte er deutlich, dass sich seine Rückkehr emotional anders anfühlt als seine erste Amtszeit.
„Als ich das erste Mal zu Real Madrid kam, war das professionell bereits das Höchste. Jetzt kommt zusätzlich wieder die emotionale und persönliche Verbindung hinzu. Deshalb glaube ich, dass diese Etappe noch besonderer ist als die erste.“
Mourinho war bereits zwischen 2010 und 2013 Trainer der Königlichen. 13 Jahre später kehrt er nun an denselben Ort zurück – unter völlig anderen Voraussetzungen.
Mourinho spricht von einer „Mission“
Besonders deutlich wurde Mourinho bei der Frage nach seiner Aufgabe.
„Ich habe das Gefühl, dass dies eine Mission ist und dass sie über Worte hinausgeht.“
Sein Ziel sei nicht nur sportlicher Erfolg.
„Ich bin hier, um allen dabei zu helfen, besser zu werden und eine Kultur der Arbeit, der Verantwortung und des Ehrgeizes zu schaffen.“
Damit beschreibt Mourinho einen Anspruch, der bereits während der Saisonvorbereitung sichtbar wurde. Die Trainingseinheiten waren intensiv, Doppel-Einheiten gehörten regelmäßig zum Programm und mehrere Spieler berichteten öffentlich von hohen körperlichen Anforderungen.
„Die Verantwortung und Ehre, für Real Madrid zu arbeiten“
Für Mourinho geht es dabei nicht ausschließlich um die Mannschaft. Der Portugiese möchte dieselbe Haltung innerhalb des gesamten Trainingszentrums etablieren.
„Ich möchte auch das Verantwortungsgefühl und die Ehre vermitteln, für Real Madrid zu arbeiten.“
Anschließend konkretisierte er seine Vorstellung: „Das Wichtigste ist, für Real Madrid zu arbeiten. Und ich möchte, dass das für jeden in Valdebebas genauso empfunden wird.“
Damit richtet Mourinho seine Botschaft nicht nur an die Profis, sondern an das gesamte Umfeld des Klubs. Besonders emotional wurde Mourinho bei seiner Botschaft an die Madridistas.
Auf die Frage, was er den Fans sagen wolle, antwortete er: „Ganz einfach: Ich bin einer von euch. Nicht nur heute. Ich war es immer – seit dem Tag meiner Vorstellung 2010 und auch seit dem Tag, an dem ich 2013 gegangen bin. Ich bin einer von euch.“
Damit greift der Portugiese eine Verbindung auf, die auch während seiner langen Abwesenheit nie vollständig verschwunden ist. Ein Beispiel dafür lieferte Mourinho selbst. Er erinnerte an das Champions-League-Finale 2024 im Wembley-Stadion, als Real Madrid Borussia Dortmund besiegte.
„Ich habe eine fantastische Erinnerung an Wembley, als wir Borussia Dortmund geschlagen haben und mir an diesem Tag so viel Zuneigung entgegengebracht wurde.“
Bemerkenswert ist dabei vor allem die Wortwahl. Mourinho spricht bewusst von „wir“, obwohl er Real Madrid zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr trainierte.
„Ich bin wirklich einer von euch.“
Für den Portugiesen scheint seine Verbindung zu Real Madrid deshalb weit über seine erste Amtszeit hinauszugehen.
Erste Pressekonferenz vor dem Espanyol-Spiel
Die emotionale Rückkehr ist damit offiziell abgeschlossen. Nun beginnt die sportliche Realität. Am Freitag wird Mourinho erstmals in seiner zweiten Amtszeit vor die Presse treten. Einen Tag später wartet bereits das erste Pflichtspiel. Real Madrid startet am Samstag um 21:30 Uhr auswärts bei Espanyol Barcelona in die neue LaLiga-Saison. Nach mehreren Wochen intensiver Vorbereitung, sechs Neuzugängen und zahlreichen Veränderungen beginnt damit die Phase, an der Mourinho selbst gemessen werden möchte: der Wettbewerb um Punkte und Titel.
RMXpress Fazit
José Mourinhos offizielle Vorstellung fiel deutlich ruhiger aus als seine erste Präsentation 2010 – seine Botschaften waren dafür umso klarer. Der Portugiese betrachtet seine Rückkehr nicht nur als neuen Trainerjob. Er spricht von einer Mission, von Verantwortung, Ehrgeiz und einer Arbeitskultur, die den gesamten Klub prägen soll. Besonders deutlich wird aber auch die emotionale Ebene. Mourinho bezeichnet Real Madrid weiterhin als sein Zuhause und sich selbst als einen Madridista – selbst 13 Jahre nach seinem ersten Abschied. Die Vorbereitung hat bereits gezeigt, wie ernst er seine Aussagen über Arbeit und Intensität nimmt.
Jetzt beginnt der entscheidende Teil. Am Samstag gegen Espanyol muss aus Mourinhos Mission erstmals ein Pflichtspielergebnis werden.
