Enrique Riquelme kontert Florentino scharf: „Ich war damals 15“

Enrique Riquelme weist die Vorwürfe des amtierenden Präsidenten entschieden zurück, kritisiert dessen Umgangston und fordert erneut eine öffentliche TV-Debatte.

Riquelme weist Vorwürfe entschieden zurück

Enrique Riquelme hat deutlich auf die jüngsten Angriffe von Florentino Pérez reagiert und dabei sowohl den Ton als auch die Inhalte der Aussagen des amtierenden Präsidenten scharf kritisiert. Hintergrund ist die Präsentation von Pérez’ Kandidatur im Hotel Meliá Castilla, bei der dieser Riquelme mit der Ära Ramón Calderón in Verbindung brachte und Zweifel an dessen finanzieller Solidität äußerte.

In einem ausführlichen Statement weist Riquelme diese Vorwürfe entschieden zurück und spricht von gezielten Falschdarstellungen. Er betont, dass Real Madrid „weit mehr verdient als Lärm, Lügen, eigennützige Gerüchte und Verleumdungskampagnen“, die unter Mitgliedern desselben Vereins geführt würden und sogar dazu beitragen könnten, die vereinsinterne Demokratie einzuschränken. Stattdessen fordert er Respekt und eine sachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe.


Finanzvorwürfe und Klarstellung zur Anleihe

Besonders deutlich widerspricht Riquelme den Aussagen zur wirtschaftlichen Situation seines Unternehmens. Die von Pérez angesprochene Finanzierung sei keineswegs problematisch, sondern über eine Anleihe-Emission von 2 Milliarden US-Dollar auf dem amerikanischen Markt erfolgt, mit einem Zinssatz von 7,25 Prozent. Diese Transaktion habe eine enorme Nachfrage von rund 8 Milliarden Dollar ausgelöst und stelle einen bedeutenden Meilenstein dar.

Zudem seien die entsprechenden Medienberichte, auf die sich Pérez berufen habe, mittlerweile korrigiert worden, da sie auf falschen und interessengeleiteten Informationen basierten. Riquelme wirft dem Präsidenten vor, diese bereits widerlegten Darstellungen dennoch öffentlich verwendet zu haben.


„Ich war 15“ – Reaktion auf Calderón-Verbindung

Auch den Versuch, seine Kandidatur mit der Calderón-Ära in Verbindung zu bringen, weist Riquelme entschieden zurück. Er stellt klar, dass er in dieser Zeit erst 15 Jahre alt gewesen sei und somit keinerlei Verbindung zu den damaligen Vorgängen haben könne.

Lediglich ein Mitglied seines Teams, Antonio Medina, sei in dieser Zeit aktiv gewesen. Riquelme hebt jedoch hervor, dass Pérez verschwiegen habe, dass Medina bis vor Kurzem selbst noch im Umfeld des amtierenden Präsidenten tätig war und seinen Posten erst kürzlich verließ, um sich der neuen Kandidatur anzuschließen. Zusätzlich gehört Juan Mendoza zum Team, der zwar kurzzeitig unter Calderón tätig war, sein Amt jedoch nach nur drei Monaten aufgrund von Differenzen wieder niederlegte.


Kritik an Legitimitätszweifeln und Machtstrukturen

Darüber hinaus kritisiert Riquelme die grundsätzliche Vorgehensweise von Pérez im Wahlkampf. Es sei inakzeptabel, die Integrität und Legitimität einer Kandidatur infrage zu stellen, die vom Wahlausschuss des Vereins gemäß der Statuten offiziell geprüft und bestätigt wurde.

Riquelme betont, dass seine Kandidatur vollständig durch sein persönliches Vermögen abgesichert sei. Gleichzeitig fordert er mehr Transparenz von Pérez selbst, insbesondere nach mehr als 20 Jahren an der Spitze des Klubs. Dabei spricht er auch mögliche Verbindungen von Familienmitgliedern und engen Vertrauten im Umfeld der Vereinsführung sowie ein Netzwerk an Vermittlern an, zu dem der Präsident Stellung nehmen müsse.


„Kritik ist kein Angriff auf Real Madrid“

Ein zentraler Punkt in Riquelmes Argumentation ist die Verteidigung demokratischer Prozesse innerhalb des Vereins. Er weist ausdrücklich zurück, dass das Hinterfragen von Entscheidungen des Präsidenten als Angriff auf Real Madrid dargestellt werde.

Vielmehr sei genau das Gegenteil der Fall: Kritik sei ein legitimes, satzungsgemäßes Mittel und stärke die Institution, indem sie den Mitgliedern – den eigentlichen Eigentümern des Vereins – ihre Stimme zurückgebe.


Forderung nach Transparenz und Kritik an Laghrari

Riquelme bemängelt zudem den Umgang mit kritischen Fragen innerhalb des Vereins. Zweifel von Mitgliedern an geschäftlichen Aktivitäten oder an Beziehungen im Umfeld des Präsidenten würden seiner Ansicht nach entweder ignoriert oder bewusst heruntergespielt.

In diesem Zusammenhang nennt er auch Anas Laghrari und fordert Transparenz über dessen Einfluss auf strategische Entscheidungen sowie auf wirtschaftliche Vermittlungen. Dabei stellt er auch Verbindungen zu geschäftlichen Strukturen im Umfeld anderer Vereine in den Raum, die aus seiner Sicht offengelegt werden müssten.


Forderung nach öffentlicher TV-Debatte

Abschließend erneuert Riquelme seine Forderung nach einem direkten Duell mit Florentino Pérez. Er plädiert für eine öffentliche, offene und im Fernsehen übertragene Debatte, in der beide Kandidaten ihre Konzepte, Visionen und Antworten transparent darlegen.

Die Mitglieder hätten ein Recht darauf, umfassend informiert zu werden und auf dieser Grundlage eine Entscheidung zu treffen. Nur so könne sichergestellt werden, dass institutioneller Respekt, Transparenz und die Werte von Real Madrid gewahrt bleiben.


RMXpress Fazit: Wahlkampf erreicht neue Eskalationsstufe

Der Konflikt zwischen beiden Kandidaten zeigt deutlich, wie angespannt der Wahlkampf um die Präsidentschaft bei Real Madrid mittlerweile ist. Während Riquelme auf Transparenz, öffentliche Diskussion und demokratische Prinzipien setzt, bleibt Pérez bislang bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer direkten Konfrontation.

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