Aufstellung
José Mourinho reagierte auf die Aufholjagd beim AS Rom mit mehreren überraschenden Entscheidungen. Federico Valverde begann erstmals in dieser Saison als Rechtsverteidiger, während Trent und Denzel Dumfries zunächst auf der Bank saßen. Marc Cucurella kehrte auf der linken Abwehrseite in die Startelf zurück, Dean Huijsen ersetzte Antonio Rüdiger im Abwehrzentrum.
Durch Valverdes Versetzung rückte Arda Güler neben Aurélien Tchouaméni ins zentrale Mittelfeld. Endrick erhielt nach seinem starken Auftritt in Rom eine weitere Gelegenheit und begann auf dem rechten Flügel. Jude Bellingham agierte hinter Kylian Mbappé.
Auf der linken Seite ersetzte Yan Diomande den gesperrten Vinícius Júnior. Der Brasilianer verbüßte das erste seiner vier Spiele umfassenden Sperre in La Liga.
Real Madrid: Courtois; Valverde, Konaté, Huijsen, Cucurella; Arda Güler, Tchouaméni; Endrick, Bellingham, Yan Diomande; Mbappé.
Sevillas Trainer Luis García Plaza nahm zwei verletzungsbedingte Veränderungen vor. Fofana ersetzte Kochorashvili im Mittelfeld, während Rubén Vargas nach seiner Knieverletzung erstmals seit dem ersten Spieltag wieder in der Startelf stand.
FC Sevilla: Vlachodimos; Iglesias, Castrín, Kike Salas, Suazo; Agoumé, Fofana; Félix Correia, Peque, Rubén Vargas; Robbie Ure.
Solidarität, Ehrungen und Proteste vor dem Anpfiff
Anlässlich des Weltbrustkrebstages am 19. Oktober liefen die Spieler beider Mannschaften in rosafarbenen Shirts auf. Darauf war eine Botschaft für alle Menschen zu lesen, die gegen die Krankheit kämpfen: „Gib niemals auf.“
Vor dem Anpfiff ehrte das Santiago Bernabéu außerdem sechs Nachwuchsspielerinnen von Real Madrid, die mit den spanischen Auswahlmannschaften internationale Titel gewonnen hatten. Laia, Noe, Silvia Cristóbal, Irune, Pau C. und Folgado präsentierten den Fans die Trophäen der U20-Weltmeisterschaft und der U19-Europameisterschaft.
Auch der institutionelle Konflikt im spanischen Fußball war im Stadion deutlich zu spüren. Auf der Tribüne wurde ein großes Banner gezeigt: „Das ist kein Fußball, das sind Tebas und Negreira.“
Die Anhänger richteten ihre Proteste gegen LaLiga-Präsident Javier Tebas, den Präsidenten des FC Barcelona, Joan Laporta, sowie den spanischen Fußballverband. Die Fans skandierten: „Tebas, hau ab“, „Javier Tebas, tritt zurück“, „Laporta, zahl weiter“, „Korruption im Verband“, „Negreira pfeift weiter“ und „Tebas’ Hände weg von Madrid“.
Erste Halbzeit: Güler und Mbappé bringen Real Madrid auf Kurs
Real Madrid begann nicht mit einem Angriffswirbel, übernahm aber früh die Kontrolle. Besonders Diomande suchte auf der linken Seite immer wieder das direkte Duell. Der Ivorer brachte mit seinem Tempo und seinen Läufen Unruhe in Sevillas Abwehr, auch wenn bei seinen letzten Pässen zunächst noch die Präzision fehlte.
Endrick gab einen ersten kraftvollen Schuss ab, platzierte den Ball jedoch nicht genau genug. Kurz darauf versuchte es Valverde aus der Distanz. Sein Abschluss war auf dem Weg zum Tor, traf allerdings den eigenen Mitspieler Mbappé.
Mourinhos Umstellungen veränderten den Spielaufbau sichtbar. Valverde schob von der rechten Abwehrseite immer wieder nach vorne, während Güler im Zentrum die Verbindungen zwischen Defensive und Offensive herstellte. Der türkische Nationalspieler forderte den Ball, beschleunigte das Spiel und bestätigte damit seine starke Leistung aus Rom.
Sevilla verteidigte zunächst kompakt und setzte auf Umschaltmomente. Rubén Vargas sollte nach seiner langen Pause für Tempo sorgen, Robbie Ure beschäftigte die Innenverteidigung der Königlichen. Klare Möglichkeiten erspielten sich die Gäste in der Anfangsphase aber kaum.
Sevilla fordert nach Gülers Ellbogeneinsatz die Rote Karte
Nach etwas mehr als 20 Minuten rückte Schiedsrichter Busquets in den Mittelpunkt. Abseits des Balles hielt Peque Güler wiederholt fest. Der Madrilene bewegte seinen Ellbogen nach hinten, um sich vom Gegenspieler zu lösen, woraufhin Peque zu Boden ging.
Sevilla forderte einen Platzverweis. Der Schiedsrichter wartete zunächst auf eine mögliche Intervention des VAR, erhielt jedoch kein entsprechendes Signal. Die verfügbaren Bilder zeigten die Szene nicht eindeutig. Weder die Intensität des Kontakts noch der genaue Trefferpunkt ließen sich zweifelsfrei erkennen. Güler durfte weiterspielen.
Nur wenige Minuten später stand ausgerechnet der Türke sportlich im Mittelpunkt. Nach einem weiteren Vorstoß Diomandes zog Güler mit dem linken Fuß kraftvoll von außerhalb des Strafraums ab und brachte Real Madrid mit einem sehenswerten Treffer in Führung.
Das 1:0 gab den Königlichen zusätzliche Sicherheit und setzte bei Sevilla Wirkung frei. Real spielte nun zielstrebiger und nutzte den entstandenen Raum konsequent.
Mbappé vollendet eine starke Kombination
Diomande leitete den nächsten Angriff ein und kombinierte mit Bellingham. Der Engländer öffnete den Weg mit einem Hackenpass für Mbappé. Der Franzose nahm den Ball an, drehte sich mit einer vollständigen Bewegung um den Gegenspieler und schob anschließend überlegt an Odysseas Vlachodimos vorbei zum 2:0 ein.
Sevilla reklamierte vor dem Treffer ein mögliches Foul von Konaté an Robbie Ure. Die Szene ereignete sich allerdings weit entfernt vom späteren Torabschluss. Auch in diesem Fall lief das Spiel ohne Eingriff weiter.
Kurz vor der Pause erhielten die Gäste ihre beste Gelegenheit des ersten Durchgangs. Agoumé schloss flach ab und zielte auf die rechte Ecke. Thibaut Courtois streckte sich vollständig und lenkte den Ball mit einer starken Parade um den Pfosten. Real ging dadurch mit einer komfortablen Führung in die Kabine.
Zweite Halbzeit: Diomande krönt den deutlichen Heimsieg
Luis García Plaza reagierte und brachte mit Chidera Ejuke einen weiteren offensiven Spieler. Der Einwechselspieler kam schnell zu zwei Möglichkeiten. Seinen ersten Abschluss setzte er über das Tor, bei seinem zweiten Versuch musste Valverde eingreifen. Der Uruguayer klärte den Volley, als Courtois bereits geschlagen schien.
Real Madrid ließ das Spiel nun offener werden, blieb offensiv aber gefährlich. Diomande bereitete Iglesias auf der linken Seite weiterhin große Probleme. Der Ivorer setzte sich mit seiner Schnelligkeit regelmäßig durch und war von Sevillas Rechtsverteidiger kaum zu kontrollieren.
Nicht jede Aktion des jungen Flügelspielers war sauber ausgespielt. Bei Pässen und Abschlüssen zeigte sich, dass Diomande in seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist. Seine Bereitschaft, immer wieder ins direkte Duell zu gehen, machte ihn dennoch zum auffälligsten Offensivspieler der Königlichen.
Ein weiterer Tiefenpass Diomandes leitete schließlich das 3:0 ein. Mbappé startete hinter Castrín, erreichte den Ball und wurde vom Verteidiger von hinten zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter.
Mbappé trat selbst an und verwandelte den Strafstoß mit einem Panenka in die Mitte des Tores. Mit seinem zweiten Treffer des Abends entschied der Franzose die Partie endgültig.
Mourinho richtete den Blick anschließend bereits auf die kommenden Aufgaben. Nacheinander nahm er unter anderem Endrick, Bellingham, Güler und Mbappé vom Platz. Die Leistungsträger erhielten vor dem Champions-League-Spiel gegen RB Leipzig und dem anschließenden Clásico eine Verschnaufpause.
Sevilla gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht vollständig auf. Manu Bueno erzielte den Anschlusstreffer und belohnte die Gäste damit für ihre Bemühungen in der zweiten Halbzeit. Für eine ernsthafte Wende reichte das Tor allerdings nicht mehr.
Den Schlusspunkt setzte der beste Spieler des Abends. Diomande zog von außerhalb des Strafraums ab und krönte seinen starken Auftritt mit dem Treffer zum 4:1-Endstand. Nach seinen zahlreichen gefährlichen Läufen und seiner Beteiligung an mehreren Angriffen erhielt der Ivorer damit auch seinen persönlichen Lohn.
Für einen weiteren emotionalen Moment sorgte Éder Militão. Der Brasilianer wurde im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt und absolvierte rund sechs Monate nach seiner schweren Oberschenkelverletzung wieder ein Pflichtspiel für Real Madrid.
RMXpress Fazit
Real Madrid musste sich diesmal nicht wie in Rom zunächst selbst in eine nahezu aussichtslose Situation bringen. Die Königlichen kontrollierten weite Teile der Begegnung, waren im Abschluss konsequent und fanden mit Güler einen Spieler, der dem Aufbau Struktur und Kreativität verlieh.
Mourinhos Veränderungen zahlten sich aus. Valverde bot als Rechtsverteidiger Dynamik und defensive Aufmerksamkeit, während Güler im Zentrum erneut zeigte, dass Real Madrid nur schwer auf seine spielerischen Fähigkeiten verzichten kann. Die Entscheidung, Endrick auf der rechten Seite eine weitere Chance zu geben, sorgte ebenfalls für zusätzliche Bewegung in der Offensive.
Der große Gewinner des Abends war jedoch Diomande. Der Ivorer nutzte die durch Vinícius’ Sperre entstandene Gelegenheit, bereitete Sevilla mit seinem Tempo enorme Probleme und krönte seine Leistung mit einem Tor. Vor dem Clásico hat er damit ein deutliches Bewerbungsschreiben abgegeben.
Ganz ohne Warnsignale verlief die Partie nicht. Sevilla erspielte sich trotz der klaren Niederlage mehrere Möglichkeiten und zwang Courtois zu einer wichtigen Parade. Auch Valverde musste einmal kurz vor dem eigenen Tor retten. Gegen Leipzig und insbesondere beim Clásico wird Real defensiv weniger Räume anbieten dürfen.
Die Diskussion um Gülers möglichen Platzverweis wird ebenfalls bleiben. Der Türke hätte Real Madrid bei einem anderen Ausgang der Schiedsrichterentscheidung früh in Unterzahl bringen können. Anschließend prägte er das Spiel allerdings mit seinem Tor und seiner starken Leistung.
Der 4:1-Erfolg bringt Real Madrid in der Liga wieder bis auf sechs Punkte an den FC Barcelona heran. Noch wichtiger ist die sportliche Entwicklung: Die Königlichen kombinierten die bereits vorhandene Abschlussstärke mit deutlich mehr Qualität im Spielaufbau. Diese Verbesserung kommt unmittelbar vor der entscheidenden Belastungsprobe zur richtigen Zeit.
Real Madrid gegen Sevilla
Real Madrid
Sevilla
Halbzeit 2:0
Startelf und Ersatzspieler
Sevilla
4-2-3-1
Real Madrid
4-2-3-1
José Mourinho
Ersatzspieler (12)
Ersatzspieler (13)
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Thibaut Courtois
#1 · Tor · 90 Minuten
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Dean Huijsen
#4 · Abwehr · 90 Minuten
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Federico Valverde
#8 · Abwehr · 85 Minuten
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Ibrahima Konaté
#16 · Abwehr · 90 Minuten
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Marc Cucurella
#17 · Abwehr · 90 Minuten
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Jude Bellingham
#5 · Mittelfeld · 69 Minuten
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Endrick
#9 · Mittelfeld · 69 Minuten
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Aurélien Tchouaméni
#14 · Mittelfeld · 90 Minuten
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Arda Güler
#15 · Mittelfeld · 78 Minuten
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Yan Diomande
#25 · Mittelfeld · 90 Minuten
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Kylian Mbappé
#10 · Angriff · 84 Minuten
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Andriy Lunin
#13 · Tor · Nicht eingesetzt
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Javier Navarro
#31 · Tor · Nicht eingesetzt
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Éder Militão
#3 · Abwehr · 10 Minuten
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Trent Alexander-Arnold
#12 · Abwehr · Nicht eingesetzt
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Álvaro Carreras
#18 · Abwehr · Nicht eingesetzt
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Antonio Rüdiger
#22 · Abwehr · Nicht eingesetzt
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Denzel Dumfries
#24 · Abwehr · Nicht eingesetzt
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Eduardo Camavinga
#6 · Mittelfeld · 12 Minuten
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Bernardo Silva
#20 · Mittelfeld · 21 Minuten
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Brahim Díaz
#21 · Mittelfeld · 21 Minuten
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Thiago Pitarch
#27 · Mittelfeld · Nicht eingesetzt
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Carlos Espí
#19 · Angriff · 10 Minuten
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Barcelona
9
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Atletico Madrid
9
+11
22
Real Madrid
9
+14
21
Real Betis
9
+2
19
Real Sociedad
9
+0
16
Sevilla
9
-2
14
Alaves
9
+3
11
Celta Vigo
9
+3
11
Deportivo La Coruna
9
+1
11
Osasuna
9
-8
11
Athletic Club
7
+1
9
Villarreal
9
+0
9
Espanyol
9
-1
8
Rayo Vallecano
7
-5
8
Getafe
8
-6
8
Racing Santander
9
-12
8
Levante
8
-4
7
Elche
9
-6
7
Valencia
9
-9
6
Malaga
9
-12
4
