Januar: Fehlstart und erste Zweifel
Als Álvaro Arbeloa am 14. Januar bei Real Madrid übernahm, begann seine Amtszeit denkbar schlecht.
Beim Debüt folgte ein blamables Pokalaus gegen Drittligist Albacete (2:3) – ein Start, der sofort für Diskussionen sorgte.
Schon in dieser ersten Woche wurde Arbeloa in den spanischen Medien mit möglichen Nachfolgern konfrontiert – darunter Mauricio Pochettino, Jürgen Klopp und Unai Emery.
Doch aus seinem Umfeld hieß es:
Für Arbeloa seien solche Spekulationen bei einem Klub wie Real Madrid völlig normal.
Erste Reaktion: Drei Siege als Antwort
Die Mannschaft reagierte sportlich:
- 2:0 gegen Levante (LaLiga)
- 6:1 gegen Monaco (Champions League)
- 2:0 bei Villarreal (LaLiga)
Ein starker Zwischenlauf, der zeigte, dass Arbeloa schnell Zugriff auf das Team bekam.
Ende Januar: Rückschlag und erste strukturelle Probleme
Am 28. Januar folgte ein Rückschlag:
4:2 gegen Benfica Lissabon – und damit der Verlust eines sicheren Top-8-Platzes in der Champions League.
Die Konsequenz: Der unnötige Gang in die Champions League Playoffs – ausgerechnet wieder gegen Benfica.
Februar: Stabilisierung – aber keine Konstanz
Der Februar begann positiv:
- Siege gegen Rayo, Valencia und Real Sociedad
- 1:0 im Playoff-Hinspiel in Lissabon
Doch am 21. Februar folgte der nächste Dämpfer:
2:1-Niederlage bei Osasuna
Anfang März: Tiefpunkt und wachsender Druck
Zwar zog Real Madrid mit einem 2:1 gegen Benfica im Rückspiel ins Achtelfinale ein, doch kurz darauf folgte der nächste Rückschlag:
0:1 gegen Getafe (02.03)
Innerhalb weniger Tage verlor Real Madrid die Tabellenführung und lag plötzlich vier Punkte hinter FC Barcelona.
Noch vor wenigen Wochen herrschte rund um den Klub spürbarer Pessimismus – auch im Umfeld von Arbeloa.
Hinter den Kulissen: Ein neuer Ton
Parallel dazu veränderte sich intern einiges.
Quellen berichten, dass Arbeloa und sein Trainerteam ein engeres Verhältnis zur Mannschaft pflegen als Alonso zuvor. Der Trainer gilt als zugänglich, nahbar – viele Spieler suchen aktiv den Austausch mit ihm.
Auch im Alltag wurden Anpassungen vorgenommen:
Unter Xabi Alonso waren Abläufe deutlich strikter, der Zugang zum Team eingeschränkt.
Unter Arbeloa ist das Umfeld offener und entspannter geworden.
Interessant: Trotz öffentlicher Kritik, er spreche wenig über Taktik, gilt intern das Gegenteil.
„Er und sein Staff haben jedes Detail unter Kontrolle.“
März: Der Wendepunkt
Dann kippte die Dynamik komplett:
- 06.03: 2:1-Sieg bei Celta Vigo (90’+4 durch Federico Valverde)
- 11.03: 3:0 gegen Manchester City
- 14.03: 4:1 gegen Elche CF – mit bis zu sieben Eigengewächsen auf dem Platz
Besonders auffällig: Arbeloa setzte bewusst auf die Jugend.
Spieler wie Thiago Pitarch nutzten ihre Chance – und wurden schnell zu Publikumslieblingen.
Der Höhepunkt: City ausgeschaltet
Am 17. März folgte der bisher größte Moment:
2:1 im Etihad Stadium – 5:1 insgesamt gegen Manchester City
Real Madrid überzeugte taktisch, diszipliniert und effizient. Arbeloa gewann das Duell gegen Pep Guardiola – und sammelte endgültig Argumente auf höchstem Niveau.
Seitdem ist auch die Lautstärke der Trainergerüchte deutlich abgeflacht.
Entwicklung der Mannschaft
Parallel zum sportlichen Erfolg verbesserten sich mehrere Schlüsselspieler:
- Vinícius Júnior wieder in Topform
- Federico Valverde als torgefährlichen Führungsspieler
- Dean Huijsen stabilisiert die Defensive
- Thiago Pitarch integriert
Arbeloa hat es geschafft, Leistungsträger zu entwickeln und gleichzeitig die Breite des Kaders zu erhöhen.
Blick nach vorne
Im Viertelfinale wartet nun der FC Bayern München.
Eine bemerkenswerte Serie spricht für Madrid:
In den letzten vier K.o.-Duellen gegen Bayern setzte sich Real Madrid durch – und wurde anschließend jeweils Champions-League-Sieger.
Zuvor steht jedoch das Derby gegen Atlético Madrid am 22. März an.
Nach der 5:2-Niederlage im Metropolitano bietet sich die Chance auf Wiedergutmachung – und ein mögliches Statement vor der Länderspielpause.
RMXpress-Fazit
Álvaro Arbeloa hat in kürzester Zeit eine komplette Entwicklung durchlaufen – von Zweifel und Kritik hin zu Anerkennung und Vertrauen.
Vom Pokal-Aus gegen Albacete über Rückschläge in Liga und Champions League bis hin zum dominanten Ausschalten von Manchester City: Diese Reise zeigt seine Qualität.
Besonders entscheidend:
- Nähe zur Mannschaft
- Mut zur Jugend
- taktische Klarheit
- Entwicklung einzelner Spieler
Seine Zukunft bleibt zwar weiterhin ergebnisabhängig – doch gerade der Erfolg in der Champions League hat ihm in der schwierigsten Phase entscheidendes Vertrauen verschafft.
Die logische Konsequenz:
Arbeloa hat sich die Chance verdient, dieses Projekt weiterzuführen.
