Von Figo bis Cristiano: Portugals Spuren im Bernabéu
Real Madrid und Portugal verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Einer der wichtigsten Wendepunkte kam im Sommer 2000. Florentino Pérez kandidierte für das Präsidentenamt und versprach einen Transfer, der damals nahezu unmöglich erschien: Luís Figo sollte vom FC Barcelona zu Real Madrid wechseln.
Nach Pérez‘ Wahlsieg wurde aus dem Versprechen Realität. Figo wechselte für die damalige Rekordsumme von rund 60 Millionen Euro nach Madrid und wurde zum ersten großen Gesicht der Galácticos-Ära.
Nur wenige Monate später gewann der Portugiese den Ballon d’Or. In seinen fünf Jahren bei Real Madrid folgten unter anderem zwei spanische Meisterschaften und die Champions League.
Figo wurde damit auch für eine neue Generation portugiesischer Spieler zu einem Symbol. Einer von ihnen war Cristiano Ronaldo.
Im Sommer 2009 folgte schließlich der nächste historische Transfer. Ronaldo kam von Manchester United nach Madrid und entwickelte sich in neun Jahren zur größten portugiesischen Figur der Klubgeschichte. Mit 450 Toren in 438 Pflichtspielen wurde er zum Rekordtorschützen Real Madrids und prägte eine der erfolgreichsten Epochen des Vereins.
Mourinho machte Real Madrid noch portugiesischer
Schon vor Cristiano hatte Real Madrid mit Pepe einen weiteren wichtigen Portugiesen verpflichtet. Der Innenverteidiger kam 2007 vom FC Porto und entwickelte sich über Jahre hinweg zu einer festen Größe in der Defensive.
2010 folgte schließlich José Mourinho. Der Portugiese hatte wenige Wochen zuvor mit Inter die Champions League im Santiago Bernabéu gewonnen und übernahm anschließend die Königlichen. Mit ihm wurde die portugiesische Achse in Madrid noch stärker.
Mourinho setzte unter anderem auf Ricardo Carvalho und später auf Fábio Coentrão. Auch der junge Pedro Mendes aus der Nachwuchsabteilung erhielt unter ihm seine Chance in der Champions League.
Real Madrid erlebte damit eine Phase, in der portugiesische Spieler und Trainer die Mannschaft stark prägten.
Mourinhos Rückkehr bringt Portugal erneut nach Madrid
Mit Mourinhos Rückkehr 2026 schließt sich nun ein weiterer Kreis. Florentino Pérez setzte nach zwei titellosen Spielzeiten erneut auf einen Trainer, der den Klub kennt und bereits erfolgreich geführt hatte. Real Madrid zahlte rund 15 Millionen Euro, um Mourinho aus seinem Vertrag bei Benfica zu lösen.
Kurz darauf folgte mit Bernardo Silva auch der erste portugiesische Neuzugang dieser neuen Ära. Der erfahrene Mittelfeldspieler brachte genau jene Qualitäten mit, die Mourinho im Zentrum gesucht hatte: Spielintelligenz, technische Sicherheit und Erfahrung auf höchstem Niveau. Doch Bernardo könnte nur der Anfang sein. Mehrere weitere portugiesische Spieler standen zuletzt im Umfeld Real Madrids im Fokus.
Rúben Dias als möglicher Abwehrchef
Einer dieser Namen ist Rúben Dias. Der Innenverteidiger von Manchester City soll bereits während des vergangenen Transferfensters Gespräche mit Mourinho und Real Madrid geführt haben. Der damalige Fokus des Klubs lag zwar stärker auf einem linksfüßigen Innenverteidiger, dennoch wurde Dias als mögliche Option geprüft. Mit inzwischen 29 Jahren verfügt der Portugiese über enorme Erfahrung auf höchstem Niveau. Bei Manchester City entwickelte er sich über Jahre hinweg zu einem der wichtigsten Abwehrspieler der Mannschaft.
Pep Guardiola lobte ihn bereits früh für seine Professionalität, sein taktisches Verständnis und seine außergewöhnliche körperliche Belastbarkeit. Auch in der portugiesischen Nationalmannschaft übernimmt Dias zunehmend Verantwortung. Fehlt Cristiano Ronaldo, gehört er zu den Kandidaten für die Kapitänsbinde. Zuletzt führte er Portugal erstmals in einem Pflichtspiel als Kapitän auf den Platz.
Sein Vertrag bei Manchester City läuft noch bis 2029. Ein Transfer wäre deshalb weder einfach noch günstig. Dennoch bleibt er ein Profil, das sportlich grundsätzlich zu Mourinhos Anforderungen passen würde.
Renato Veiga: Der linksfüßige Kandidat
Noch besser in das ursprünglich gesuchte Profil passt Renato Veiga. Der 23-Jährige ist linksfüßig, körperlich stark und kann mehrere defensive Positionen übernehmen. Nach starken Leistungen bei der vergangenen Weltmeisterschaft rückte er verstärkt in den Fokus. Besonders sein Spiel gegen Kolumbien machte Eindruck. Veiga blockte mehrere Abschlüsse, gewann wichtige Zweikämpfe und brachte eine hohe defensive Präsenz mit.
Real Madrid soll sich anschließend mit seiner Situation beschäftigt und Gespräche geführt haben. Zu einem konkreten Angebot kam es allerdings nicht. Ein Grund dafür soll gewesen sein, dass zunächst ein Abgang von Raúl Asencio erwartet wurde, der letztlich nicht zustande kam. Veiga wechselte anschließend zu Villarreal. Sein Name könnte für die Zukunft dennoch interessant bleiben.
Dias und Veiga als portugiesisches Duo
Besonders spannend ist, dass Rúben Dias und Renato Veiga inzwischen auch gemeinsam in Portugals Defensive auflaufen. Unter Jorge Jesus deutet sich das Duo zunehmend als wichtige Lösung für die kommenden Jahre an. Beim 2:1 gegen Norwegen überzeugten beide mit starken Defensivwerten. Veiga kam auf elf Klärungsaktionen, zwei geblockte Schüsse und mehrere Ballgewinne. Dias gewann sämtliche seiner direkten Duelle, klärte fünfmal und blockte ebenfalls zwei Abschlüsse.
Jorge Jesus lobte seine Innenverteidiger anschließend ausdrücklich.
Über Dias und Veiga: „Norwegen hatte einige Möglichkeiten in der Luft, wo Haaland sehr gefährlich ist. Große Spieler sind so. Aber ich glaube, Renato Veiga und Rúben Dias haben es sehr gut gemacht, besonders in der zweiten Halbzeit.“
Auch Rafael Leão hob die neue defensive Stabilität hervor.
Über Portugals Entwicklung: „Jorge Jesus hat uns eine defensive Stabilität gegeben, die uns zuvor gefehlt hat.“
Sollte Real Madrid künftig erneut nach einem Innenverteidiger suchen, wären beide Profile aus unterschiedlichen Gründen interessant: Dias als fertiger Führungsspieler, Veiga als jüngere und flexiblere Option.
Diogo Costa als mögliche Lösung für die Zeit nach Courtois
Auch auf der Torwartposition taucht ein portugiesischer Name immer wieder auf. Diogo Costa gilt seit Jahren als einer der interessantesten Torhüter Europas. Der 27-Jährige ist Stammkeeper des FC Porto und der portugiesischen Nationalmannschaft und verfügt inzwischen über umfangreiche Champions-League-Erfahrung.
Real Madrid beschäftigt sich perspektivisch mit der Zeit nach Thibaut Courtois. Der Belgier soll zwar bis 2028 verlängern, dennoch weiß der Klub, dass langfristig ein Nachfolger aufgebaut oder verpflichtet werden muss. Costa passt dabei in vielerlei Hinsicht in das Profil. Er ist international erfahren, besitzt eine starke Präsenz auf der Linie und hat sich insbesondere bei Elfmetern einen Namen gemacht.
Bereits 2024 war sein Name im Umfeld Real Madrids aufgetaucht. Damals soll Jorge Mendes versucht haben, eine Konstellation rund um Costa und Andriy Lunin anzustoßen. Zu einem Wechsel kam es jedoch nicht. Costa blieb beim FC Porto, übernahm dort nach Pepes Abschied noch mehr Verantwortung und trägt inzwischen auch die Kapitänsbinde. Sein Vertrag läuft bis 2030, die Ausstiegsklausel soll bei 60 Millionen Euro liegen.
Real Madrid beobachtet den portugiesischen Markt genau
Noch gibt es bei keinem der drei Namen einen unmittelbar bevorstehenden Transfer. Rúben Dias besitzt einen langfristigen Vertrag bei Manchester City. Renato Veiga ist bei Villarreal angekommen. Diogo Costa bleibt Kapitän und Stammkeeper beim FC Porto. Dennoch ist auffällig, wie viele portugiesische Spieler in den vergangenen Monaten im Umfeld Real Madrids aufgetaucht sind.
Das hängt auch mit Mourinho zusammen. Der Trainer kennt den portugiesischen Markt, die Nationalmannschaft und viele der Spielerprofile sehr genau. Gleichzeitig hat Real Madrid historisch immer wieder erfolgreich auf portugiesische Persönlichkeiten gesetzt. Von Figo über Pepe und Cristiano bis zu Bernardo Silva.
RMXpress Fazit
Portugal und Real Madrid haben sich über Jahrzehnte immer wieder gefunden. Luís Figo eröffnete unter Florentino Pérez eine neue Ära. Cristiano Ronaldo wurde zum Rekordtorschützen. Pepe prägte die Defensive. José Mourinho führte den Klub bereits einmal – und ist nun zurück. Mit Bernardo Silva steht bereits wieder ein Portugiese im aktuellen Kader.
Rúben Dias, Renato Veiga und Diogo Costa zeigen zugleich, dass der portugiesische Markt für Real Madrid weiter interessant bleibt. Noch handelt es sich bei diesen Namen nicht um konkrete bevorstehende Transfers.
Aber die Profile passen zu mehreren langfristigen Baustellen: Führung in der Innenverteidigung, ein linksfüßiger Abwehrspieler und irgendwann die Nachfolge von Courtois.
Ob daraus tatsächlich neue portugiesische Kapitel im Bernabéu entstehen, wird die Zukunft zeigen. Die Geschichte jedenfalls wäre alles andere als neu.
