Internationale Presse kritisiert Tebas scharf – „Er muss zurücktreten“

Javier Tebas’ Vergleich zwischen der Führung von Real Madrid und NS-Propagandaminister Joseph Goebbels sorgt international für Empörung. Besonders deutlich reagiert der deutsche Kicker.

Kicker fordert den Rücktritt von Javier Tebas

Die Äußerungen von Javier Tebas haben weit über Spanien hinaus für Aufsehen gesorgt. Der Präsident von LaLiga und Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes RFEF verglich das Vorgehen der Führung von Real Madrid mit den Propagandamethoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister des nationalsozialistischen Regimes. Real Madrid reagierte bereits gestern darauf.

Die schärfste Reaktion kommt aus Deutschland. Thomas Böker fordert im Fußballmagazin Kicker den Rücktritt des Ligapräsidenten.

Kicker: „Das ist eine Beleidigung der Opfer: Tebas muss zurücktreten. Er hat eine Grenze überschritten, die nicht mehr zu reparieren ist. Angesichts des historischen Hintergrunds kann es nur eine Konsequenz geben.“


Europas Medien greifen den Konflikt auf

Auch in der Schweiz, Frankreich und Italien beschäftigen sich führende Sportmedien mit den Aussagen. Dabei steht neben dem historischen Vergleich vor allem die erneute Eskalation zwischen Real Madrid und dem Ligapräsidenten im Mittelpunkt.

Blick: „Javier Tebas lässt jegliche Diplomatie vermissen, die man vom Präsidenten einer europäischen Spitzenliga erwarten dürfte.“

L’Équipe: „Real Madrid fordert den Rücktritt von Javier Tebas, nachdem dieser die ‚Methoden‘ des vereinseigenen Fernsehsenders mit der NS-Propaganda von Goebbels verglichen hatte.“

La Gazzetta dello Sport: „Heftiger Zusammenstoß in LaLiga! Nach dem Angriff des Ligapräsidenten bricht in Spanien eine Kontroverse aus. Real Madrid erklärt: ‚Wir fordern seinen sofortigen Rücktritt.‘“


Britische und internationale Stimmen berichten über die Eskalation

In Großbritannien und den Vereinigten Staaten wird der Konflikt ebenfalls breit aufgegriffen. Mehrere Medien stellen den Zusammenhang zu Real Madrid TV und der wiederkehrenden Kritik des Vereins am spanischen Schiedsrichterwesen heraus.

The Guardian: „Javier Tebas griff Real Madrid am Freitag in den sozialen Netzwerken mit einem ausführlichen Beitrag an. Darin verglich er die Bemühungen des Vereins, die Schiedsrichter zu diskreditieren, mit den Propagandatechniken des nationalsozialistischen Deutschlands.“

Goal: „Real Madrid befindet sich erneut im Konflikt mit LaLiga-Präsident Javier Tebas und fordert sogar dessen Rücktritt. Auslöser ist ein äußerst unangebrachter Vergleich.“

BBC: „Real Madrid hat den ‚sofortigen Rücktritt‘ von LaLiga-Präsident Javier Tebas gefordert, nachdem dieser die Vereinsführung mit dem nationalsozialistischen Propagandachef Joseph Goebbels verglichen hatte.“

Reuters: „Real Madrid forderte am Freitag den Rücktritt von LaLiga-Präsident Javier Tebas. Zuvor hatte dieser die Rhetorik der Vereinsführung mit den Propagandamethoden der NSDAP verglichen.“

ESPN: „Real Madrid hat erneut den Rücktritt von Javier Tebas gefordert. Der Präsident von LaLiga hatte Real Madrid TV vorgeworfen, sich der von Goebbels genutzten ‚Propagandamechanismen‘ zu bedienen.“


Olé sieht den bisherigen Höhepunkt des Machtkampfes

Die argentinische Sportzeitung Olé ordnet die Kontroverse als vorläufigen Höhepunkt eines Konflikts ein, der Real Madrid und Tebas schon seit längerer Zeit begleitet.

Olé: „Der Kampf zwischen Real Madrid und Javier Tebas hat seinen Höhepunkt erreicht. Der Verein und der Ligapräsident liefern sich schon seit geraumer Zeit gegenseitige Spitzen. In der spanischen Hauptstadt eskalierte die Situation jedoch, nachdem der gleichzeitige Vizepräsident des RFEF die Kommunikation der Königlichen mit dem Propagandaregime der Nationalsozialisten verglichen hatte.“


RMXpress Fazit

Die internationalen Reaktionen zeigen, dass der Konflikt längst über die Grenzen des spanischen Fußballs hinausreicht. Insbesondere der Kicker bewertet den historischen Vergleich nicht mehr als gewöhnliche verbale Entgleisung, sondern als untragbar für den Präsidenten einer der wichtigsten Fußballligen Europas.

Tebas hat mit seiner Wortwahl eine Grenze überschritten und damit die eigentliche Auseinandersetzung mit Real Madrid in den Hintergrund gedrängt. Statt über Schiedsrichterkritik und Real Madrid TV wird nun vor allem über die Angemessenheit seines Amtes diskutiert.

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