Aufstellung
Trainer Álvaro Arbeloa setzte nahezu auf die erwartete Elf. Die wichtigste Änderung: die Rückkehr von Aurélien Tchouaméni ins Mittelfeld. In der Offensive rückte Brahim Díaz an die Seite von Vinícius Júnior, während Thiago Pitarch den Vorzug vor Eduardo Camavinga erhielt.
Real Madrid: Lunin – Trent, Rüdiger, Huijsen, Mendy – Valverde, Bellingham, Tchouaméni, Thiago Pitarch – Brahim, Vinícius Júnior

RCD Espanyol: Dmitrovic – El Hilali, Calero, Cabrera, Carlos Romero – Urko, Edu Expósito, Terrats, Rubén Sánchez, Dolan – Roberto
Zerfahrene erste Halbzeit ohne klare Linie
Die Partie begann aus Madrider Sicht denkbar ungünstig – und das lag nicht nur am mutigen Start des Espanyol. Bereits nach wenigen Minuten musste Ferland Mendy angeschlagen vom Feld.
Der Franzose, der eigentlich für defensive Stabilität sorgen sollte, griff sich nach einem Sprint an den Oberschenkel und signalisierte sofort, dass es nicht weitergeht. Ein weiteres Kapitel in einer Saison, die von körperlichen Rückschlägen geprägt ist.
Espanyol wirkte wacher, aggressiver und zielstrebiger in ihren Aktionen. Vor allem über die rechte Seite erzeugten sie mehrfach Gefahr – doch wie so oft in dieser Saison fehlte die Konsequenz im Abschluss.
Real Madrid brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Die ersten Ballbesitzphasen waren geprägt von Unsicherheit und fehlender Klarheit im letzten Drittel. Erst als Jude Bellingham mehr Verantwortung übernahm, gewann das Spiel der Gäste an Struktur.
Die größte Chance der ersten Halbzeit hatte dennoch Vinícius, dessen abgefälschter Abschluss am Pfosten landete. Ein Moment, der sinnbildlich für die Offensive der Madrilenen stand: viel Tempo, viel Talent – aber zu wenig Effizienz.
Das Spiel selbst entwickelte sich zunehmend zerfahren. Viele kleine Fouls, hitzige Zweikämpfe und Diskussionen bestimmten das Geschehen. Schiedsrichter Gil Manzano geriet dabei mehrfach in den Fokus, insbesondere durch inkonsequente Entscheidungen bei Karten und Fouls.
In der Schlussphase der ersten Hälfte hätte Espanyol beinahe die Führung erzielt, doch Lunin reagierte bei einem Kopfball aus kurzer Distanz überragend. Auf der anderen Seite blieb Madrid weiterhin ideenlos – ein Spiegelbild der gesamten Saison: zu wenig Durchschlagskraft trotz individueller Qualität.
Vinícius übernimmt – zwei Momente entscheiden das Spiel
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Espanyol zunächst den Druck. Die Gastgeber suchten vermehrt den Weg über Flanken und versuchten, Madrid tief in die eigene Hälfte zu drücken. Doch die Defensive der Gäste hielt stand – auch, weil die Präzision im letzten Drittel beim Espanyol weiterhin fehlte.
Arbeloa reagierte und brachte frische Kräfte, die sofort Wirkung zeigten. Mit mehr Tempo und direkterem Spiel bekam Real Madrid plötzlich Zugriff – und dann kam der Moment des Spiels. Vinícius übernahm. Nach einer schnellen Kombination mit dem frisch eingewechselten Gonzalo García drang der Brasilianer in den Strafraum ein, ließ zwei Verteidiger stehen und vollendete eiskalt in der 55. Minute zur Führung. Ein Tor aus dem Nichts – aber eines, das die Partie komplett drehte.
Nur elf Minuten später in der 66. Spielminute folgte die Entscheidung. Diesmal war es ein perfekter Doppelpass mit Bellingham, der den Ball mit der Hacke weiterleitete. Vinícius zögerte nicht lange und jagte den Ball mit voller Wucht oben rechts in den Knick. Ein Abschluss, der die individuelle Klasse unterstrich, die Real Madrid in dieser Saison so oft nur phasenweise gezeigt hat.
Mit dem 2:0 war die Partie praktisch entschieden. Espanyol musste öffnen, wurde mutiger – und gleichzeitig anfälliger. Madrid bekam Räume, nutzte sie aber nicht konsequent für weitere Treffer. Dennoch war klar: Die Kontrolle lag nun vollständig bei den Gästen. Jude Bellingham verpasste noch kurz vor Schluss, nach Zuspiel von Franco Mastantuono, das 3:0.
RMXpress-Fazit
Der Sieg hat vor allem symbolischen Charakter. Real Madrid verhindert damit, dass der FC Barcelona bereits an diesem Spieltag Meister wird. Die Entscheidung fällt nun im direkten Duell – im Clásico. Nach einer durchwachsenen Saison bleibt den Königlichen damit zumindest die Chance, sich noch einmal zu beweisen.
Dank eines überragenden Vinícius bleibt die Meisterentscheidung vertagt. Doch mehr als das ist es nicht. Zu inkonstant, zu fehleranfällig war die Saison insgesamt. Der Clásico wird nun zur letzten Bühne. Nicht mehr für den Titel – sondern für die Ehre.
