Kylian Mbappé: „Es gab keinen Spieler mit einer besseren Saison als mich“

Kylian Mbappé blickt im zweiten Teil seines großen Interviews mit France Football und L’Équipe auf die vergangene Saison, den Ballon d’Or, José Mourinho, Real Madrid, PSG und die französische Nationalmannschaft. Der 27-Jährige spricht über seine Entwicklung, Kritik, Ego, seine Titelziele – und macht deutlich, warum er sich selbst weiterhin zu den Besten der Welt zählt.

Ballon d’Or, Selbstvertrauen und Mbappés Anspruch an sich selbst

Nach dem ersten Teil des großen Interviews geht Mbappé laut eigener Aussage mit großem Selbstvertrauen in die neue Saison. Nach einem titellosen Jahr mit Real Madrid und dem vierten Platz bei der Weltmeisterschaft sieht der Franzose dennoch keinen Grund, seine persönliche Leistung kleinzureden.

Über seine Ballon-d’Or-Chancen: „Ich habe das Gefühl, dass ich den Ballon d’Or dieses Jahr gewinnen kann.“

Seine Einschätzung der vergangenen Saison fällt entsprechend deutlich aus.

Über die Frage, ob jemand eine bessere Saison gespielt habe: „Es gab keinen einzigen Spieler, der eine bessere Saison hatte als ich.“

Für Mbappé ist dabei entscheidend, wie ein individueller Preis grundsätzlich bewertet werden sollte.

Über seine Vorstellung vom Ballon d’Or: „Ich habe immer gedacht, dass der Ballon d’Or einen wirklich außergewöhnlichen Spieler auszeichnen sollte. Natürlich gibt es auch einen Mannschaftsaspekt, und der ist wichtig. Fußball ist ein Mannschaftssport. Aber der Ballon d’Or ist eine individuelle Auszeichnung. Meine Vorstellung davon ist stark von der Ära Messi und Cristiano geprägt. Der Preis ging damals nicht an gewöhnliche Spieler, sondern an außergewöhnliche. Und ich glaube, dass ich in diesem Jahr Dinge gemacht habe, die anders waren. Deshalb glaube ich, dass ich ihn gewinnen kann.“

Auch rückblickend gab es Jahre, in denen sich Mbappé selbst bereits als besten Spieler der Welt sah.

Über frühere Ballon-d’Or-Jahre: „In einigen Jahren habe ich mich selbst für den besten Spieler der Welt gehalten. Ich habe keinen Spieler gesehen, der besser war als ich. Wenn dann Messi bei der Zeremonie auf die Bühne kam und gewann, habe ich gesagt: Der beste Spieler steht da oben. Kein Problem. Bei Cristiano war es genauso. Bei anderen Spielern habe ich teilweise gedacht: Selbst wenn sie den Ballon d’Or haben, würde ich meinen Platz nicht mit ihnen tauschen. Aber genau solche Dinge treiben eine Karriere und eine Geschichte auch an.“

Dass er bislang keinen Ballon d’Or gewonnen hat, überrascht ihn deshalb nicht grundsätzlich.

Über die Erwartungen von vor zehn Jahren: „Vor zehn Jahren wussten wir auch nicht, dass Messi bis 39 spielen und noch weitere Ballon-d’Or-Titel gewinnen würde. Cristiano hat ebenfalls nicht besonders viele für uns andere übriggelassen. Und es gab Jahre, in denen die Stimmen an den besten Spieler der besten Mannschaft gingen – und nicht unbedingt an den besten Spieler der Welt.“


WM-Rekord, Spanien-Niederlage und die neue Ära mit Zidane

Ein wichtiges Argument in Mbappés persönlicher Bilanz ist seine außergewöhnliche Geschichte bei Weltmeisterschaften.

Über seine WM-Bilanz: „Es ist extrem schwierig, eine Weltmeisterschaft zu deiner eigenen Bühne zu machen. Das ist der Wettbewerb der größten Spieler, der Stars und der besten Spieler in der Geschichte dieses Sports. Wenn du dann darüber nachdenkst, dass ich mit 27 bereits der Spieler mit den meisten WM-Toren bin, ist das etwas Besonderes. Dazu kommt, dass du einen Rekord von Leo Messi überholst, der für viele gemeinsam mit Cristiano der beste Spieler der Geschichte ist. Solche Erfolge haben eine besondere Bedeutung.“

Die vergangene Weltmeisterschaft endete für Frankreich dennoch enttäuschend auf Rang vier. Unmittelbar nach dem Aus hätte Mbappé das Turnier wohl als Misserfolg bezeichnet. Mit etwas Abstand bewertet er es differenzierter.

Über die Frage, ob die Weltmeisterschaft ein Scheitern war: „Puh, nein. Wenn du mich direkt danach gefragt hättest, hätte ich wahrscheinlich ja gesagt. Jetzt, nachdem etwas Zeit vergangen ist, sehe ich es nicht als Scheitern. Es ist schade. Spanien hat das Spiel besser gemanagt, Glückwunsch an sie.“

Auch ein vermeintlicher Minderwertigkeitskomplex gegenüber Spanien existiert für ihn nicht.

Über das Halbfinale gegen Spanien: „Nein. Wir haben einen Fehler darin gemacht, wie wir den Beginn des Spiels angegangen sind. Der Elfmeter war ein Wendepunkt, weil davor eigentlich nicht viel passiert war. Wenn du gegen eine Mannschaft, die gerne den Ball kontrolliert, 0:1 zurückliegst, wird es schwieriger. Wir haben es danach nicht geschafft, uns richtig anzupassen.“

Trotzdem zieht Mbappé Positives aus dem Turnier.

Über die Wirkung der französischen Mannschaft: „Der Wettbewerb war trotzdem positiv. Wir haben es geschafft, die Franzosen träumen zu lassen und sie stolz zu machen. Die Menschen haben wieder Zuneigung und Begeisterung für diese Mannschaft entwickelt. Auch das ist eine Form von Sieg.“

Nach der Weltmeisterschaft beginnt bei Frankreich eine neue Ära unter Zinedine Zidane.

Über Zidane: „Zidane ist Zidane. Für die Franzosen bedeutet er unglaublich viel. Er ist eine Legende, unser nationaler Zizou. Er steht für Eleganz und Größe. Er hat die Geschichte der Nationalmannschaft als Spieler geprägt und besitzt Momente, die wirklich ikonisch sind. Vielleicht ist er der Spieler, der Frankreich am stärksten repräsentiert. Er gehört zu denen, die Generationen überdauert haben. Er hat die Geschichte des französischen Fußballs unauslöschlich geprägt.“

Mbappé blickt deshalb mit großer Neugier auf die Zusammenarbeit.

Über den Neustart bei Frankreich: „Keiner der aktuellen Nationalspieler kennt etwas anderes als Didier Deschamps. Deshalb sind wir gespannt, wie es wird. Aber wir werden dasselbe tun wie immer: versuchen, Leistung zu bringen und zu gewinnen.“


Mourinho, Real Madrid und die Lehren aus einer titellosen Saison

Bei Real Madrid begann Mbappé die aktuelle Saison unter José Mourinho. Der erste Eindruck des Franzosen vom Portugiesen fällt äußerst positiv aus.

Über José Mourinho: „Er ist unglaublich intelligent. Mich hat seine Intelligenz wirklich beeindruckt. Natürlich überrascht mich das nicht – man wird nicht José Mourinho, wenn man nicht so ist. Aber du merkst sofort, dass er weiß, was er tut und wohin er will. Für uns Spieler ist es wichtig, eine klare Richtung zu haben. Mit ihm haben wir alles, was wir brauchen, um die Dinge richtig zu machen.“

Mourinhos wichtigste Anweisung an ihn fällt dabei wenig überraschend aus.

Über Mourinhos Auftrag an ihn: „Er hat mir gesagt: ‚Schieß Tore.‘“ [lacht]

Auch seine eigenen Erwartungen an den Trainer hält Mbappé bewusst einfach.

Über das, was er von Mourinho erwartet: „Eigentlich nur, dass er mich spielen lässt.“ [lacht] „Mit allem anderen kann ich mich arrangieren. Ich habe keine besonderen Erwartungen. Es reicht völlig, wenn er einfach er selbst ist.“

Die vergangene Saison ohne Titel betrachtet Mbappé nicht als verlorenes Jahr.

Über Real Madrids vergangene Saison: „Nein, ich würde nicht sagen, dass es auf Mannschaftsebene meine schlechteste Saison war. Jede Saison bringt dir etwas. Ich versuche immer, so viel wie möglich zu lernen – und gerade dann, wenn du nichts gewinnst. Bei Real Madrid zu sein, ist ein Privileg. Dieser Klub zeigt dir, was du verbessern musst, um es in der folgenden Saison besser zu machen.“

Auch Pfiffe im Santiago Bernabéu gehören für ihn zum Paket Real Madrid.

Über Pfiffe im Bernabéu: „So etwas passiert. Weißt du, wie viele Spieler in Madrid schon ausgepfiffen wurden? Sie leben alle noch, oder? Wenn du für Real Madrid unterschreibst, weißt du, worauf du dich einlässt. Mich hat das nicht besonders getroffen. Ich verstehe, dass die Fans ihre Unzufriedenheit ausdrücken.“

Für ihn bleibt Real Madrid dennoch die besondere Station seiner Karriere.

Über seinen Klub: „Ich spiele für den Klub meiner Träume.“


PSG, Ego und die Diskussion um Stars

Auch seine Vergangenheit bei Paris Saint-Germain wurde ausführlich thematisiert. Seit Mbappés Abgang gewann PSG zweimal in Folge die Champions League, während Real Madrid in diesem Zeitraum ohne den Titel blieb.

Über PSGs zwei Champions-League-Titel nach seinem Abschied: „Für mich ist das einfach zwei plus zwei gleich vier. Sie haben gewonnen, das kann ihnen niemand nehmen. Glückwunsch. Sie haben sich diese Erfolge aufgebaut und es geschafft, zweimal in Folge zu gewinnen. Das ist außergewöhnlich. Sie sind aktuell die Mannschaft, die es zu schlagen gilt.“

Real Madrid sieht er dabei ausdrücklich als Herausforderer.

Über die neue europäische Hierarchie: „Wir bei Real Madrid und alle anderen gehen mit dem Ziel in die Saison, die Mannschaft zu entthronen, die zweimal hintereinander gewonnen hat. In meinem letzten Jahr bei PSG sind wir unter Luis Enrique bereits bis ins Halbfinale gekommen. Danach begann dort einfach ein neuer Zyklus.“

Auch seine eigene Entscheidung, sieben Jahre in Paris zu bleiben, verteidigt er.

Über seine Zeit bei PSG: „Als ich bei PSG war, hätte ich zu praktisch jedem Klub in Europa wechseln können. Trotzdem bin ich immer geblieben. Man kann ja fragen, wie viele Angebote PSG in meinen sieben Jahren bekommen hat. Ich bin geblieben, weil ich in Paris glücklich war.“

Die Vorstellung, große Egos seien ausschließlich ein Problem von Superstars, hält Mbappé für falsch.

Über Ego in Kabinen: „Jede Kabine hat solche Persönlichkeiten – sogar Mannschaften ohne Stars. In meinem letzten Jahr in Paris gab es außer mir eigentlich keinen wirklichen Star. Ousmane wurde erst später zu einem. Die Leute verbinden Ego immer mit großen Namen. Aber ich habe Spieler erlebt, die niemand nach einem Foto oder Autogramm gefragt hat und die trotzdem ein riesiges Ego hatten. Sehr viele Menschen haben ein Ego – nicht nur Spieler. Auch Menschen in Büros, die man gar nicht sieht.“


Tore, Egoismus und Mbappés Entwicklung als Spieler

Mbappé wehrt sich zudem gegen die Einordnung als egoistischen Spieler.

Über die Frage, ob er egoistisch sei: „Nein. Ich habe einfach eine Besessenheit davon, Tore zu schießen, weil das mein Beruf ist. Mehr nicht. Ich bin nicht egoistisch. Wie könnte ich egoistisch sein und gleichzeitig der Spieler mit den meisten Vorlagen in der Geschichte der französischen Nationalmannschaft? Dann müssten ja alle französischen Spieler der Geschichte egoistischer gewesen sein als ich, weil sie weniger Assists gegeben haben.“

Dass ein Stürmer zwangsläufig stärker auf individuelle Aktionen fokussiert ist, sieht er hingegen als normalen Bestandteil des Fußballs.

Über Individualismus bei Torjägern: „Alle Spieler sind in gewisser Weise Individualisten. Vom Torwart bis zum Mittelstürmer. Es ist auch nicht respektlos, das zu sagen. Bei manchen Positionen interessiert uns oft weniger, was sie machen. Der Mittelstürmer steht dagegen immer unter Beobachtung. Er steht häufig im Mittelpunkt – manchmal verdient, manchmal nicht.“

Tore besitzen für ihn deshalb eine besondere Wirkung.

Über die Bedeutung von Toren: „Ich habe Spiele erlebt, in denen ich getroffen habe, obwohl andere besser waren als ich. Aber Tore zu schießen ist das Schwierigste und Wertvollste im Fußball. Deshalb ist es normal, dass man manchmal den Ruhm dafür bekommt und manchmal das Gegenteil.“

Trotz seiner bisherigen Karriere sieht Mbappé noch zahlreiche Möglichkeiten zur Verbesserung.

Über das, was er noch verbessern kann: „Defensiv kann ich mehr machen, um meinen Mannschaften zu helfen. Offensiv kann ich noch effizienter werden, weil ich die Fähigkeit habe, sehr viele Chancen zu kreieren. In Europa gibt es nicht viele Spieler, die so viele Möglichkeiten erzeugen können wie ich. Ganz oben gibt es nur wenige Plätze – und ich möchte meinen nicht verlieren.“

Auch taktisch betrachtet er sich heute als vielseitiger als früher.

Über seine Entwicklung Richtung 30: „Natürlich kann ich mich während meiner gesamten Karriere verbessern. Es ist auch eine Form von Intelligenz zu erkennen, dass sich das Spiel ständig verändert. Der Fußball ist heute sehr taktisch und intensiv, Trainer haben wesentlich mehr Kontrolle über ihre Mannschaften. Du musst dich anpassen. Der Fußball wartet auf niemanden.“

Über seine Vielseitigkeit: „Ich bin noch immer ein anderer Spielertyp als viele andere. Früher war ich aber stärker auf eine bestimmte Rolle begrenzt und habe mich daran gehalten, weil ich wusste, dass das ausreicht. Heute habe ich deutlich mehr Werkzeuge. Vielleicht sieht man innerhalb eines Spiels oder einer Saison eine andere Version von mir – mit Erfolgen und Fehlern. Aber genau diese Entwicklung wollte ich.“

Ob die Öffentlichkeit bereits die beste Version Mbappés gesehen hat, kann er selbst nicht beantworten.

Über seine bisher beste Version: „Schwierige Frage. Wenn ich sagen würde, dass ich heute besser bin als jemals zuvor, würde ich lügen. Wenn ich sage, dass ich schlechter geworden bin, wäre es genauso falsch. Am Ende entscheidet immer der Platz. Vielleicht mochten die Menschen bestimmte Versionen von mir mehr und ich selbst andere.“


Junge Talente, Güler und Endrick

Mbappé verfolgt auch die nächste Generation aufmerksam. Besonders einige junge Offensivspieler nennt er als Beispiele für außergewöhnliches Potenzial.

Über junge Spieler, die ihn begeistern: „Ich möchte eigentlich nicht zu viele Namen nennen, weil ich sonst jemanden vergesse. Bei den zehn oder fünfzehn besten Spielern der Welt wären wir uns wahrscheinlich sowieso alle relativ einig. Von den jungen Spielern hat Lamine Yamal alles. Estevão gefällt mir ebenfalls sehr, er besitzt eine besondere Kreativität.“

Auch zwei Teamkollegen von Real Madrid hebt er hervor.

Über Arda Güler und Endrick: „Hier bei Real Madrid kann Arda Güler sehr weit kommen. Endrick hat ebenfalls großes Potenzial, er ist ein echter Torjäger.“

Darüber hinaus erwartet er viel von einigen französischen Talenten.

Über Warren Zaïre-Emery und Désiré Doué: „Warren und Désiré werden ganz sicher großartige Karrieren haben.“

Mbappé selbst sieht sich mittlerweile auch als Inspiration für andere Spieler – ohne daraus Überheblichkeit abzuleiten.

Über Inspiration im Fußball: „Beides passiert. Ich inspiriere viele Spieler und gleichzeitig haben mich viele Spieler inspiriert – sogar welche, die ich insgesamt für schwächer halte als mich. Denn sie besitzen möglicherweise etwas in einem Bereich, in dem ich selbst schwächer bin. Intelligent ist es, sich genau davon inspirieren zu lassen, möglichst viele Schwächen zu korrigieren und so lange wie möglich an der Spitze zu bleiben.“


Kritik, Diktator-Memes und eine klare Grenze

Auch ungewöhnlichere Themen des öffentlichen Lebens sprach Mbappé an. In sozialen Netzwerken wird seine angebliche Macht innerhalb von Mannschaften teilweise mit Memes karikiert, die ihn als Diktator darstellen. Den humoristischen Ansatz kann er grundsätzlich verstehen, bei historischen Vergleichen sieht er allerdings eine Grenze.

Über die Diktator-Memes: „Ein Teil davon ist lustig, weil man merkt, dass es für viele Menschen einfach harmloser Spaß ist. Ein anderer Teil ist weniger lustig, weil wir wissen, welches Leid solche Personen in der Geschichte verursacht haben. Mit Menschen verglichen zu werden, die andere Menschen ermordet oder Millionen Menschen unglücklich gemacht haben – ich glaube nicht, dass ich so etwas in meinem Leben getan habe.“

Mbappé sieht deshalb einen Unterschied zwischen harmloser Satire und fehlendem historischen Bewusstsein.

Über die Grenze solcher Vergleiche: „Es ist eine Mischung. Einerseits weiß ich, dass vieles leicht gemeint ist und gar nicht so weit gedacht wird. Andererseits zeigt es manchmal auch ein fehlendes politisches und menschliches Bewusstsein.“

Bei Ousmane Dembélé sieht er solche Scherze dagegen anders.

Über Dembélés Spitznamen für ihn: „Ousmane ist etwas anderes. Der hat das einfach aus den sozialen Netzwerken übernommen. Bei ihm ist es nur Spaß.“

Auch zu einem rassistischen Vorfall mit einer paraguayischen Politikerin äußerte sich Mbappé deutlich.

Über seine Reaktion auf rassistische Aussagen: „Ich hatte die Unterstützung der paraguayischen Regierung, die Unterstützung des Präsidenten Emmanuel Macron, mit dem ich Kontakt hatte, und die Unterstützung der Institutionen. Manchmal wird gesagt, man müsse alles akzeptieren. Nein, solche Dinge akzeptiere ich nicht. Und ich habe kein Problem damit, darauf hinzuweisen, dass es auch 2026 Menschen in wichtigen Positionen gibt, die eine außergewöhnliche Inkompetenz zeigen. Wir werden immer die notwendige Energie haben, dagegen anzukämpfen.“


Wie lange spielt Mbappé noch?

An ein Karriereende denkt der Franzose noch lange nicht. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, so lange wie Messi zu spielen, antwortete er zunächst scherzhaft.

Über ein Karriereende mit 39: „Wenn es sein muss, spiele ich bis 100.“ [lacht]

Dann wurde er ernster.

Über den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören: „Die Frage ist nicht nur, wie lange man spielen möchte, sondern ob man noch genauso gut sein kann. Das ist eine Frage von Intelligenz: Du musst wissen, wann es nicht mehr geht. Messi musste sich darüber bisher keine Gedanken machen, weil es bei ihm noch funktioniert. Aber Messi ist eben Messi. Ich halte mich selbst für einen anderen Spielertyp – und er ist wiederum unter all den verschiedenen Spielertypen noch einmal etwas völlig Eigenes.“

Auch ein Karriereende ohne Champions League oder Ballon d’Or würde seine gesamte Laufbahn für ihn nicht entwerten.

Über die Möglichkeit, ohne diese beiden Titel aufzuhören: „Natürlich kann ich mir das vorstellen. Die Champions League wird auf dem Platz gewonnen. Beim Ballon d’Or kommen zusätzlich noch die Stimmen dazu. Aber bevor wir zehn Jahre in die Zukunft schauen, sollten wir uns darauf konzentrieren, was jetzt passiert. Und beim Ballon d’Or habe ich dieses Jahr eine große Chance.“


RMXpress Fazit

Der zweite Teil des Interviews zeigt einen Mbappé, der deutlich entspannter über seine Karriere spricht als noch vor einigen Jahren – ohne dabei auch nur ein Stück seines Ehrgeizes verloren zu haben. Er hält sich selbst weiterhin für einen Spieler, der den Ballon d’Or gewinnen kann und der in bestimmten Phasen bereits der Beste der Welt gewesen ist.

Gleichzeitig beschäftigt ihn zunehmend die Frage, wie er sich weiterentwickeln kann. Mehr Defensivarbeit, mehr taktisches Verständnis, mehr Möglichkeiten innerhalb seines Spiels – Mbappé will nicht ausschließlich der explosive Torjäger bleiben, als der er einst den Weltfußball betrat.

Bei Real Madrid sieht er dafür das richtige Umfeld. Mourinho gibt eine klare Richtung vor, Güler und Endrick stehen für die nächste Generation und der Klub verlangt nach einer titellosen Saison unmittelbar nach einer Antwort. Für Mbappé ist diese Antwort ebenfalls klar. Tore schießen, sich weiterentwickeln – und endlich mit dem Klub seiner Träume die großen Titel gewinnen.

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