„Manche Dinge, die ich gelesen habe, waren einfach absurd“
Courtois sparte nicht an klaren Worten, als er die Berichterstattung der letzten Wochen einordnete.
„Ich habe einige Dinge von euch (der Presse) gelesen und mir nur gedacht: Oh mein Gott.“
Der Schlussmann kritisierte vor allem das Bild, das einige Medien von der Kabinenkultur des Vereins gezeichnet hatten.
„Ihr glaubt, dieser Klub sei ein Kindergarten, in dem wir machen, was wir wollen – aber so ist es nicht.“
Der Belgier betonte den professionellen Umgang innerhalb des Vereins und widersprach der Darstellung einer Spielergruppe, die sich über Strukturen oder sportliche Leitung hinwegsetzen würde:
„Wir respektieren jeden Trainer, der kommt, den medizinischen Staff, einfach alle. Viel von der Kritik ist unfair.“
Gleichzeitig zeigte Courtois Verständnis dafür, dass nicht jede Information falsch sei – und schob eine selbstkritische Note nach:
„Manche Informationen sind allerdings korrekt, und damit habe ich kein Problem. Deshalb sage ich auch: Wir tragen ebenfalls Schuld und haben das akzeptiert.“
Klare Worte zu Xabi Alonso: „Kein Spieler hat ihn hintergangen“
Ein zentrales Thema der letzten Wochen war die Frage, ob Teile der Mannschaft unter Xabi Alonso unzufrieden waren oder sogar aktiv gegen den Trainer gearbeitet hätten. Courtois stellte dies entschieden klar.
„Kein Spieler hat Xabi Alonso hintergangen. Ich denke, wir haben gute Arbeit geleistet.“
Besonders störte ihn die Behauptung, Spieler hätten ein Problem mit taktischem Input oder Videoanalyse gehabt.
„Es wurde gesagt, wir hassen Taktik, wir hassen die Videoanalysen…“
Courtois untermauerte seine Position mit einem Verweis auf die eigene Vergangenheit:
„Ich hatte Antonio Conte, bei dem wir jeden Tag eine Stunde gearbeitet haben, und ich war dabei und hatte kein Problem damit – weil wir Profis sind und meine Arbeit Priorität hat.“
Nach seiner Einschätzung sei die Zusammenarbeit mit Xabi Alonso keineswegs gescheitert, sondern durch eine ganz natürliche Leistungskurve geprägt gewesen.
„Ich denke, die ersten Monate mit Xabi liefen sehr gut, und dann hatten wir eine schwache Phase. Das passiert im Fußball.“
Ein Spieler spricht für die Kabine
Mit seinen Statements sendet Courtois eine klare Botschaft: Die Mannschaft steht geschlossen da, übernimmt Verantwortung und weist gleichzeitig Übertreibungen in der öffentlichen Wahrnehmung zurück. Seine Worte wirken wie eine Mischung aus Verteidigung, Selbstkritik und Loyalität – gegenüber dem Verein, den Trainern und den Mitspielern.
Real Madrid befindet sich weiterhin in einer sensiblen Phase der Saison. Doch Courtois machte deutlich, dass die Mannschaft trotz aller Turbulenzen vereint ist – und sich der Erwartungshaltung bewusst bleibt.
Der überzeugende Sieg im Champions League Achtelfinale im Bernabéu gibt dem Torhüter Recht.
