Mbappé im großen Interview mit The Athletic: „Vielleicht hängt mein Bild bald an dieser Wand“

Kylian Mbappé spricht ausführlich über seine Kindheit, Real Madrid, den Ballon d’Or, Zinédine Zidane, José Mourinho, seinen beinahe erfolgten Wechsel zu Liverpool, das Ende seiner Nike-Ära und den neuen Weg mit On. Dazu gewährt der Franzose seltene Einblicke in den Umgang mit Ruhm, öffentlicher Kritik und der Verantwortung, seine Stimme auch außerhalb des Fußballs zu erheben.

Real Madrid, Zidane und der Traum, Geschichte zu schreiben

Das Gespräch mit The Athletic fand in Valdebebas statt – umgeben von Bildern jener Spieler und Momente, die die Geschichte Real Madrids geprägt haben. Für Mbappé ist genau diese Geschichte ein wesentlicher Teil dessen, weshalb er heute in Madrid spielt. Schon als Kind war Fußball der Mittelpunkt seines Lebens. Cristiano Ronaldo hing an den Wänden seines Zimmers, doch sein erster großer Held war Zinédine Zidane. Mbappé wollte nicht nur spielen wie der französische Weltmeister, sondern ihm sogar äußerlich ähneln.

Über seine Zidane-Begeisterung als Kind: „Ich war noch jünger als zehn! Aber ja, das stimmt. Wenn du ein Kind bist, denkst du nicht darüber nach. Du willst einfach aussehen wie deine Idole. Für mich war das nichts Verrücktes. Ich wollte so sein wie er. Ich wusste nur nicht, was wirklich hinter seiner Frisur steckte. Ich war einfach ein kleines Kind, das wie sein Held aussehen wollte.“

Heute schließt sich der Kreis. Zidane ist inzwischen französischer Nationaltrainer – und damit der Trainer eines Spielers, den er viele Jahre zuvor erstmals nach Valdebebas gebracht hatte. Mbappé blickt dabei auch auf die gemeinsame Zeit mit Didier Deschamps zurück. Frankreich erreichte unter ihm bei drei Weltmeisterschaften zwei Finals und ein Halbfinale.

Über das WM-Aus gegen Spanien: „Wir haben drei Weltmeisterschaften gespielt – zwei Finals und ein Halbfinale. Am Ende entscheiden Details. Und wir waren bei dieser Weltmeisterschaft nicht in jedem Detail bereit. Bei einer WM musst du im richtigen Moment bereit sein. Wenn du es nicht bist, nimmt jemand anderes deinen Platz ein.“

Das Finale schaute er anschließend trotzdem.

Über den Umgang mit Niederlagen: „Ich kann meine Situation sehr schnell akzeptieren. Wenn ich gewinne, gehe ich zur nächsten Herausforderung. Und wenn ich verliere, muss ich das ebenfalls akzeptieren. Ich kann schnell analysieren, was passiert ist und warum. Also habe ich das Finale mit Freunden und meiner Freundin geschaut. Es war okay.“

Für Mbappé gehört genau das zum Spitzensport.

Über das Verlieren: „Es ist ein Teil des Lebens. Du musst akzeptieren, dass es in jedem Wettbewerb nur eine Mannschaft gibt, die den Pokal gewinnt. Du gratulierst und kämpfst beim nächsten Mal wieder.“

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WM-Rekord und Ballon d’Or: „Ich schäme mich nicht, das zu sagen“

Mit gerade einmal 27 Jahren hat Mbappé bereits einen außergewöhnlichen Platz in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Mbappé kommet auf 22 Tore in 22 WM-Spielen. Zehn davon erzielte er bei der jüngsten Weltmeisterschaft. Damit übernahm er die Führung in der ewigen WM-Torjägerliste. Schon 2018 war er im Alter von 19 Jahren der erste Teenager seit Pelé, der in einem WM-Finale traf.

Über seine WM-Rekorde: „Ich wollte immer Rekorde brechen und dafür sorgen, dass die Menschen meinen Namen nicht vergessen. Aber ich muss ehrlich sein: Ich hätte nicht erwartet, mit 27 Jahren der beste Torschütze der WM-Geschichte zu sein.“

Für ihn besitzt gerade dieser Rekord eine besondere Bedeutung.

Über die Weltmeisterschaft: „Die WM ist der Wettbewerb der großen Stars, der größten Spieler der Fußballgeschichte. Früher habe ich davon geträumt, dort überhaupt einmal zu spielen – nicht einmal davon, sie zu gewinnen. Deshalb ist es völlig verrückt, jetzt dieser Spieler zu sein. Vor allem, wenn der Mann vor mir Lionel Messi war. Das ist Geschichte.“

Auch in der französischen Nationalmannschaft hat Mbappé mittlerweile historische Zahlen erreicht. Laut dem Bericht steht er bei 66 Toren in 106 Länderspielen.

100 Treffer hält er inzwischen nicht mehr für unmöglich.

Über die Marke von 100 Länderspieltoren: „Mein Problem ist, dass zwei Spieler gezeigt haben, dass es möglich ist – Cristiano mit Portugal und Messi mit Argentinien. Wenn du mich früher gefragt hättest, hätte ich wahrscheinlich Nein gesagt. Aber sie haben den Weg gezeigt. Warum also nicht?“

Auch beim Ballon d’Or versteckt Mbappé seine Ambitionen nicht.

Über seinen Wunsch nach dem Ballon d’Or: „Es ist keine Obsession. Aber natürlich würde ich mich riesig freuen, ihn zu gewinnen. Ich schäme mich nicht, das zu sagen. Ich habe keine Angst davor, meine Meinung zu sagen, auch wenn manche Menschen fragen: Was redet der da? Ehrlich zu sein ist keine Schande.“

Dabei behauptet er nicht, der sichere Gewinner zu sein.

Über seine Chancen: „Ich habe nie gesagt: Ich werde ihn gewinnen. Aber ich glaube, ich hatte ein gutes Jahr. Viele Menschen sagen ebenfalls, dass ich ein gutes Jahr hatte und bringen mich mit der Trophäe in Verbindung. Also schauen wir, was passiert.“

Am Ende des Gesprächs fiel Mbappés Blick auf die Wand mit früheren Ballon-d’Or-Gewinnern von Real Madrid. Dort sind unter anderem Alfredo Di Stéfano, Raymond Kopa, Luís Figo, Ronaldo, Fabio Cannavaro, Luka Modrić, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo verewigt. Mbappé stand auf und zeigte auf das Bild seines früheren Idols.

Über einen möglichen eigenen Platz an der Wand: „Wer weiß? Vielleicht hängt mein Bild bald dort. Es ist Zeit, es ist Zeit! Vielleicht ist dieses Jahr ein gutes Jahr dafür.“


Der beinahe erfolgte Liverpool-Wechsel: Gespräche im Privatjet

Eines der überraschendsten Themen des Interviews betrifft das Jahr 2017. Mbappé bestätigt, dass er damals tatsächlich kurz vor einem Wechsel zum FC Liverpool stand. Der damals 18-Jährige spielte noch für Monaco und musste sich zwischen mehreren europäischen Topklubs entscheiden. Besonders seine Mutter Fayza Lamari war vom englischen Klub begeistert.

Über das Liverpool-Interesse: „Es war während meiner Zeit in Monaco. Ich musste eine Entscheidung treffen. Und ja, ich war Liverpool ziemlich nahe. Meine Mutter war ein großer Fan von Jürgen Klopp und Liverpool war ihr bevorzugtes Ziel für mich. Sie wollte, dass ich dorthin gehe.“

Mbappé selbst wollte jedoch zunächst in Frankreich bleiben.

Über seine damalige Entscheidung: „Ich habe nicht auf sie gehört, weil ich in meiner Stadt Paris spielen wollte. Ich wollte mein Land nicht verlassen, bevor ich dort jemand geworden war.“

Seine Mutter reiste sogar mehrfach nach Liverpool, um sich Klub, Stadt und Atmosphäre anzusehen.

Über die Eindrücke seiner Mutter: „Sie war beim ersten Teil der Verhandlungen dort. Sie hat die Stadt gesehen, das Stadion und die Menschen kennengelernt. Sie sagte mir: Das ist ein wunderbarer Klub, alle sind unglaublich freundlich, es ist ein Familienklub und trotzdem ein großer Klub.“

Besonders Anfield beeindruckte sie.

Über die Empfehlung seiner Mutter: „Sie hat dort Spiele allein angeschaut, nur um die Atmosphäre zu spüren und sich vorzustellen, wie ich in diesem Stadion spielen würde. Wir haben ständig gesprochen. Ich habe sie gefragt: Was denkst du? Und sie sagte: Für mich musst du zu Liverpool.“

Auch Jürgen Klopp traf Mbappé persönlich.

Über Klopp: „Jürgen Klopp war ein unglaublicher Trainer. Ich habe ihn getroffen und hatte sofort eine sehr gute Beziehung zu ihm. Ich hatte großen Respekt vor ihm.“

Besonders außergewöhnlich war der Ort eines Teils der Verhandlungen. Die Gespräche fanden in einem Privatflugzeug statt. Der Jet startete in Blackpool, holte Mbappé in Nizza ab und kreiste anschließend während der Gespräche in der Luft.

Über die Verhandlungen im Flugzeug: „Ich erinnere mich daran, wie wir im Flugzeug saßen und immer wieder Kreise geflogen sind, während er mir sein Projekt erklärte. Ich sagte zu ihm: Du musst mich nicht überzeugen. Du bist Jürgen Klopp, das ist Liverpool, ein großer Klub. Natürlich habe ich Interesse, sonst wäre ich nicht hier.“

Mbappé hatte damals jedoch mehrere außergewöhnliche Optionen.

Über seine damalige Auswahl: „Ich sagte ihm: Egal, welche Entscheidung ich treffe, es wird eine gute Entscheidung sein, weil wir über einige der größten Klubs der Welt sprechen.“

Am Ende entschied er sich für Paris Saint-Germain.

Über seine Entscheidung für PSG: „Ich bin in Paris geboren und aufgewachsen. Für mich gab es damals kein besseres Gefühl, als zu zeigen, dass ich in meiner Heimatstadt zum Star werden kann.“


PSG, Real Madrid und Mourinho: „Es war der richtige Moment zu gehen“

Sieben Jahre verbrachte Mbappé anschließend bei PSG, gewann sechs französische Meisterschaften und insgesamt 15 Titel. Dass Paris nach seinem Abschied zweimal in Folge die Champions League gewann, betrachtet er ohne Verbitterung.

Über PSGs Erfolge nach seinem Wechsel: „Natürlich hätte ich dabei sein können. Aber nein – für mich war eine Ära beendet. Ich war sieben Jahre dort. Wir hatten ein Finale, Halbfinals und Viertelfinals. Dann war es Zeit zu gehen und sie haben etwas Neues aufgebaut. Sie haben sechs oder sieben Spieler verpflichtet und alles verändert. Und sie haben gewonnen. Glückwunsch an sie.“

Seine Entscheidung für Real Madrid würde er deshalb nicht ändern.

Über seinen Abschied aus Paris: „Als ich beschlossen habe, PSG zu verlassen, war meine Zeit dort vorbei. Ich habe alles gegeben und glaube, dass ich es gut gemacht habe. Aber ich wollte meinen Traum verwirklichen und für Real Madrid spielen. Mit 25 Jahren war dafür der perfekte Moment. Für mich war es die beste Entscheidung.“

Nach zwei Spielzeiten ohne großen Titel ist sich Mbappé gleichzeitig bewusst, dass die Erwartungen in Madrid enorm sind. Das Interview fand noch vor der späteren 1:2-Derbyniederlage bei Atlético statt. Mbappé erklärte darin, die Mannschaft sei hungrig und wolle in dieser Saison um jeden Titel kämpfen. Bei José Mourinho überwog nach den ersten gemeinsamen Monaten die Begeisterung.

Über Mourinho: „Schon lange bevor er hierherkam, war ich unglaublich neugierig auf ihn. Er war in den vergangenen 20 oder 25 Jahren eine der wichtigsten Persönlichkeiten im Weltfußball. Wenn jemand wie er zu deinem Klub kommt, willst du aus nächster Nähe sehen, was Größe bedeutet.“

Mbappé verwies dabei auch auf Mourinhos außergewöhnliche Karriere.

Über die Zusammenarbeit: „Er hat in England Geschichte geschrieben und für uns ist es ein großes Privileg, dass er wieder hier ist.“


Nike, On und der Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen

Auch Mbappés überraschender Ausrüsterwechsel war Teil des Gesprächs. Nach fast zwei Jahrzehnten endete seine Verbindung mit Nike. Der Franzose schloss sich stattdessen dem Schweizer Unternehmen On an, das mit ihm erstmals groß in den Fußball einsteigt.

Über Nike: „Ich hatte eine unglaubliche Geschichte mit Nike. Ich kann ihnen nur Danke sagen. Sie haben mich aufgenommen, als ich acht Jahre alt war. Mit Nike habe ich viele meiner Träume verwirklicht – vom Kind bis zum globalen Superstar.“

Trotzdem wollte Mbappé einen neuen Weg gehen.

Über den Wechsel zu On: „Ich wollte etwas anderes, weil ich mich als Mensch und als Mann verändert habe. Ich habe heute andere Ziele und andere Vorstellungen. Für On ist der Fußball etwas Neues und ich wollte vom ersten Moment an ein Teil davon sein und gemeinsam etwas hinterlassen.“

Damit bestätigt Mbappé noch einmal, dass hinter dem Wechsel deutlich mehr steckt als ein klassischer Schuhvertrag. Er will den Einstieg von On in den Fußball aktiv mitgestalten.


Mbappé über seine Stimme: „Ich werde nicht versuchen, jemand anderes zu sein“

Ein großer Teil des Interviews dreht sich nicht um Tore oder Titel, sondern um Mbappés Rolle als öffentliche Persönlichkeit. Der Franzose hat sich in der Vergangenheit mehrfach zu gesellschaftlichen Themen geäußert – und macht deutlich, dass er dies auch künftig tun wird.

Über seine Haltung: „Jeder Mensch hat seine eigenen Werte und seine eigene Mentalität. Ich bin jemand, der keine Angst davor hat, etwas zu sagen. Wenn ich glaube, dass etwas richtig ist und ich in die richtige Richtung gehe, dann äußere ich mich.“

Er betont gleichzeitig, seine Worte vorher genau abzuwägen.

Über öffentliche Aussagen: „Natürlich denke ich vorher darüber nach, wie ich etwas sage und wie ich meine Aussage aufbaue. Aber wenn ich etwas sagen möchte, dann tue ich es. Damit habe ich kein Problem. Das gehört zu meiner Karriere und zu meinem Leben. Das bin ich.“

Sich für die Öffentlichkeit zu verändern, kommt für ihn nicht infrage.

Über seine Persönlichkeit: „Ich werde nicht versuchen, jemand anderes zu sein. Das wäre viel zu anstrengend. Ich habe keine Zeit dafür, jemand anderes zu sein.“

Dass solche Aussagen Kritik hervorrufen können, nimmt er in Kauf.

Über Zustimmung und Ablehnung: „Wenn du etwas sagst, musst du akzeptieren, dass manche Menschen zustimmen und andere nicht. Wenn du willst, dass dich wirklich jeder liebt, bleib zu Hause – deine Familie liebt dich. Sobald du rausgehst, wird es Menschen geben, die sagen: Ich mag diesen Typen nicht. Und das ist okay.“

Sein Ziel sei nicht, möglichst beliebt zu sein.

Über seine Werte: „Wenn ich mein Haus verlasse, denke ich nicht: Hoffentlich liebt mich heute jeder. Das wäre nicht realistisch. Ich möchte meinen Werten treu bleiben, Freude an dem haben, was ich tue, und ein respektvoller Mensch sein. Kritik und die Meinung anderer kann ich akzeptieren.“


Das Leben als globaler Superstar: „Manchmal möchte ich ein bisschen ein Geist sein“

Mbappé spricht im Interview auch ungewöhnlich offen über die Schattenseiten seines Bekanntheitsgrades. Kaum irgendwo auf der Welt kann er sich noch frei bewegen, ohne erkannt zu werden. Auf die Frage, ob es einen Ort gebe, an dem niemand wisse, wer er sei, reagierte er lachend.

Über seine Bekanntheit: „Wenn du so einen Ort kennst, sag mir bitte, wie er heißt. Ich würde sehr gerne dorthin.“

Verkleidungen hätten bislang ebenfalls wenig geholfen.

Über Versuche, unerkannt zu bleiben: „Ich habe schon vieles ausprobiert. Aber bisher habe ich noch keinen Weg gefunden, irgendwo hinzugehen, ohne dass mich jemand erkennt. Dafür müsste ich wahrscheinlich sehr viele Dinge verändern – wie ich spreche, wie ich gehe, wie ich mich anziehe.“

Dabei will Mbappé die Zuneigung der Fans keinesfalls ablehnen.

Über den Preis des Ruhms: „Natürlich kannst du die Unterstützung und Liebe der Menschen nicht zurückweisen. Aber du bist trotzdem ein Mensch, ein normaler Typ mit Gefühlen. Ich möchte mich und die Menschen um mich herum schützen – meine Familie, meine Freunde, meine Freundin, alle.“

Manchmal wünsche er sich deshalb schlicht Momente außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung.

Über Privatsphäre: „Für Menschen ist das vielleicht schwer zu verstehen. Ich hinterfrage dieses Leben manchmal selbst, obwohl ich es gewählt habe. Aber Menschen müssen verstehen, dass du manchmal einfach Augenblicke möchtest, die nur dir gehören. Wenn du berühmt bist, wissen die Leute sehr viel über dein Leben und du hast nur wenige Momente für dich.“

Daraus entstand auch sein Wunsch, manchmal für kurze Zeit „ein Geist“ zu sein.

Über den Wunsch, gelegentlich zu verschwinden: „Es gibt gute und schlechte Phasen und manchmal denkst du: Jetzt ist es ein bisschen zu viel. Es hilft, starke Menschen um sich zu haben. Gleichzeitig versuche ich auch, sie zu schützen, denn diese Welt war meine Entscheidung. Das ist meine Verantwortung.“

Zu Hause schafft Mbappé deshalb bewusst Abstand.

Über sein Privatleben: „Ich gehe nach Hause, schließe die Tür, schließe die Fenster – und nichts kommt mehr rein. Ich habe Menschen um mich herum, die Fußball lieben, und andere, denen Fußball völlig egal ist. Für mich ist das die perfekte Mischung, um einfach ein normaler Mensch zu sein.“


Fußballromantiker trotz Weltstar-Status

Trotz Ruhm, Millionenverträgen und Rekorden wirkt Mbappé weiterhin wie jemand, dessen Begeisterung für Fußball geblieben ist. Er sammelt Trikots großer Spieler und spricht begeistert über ein signiertes Pelé-Shirt.

Über seine Sammlung: „Ich habe diese Leidenschaft noch immer. Diese Trikots sind ikonisch. Messi, Cristiano, Neymar, Ibrahimović – alle.“

Sein größtes sportliches Ziel bleibt ein weiterer WM-Titel.

Über seinen großen Traum: „Es gibt keinen größeren Erfolg.“

Schon als Siebenjähriger verfolgte er Frankreichs Weg ins WM-Finale 2006.

Über seinen Kindheitstraum: „Du bist ein Kind und denkst: Eines Tages will ich dort sein. Ich will solche Spiele erleben, dieses Adrenalin und diese Atmosphäre.“

Dass er inzwischen bei zwei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften Torschützenkönig wurde, kann er selbst kaum einordnen.

Über seine beiden WM-Torschützenkronen: „Es ist unglaublich, das zweimal hintereinander geschafft zu haben. Ich weiß gar nicht, ob es das vorher schon einmal gegeben hat. Vor einem Turnier denke ich darüber überhaupt nicht nach – ich bin nur darauf programmiert, den Wettbewerb gewinnen zu wollen. Aber danach sprechen dich die Menschen auf der Straße darauf an und du merkst, dass du etwas Besonderes geschafft hast.“


Cristiano, Michael Jordan und ein Abendessen ohne Mbappé als Koch

Zum Ende wurde es im Gespräch etwas persönlicher. Bei einem hypothetischen Abendessen mit fünf Wunschgästen würde Mbappé zunächst Michael Jordan einladen.

Über Jordan: „Er inspiriert mich. Ich habe ihn einmal getroffen und würde ihn gerne noch einmal sehen, um mit ihm über seine Karriere zu sprechen.“

Auch Cristiano Ronaldo wäre selbstverständlich dabei.

Über Cristiano: „Früher war er mein Idol, heute ist er mein Freund. Ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Er gibt mir Ratschläge, unterstützt mich und weiß, dass ich ihn ebenfalls immer unterstützen werde.“

Weitere Gäste wären Serena Williams und Rihanna. Beim fünften Platz scherzte Mbappé schließlich mit seinem Interviewpartner. Musikalisch würde französischer Rap laufen, wobei er auch die britischen Künstler Central Cee und Dave hört. Nur eines würde Mbappé auf keinen Fall übernehmen: das Kochen.

Über seine Fähigkeiten in der Küche: „Ich koche nicht. Wenn ich koche, gehen wahrscheinlich alle ziemlich schnell wieder nach Hause. Vielleicht bestellen wir einfach etwas.“


RMXpress Fazit

Kylian Mbappé erzählt in diesem Interview nicht nur die Geschichte eines Weltstars. Er erzählt auch die Geschichte eines Jungen, der Zidane imitieren wollte, Cristiano-Poster an der Wand hatte, beinahe bei Liverpool gelandet wäre und heute selbst an den Wänden von Valdebebas verewigt werden könnte.

Sein sportlicher Anspruch ist unverändert extrem. Er will Rekorde, einen weiteren Weltmeistertitel, große Titel mit Real Madrid – und natürlich auch den Ballon d’Or.

Gleichzeitig scheint Mbappé zunehmend darüber nachzudenken, was neben den Toren von ihm bleiben soll. Das erklärt den Wechsel von Nike zu On ebenso wie seine Bereitschaft, öffentlich zu gesellschaftlichen Fragen Stellung zu beziehen.

Am Ende des Interviews steht Mbappé vor der Wand der Ballon-d’Or-Gewinner von Real Madrid und blickt auf Cristiano Ronaldo. Vielleicht, sagt er, hängt dort bald sein eigenes Bild. Für jemanden, der schon als Kind davon träumte, Teil dieser Geschichte zu werden, wäre es der nächste Schritt.

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