Vinícius erlöst Real Madrid: Sieg in Sevilla bringt zumindest etwas Ruhe

Real Madrid gewinnt mit 1:0 beim FC Sevilla. Vinícius erzielt den entscheidenden Treffer in einem Spiel, das sportlich wenig Glanz bot, aber die angespannte Lage rund um die Königlichen zumindest kurzfristig beruhigte.

Aufstellung

Für Álvaro Arbeloa war die Partie im Sánchez-Pizjuán gleichzeitig die letzte Auswärtsreise dieser komplizierten Saison. Der Trainer reagierte auf die schwierige Gesamtsituation mit zahlreichen Veränderungen in seiner Startelf. Im Vergleich zum Spiel gegen Oviedo blieben lediglich Courtois, Tchouaméni, Vinícius und Brahim in der Anfangsformation.

Besonders im Fokus stand dabei die Rückkehr von Kylian Mbappé in die Startelf. Der Franzose kämpft weiterhin um den Pichichi-Titel und lag vor der Partie zwei Treffer vor Muriqi. Nach seiner Nicht-Nominierung für den Clásico und den anschließenden Diskussionen um seine Aussagen gegen Oviedo stand Mbappé in Sevilla erneut unter besonderer Beobachtung.

Auch defensiv stellte Arbeloa komplett um: Dani Carvajal, Antonio Rüdiger, Dean Huijsen und Fran García rückten neu in die Viererkette. Zudem kehrten Jude Bellingham und Thiago in die Mannschaft zurück.

Real Madrid: Courtois; Carvajal, Rüdiger, Huijsen, Fran García; Bellingham, Tchouaméni, Thiago; Brahim, Mbappé, Vinícius Jr.

FC Sevilla: Vlachodimos, Carmona, Castrín, Kike Salas, Suazo, Gudelj, Sow, Vargas, Oso, Akor, Maupay


Mbappé bleibt blass – Sevilla verliert den Faden

Nach einer extrem turbulenten Woche stand Real Madrid im Sánchez-Pizjuán massiv unter Druck. Die Meisterschaft war endgültig verloren, die Schlagzeilen bestimmten interne Spannungen, Pfiffe im Bernabéu und die Aussagen von Kylian Mbappé nach dem Oviedo-Spiel.

Die Anfangsphase gehörte zunächst Sevilla. Die Gastgeber kamen mit deutlich mehr Intensität aus der Kabine und setzten Real Madrid früh unter Druck. Besonders Oso sorgte mehrfach für Gefahr und bereitete Carvajal große Probleme. Doch trotz des engagierten Starts fehlte Sevilla die nötige Konsequenz im Abschluss.

Real Madrid brauchte praktisch keine echte Druckphase, um in Führung zu gehen. Nach einer Hereingabe von Brahim kontrollierte Mbappé den Ball im Strafraum, Vinicius reagierte hinter der Szene am schnellsten und schob den Ball in der 15. Spielminute präzise ins Eck. Ein Treffer, der das Spiel komplett veränderte.

Der Führungstreffer nahm Sevilla sichtbar den Schwung. Real Madrid kontrollierte anschließend über weite Strecken Ball und Tempo, ohne dabei jedoch wirklich dominant aufzutreten. Das Offensivspiel der Königlichen blieb insgesamt ideenarm.

Vor allem Mbappé blieb über lange Zeit nahezu unsichtbar. Der Franzose wirkte zurückhaltend, beteiligte sich nur selten aktiv am Kombinationsspiel und ließ die Explosivität vermissen, die ihn normalerweise auszeichnet. Lediglich ein harmloser Abschluss kurz vor der Pause sorgte für etwas Gefahr.

Sevilla versuchte zwar über Oso und später durch die Einwechslungen von Alexis und Ejuke noch einmal Druck aufzubauen, doch die Gastgeber verloren mit zunehmender Spielzeit immer mehr die Kontrolle über die Partie.

Gleichzeitig zeigte sich erneut, dass Real Madrid aktuell weit von seiner Bestform entfernt ist. Viele Aktionen wirkten improvisiert, das Zusammenspiel zwischen Vinicius und Mbappé blieb erneut Stückwerk.


Mastantuono sorgt für Highlight – Sorgen um Vinícius

Im zweiten Durchgang brachte Arbeloa unter anderem Mastantuono und Camavinga. Besonders der junge Argentinier setzte sofort ein Ausrufezeichen und traf nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung mit einem starken Linksschuss den Pfosten.

Sevilla warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, doch Real Madrid verteidigte die knappe Führung letztlich souverän. Kurz vor Schluss musste Vinicius angeschlagen ausgewechselt werden, nachdem er Probleme am Adduktor signalisiert hatte.

Für zusätzliche Emotionen sorgte außerdem das Debüt von Leiva, der erstmals für die Profis auf dem Platz stand.

Am Ende blieb ein Sieg ohne großen Glanz – aber immerhin ein kleiner Befreiungsschlag inmitten eines äußerst schwierigen Saisonendes.


RMXpress-Fazit

Sportlich war dieses Spiel kaum mehr als Pflichtprogramm. Real Madrid wirkte erneut weit entfernt von einem funktionierenden Spitzenteam, doch wenigstens brachte der Sieg in Sevilla kurzfristig etwas Ruhe in ein Umfeld, das in den vergangenen Wochen komplett explodiert ist.

Besonders auffällig bleibt die fehlende Harmonie zwischen den Stars der Offensive. Vinícius entschied das Spiel zwar mit seinem Treffer, doch erneut entstand der Eindruck, dass die Mannschaft aktuell eher aus Einzelspielern als aus einer echten Einheit besteht.

Mbappé stand nach seinen Aussagen der vergangenen Tage besonders im Fokus, konnte sportlich aber kaum Akzente setzen. Die Diskussionen um seine Rolle dürften deshalb weitergehen.

Positiv dagegen: Spieler wie Thiago oder Mastantuono nutzten ihre Minuten deutlich aktiver und engagierter als manche etablierte Stars. Genau dieses Energielevel dürfte künftig entscheidend sein, wenn Real Madrid wieder zu alter Stabilität zurückfinden will.

Mit Blick auf den Sommer scheint klar: Der Klub braucht nicht nur neue Impulse auf dem Platz, sondern vor allem wieder Ordnung innerhalb der Kabine.


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