Ein klarer Sieg für den Amtsinhaber
Die Präsidentschaftswahl bei Real Madrid ist entschieden – und das deutlicher, als viele Beobachter im Vorfeld erwartet hatten. Florentino Pérez setzte sich mit 65 Prozent der Stimmen gegen Enrique Riquelme durch und sicherte sich damit eine weitere Amtszeit bis 2030.
Nach einer sportlich schwierigen Saison ohne Titel und einer für seine Verhältnisse ungewohnten Gegenkandidatur hätte die Wahl für den langjährigen Präsidenten durchaus Risiken bergen können. Am Ende erhielt Pérez jedoch ein klares Vertrauensvotum der Mitglieder und geht gestärkt in die nächsten vier Jahre.
Besonders bemerkenswert: Die Unterstützung für den 79-Jährigen zeigte sich in nahezu allen Bereichen der Wahl.
Florentino Pérez gewinnt auch die umstrittene Briefwahl
Eines der meistdiskutierten Themen des Wahlkampfs war die Briefwahl.
Enrique Riquelme hatte mehrfach Zweifel am Ablauf des Verfahrens geäußert und gehofft, gerade bei den Briefwählern besonders stark abzuschneiden. Nach Auszählung aller Stimmen zeigte sich jedoch ein anderes Bild.
Auch bei den per Post abgegebenen Stimmen lag Florentino Pérez vor seinem Herausforderer. Das ist besonders bemerkenswert, weil die Briefwahl aufgrund der notwendigen notariellen Beglaubigungen deutlich aufwendiger war als bei früheren Wahlen.
Trotz der organisatorischen Hürden gelang es Pérez, auch diesen Bereich für sich zu entscheiden und einen weiteren wichtigen Baustein seines Wahlsieges zu sichern.
Sieg an jedem einzelnen Wahltisch
Noch beeindruckender ist ein anderer Wert.
Die rund 75.000 stimmberechtigten Mitglieder waren auf insgesamt 60 Wahltische verteilt. Florentino Pérez gewann jede einzelne dieser Wahlstationen.
Enrique Riquelme gelang es an keinem Wahltisch, eine Mehrheit zu erzielen. In vielen Fällen betrug der Abstand sogar deutlich mehr als 100 Stimmen.
Damit wurde aus dem Wahlsieg letztlich eine nahezu flächendeckende Bestätigung des amtierenden Präsidenten. Das Ergebnis zeigt, dass Pérez nicht nur in einzelnen Gruppen oder Regionen stark war, sondern über die gesamte Mitgliedschaft hinweg eine klare Mehrheit hinter sich vereinen konnte.
Der Vorsprung wuchs im Laufe des Tages
Interessant war auch die Entwicklung während des Wahltages.
Beobachtungen und Befragungen rund um die Wahllokale deuteten bereits früh auf einen Vorsprung von Florentino Pérez hin. Zu Beginn der Abstimmung lagen die Prognosen bei etwa 61 Prozent für den Amtsinhaber.
Mit zunehmender Dauer des Wahltages vergrößerte sich dieser Abstand jedoch kontinuierlich.
Während Enrique Riquelme insbesondere bei den frühen Wählern stärker abschnitt, konnte Pérez im weiteren Verlauf immer mehr Unterstützung sammeln. Das endgültige Resultat von 65 Prozent lag daher sogar über den ersten Hochrechnungen.
Höchste Beteiligung seit dem Jahr 2000
Auch die Wahlbeteiligung sorgte für Aufmerksamkeit.
Insgesamt gaben 33.555 Mitglieder ihre Stimme ab. Bei 75.219 Wahlberechtigten entspricht dies einer Beteiligung von rund 44 Prozent.
Damit verzeichnete Real Madrid die höchste Beteiligung bei einer Präsidentschaftswahl seit dem Jahr 2000, als Florentino Pérez erstmals die Macht im Verein übernahm.
Die hohe Beteiligung zeigt, wie groß das Interesse der Mitglieder an der Zukunft des Vereins war. Nach zwei Jahrzehnten ohne echte Wahlentscheidung nutzten viele Socios die Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben.
Die drittgrößte Wahl seiner Karriere
Für Florentino Pérez war es bereits der dritte Wahlsieg an der Urne.
Im Jahr 2000 setzte er sich mit rund 55 Prozent der Stimmen gegen Lorenzo Sanz durch und leitete damit eine neue Ära bei den Königlichen ein.
Vier Jahre später folgte sein bis heute größter Triumph. 2004 erhielt Pérez mehr als 90 Prozent der Stimmen und feierte einen historischen Erfolg.
Mit den nun erreichten 65 Prozent sichert sich der Präsident sein zweitbestes Wahlergebnis überhaupt. Gleichzeitig unterstreicht das Resultat, dass sein Rückhalt innerhalb des Vereins trotz sportlich schwieriger Jahre weiterhin enorm groß ist.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit
Mit dem Wahlsieg endet der Wahlkampf – und beginnt die nächste große Aufgabe.
Florentino Pérez hat seinen Mitgliedern während der Kampagne zahlreiche Versprechen gemacht. José Mourinho soll eine neue sportliche Ära einleiten, mehrere hochkarätige Transfers stehen bevor und auch beim Bernabéu sowie der wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Vereins warten große Projekte.
Die Mitglieder haben ihm erneut ihr Vertrauen ausgesprochen. Nun erwarten sie, dass Real Madrid nach zwei titellosen Jahren wieder an die Spitze Europas zurückkehrt.
RMXpress Fazit
Der Wahlsieg von Florentino Pérez war letztlich deutlicher als viele erwartet hatten. Siege an allen Wahltischen, ein Erfolg bei der Briefwahl und die zweithöchste Zustimmung seiner Wahlgeschichte sprechen eine klare Sprache. Gleichzeitig hat Enrique Riquelme gezeigt, dass es erstmals seit vielen Jahren wieder eine organisierte Opposition innerhalb des Vereins gibt. Für Pérez beginnt nun die entscheidende Phase: Die Mitglieder erwarten nicht nur Versprechen, sondern vor allem eines – Titel.
