Schlichtungstermin für den 25. November angesetzt
Der Konflikt zwischen Florentino Pérez und dem FC Barcelona bekommt eine konkrete juristische Bühne. Nach übereinstimmenden Berichten wurde für den 25. November um 9:40 Uhr ein Schlichtungstermin vor einem Madrider Gericht angesetzt. Dort sollen sich der Präsident von Real Madrid und der FC Barcelona im Rahmen eines sogenannten acto de conciliación (Schlichtungsverfahren) gegenüberstehen.
Dieser Schritt ist Teil des Verfahrens, das Barça bereits im Juni eingeleitet hatte. Der katalanische Klub hatte damals eine verpflichtende Schlichtungsforderung eingereicht, bevor gegebenenfalls eine strafrechtliche Klage wegen Verleumdung erhoben werden kann.
Barcelona fordert Widerruf von Florentino Pérez
Ziel des Termins ist es aus Sicht des FC Barcelona, dass Florentino Pérez bestimmte Aussagen zurücknimmt. Der Klub hatte bereits im Juni erklärt, dass er einige Äußerungen des Real-Präsidenten als wissentlich falsch, verleumderisch und rufschädigend einstuft.
Sollte Pérez diese Aussagen im Rahmen der Schlichtung nicht zurücknehmen, hat Barcelona angekündigt, den nächsten rechtlichen Schritt zu gehen und eine Strafklage einzureichen.
Damit ist der 25. November juristisch besonders wichtig. Er entscheidet nicht automatisch über Schuld oder Unschuld, könnte aber darüber bestimmen, ob der Streit in ein förmliches Strafverfahren übergeht.
Auslöser waren Aussagen zum Fall Negreira
Hintergrund sind Aussagen von Florentino Pérez aus einer Pressekonferenz am 12. Mai 2026 sowie aus einem Interview am darauffolgenden Tag. Barcelona hatte unmittelbar danach angekündigt, die Aussagen rechtlich prüfen zu lassen. Einen Monat später folgte dann die formale Schlichtungsforderung.
Im Mittelpunkt standen vor allem Pérez‘ Aussagen zum sogenannten Fall Negreira. Der Real-Präsident bezeichnete die Vorgänge damals als größten Korruptionsskandal der Fußballgeschichte und kündigte an, umfangreiche Unterlagen an die UEFA zu übermitteln.
Er argumentierte außerdem, dass Real Madrid über Jahre sportlich benachteiligt worden sei.
Florentino Pérez damals: „Die Korruption im Fall Negreira ist systematisch. Es ist der größte Skandal der Geschichte.“
Besonders scharf war auch seine Aussage zur Meisterschaftsbilanz.
Florentino Pérez: „Ich bin seit vielen Jahren hier und habe sieben Europapokale und sieben Meisterschaften gewonnen. Es hätten aber auch 14 Meisterschaften sein können, weil uns sieben gestohlen wurden.“
Barcelona sah darin eine Grenzüberschreitung
Beim FC Barcelona wurden diese Aussagen als Angriff auf die Integrität und den Ruf des Klubs wahrgenommen.
Die Rechtsabteilung prüfte deshalb bereits unmittelbar nach der Pressekonferenz mögliche Schritte. In der späteren offiziellen Mitteilung erklärte Barcelona dann ausdrücklich, dass Pérez bestimmte Aussagen mit Kenntnis ihrer Falschheit gemacht habe und diese als verleumderisch sowie rufschädigend anzusehen seien.
Der Klub verlangt deshalb einen Widerruf. Sollte Pérez nicht erscheinen oder erscheinen, aber keine ausreichende Rücknahme erklären, will Barcelona das Verfahren weiter eskalieren.
Rafael Yuste reagierte ebenfalls scharf
Auch Barcelonas Vizepräsident Rafael Yuste hatte nach Pérez‘ Aussagen deutlich reagiert.
Yuste über Florentino Pérez: „Er hat zur Verleumdung gegriffen, um uns zu destabilisieren. Wir werden uns vor Gericht wiedersehen. Niemand beschmutzt den Namen von Barça oder dieses Wappen. Wir werden dagegen vorgehen, weil wir überzeugt sind, im Recht zu sein.“
Damit war bereits im Mai klar, dass Barcelona den Konflikt nicht ausschließlich auf medialer Ebene austragen wollte.
Ein weiterer Höhepunkt im institutionellen Konflikt
Der Streit ist Teil einer ohnehin angespannten Beziehung zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. In sportlichen, institutionellen und juristischen Fragen stehen sich beide Klubs seit Jahren immer wieder gegenüber. Der Fall Negreira hat diese Spannungen noch einmal deutlich verschärft.
Florentino Pérez vertritt öffentlich eine sehr harte Linie und sieht die Vorgänge rund um die Zahlungen an José María Enríquez Negreira als strukturelles Problem für den spanischen Fußball.
Barcelona weist dagegen zurück, dass daraus eine gezielte sportliche Begünstigung des Klubs abgeleitet werden könne, und geht nun juristisch gegen Äußerungen des Real-Präsidenten vor.
Was am 25. November passieren kann
Beim anstehenden Schlichtungstermin geht es zunächst nicht um eine endgültige strafrechtliche Entscheidung. Vielmehr soll geklärt werden, ob eine Einigung möglich ist.
Barcelona verlangt den Widerruf bestimmter Aussagen. Sollte Florentino Pérez dem nachkommen, könnte sich der Konflikt entschärfen. Sollte er sich weigern oder nicht erscheinen, hat der FC Barcelona angekündigt, die angekündigte Strafklage einzureichen.
Damit könnte der Streit anschließend deutlich länger vor den Gerichten weitergeführt werden.
RMXpress Fazit
Der Konflikt zwischen Florentino Pérez und dem FC Barcelona verlässt endgültig die Ebene öffentlicher Statements und bekommt einen festen Gerichtstermin. Der 25. November wird deshalb zum nächsten wichtigen Datum in diesem institutionellen Streit.
Barcelona verlangt einen Widerruf und droht andernfalls mit einer Strafklage. Pérez wiederum hatte seine Aussagen zum Fall Negreira sehr bewusst und öffentlich formuliert. Wie kompromissbereit beide Seiten tatsächlich sind, wird sich nun erstmals direkt im juristischen Verfahren zeigen.
Klar ist schon jetzt: Der Streit dürfte mit dem Schlichtungstermin kaum automatisch beendet sein.
