Mourinho lobt Einsatz und Charakter – Das sagen Espí, Dumfries und Ciria nach dem 2:2 gegen Florenz

Nach dem Testspiel gegen die AC Florenz standen nicht nur José Mourinho, sondern auch Carlos Espí, Denzel Dumfries und Alexis Ciria den Medien Rede und Antwort. Während Mourinho trotz des 2:2 viele positive Erkenntnisse mitnahm, sprach Neuzugang Espí über seine ersten Stunden als Spieler von Real Madrid.

Mourinho sieht drei verschiedene Gesichter seiner Mannschaft

José Mourinho zog nach dem 2:2 gegen die AC Florenz ein differenziertes Fazit. Der Portugiese zeigte sich trotz des verpassten Sieges zufrieden und erklärte, dass seine Mannschaft im Verlauf der Partie drei unterschiedliche Phasen durchlaufen habe.

„Ich habe drei verschiedene Real Madrids gesehen: ein frisches, ein müdes und ein völlig erschöpftes. Das frische Team hat sehr gut gespielt. Das 2:1 zur Halbzeit war eigentlich viel zu wenig. Wir hätten nach der ersten Halbzeit locker mit drei oder vier Toren führen können.“

Nach der Pause habe sich das Spiel jedoch verändert.

„Dann wurde die Partie deutlich körperlicher. Der Gegner setzte uns stärker unter Druck und wir bekamen das zweite Gesicht zu sehen. Mit zwei so jungen Spielern wie Joan und Mario im Strafraum zu verteidigen, ist nicht einfach. Sie haben ein großartiges Spiel gemacht, sind körperlich aber noch nicht auf dem Niveau, um gegen einen Spieler wie Kean bestehen zu können.“

Besonders zufrieden war Mourinho dennoch mit der Reaktion seiner Mannschaft in der Schlussphase.

„Das dritte Gesicht hat mir besonders gefallen. Obwohl die Mannschaft völlig erschöpft war, blieb sie eine Mannschaft. Sie hat wieder Kontrolle über das Spiel gewonnen. Dumfries und Endrick hatten erst drei Trainingseinheiten und haben mehr als 70 Minuten gespielt. Das war ein fantastischer Einsatz. Ich habe mich dafür bei ihnen bedankt. Mir hat eigentlich alles gefallen.“

Auch die personelle Situation wollte Mourinho nicht als Ausrede gelten lassen.

„Das ist das Real Madrid mit den Spielern, die wir aktuell zur Verfügung haben. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt: Real Madrid bleibt Real Madrid – auch in Freundschaftsspielen.“

Der Trainer erinnerte daran, dass ihm derzeit nur ein kleiner Teil des Profikaders vollständig zur Verfügung steht.

„Wir haben gestern lediglich ein wenig an der Organisation gearbeitet. Joan und Mario haben eine fantastische Zukunft vor sich. Solange das Spiel nicht körperlich wurde, haben beide mit enormer Klasse gespielt.“

Mourinho hob außerdem hervor, dass viele seiner Profis erst seit wenigen Tagen wieder im Training stehen.

„Von den sieben verfügbaren Profis hatten zwei gerade einmal drei Trainingseinheiten absolviert. Und dann haben wir den armen Carlos Espí gebracht, der gerade erst aus einem Traum aufgewacht ist. Er hat gestern eine Stunde trainiert und uns heute schon geholfen, zu verstehen, was Real Madrid bedeutet.“

Mit Blick auf die kommenden Tage kündigte der Portugiese weitere Rückkehrer an.

„Ich bin mit der Arbeit der Jungs seit dem ersten Tag sehr zufrieden. Natürlich würde ich die anderen Spieler ebenfalls gerne schon seit drei Wochen dabeihaben, aber das ist nicht möglich. Am Montag kommen Vinícius, Brahim und Bernardo Silva zurück. Dumfries, Carlos (Espí) und Endrick werden dann schon mehr Trainingseinheiten absolviert haben. So wird der Kader Schritt für Schritt komplett.“

Auf seine Rückkehr an die Seitenlinie von Real Madrid angesprochen, blieb Mourinho gelassen.

„Im Moment fühle ich noch nichts. Die wirklich wichtigen Spiele kommen erst noch.“


Espí erlebt „drei unerklärliche Tage“

Für Carlos Espí ging mit seinem Debüt ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Erst ein Tag zuvor hatte der Stürmer sein erstes Training absolviert, nun stand er bereits erstmals für Real Madrid auf dem Platz.

„Ich bin immer noch völlig überwältigt.“

Der 21-Jährige berichtete, wie herzlich er in seiner neuen Mannschaft aufgenommen wurde.

„Alle haben mich großartig aufgenommen – vom Trainer bis zu den Mannschaftskollegen.“

Besonders schnell fand er Anschluss zu Joan Martínez.

„Ich habe viel Zeit mit Joan Martínez verbracht, weil ich seinen Bruder kenne.“

Die vergangenen Tage könne er selbst kaum fassen.

„Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch der Welt. Die letzten drei Tage sind unbeschreiblich. Ich bin noch nicht einmal 72 Stunden bei Real Madrid, habe schon mit meinen neuen Mitspielern trainiert und mein Debüt gegeben. Ich bin einfach glücklich.“

Vor seinem Wechsel war Espí mit mehreren Vereinen in Verbindung gebracht worden. Unter anderem galten Klubs aus der Premier League, der FC Villarreal und Atlético Madrid als Interessenten.

Als schließlich Real Madrid auf ihn zukam, änderte sich jedoch alles.

„In diesem Moment war ich völlig geschockt. Ich konnte es nicht glauben. Mourinho hat mich zwar vorher nicht angerufen, aber er hat mich empfangen, als ich noch keine Minute auf dem Trainingsgelände war. Darüber freue ich mich sehr.“

Auf die Frage, was Mourinho von ihm verlangt habe, antwortete Espí:

„Er hat mir gesagt, ich soll einfach ich selbst sein, im Strafraum bleiben, weil das Spiel schwierig war, und alles geben.“

Espí machte deutlich, dass er jede Gelegenheit nutzen möchte.

„Ich bin hier, um meinen Mitspielern zu helfen, mein Bestes zu geben und jede Chance zu nutzen, die mir der Trainer gibt.“

Auch persönliche Ziele hat der Angreifer bereits.

„Ich möchte zunächst Spielminuten bekommen, Titel gewinnen, viele Spiele gewinnen und mein Debüt im Bernabéu feiern.“

Auf seine bandagierte rechte Hand angesprochen, musste Espí schmunzeln.

„Das haben mir schon viele gesagt – auch den Vergleich mit Benzema. Ich trage die Bandage seit drei Jahren. Sie hat mir Glück gebracht und ist inzwischen ein bisschen Aberglaube.“

Eine konkrete Torquote wollte er sich dagegen nicht setzen.

„Ich nehme mir keine bestimmte Anzahl an Toren vor. Jedes Mal, wenn mir der Trainer eine Chance gibt, werde ich alles geben, um Real Madrid zu helfen.“

Über seine neuen Mitspieler sagte er:

„Mit Vinícius und Mbappé spiele ich jetzt mit zwei der besten Fußballer der Welt zusammen. Dass ich hier bin, ist einfach unbeschreiblich.“


Dumfries: „Jetzt müssen wir weiter hart arbeiten“

Auch Denzel Dumfries blickte zufrieden auf seinen ersten Einsatz im Trikot der Königlichen zurück.

„Ich fühle mich gut und bin sehr stolz darauf, mein Debüt für Real Madrid gegeben zu haben. Es war eine großartige Erfahrung. Jetzt müssen wir weiter hart arbeiten, damit noch viele Spiele folgen.“

Der Niederländer verriet außerdem, welche Erwartungen Mourinho an ihn stellt.

„Er verlangt von mir, hart zu arbeiten und zu zeigen, was ich kann.“

Dass er gegen Florenz nicht auf seiner bevorzugten Position spielte, stellte für Dumfries kein Problem dar.

„Heute war das nicht meine eigentliche Position, aber ich denke, es war ein gutes Testspiel. Ich bin es gewohnt, auf verschiedenen Positionen zu spielen.“

Nach seiner ersten Woche in Madrid fällt sein Fazit positiv aus.

„Meine neuen Mitspieler haben mich hervorragend aufgenommen. Wir brauchen noch etwas Zeit, aber es kommen noch viele Spiele.“


Ciria erfüllt sich einen Kindheitstraum

Alexis Ciria krönte seinen starken Auftritt mit einem Tor und sprach anschließend über die Emotionen seines Treffers.

„Am Anfang war ich ein bisschen nervös, aber sobald ich auf dem Platz stehe, verschwindet das. Als der Ball zu mir kam, habe ich für einen Moment alles um mich herum vergessen. Als er dann im Tor war, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen.“

Vor dem Spiel hatte ihn sein Vater besonders motiviert.

„Er hat mir ein Foto von früher geschickt und gesagt, dass ich es für unsere Familie machen soll und dass er mich liebt wie niemand sonst.“

Auch der Nachwuchsspieler lobte die Unterstützung seiner erfahrenen Mitspieler.

„Mit Carreras oder Valverde zu spielen, macht vieles einfacher.“

Mourinho habe ihm vor allem eines mit auf den Weg gegeben.

„Er hat mir gesagt, ich soll genauso spielen wie immer, ohne Druck und mit Freude. Die vergangenen zwei Wochen waren sehr intensiv. Dem Trainer gefällt hohe Intensität und ich fühle mich sehr wohl.“

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