Espí trifft sofort, Bernardo debütiert: Real Madrid schlägt Ferencváros 2:1

Real Madrid gewinnt das zweite Testspiel der Saisonvorbereitung mit 2:1 gegen Ferencváros. Carlos Espí benötigt nach seiner Einwechslung nur vier Minuten für sein erstes Tor, während Bernardo Silva bei seinem Debüt erste Hinweise auf seine künftige Rolle im Mittelfeld liefert.

Real Madrid gewinnt auch den zweiten Test

José Mourinhos Real Madrid nimmt langsam Konturen an. Nach dem 2:2 gegen die Fiorentina gewannen die Königlichen ihre zweite Partie der Vorbereitung in Budapest mit 2:1 gegen Ferencváros. Mario Rivas brachte die Madrilenen kurz vor der Pause in Führung, ehe Carlos Espí unmittelbar nach seiner Einwechslung auf 2:0 erhöhte. Kenan Kodro verkürzte anschließend für die Gastgeber, ohne dass Ferencváros die Partie noch drehen konnte. Das Ergebnis stand an diesem Abend allerdings nicht allein im Mittelpunkt. Mit Bernardo Silva, Vinícius Júnior, Dean Huijsen und Antonio Rüdiger sammelten mehrere wichtige Profis ihre ersten Minuten dieser Vorbereitung.

Im Vergleich zum Test gegen die Fiorentina nahm Mourinho zunächst kaum Veränderungen vor. Andrij Lunin begann im Tor. Vor ihm bildeten Denzel Dumfries, Joan Martínez, Mario Rivas und Álvaro Carreras die Abwehr. Eduardo Camavinga und Federico Valverde besetzten das zentrale Mittelfeld, während Brahim Díaz, Arda Güler und Alexis Ciria hinter Endrick agierten. Bernardo Silva musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Mourinho setzte damit erneut auf zwei zentrale Mittelfeldspieler und überließ Güler die Rolle des offensiven Verbindungsspielers. Der Türke bestätigte dabei erneut, dass er in der bisherigen Vorbereitung zu den auffälligsten Akteuren gehört.


Viel Pressing, zunächst wenig Ertrag

Real Madrid versuchte erneut, Ferencváros früh unter Druck zu setzen. Mourinhos Mannschaft rückte weit auf und suchte Ballgewinne bereits in der gegnerischen Hälfte. Das Pressing funktionierte phasenweise ordentlich, führte im ersten Durchgang aber nur selten zu wirklich gefährlichen Abschlüssen. Ferencváros verteidigte zunächst tief und überließ den Königlichen große Teile des Ballbesitzes. Die Ungarn befanden sich bereits mitten im Pflichtspielbetrieb und nahmen im Verlauf der Begegnung zahlreiche Wechsel vor. Real Madrid tat sich dennoch schwer, aus seiner Überlegenheit klare Torchancen zu entwickeln.

Die erste gefährlichere Kombination entstand über Arda Güler. Der türkische Nationalspieler fand Endrick, doch der Brasilianer konnte die Aktion nicht erfolgreich abschließen. Endrick zeigte sich erneut sehr aktiv und suchte regelmäßig den Weg zum Tor. Seine beste Möglichkeit erarbeitete er sich selbst, ein Treffer blieb ihm diesmal jedoch verwehrt. Güler war dagegen wiederholt Ausgangspunkt der konstruktiveren Angriffe. Der 21-Jährige übernimmt zunehmend Verantwortung im letzten Drittel und scheint sich in Mourinhos bisheriger Struktur als Nummer zehn festzuspielen. Dahinter bildeten Valverde und Camavinga die Doppelsechs. Während Valverde gewohnt präsent agierte, konnte Camavinga die offenen Fragen hinsichtlich seiner Rolle im neuen System noch nicht vollständig beantworten.


Mario Rivas köpft Real Madrid in Führung

Als vieles bereits auf ein torloses Unentschieden zur Pause hindeutete, sprang erneut ein Spieler aus der Nachwuchsakademie ein. In der 41. Minute verlagerte Alexis Ciria das Spiel mit einem starken Ball auf die andere Seite. Mario Rivas erkannte den freien Raum, rückte aus der Defensive weit nach vorne und vollendete den Angriff mit einem Flugkopfball. Das 1:0 war gleichzeitig die Belohnung für eine insgesamt kontrollierte, wenn auch offensiv nicht sonderlich spektakuläre erste Hälfte. Nach seinem Einsatz gegen die Fiorentina setzte Rivas damit das nächste Ausrufezeichen in dieser Vorbereitung.

Nach der Pause begann Mourinho umfangreicher zu wechseln. Mit Dean Huijsen und Antonio Rüdiger standen erstmals in dieser Vorbereitung zwei etablierte Innenverteidiger gemeinsam für Real Madrid auf dem Platz. Gleichzeitig kam Bernardo Silva zu seinem ersten Einsatz im weißen Trikot. Der Portugiese wirkte erwartungsgemäß noch nicht vollständig im Rhythmus, ließ aber bereits erkennen, welche Bedeutung er für Mourinhos Mannschaft bekommen könnte.

Bernardo suchte häufig tiefere Räume, bot sich im Spielaufbau an und versuchte, das Tempo der Partie zu kontrollieren. Während Güler weiterhin höher als klassischer Zehner agierte, übernahm der Neuzugang zunächst Aufgaben im zentralen Mittelfeld. Damit deutete Mourinho erstmals konkreter an, wie er die fehlende Spielkontrolle nach Rodris Absage intern auffangen könnte.


Espí braucht nur vier Minuten für sein erstes Tor

Der auffälligste Moment der zweiten Halbzeit gehörte jedoch Carlos Espí. Der Neuzugang vom Levante UD wurde für Endrick ins Sturmzentrum eingewechselt und benötigte lediglich vier Minuten, um sein erstes Tor für Real Madrid zu erzielen.

Es war zugleich der schönste Angriff der Partie. Endrick, Güler und Valverde kombinierten sich durch die Defensive von Ferencváros. Espí wurde in die Aktion eingebunden und vollendete zum 2:0 in der 49. Minute. Nach seinem Debüt gegen die Fiorentina, bei dem ihm noch ein Treffer verwehrt geblieben war, belohnte sich der 21-Jährige damit bereits in seinem zweiten Einsatz.

Für Mourinho dürfte insbesondere die Art des Treffers interessant gewesen sein: schnelles Kombinationsspiel, klare Laufwege und ein Angreifer, der im entscheidenden Moment im Strafraum auftaucht.

Der gelungene Start des Neuzugangs verschärft zugleich den Konkurrenzkampf in der Offensive. Espí wurde als zusätzliche Alternative für das Sturmzentrum verpflichtet und bringt mit seiner Physis sowie seiner Präsenz im Strafraum Eigenschaften mit, die sich von anderen Angreifern im Kader unterscheiden. Endrick zeigte auch in Budapest viel Aktivität, muss sich nach seiner Rückkehr aus Lyon aber gegen zusätzliche Konkurrenz behaupten. Dass Espí praktisch unmittelbar nach seinem Einstieg bei Real Madrid trifft, dürfte Mourinho weitere interessante Möglichkeiten für die kommenden Wochen eröffnen.


Ferencváros verkürzt durch Kodro

Real Madrid schien nach dem zweiten Treffer auf dem Weg zu einem komfortablen Sieg zu sein. Doch Ferencváros reagierte nach mehreren Wechseln und erhöhte den Druck. In der 57. Minute konnten die Madrilenen eine Hereingabe von der linken Seite nicht verhindern. Kenan Kodro setzte sich im Strafraum gegen Huijsen und Rüdiger durch und erzielte per Abschluss das 1:2. Gerade für die beiden zurückgekehrten Innenverteidiger war die Szene ein Hinweis darauf, dass nach ihren jeweiligen Trainingspausen noch Abstimmung und Spielpraxis fehlen. Weitere größere Konsequenzen hatte der Treffer jedoch nicht.

Auch Vinícius Júnior erhielt nach seiner Vertragsverlängerung bis 2032 seine ersten Minuten der Vorbereitung. Der Brasilianer wurde auf seiner bevorzugten linken Seite eingesetzt, konnte der Partie allerdings noch nicht seinen Stempel aufdrücken. Das ist angesichts seiner erst wenigen Trainingseinheiten wenig überraschend. Vinícius befindet sich körperlich noch am Beginn seiner Vorbereitung und wirkte in einigen Situationen noch nicht vollständig eingebunden. Mourinho dürfte ihm in den kommenden Testspielen weitere Minuten geben, um ihn schrittweise an die notwendige Belastung heranzuführen.

Bei Denzel Dumfries bleibt der Eindruck nach den ersten Testspielen gemischt. Der Niederländer bringt enorme physische Präsenz und Dynamik mit, konnte seine offensiven Stärken gegen Ferencváros aber nur selten entscheidend einbringen. Später wurde er von Trent Alexander-Arnold ersetzt. Auch der Engländer interpretierte seine Rolle erneut sehr flexibel und rückte im Ballbesitz mehrfach ins Zentrum. Gleichzeitig muss er bei diesen Bewegungen darauf achten, den Raum hinter sich nicht für gegnerische Angriffe zu öffnen.

Besonders interessant bleibt nach diesem Testspiel die Rolle von Bernardo Silva. Nach Rodris Entscheidung gegen Real Madrid fehlt Mourinho weiterhin jener klassische Organisator, der das Spiel aus einer tiefen Position vollständig lenkt. Bernardo ist kein positionsgetreuer Ersatz für Rodri. Seine technischen Fähigkeiten und seine Pressingresistenz ermöglichen Mourinho jedoch andere Lösungen. In Budapest bewegte er sich zunächst eher in der Tiefe. Nach der Einwechslung von Cestero neben Valverde rückte der Portugiese anschließend weiter nach vorne. Genau diese Flexibilität könnte zu einem seiner größten Vorteile werden. Bernardo kann den Spielaufbau unterstützen, zwischen den Linien auftauchen oder sich näher am gegnerischen Strafraum positionieren. Mourinho muss nun herausfinden, in welcher Rolle seine Qualitäten am wirkungsvollsten sind.


Güler festigt seine Position

Parallel dazu entwickelt sich Arda Güler immer stärker zu einem Gewinner der bisherigen Vorbereitung. Der Türke war erneut an vielen offensiven Aktionen beteiligt und durfte auch nach der Einwechslung Bernardos auf seiner bevorzugten Position hinter dem Stürmer bleiben. Das ist durchaus bemerkenswert. Mourinho scheint Güler aktuell nicht lediglich als Ergänzung einzuplanen, sondern vertraut ihm eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des Offensivspiels an. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte die Besetzung des Madrider Mittelfelds in der neuen Saison deutlich anders aussehen als noch vor einigen Monaten erwartet.

Real Madrid beendet damit eine ereignisreiche Woche mit einem Sieg. Neben der Verpflichtung von Yan Diomande und der Vertragsverlängerung von Vinícius Júnior sammelten nun auch mehrere WM-Rückkehrer ihre ersten Einsatzminuten. Für Mourinho bleibt allerdings wenig Zeit zum Durchatmen. Bereits am Mittwoch wartet beim traditionsreichen Teresa-Herrera-Turnier gegen Deportivo La Coruña der nächste Test. Dort dürfte der Portugiese weitere Spieler integrieren und erneut an seiner Formation für den Saisonstart arbeiten.


RMXpress Fazit

Das 2:1 gegen Ferencváros war noch kein spielerisches Feuerwerk, lieferte José Mourinho aber mehrere wertvolle Erkenntnisse.

Carlos Espí setzte mit seinem ersten Tor das stärkste individuelle Ausrufezeichen. Der 21-Jährige zeigt früh, dass er mehr sein möchte als nur eine zusätzliche Kaderoption. Auch Bernardo Silva deutete bei seinem Debüt an, warum seine Rolle nach Rodris Absage noch wichtiger werden könnte. Arda Güler bestätigt gleichzeitig seine starke Vorbereitung und scheint sich als offensiver Spielgestalter festzusetzen. Federico Valverde bleibt eine Konstante, während bei Camavinga, Dumfries und den gerade zurückgekehrten Spielern noch Luft nach oben besteht.

Real Madrid ist noch weit von seiner endgültigen Form entfernt. Doch Mourinhos Mannschaft gewinnt langsam an Tiefe – und mit jeder Rückkehr und jedem Neuzugang steigen die Möglichkeiten des Trainers.

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