Portugal führte Gespräche mit Mourinho
Noch vor Beginn der Weltmeisterschaft deutete sich bei der portugiesischen Nationalmannschaft ein Trainerwechsel an. Die Zukunft von Roberto Martínez galt bereits zu diesem Zeitpunkt als geklärt. Unabhängig vom Verlauf des Turniers sollte die Zusammenarbeit nach der WM enden.
Bei der Suche nach einem Nachfolger rückte José Mourinho früh in den Mittelpunkt. Der portugiesische Verband nahm Kontakt zum damaligen Benfica-Trainer auf und führte Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Dabei ging es nicht nur um grundsätzliches Interesse, sondern auch um die besonderen Rahmenbedingungen einer Nationalmannschaft.
Mourinho hörte sich das Projekt an. Dann meldete sich Real Madrid.
Florentino Pérez wollte Mourinho zurück
Im April entschied Real Madrid, auf der Trainerposition einen neuen Weg einzuschlagen. Der Klub wollte dabei offenbar auf ein bekanntes Modell setzen: einen erfolgreichen ehemaligen Trainer zurückholen, der Real Madrid bereits kennt und dessen Arbeitsweise innerhalb des Vereins bestens bekannt ist.
Florentino Pérez wandte sich an Mourinho. Der Portugiese stand zu diesem Zeitpunkt noch bei Benfica unter Vertrag, doch die Anfrage aus Madrid veränderte die Situation grundlegend.
Präsident und Trainer hatten nach Mourinhos Abschied aus Madrid über Jahre hinweg den Kontakt gehalten. Auch José Ángel Sánchez soll an der Entscheidung beteiligt gewesen sein, dass der Zeitpunkt für eine Rückkehr gekommen war. Mourinho entschied sich schließlich für Real Madrid.
Mourinho stellte Real Madrid vor Portugal
Die Entscheidung bedeutete gleichzeitig das Ende der Gespräche mit dem portugiesischen Verband. Mourinho ließ die Möglichkeit, erstmals die Nationalmannschaft seines Heimatlandes zu übernehmen, hinter sich und entschied sich stattdessen für die Rückkehr nach Madrid.
Benfica wurde nach Zahlung der entsprechenden Vertragsklausel verlassen. Portugal akzeptierte die Entscheidung und orientierte sich anschließend neu. Am Ende übernahm Jorge Jesus die Nationalmannschaft.
Für Mourinho war die Wahl offenbar eng mit seiner Beziehung zu Real Madrid verbunden. Der Klub hatte ihn in einer sportlich schwierigen Phase zurückgerufen und der Portugiese sagte zu.
Enge Verbindung zu Florentino Pérez
Die Beziehung zwischen Mourinho und Florentino Pérez gilt seit Jahren als eng. Trotz des Abschieds 2013 brach der Kontakt nie vollständig ab. Genau dieses Vertrauensverhältnis soll bei der Rückkehr eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Real Madrid setzte damit auf eine Strategie, die der Klub bereits zuvor erfolgreich angewendet hatte. Auch Zinédine Zidane und Carlo Ancelotti kehrten nach früheren Amtszeiten noch einmal auf die Trainerbank der Königlichen zurück.
Mourinho sollte nun ebenfalls einen Neustart einleiten. Nach zwei schwierigen Spielzeiten vertraute die Führung darauf, dass der Portugiese die Mannschaft sportlich und strukturell wieder stabilisieren kann.
Portugal wollte Mourinho schon 2012
Die jüngsten Gespräche waren nicht der erste Versuch Portugals, Mourinho als Nationaltrainer zu gewinnen. Bereits 2012, während seiner ersten Amtszeit bei Real Madrid, hatte der portugiesische Verband Interesse gezeigt. Damals ging der Vorschlag sogar noch weiter.
Mourinho sollte gleichzeitig Real Madrid und die portugiesische Nationalmannschaft trainieren. Die Verantwortlichen der Königlichen lehnten diese Möglichkeit jedoch ab. Damit scheiterte schon damals eine mögliche Verbindung zwischen Mourinho und der Seleção.
Mehr als ein Jahrzehnt später kam es erneut zu Gesprächen – doch wieder wurde nichts daraus.
Portugal entschied sich anschließend für Jorge Jesus
Nachdem Mourinho Real Madrid den Vorzug gegeben hatte, musste der portugiesische Verband seine Trainersuche fortsetzen. Die Wahl fiel schließlich auf Jorge Jesus. Der erfahrene Portugiese kennt den Spitzenfußball ebenso wie den Umgang mit großen Stars und hatte bereits letzte Saison mit Cristiano Ronaldo in Saudi-Arabien gearbeitet.
Damit begann für Portugal nach der Ära Roberto Martínez ein neues Kapitel – allerdings ohne den Trainer, der zunächst als einer der wichtigsten Kandidaten gegolten hatte.
Real Madrid setzte auf Erfahrung statt Experiment
Für Real Madrid war Mourinhos Rückkehr vor allem eine Entscheidung für Erfahrung. Der Klub kannte seine Arbeitsweise, seinen Umgang mit Druck und seine Fähigkeit, Mannschaften in schwierigen Phasen neu zu organisieren. Gleichzeitig kannte Mourinho den Verein, seine Strukturen und die besonderen Erwartungen des Bernabéu.
Genau dieses gegenseitige Wissen machte seine Rückkehr für beide Seiten attraktiv. Mourinho hatte andere Möglichkeiten. Aber als Real Madrid anrief, änderte sich die Priorität.
RMXpress Fazit
José Mourinho hätte 2026 offenbar erstmals portugiesischer Nationaltrainer werden können. Die Gespräche liefen, der Verband hatte Interesse und die Situation schien offen. Dann meldete sich Real Madrid. Für Mourinho war das offenbar mehr als nur ein weiteres Angebot. Die jahrelange Verbindung zu Florentino Pérez, das Vertrauen in seine Person und die Herausforderung, den Klub nach zwei schwierigen Spielzeiten wieder aufzubauen, gaben den Ausschlag.
Portugal musste sich neu orientieren. Real Madrid bekam Mourinho zurück. Und der Portugiese entschied sich einmal mehr für den Klub, zu dem die Verbindung auch nach seinem Abschied nie vollständig abgerissen war.
