Nach der Wahl: Pérez feiert klaren Sieg – Riquelme kündigt weitere Opposition an

Florentino Pérez bleibt bis 2030 Präsident von Real Madrid. Nach seinem Wahlsieg sprach er von einem „außergewöhnlichen Ergebnis“, während Enrique Riquelme seine Kandidatur als Beginn einer neuen Ära der Mitbestimmung wertete.

Florentino Pérez: „Heute hat Real Madrid gewonnen“

Wenige Minuten nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses trat Florentino Pérez vor die Öffentlichkeit und bedankte sich bei den Mitgliedern für das Vertrauen. Der 79-Jährige wird den Verein nun bis 2030 weiterführen.

Pérez betonte zunächst die Deutlichkeit seines Erfolges:

„Wir haben die Wahlen gewonnen und werden weiterarbeiten, um auch künftig Titel zu gewinnen. Wir haben an allen Wahltischen gewonnen und das zweitbeste Wahlergebnis in der Geschichte der Präsidentschaftswahlen von Real Madrid erzielt. Das beste Ergebnis haben wir selbst bereits 2004 erreicht.“

Gleichzeitig machte der Präsident deutlich, dass das Resultat seiner Ansicht nach sogar noch deutlicher hätte ausfallen können:

„Es ist ein außergewöhnliches Ergebnis. Und ich muss sagen, dass es sogar noch besser hätte sein können, denn fast tausend Briefwahlstimmen wurden für ungültig erklärt. Diese Stimmen waren notariell beglaubigt. Wir werden dagegen Einspruch einlegen, weil wir überzeugt sind, dass wir im Recht sind.“

Für Pérez stand vor allem die Einheit des Vereins im Mittelpunkt.

„Ein weiteres Mal habt ihr eure Loyalität und euer Engagement für den Verein bewiesen. Heute hat Real Madrid gewonnen. Wir haben der Welt ein Beispiel für Demokratie, Transparenz und Zusammenhalt gegeben. Wir haben gezeigt, dass wir eine große Familie sind, die Real Madrid liebt und bereit für die Zukunft ist.“

Der Präsident sprach von einem „brillanten Wahltag“, an dem die Mitglieder frei über die Zukunft des Klubs entschieden hätten.


Mourinho, Bernabéu und die Zukunft des Vereins

Pérez machte zudem deutlich, dass er sich trotz seines Alters weiterhin in der Pflicht sieht, den Verein zu verteidigen und weiterzuentwickeln.

„Hier bin ich weiterhin. Die Mitglieder kennen mich. Ich bin hier, um Real Madrid zu verteidigen. Wir werden weiterarbeiten, damit Real Madrid Titel gewinnt.“

Dabei verwies er auf die großen Projekte der kommenden Jahre.

„Wir werden weiterhin stolz auf das Santiago Bernabéu sein, das beste Stadion der Welt. Stolz darauf, die besten Spieler der Welt zu haben. Stolz darauf, dass einer der besten Trainer der Welt zurückkehrt – ein echter Madridista wie José Mourinho.“

Eine seiner wichtigsten Botschaften richtete sich erneut an die Mitglieder:

„Und daran soll niemand zweifeln: Solange ich Präsident bin, war, ist und bleibt Real Madrid immer Eigentum seiner Mitglieder.“

Auch das weltweite Ansehen des Vereins hob Pérez hervor.

„Ihr habt der Welt gezeigt, was Madridismo bedeutet. Dieses Gefühl verbindet Millionen Menschen auf der ganzen Welt – darunter sogar den Papst –, die heute noch stolzer auf Real Madrid sind.“


Aufruf zur Einheit nach dem Wahlkampf

Nach den teils hitzigen Wochen des Wahlkampfs warb Pérez für Geschlossenheit.

„Wir müssen vereint bleiben. Uns verbindet die Leidenschaft für Real Madrid. Ich möchte weiterhin einen Verein aufbauen, der die internationalen Rankings anführt – als wertvollster Klub der Welt, als Klub mit den höchsten Einnahmen und mit der größten internationalen Reputation.“

Besonders wichtig seien dabei die traditionellen Werte des Vereins:

„Arbeit, Respekt, Demut, ständige Weiterentwicklung und Solidarität müssen die Säulen von allem bleiben, was wir sind.“

Pérez richtete sich außerdem ausdrücklich an jene Mitglieder, die für Enrique Riquelme gestimmt hatten:

„Ich möchte mich auch an diejenigen Mitglieder wenden, die mich nicht gewählt haben. Ich werde alles tun, um ihre Sorgen und Vorschläge zu berücksichtigen. Vertraut uns. Wir werden den Mitgliedern näher sein als je zuvor, denn wir alle sind Real Madrid.“

Zum Abschluss dankte er den Organisatoren der Wahl:

„Trotz aller Schwierigkeiten, die Madrid an diesem Tag erlebt hat, haben die Mitglieder erneut Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl gezeigt. Dafür möchte ich allen danken, die diese beispielhafte Wahl möglich gemacht haben.“


Riquelme: „Das ist nicht das Ende, sondern der Anfang“

Neben Pérez trat auch der Gegenkandidat Enrique Riquelme vor die Presse. Obwohl er die Wahl deutlich verlor, wertete der Unternehmer das Ergebnis als wichtigen Erfolg seiner Bewegung.

Zunächst gratulierte er dem alten und neuen Präsidenten:

„Als Erstes möchte ich Florentino Pérez zu seinem Sieg gratulieren. Gleichzeitig möchte ich allen Mitgliedern danken, die verstanden haben, wie wichtig es war, nach 20 Jahren wieder wählen zu können.“

Besonders stolz zeigte sich Riquelme darauf, dass das Thema Vereinsmodell während des Wahlkampfs eine zentrale Rolle spielte.

„Die Mitglieder haben zugehört und sehr deutlich gesprochen. Real Madrid wird nicht verkauft und die Mitglieder haben ihre Meinung an den Wahlurnen deutlich gemacht.“


Riquelme kündigt weitere Opposition an

Trotz der Niederlage machte Riquelme klar, dass seine Bewegung weiter bestehen werde.

„Für diese Kandidatur ist das ein großer Erfolg. In so kurzer Zeit haben wir eine seriöse, professionelle und ambitionierte Alternative aufgebaut. Für uns ist das nicht das Ende, sondern der Anfang.“

Er kündigte an, die Interessen der Mitglieder weiterhin vertreten zu wollen.

„Wir fühlen uns jetzt verpflichtet, die Stimme all jener Madridistas zu sein, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir haben die Pflicht weiterzumachen. Wir haben den Verkauf des Vereins gestoppt, aber jetzt müssen wir weiter dafür kämpfen, dass die Mitglieder im Mittelpunkt stehen.“

Besonders wichtig sei ihm, dass die Mitglieder künftig regelmäßig die Möglichkeit hätten, über die Zukunft des Vereins zu entscheiden.

„Real Madrid wird nicht noch einmal 20 Jahre ohne echte Wahlen verbringen. Die Mitglieder sollen künftig alle vier Jahre abstimmen können.“


„Die Debatte muss weitergehen“

Trotz der Spannungen während des Wahlkampfs zeigte sich Riquelme versöhnlich.

„Ich reiche die Hand, so wie ich diese Kandidatur begonnen habe – mit vollem Respekt vor der Institution Real Madrid, vor dem Präsidenten und seinem Vermächtnis.“

Gleichzeitig bedauerte er, dass es nie zu einer direkten Debatte zwischen den beiden Kandidaten gekommen war.

„Ich hoffe, dass wir die Diskussionen, die wir während dieser Kampagne nicht führen konnten, künftig führen können. Die Ideen der Mitglieder müssen gehört werden.“

Zum Abschluss dankte er seinem Team, den Medien und den Mitgliedern für die vergangenen Wochen.

„Es war eine Freude, diese zwei oder drei Wochen mit euch zu erleben. Jetzt müssen wir nach vorne schauen. Hala Madrid.“


RMXpress Fazit

Die Wahl ist entschieden: Florentino Pérez bleibt bis 2030 Präsident von Real Madrid. Während der Amtsinhaber seinen Erfolg als Bestätigung seines bisherigen Kurses wertet und mit José Mourinho bereits die nächste sportliche Ära einläutet, sieht Enrique Riquelme seine Kandidatur als Startpunkt einer neuen Oppositionsbewegung innerhalb des Vereins. Auch wenn Pérez klar gewann, hat die Wahl gezeigt, dass es bei Real Madrid erstmals seit vielen Jahren wieder unterschiedliche Visionen für die Zukunft des Klubs gibt.

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