Courtois über das Spiel und die schwächere zweite Halbzeit
Thibaut Courtois blieb gegen Málaga ohne Gegentreffer und zeigte sich mit dem Auftritt insgesamt zufrieden – allerdings nicht mit jeder Phase des Spiels.
Über das Spiel: „Es war sehr gut. Ich glaube, die erste Halbzeit war sehr stark, wir haben drei Tore gemacht. Es stimmt aber auch, dass wir uns in den letzten fünf oder zehn Minuten zu weit zurückgezogen haben und Málaga dadurch zu einigen Chancen kam. In der Halbzeit hat der Trainer verlangt, dass wir versuchen, noch mehr Tore zu erzielen, vor allem aber keinen Gegentreffer kassieren. Es ist auch wichtig zu wissen, wie man ein Ergebnis kontrolliert. In der zweiten Halbzeit haben wir allerdings nicht mehr so gut gespielt. Wir hatten einige Chancen, haben aber mit Ball etwas das Tempo verloren und Málaga zu viel Ballbesitz gelassen. Das ist ein Punkt, den wir verbessern müssen. Am Ende fällt noch das vierte Tor, wodurch das Spiel gut endet. Aber in der zweiten Halbzeit hätten wir noch einen Gang hochschalten müssen, auch um das Bernabéu weiter zu unterhalten. Trotzdem ist ein 4:0 ein gutes Ergebnis.“
Für Courtois ist die erste Halbzeit der Maßstab, an dem sich Real Madrid orientieren sollte.
Über die gewünschte Spielweise: „Ich glaube, genau so wollen wir spielen: mit Tempo, Kontrolle und Gegenpressing nach Ballverlusten. Wenn wir das in jedem Spiel umsetzen, kann uns ein schönes Jahr erwarten. Dafür muss aber jeder über 90 Minuten arbeiten. Ich hoffe außerdem, dass alle gesund bleiben, denn das ist das Wichtigste. Die Art und Weise, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, ist der Weg, den wir weitergehen müssen.“
Courtois über die weiße Weste
Nach zwei Gegentoren in den ersten beiden Ligaspielen blieb Real Madrid diesmal erstmals ohne Gegentreffer.
Über die Bedeutung des Zu-null-Spiels: „Das ist wichtig für das Vertrauen und für die gesamte Mannschaft. Die beiden Gegentore, die wir bisher in der Liga kassiert haben, hätten verhindert werden können. Daraus lernen wir.“
Courtois warnte zugleich davor, bei deutlichen Führungen die Konzentration zu verlieren.
Über die Gefahr bei klaren Spielständen: „Wenn du so überlegen bist, musst du trotzdem weiter gut arbeiten. Ein 3:0 zur Halbzeit kann ein bisschen gefährlich sein. Vielleicht nimmst du etwas Tempo heraus, dann kassierst du ein Tor, der Gegner bekommt Selbstvertrauen und vielleicht fällt durch Pech sogar noch das zweite. Plötzlich hast du wieder ein schwieriges Spiel.“
Über Mourinhos Halbzeitansprache: „Genau das hat der Trainer in der Halbzeit gesagt: Wir müssen das Spiel mit derselben Ernsthaftigkeit angehen, als würden wir nur 1:0 oder 2:1 führen. Am Ende ist es gut, keinen Gegentreffer kassiert zu haben. Jetzt wartet ein schwieriges Auswärtsspiel und danach beginnt die Champions League. Wir gehen mit großer Vorfreude in diese Wochen.“
Courtois über Mourinhos Rotation
Mourinho hatte gegen Málaga mehrere Änderungen in der Startelf vorgenommen. Für Courtois zeigt das vor allem die Qualität des gesamten Kaders.
Über die Veränderungen in der Startelf: „Der Trainer hatte bereits angekündigt, dass er mehrere Spieler wechseln würde. Er hat es schon am Mittwoch gesagt, weil alle sehr gut trainieren und sich viele ebenfalls Einsatzzeit verdient haben.“
Über die Breite des Kaders: „Ich glaube, wenn man in allen Wettbewerben weit kommen will, ist es wichtig, auf jeden Spieler zählen zu können. Wir haben einen sehr guten Kader. Wenn du heute auf die Bank schaust, siehst du dort sehr viel Qualität – genauso wie in der Startelf.“
Für Courtois ist diese Konkurrenz ein Vorteil.
Über den internen Konkurrenzkampf: „Das ist gut für einen Trainer bei seinen Entscheidungen und auch gut für uns Spieler. Konkurrenz sorgt dafür, dass man weiterarbeitet und weiß, dass der eigene Platz niemals garantiert ist. Das macht uns besser und stärker.“
Bellingham über seine neue Freiheit
Jude Bellingham erzielte das erste Tor gegen Málaga und war auch am zweiten Treffer entscheidend beteiligt.
Der Engländer fühlt sich in seiner aktuellen Rolle sichtbar wohl.
Über seine Position: „Ich spiele jetzt etwas freier und habe die Freiheit, mich je nach Bedarf weiter vorne oder weiter hinten zu bewegen. Ich genieße das sehr und deshalb spiele ich momentan auch gut.“
Bellingham über die Leistung gegen Málaga
Auch Bellingham unterschied klar zwischen den verschiedenen Phasen der Partie.
Über das Spiel: „In der ersten Halbzeit haben wir ein großartiges Spiel gemacht. Aber die letzten 20 Minuten waren wirklich schlecht. Ich weiß nicht genau, warum, aber sie waren nicht gut.“
Damit teilte der Engländer die Einschätzung von Courtois, dass Real Madrid trotz des klaren Ergebnisses über 90 Minuten noch konstanter auftreten muss.
Bellingham über die Ovation im Bernabéu
Bei seiner Auswechslung wurde Bellingham von den Fans im Santiago Bernabéu lautstark gefeiert.
Über die Ovation: „Das ist immer etwas ganz Besonderes. Es ist eine Ehre, für diesen Klub, in diesem Stadion und vor diesen Fans spielen zu dürfen. Die Ovation war sehr schön.“
Bellingham über die Tiefe des Kaders
Trotz mehrerer Änderungen gegenüber dem Spiel gegen Real Sociedad blieb das Leistungsniveau hoch.
Über den Kader: „Wir haben eine sehr starke Mannschaft. Wir sind ein Topteam und haben auf allen Positionen Qualität.“
Über die Spieler, die neu in die Startelf kamen: „Wenn der Trainer etwas verändern möchte, sind die Spieler, die im vorherigen Spiel nicht dabei waren, intelligent genug, um sofort ihre Rolle zu übernehmen. Deshalb haben sie heute so gut gespielt.“
RMXpress Fazit
Courtois und Bellingham waren sich nach dem 4:0 in einem Punkt einig: Das Ergebnis war stark, aber Real Madrid hätte die Partie über 90 Minuten konstanter kontrollieren können. Besonders die erste Halbzeit entsprach genau dem Bild, das Mourinho von seiner Mannschaft sehen möchte: Tempo, Gegenpressing, Kontrolle und viel Qualität im letzten Drittel.
Gleichzeitig zeigt die Rotation, dass Real Madrid aktuell nicht von elf Spielern abhängig ist. Mehrere Akteure rückten neu in die Startelf und das Niveau blieb hoch. Courtois sieht darin einen entscheidenden Vorteil für die lange Saison. Bellingham wiederum wirkt in seiner freieren Rolle zunehmend wie der Spieler, der Real Madrid schon in seiner ersten Saison geprägt hatte.
