Tchouaméni vor dem Roma-Spiel: „Mit dem Ball haben wir noch nicht unser bestes Niveau erreicht“

Aurélien Tchouaméni hat vor dem Champions-League-Spiel gegen die AS Rom offen über die spielerischen Probleme von Real Madrid gesprochen. Der Franzose räumte ein, dass die Mannschaft mit dem Ball bislang nicht ihr bestes Niveau erreicht hat, verteidigte die Arbeit unter José Mourinho und äußerte sich zur Diskussion um einen kreativen Mittelfeldspieler. Auch die Schiedsrichterdebatte und der Ballon d’Or waren Themen der Pressekonferenz.

Tchouaméni über die Roma und Real Madrids spielerische Entwicklung

Nach dem erfolgreichen Champions-League-Auftakt gegen Inter Mailand will Real Madrid auch im zweiten Spiel der Ligaphase drei Punkte holen. Am Mittwochabend treffen die Königlichen im Stadio Olimpico auf die AS Rom. Für Aurélien Tchouaméni ist die Ausgangslage klar: Die Mannschaft möchte den positiven Start in den Wettbewerb bestätigen, weiß aber gleichzeitig um die Schwierigkeit der Auswärtsaufgabe.

Über das Spiel gegen die Roma: „Es ist ein wichtiges Spiel. Wir sind gegen Inter bestmöglich gestartet und wollen gegen die Roma genauso weitermachen.“

Der französische Mittelfeldspieler beschäftigt sich bereits mit dem kommenden Gegner und erwartet eine anspruchsvolle Begegnung.

Über die Qualität der Roma: „Wir wissen, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft spielen werden. Ich schaue mir ihre Spiele an und weiß, dass es schwierig wird. Außerdem spielen wir auswärts. Aber wir haben die Qualität, um zu gewinnen, und werden alles dafür versuchen.“

Neben der sportlichen Ausgangslage wurde Tchouaméni auch auf die bisherige Entwicklung von Real Madrid angesprochen. Nach den ersten Wochen unter Mourinho gibt es weiterhin Diskussionen über die Spielweise der Mannschaft. Besonders die fehlende Kontrolle im Ballbesitz und die Schwierigkeiten im Spielaufbau stehen regelmäßig im Mittelpunkt.

Der Franzose räumte ein, dass die Königlichen in dieser Hinsicht noch deutliches Verbesserungspotenzial besitzen.

Über die bisherige Spielweise: „Es gibt viele Dinge, die wir verbessern können. Mit dem Ball haben wir seit Saisonbeginn sicherlich noch nicht auf unserem besten Niveau gespielt. Aber wir arbeiten im Training daran und ich bin sicher, dass wir besser werden.“

Auch die Kritik am bisherigen Saisonverlauf betrachtet Tchouaméni als Teil der besonderen Anforderungen bei Real Madrid. Entscheidend sei für ihn, dass die Mannschaft ruhig bleibe und kontinuierlich an ihren Schwächen arbeite.

Über die Kritik an Real Madrid: „Wir wissen, dass es Kritik gibt, wenn man für Real Madrid spielt. Das Wichtigste ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und zu versuchen, sich als Mannschaft zu verbessern. Wir können die Dinge definitiv besser machen und arbeiten jeden Tag daran.“

Den sportlichen Erfolg will der Franzose allerdings nicht ausschließlich an den bisherigen Leistungen messen.

Über die Saisonziele: „Am wichtigsten ist, was wir am Ende der Saison gewinnen. Dafür werden wir kämpfen.“

#14 🇫🇷 Aurélien Tchouaméni Aurélien Tchouaméni Mittelfeld 7Spiele 0Tore 1Assists Zum Spielerprofil

Kreativität im Mittelfeld, Laufleistung und Mourinhos Anforderungen

Ein weiterer Schwerpunkt der Pressekonferenz war die Diskussion um die Zusammensetzung des Real-Madrid-Mittelfelds. Seit Saisonbeginn wird regelmäßig darüber gesprochen, ob der Mannschaft ein zusätzlicher kreativer Spieler fehlt, der den Spielaufbau organisiert und die Verbindung zwischen Defensive und Offensive verbessert. Tchouaméni wollte sich zu möglichen personellen Veränderungen jedoch nicht öffentlich positionieren.

Über einen zusätzlichen kreativen Mittelfeldspieler: „Ich habe meine eigene Meinung dazu. Aber es ist eure Aufgabe, darüber zu sprechen, was wir brauchen. Mit den Spielern, die wir haben, geben wir alles. Wir besitzen in bestimmten Bereichen außergewöhnliche Qualitäten, aber das Wichtigste ist, dass wir im Mittelfeld als Mannschaft zusammenarbeiten.“

Als die Frage später erneut gestellt wurde, blieb der Franzose bei seiner Haltung.

Über seine persönliche Meinung zur Kaderplanung: „Ich werde heute nicht über dieses Thema sprechen. Das Wichtigste ist das Spiel morgen. Ihr könnt den Trainer oder den Präsidenten danach fragen. Ich bin Spieler, habe meine Meinung dazu, aber werde heute nicht darüber sprechen.“

Auch das Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Angriff wurde thematisiert. Dabei verwies Tchouaméni auf den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und die individuellen Qualitäten der Offensivspieler.

Über die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff: „Was ich sehe, ist, dass wir als Mannschaft eine gute Beziehung zueinander haben und jeder Spieler versucht, den anderen bestmöglich zu unterstützen. Mit der Verpflichtung von Diomande haben wir noch einmal zusätzliche Qualität bekommen. Wir werden alles geben, um Titel zu gewinnen.“

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Laufleistung von Real Madrid. Statistiken zeigen regelmäßig, dass die Königlichen weniger Kilometer zurücklegen als ihre Gegner. Für Tchouaméni ist die reine Distanz allerdings nicht immer der entscheidende Maßstab.

Über die Laufstatistiken: „Wir müssen intelligent laufen. Das sind Statistiken. Manchmal zeigen sie, was wir verbessern müssen, und manchmal nicht. Es gibt sicherlich Spiele, in denen wir gut gespielt haben, obwohl wir nicht so viel gelaufen sind.“

Damit machte der Franzose deutlich, dass es aus seiner Sicht nicht ausschließlich darauf ankommt, möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Entscheidend sei vielmehr, die Laufwege sinnvoll einzusetzen und als Mannschaft richtig zu agieren.

Auch über seine persönliche Zusammenarbeit mit José Mourinho sprach Tchouaméni. Nach seinen körperlichen Problemen arbeitet der Mittelfeldspieler weiterhin daran, wieder seine bestmögliche Verfassung zu erreichen.

Über Gespräche mit Mourinho: „Ja, wir haben miteinander gesprochen. Er hat mir erklärt, was er von mir erwartet und wie ich der Mannschaft helfen kann. Schritt für Schritt finde ich wieder zu meinem Niveau und meiner körperlichen Verfassung zurück.“

Besonders wichtig ist Mourinho offenbar die Balance im Zentrum. Angesichts der zahlreichen offensiv ausgerichteten Spieler soll Tchouaméni für Stabilität sorgen, gleichzeitig aber auch Verantwortung im Spiel nach vorne übernehmen.

Über Mourinhos taktische Vorgaben: „Er hat mich in Valencia gebeten, für Gleichgewicht zu sorgen. Das ist bei all den offensiven Spielern, die wir haben, sehr wichtig. Außerdem soll ich mit dem Ball nach vorne schauen und Tore erzielen. Aber vor allem geht es um die Balance.“

Auf die Einschätzung angesprochen, Mourinho interessiere sich stärker für Ergebnisse als für die Qualität des Spiels, reagierte Tchouaméni zurückhaltend.

Über Mourinhos Ergebnisorientierung: „Das ist deine Meinung. Natürlich will der Trainer gewinnen, und das ist das Wichtigste.“


Schiedsrichterfrust nach Villarreal und Mbappé als Ballon-d’Or-Favorit

Auch die jüngsten Schiedsrichterdiskussionen rund um Real Madrid wurden während der Pressekonferenz angesprochen. Nach dem 1:0 gegen Villarreal hatte Tchouaméni gegenüber Real Madrid TV bereits sein Unverständnis über die Rote Karte gegen Vinícius geäußert. In Rom wurde er deshalb erneut gefragt, wie groß die Verärgerung innerhalb der Mannschaft sei und wie Mourinho auf die Situation reagiert habe. Der Franzose wollte die Diskussion allerdings nicht weiter vertiefen.

Über die Schiedsrichterentscheidungen: „Ich möchte nicht über die Schiedsrichter sprechen. Sie versuchen, ihr Bestes zu geben, aber im Moment sind wir wegen einiger Entscheidungen sehr frustriert. Das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben. Jetzt müssen wir nach vorne schauen.“

Damit bestätigte Tchouaméni zwar die Unzufriedenheit innerhalb der Mannschaft, verzichtete jedoch auf weitere Vorwürfe oder eine erneute Bewertung einzelner Szenen.

Zum Abschluss wurde der Mittelfeldspieler auch nach dem Ballon d’Or gefragt. Anders als bei der Diskussion über einen kreativen Mittelfeldspieler hatte er hier eine klare Meinung. Sein Favorit ist Kylian Mbappé.

Über den Ballon d’Or: „Kylian hat ihn verdient. Er hat eine unglaubliche Saison gespielt. Und wenn es nicht Kylian wird, dann andere Franzosen wie Ousmane Dembélé oder Michael Olise, die ebenfalls sehr stark gespielt haben.“

Die Pressekonferenz endete schließlich mit einem kleinen humorvollen Moment. Nach einem Missverständnis bei der Übersetzung der letzten Frage verabschiedete sich Tchouaméni lächelnd mit den französischen Worten: „C’est fini.“

Damit war sein Auftritt vor den Medien beendet.


Mixed Zone: Tchouaméni blickt bereits auf den Clásico

Aurélien Tchouaméni stellte sich nach seiner Pressekonferenz in der Mixed Zone weiteren Fragen. Dabei ging es unter anderem um den bevorstehenden Clásico gegen den FC Barcelona am 25. Oktober. Für den französischen Mittelfeldspieler besitzt das Duell der beiden spanischen Rivalen eine besondere Bedeutung, die unabhängig von der aktuellen Form oder den Ergebnissen der vergangenen Wochen ist.

Über die Bedeutung des Clásico: „Der Clásico ist ein ganz besonderes Spiel. Egal, ob du 15 Spiele in Folge gewinnst oder zwei hintereinander verlierst – der Clásico ist völlig anders.“

Tchouaméni betonte, dass solche Begegnungen besondere Anforderungen an die Mannschaft stellen. Die aktuelle Tabellenkonstellation oder eine mögliche Siegesserie seien deshalb nicht allein entscheidend.

Über die Vorbereitung auf Barcelona: „Es ist ein Spiel, in dem es besondere Dinge braucht, um zu gewinnen. Wir werden die kommenden Spiele bestmöglich nutzen, um uns vorzubereiten, und dann werden wir bereit sein.“

Bevor Real Madrid auf Barcelona trifft, stehen allerdings noch wichtige Aufgaben an. Zunächst wartet in der Champions League die AS Rom, anschließend geht es in LaLiga gegen Sevilla. Für Tchouaméni ist deshalb klar, dass die Mannschaft die kommenden Begegnungen nicht nur gewinnen, sondern auch nutzen muss, um ihre Abläufe weiter zu verbessern. Gerade nach dem schwierigen Saisonstart könnte eine erfolgreiche Vorbereitung entscheidend sein, um mit mehr Selbstvertrauen in das Duell mit Barcelona zu gehen.


RMXpress Fazit

Aurélien Tchouaméni hat vor dem Champions-League-Spiel gegen die Roma mehrere zentrale Themen der bisherigen Saison angesprochen. Besonders bemerkenswert ist seine offene Einschätzung der spielerischen Entwicklung. Der Franzose räumt ein, dass Real Madrid mit dem Ball bislang nicht sein bestes Niveau erreicht hat, zeigt sich aber überzeugt, dass die Mannschaft durch die tägliche Arbeit unter Mourinho Fortschritte machen wird.

Bei der Diskussion um einen zusätzlichen kreativen Mittelfeldspieler hielt er sich bewusst zurück. Statt öffentlich Forderungen an die Kaderplanung zu stellen, verwies Tchouaméni auf die vorhandene Qualität und die Notwendigkeit, als Mannschaft besser zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig erklärte er, welche Rolle Mourinho für ihn vorgesehen hat: defensive Stabilität, ein ausgewogenes Mittelfeld und mehr Verantwortung im Spiel nach vorne.

Auch beim Thema Schiedsrichter blieb der 26-Jährige zurückhaltender als unmittelbar nach dem Villarreal-Spiel. Die Frustration innerhalb der Mannschaft ist weiterhin vorhanden, doch Tchouaméni möchte den Fokus auf die kommenden Aufgaben richten.

Seine Botschaft vor dem Duell in Rom ist damit eindeutig: Real Madrid hat noch viel zu verbessern, besitzt aber die Qualität und den Anspruch, um Titel zu gewinnen. Entscheidend wird sein, die individuellen Stärken der Mannschaft endlich konstanter in ein funktionierendes Zusammenspiel zu übertragen.

14.10.2026 · 21:00 UEFA Champions League 2. Spieltag
AS Roma 3:4 Real Madrid
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