Aufstellung
Nach dem bitteren Aus in München kehrt Real Madrid zurück ins Santiago Bernabéu – und Álvaro Arbeloa setzt auf eine Elf ohne große Überraschungen, aber mit klaren Signalen.
Der Trainer bringt eine Formation, die sich stark am Spiel gegen den FC Bayern orientiert, nimmt jedoch gezielte Anpassungen vor. In der Defensive erhält Dean Huijsen seine Chance und rückt in die Startelf, während Antonio Rüdiger geschont wird. Auch auf der linken Seite gibt es eine Veränderung: Álvaro Carreras startet, nachdem er zuletzt nur von der Bank kam.
Auf der rechten Abwehrseite bleibt es hingegen bei Trent Alexander-Arnold, Dani Carvajal nimmt zunächst auf der Bank Platz.
Im Mittelfeld kehrt Aurélien Tchouaméni nach seiner Sperre zurück und soll gemeinsam mit Federico Valverde, Jude Bellingham und Arda Güler für Stabilität und Kreativität sorgen.
Offensiv setzt Arbeloa weiterhin auf seine klare Hierarchie: Vinícius Júnior und Kylian Mbappé bilden die Doppelspitze. Für den Franzosen geht es dabei nicht nur um drei Punkte – sondern auch um den Kampf um die Torjägerkrone, nachdem er zuletzt mehrere Spiele ohne Treffer geblieben ist.
Real Madrid: Lunin – Trent, Militão, Huijsen, Carreras – Valverde, Tchouaméni, Bellingham, Güler – Vinícius, Mbappé
Bank: Mestre, Carvajal, Rüdiger, Alaba, Mendy, Fran García, Ceballos, Camavinga, Thiago Pitarch, Mastantuono, Brahim und Gonzalo

Deportivo Alavés: Sivera – Ángel Pérez, Jonny Otto, Tenaglia, Parada, Yusi – Guridi, Antonio Blanco, Denis Suárez – Toni Martínez, Boyé
Ehrung für Youth League Sieger
Vor dem Spiel wurden die Juvenil A für ihren UEFA Youth League Sieg geehrt.
Die Profis applaudieren den Spielern nach dem Triumph. Vielleicht die treffendste Zusammenfassung dieser Saison: La Fábrica war einer der wenigen – wenn nicht der einzige – Lichtblicke.
Ein Stadion ohne Emotionen
Real Madrid hat seine Aufgabe erfüllt – aber ohne Glanz, ohne Emotion, ohne echtes Signal. Beim 2:1 gegen Alavés war vieles da, was diese Saison ausmacht: individuelle Qualität, fehlende Konstanz und ein Stadion, das längst zwischen Frust und Gleichgültigkeit pendelt.
Es war eine Art Entschuldigung mit Toren. Mbappé und Vinícius trafen – genau die beiden, von denen sich Madrid in dieser Saison so viel mehr erhofft hatte. Doch selbst diese Treffer änderten nichts an der Grundstimmung. Kein Jubel, kein Befreiungsschlag – eher ein stilles Eingeständnis.
Im Bernabéu lief ein zweites Spiel – eines zwischen Mannschaft und Fans. Nach Monaten voller Enttäuschung ist die Reaktion nicht mehr Wut, sondern Leere.
Pfiffe gab es noch, etwa gegen Vinícius und Mbappémbei seinen ersten Ballkontakten oder später gegen Camavinga. Doch selbst diese wirkten gedämpft. Die ganz großen Reaktionen blieben aus. Das Stadion bewertete – aber es lebte nicht mehr mit.
Der Spielverlauf passte dazu. Real agierte kontrolliert, aber ohne Tempo, ohne Intensität. Alavés verteidigte kompakt, setzte Nadelstiche und kam selbst zu Chancen – zwei Aluminiumtreffer inklusive.
Ein Tor ohne Jubel, ein Rückschlag zur Pause
Das 1:0 in der 30. Minute fiel beinahe sinnbildlich für diesen Abend. Ein unspektakulärer Abschluss von Mbappé wurde abgefälscht – Tor. Wichtig für die Statistik, aber ohne jede emotionale Wirkung. Der Franzose verzichtete auf Jubel.
Kurz darauf zeigte Madrid für wenige Minuten mehr Druck, kam zu Chancen durch Mbappé, Trent und Vinícius. Doch diese Phase verpuffte schnell.
Dann der nächste Rückschlag: Éder Militão verletzte sich kurz vor der Pause und musste von Rüdiger ersetzt werden. Der Brasilianer verletzte sich bei einem Torschuss, der an die Latte ging – ein weiterer bitterer Moment in einer ohnehin schwierigen Saison.
Vinícius trifft – und entschuldigt sich
Nach der Pause war das Spiel schnell entschieden. Vinícius traf mit einem starken Distanzschuss in der 50. Minute zum 2:0 – ein echtes Highlight in einem ansonsten zähen Spiel.
Doch auch hier blieb die große Emotion aus. Statt Jubel folgte eine entschuldigende Geste in Richtung Fans. Ein Symbol für die gesamte Situation: Spieler und Publikum wissen, dass mehr erwartet wurde.
Arbeloa nutzte die Führung für Wechsel, brachte frische Kräfte. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Das Bernabéu schaute zu – und urteilte.
Späte Unordnung, späte Spannung
In der Schlussphase verlor Madrid noch einmal die Kontrolle. Alavés kam zu weiteren Chancen, traf erneut Aluminium und belohnte sich schließlich in der Nachspielzeit mit dem 2:1 durch Toni Martínez.
Zu spät, um das Spiel noch zu kippen – aber passend als letzter Hinweis darauf, wie wenig stabil Madrid aktuell wirkt.
RMXpress-Fazit
Real Madrid gewinnt – doch die große Geschichte bleibt aus.
Die drei Punkte halten die theoretische Hoffnung im Titelrennen am Leben, mehr aber auch nicht. Die Mannschaft funktioniert phasenweise, überzeugt aber nicht. Die Fans haben sich längst von der Saison distanziert.
Mbappé und Vinícius liefern die Tore, doch die offenen Fragen bleiben: Balance im Spiel, Rollenverteilung, Entwicklung einzelner Spieler.
Dieser Abend war kein Wendepunkt. Er war nur ein weiterer Schritt Richtung Saisonende.
