Courtois über Schiedsrichter, Negreira und Ballon d’Or: „Er muss an Mbappé gehen“

Thibaut Courtois nutzt die Länderspielpause für eine bewusste Auszeit in Valdebebas. Im Interview mit Onda Cero spricht der Real-Madrid-Torhüter über umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, den Fall Negreira, Kylian Mbappés Ballon-d’Or-Chancen, Raphinha, Manchester City – und über die Fußballträume seines Sohnes.

Courtois bleibt bewusst in Madrid

Thibaut Courtois ist während der aktuellen Länderspielphase nicht zur belgischen Nationalmannschaft gereist. Nach der Weltmeisterschaft einigte sich der Torhüter darauf, in dieser Phase auf internationale Einsätze zu verzichten und sich vollständig auf Real Madrid zu konzentrieren. Im Gespräch mit Onda Cero nutzte der Belgier die Gelegenheit, ausführlich über mehrere aktuelle Themen rund um den Klub und den europäischen Fußball zu sprechen.

#1 🇧🇪 Thibaut Courtois Thibaut Courtois Torhüter 12Spiele 0Tore 0Assists Zum Spielerprofil

Schiedsrichter: „Ich glaube nicht an eine schwarze Hand“

Courtois äußerte sich zunächst zu den Diskussionen um Schiedsrichterentscheidungen. Von einer gezielten Benachteiligung oder einer sogenannten „schwarzen Hand“ will der Belgier nicht sprechen.

Über die Schiedsrichter: „Ich glaube nicht, dass es eine schwarze Hand oder so etwas gibt. So misstrauisch bin ich nicht.“

Gleichzeitig sieht Courtois allerdings Unterschiede in der Bewertung bestimmter Szenen.

Über die Wahrnehmung von Entscheidungen: „Es gibt Situationen, die du auf anderen Plätzen siehst und die gepfiffen werden. Bei uns werden sie nicht gepfiffen. Umgekehrt werden Dinge gegen uns gepfiffen, die zu unseren Gunsten nicht gepfiffen werden.“

Courtois erinnerte dabei auch an frühere Saisons.

Über frühere Beispiele: „In der Covid-Saison, als wir die Liga verloren haben, gab es vier Handspiele. Gegen Atlético geht man einmal zum VAR, dann wird uns ein Elfmeter aberkannt, während es bei Sevilla Elfmeter gibt. Da fragst du dich schon: Ich verstehe das nicht.“

Besonders stört ihn die fehlende Einheitlichkeit.

Courtois weiter: „Sie kommen und erklären uns Dinge, und eine Woche später machen sie das Gegenteil.“


Negreira: „Es ist etwas Ernstes“

Auch zum Fall Negreira äußerte sich der Real-Torhüter.

Über den Fall Negreira: „Alle warten auf das Urteil im Fall Negreira. Es ist etwas Ernstes.“

Courtois wollte die juristische Bewertung damit nicht vorwegnehmen, machte aber deutlich, dass er die Bedeutung des Verfahrens nicht kleinredet.


Ballon d’Or: „Er muss an Mbappé gehen“

Beim Ballon d’Or legt sich Courtois eindeutig fest. Für ihn gibt es aktuell einen klaren Kandidaten.

Über Kylian Mbappé: „Er muss an Mbappé gehen. Jeder staunt über seine Geschwindigkeit und seine Tore.“

Courtois vertritt dabei eine klare Auffassung darüber, wie die Auszeichnung vergeben werden sollte.

Über die Kriterien: „Der Ballon d’Or muss an den besten Spieler gehen, nicht an denjenigen, der am meisten gewonnen hat.“

Zur Verdeutlichung zog er einen Vergleich.

Courtois weiter: „Wenn nur Titel zählen würden, hätte Carvajal ihn vor zwei Jahren gewinnen müssen.“


Lob für Raphinha vor dem nächsten Clásico

Courtois äußerte sich auch über einen Spieler des größten Rivalen. Raphinha gehört für ihn zu den unterschätzten Spielern Barcelonas.

Über Raphinha: „Ich mag Raphinha sehr. Er ist sehr wichtig für seine Mannschaft und erzielt viele Tore. Vielleicht bekommt er nicht die Anerkennung, die er verdient.“

Der nächste direkte Vergleich steht bereits bevor.

Courtois mit Blick auf den Clásico: „In einem Monat müssen wir ihn stoppen.“

25.10.2026 · 21:00 La Liga 10. Spieltag
Barcelona 1:2 Real Madrid
BeendetZum Matchcenter →

Harte Worte zur Manchester-City-Debatte

Auch die Diskussion um mögliche Sanktionen gegen Manchester City wurde angesprochen. Courtois formulierte dabei eine klare Position.

Über Manchester City: „Was bei City passiert, ist am Ende eine Verzerrung des Wettbewerbs. Vielleicht hätten sie einige der Spieler, die sie verpflichtet haben, sonst gar nicht holen können.“

Damit bezieht sich Courtois auf die Frage, ob finanzielle Regelverstöße sportliche Vorteile ermöglicht haben könnten.


Sein Sohn bei Real Madrid

Zum Abschluss wurde das Gespräch persönlicher. Courtois erzählte, dass sein Sohn inzwischen im Nachwuchs von Real Madrid spielt.

Über seinen Sohn: „Mein Sohn spielt bei den Benjamines von Real Madrid. Er ist Stürmer, eher Mbappé.“

Ganz fremd ist ihm die Position des Vaters allerdings nicht.

Courtois lachend: „Er spielt auch gerne im Tor, aber ich hätte lieber, dass er das nicht macht. Dann gibt es weniger Vergleiche.“

Der Belgier sieht den Jugendfußball dabei sehr differenziert.

Über Eltern im Nachwuchsbereich: „Es gibt Eltern, die glauben, ihr Sohn sei der neue Cristiano, und die Kinder sehr stark unter Druck setzen.“

Courtois warnt davor, den Spaß am Fußball zu verlieren.

Über den Umgang mit jungen Spielern: „Manchmal geht der Druck so weit, dass die Jungs mit 16 Jahren mit dem Fußball aufhören. Kinder müssen auf dem Platz Spaß haben.“


RMXpress Fazit

Thibaut Courtois spricht in diesem Interview bemerkenswert klar. Er lehnt Verschwörungstheorien rund um Schiedsrichter ab, kritisiert aber gleichzeitig fehlende Einheitlichkeit. Er bezeichnet den Fall Negreira als ernst, legt sich beim Ballon d’Or klar auf Mbappé fest und zeigt Respekt für Raphinha. Auch bei Manchester City scheut er keine deutlichen Worte.

Am persönlichsten wird er aber beim Thema Nachwuchs. Dort ist seine Botschaft fast genauso klar wie bei seinen sportlichen Aussagen: Talent braucht Förderung, aber keinen permanenten Druck. Für Courtois gilt das im Großen wie im Kleinen.

QuelleOnda Cero

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