Die Knieprobleme von Kylian Mbappé beschäftigen Real Madrid seit Monaten – und zuletzt mehr denn je. Der französische Superstar schleppt die Verletzung am linken Knie bereits seit Dezember mit sich herum, als er sich im Ligaspiel gegen Celta Vigo einen schmerzhaften Innenband‑Erschütterung/Verstauchung zuzog. Statt die Belastung sofort zu stoppen, entschied sich Mbappé jedoch weiterzuspielen – getrieben von der Jagd nach dem historischen Rekord von Cristiano Ronaldo als bester Torschütze des Klubs in einem Kalenderjahr.
Gegen Alavés, Talavera und Sevilla biss er sich trotz Schmerzen durch – letztlich erfolgreich, denn er stellte die Bestmarke ein. Doch sein Knie dankte es ihm nicht.
Vom Rekord zur Verschlechterung – und ein umstrittener Trip nach Marokko
Anstatt sich konsequent behandeln zu lassen, reiste Mbappé wenige Wochen später nach Marokko, um Teile des Afrika-Cups zu verfolgen. Ein Schritt, der im medizinischen Bereich des Klubs für Verwunderung sorgte. Die Beschwerden verschlimmerten sich, und die Situation eskalierte:
Mbappé musste die Belastung komplett stoppen – ohne klares Rückkehrdatum.
Diese Entwicklung führte am Wochenende zu einem unerwarteten Schritt.
„Er vertraut den Ärzten von Real Madrid nicht“ – der Grund für den Blitzbesuch in Frankreich
Im Gespräch mit Carrusel Deportivo erklärte Antoine Simonneau von L’Équipe, weshalb Mbappé plötzlich nach Frankreich geflogen ist:
„Er vertraut den Ärzten von Madrid nicht besonders, weil sie nicht die richtige Lösung finden. Die Verletzung dauert nun schon drei Monate – und ein Teil der Verantwortung liegt bei ihm, weil er verletzt gespielt hat, nur um Ronaldos Rekord zu jagen.“
Der Franzose wollte eine zweite medizinische Meinung einholen. In Paris konsultierte er einen Spezialisten, der bereits mit Karim Benzema zusammengearbeitet hat und als einer der führenden Experten für Knieverletzungen in Frankreich gilt.
Doch Simonneau betont: Nicht nur Mbappé trägt Verantwortung.
„Auch seine Trainer haben ihn gedrängt, in wichtigen Spielen zu spielen, obwohl er nicht bereit war.“
Darunter auch das Supercopa‑Finale, in dem er 15 Minuten spielte – 15 Minuten, die laut dem Journalisten „nicht hätten stattfinden dürfen“.
„Er will nicht mehr riskieren“ – Fokus: WM 2026
Der Grund für die Reise ist klar:
Mbappé will exakt wissen, in welchem Zustand sein Knie wirklich ist und will vermeiden, erneut über die Schmerzgrenze zu gehen.
Denn im Sommer steht ein Termin an, der für ihn über allem steht:
die Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko, den USA und Kanada.
Simonneau berichtet:
„Er ist nicht bei 100%. Sein Ziel ist es, die WM zu spielen. Danach kommen Liga und Champions League. Sein Umfeld sagt klar: Er wird erst zurückkommen, wenn er wirklich bei 100% ist.“
Es ist ein Bruch mit den vergangenen Monaten, in denen Mbappé regelmäßig mit Beschwerden spielte und oft nur von Spiel zu Spiel dachte. Jetzt lautet die Devise:
– Keine Einsätze mit Schmerzen
– Kein Forcieren für kurzfristige Ziele
– Volle Konzentration auf den Sommer
Real Madrid bleibt gelassen – aber der Fall ist sensibel
Im Klub sorgt der Frankreich‑Trip für gemischte Gefühle. Einerseits ist man erleichtert, dass Mbappé nun eine vollständige Rehabilitation anstrebt. Andererseits wirft der ausgesprochene Vertrauensverlust gegenüber der medizinischen Abteilung Fragen auf – intern wie extern.
