Mourinho vor Rayo: „Wenn Mannschaft und Bernabéu vereint sind, bist du fast unschlagbar“

José Mourinho hat vor dem Heimspiel gegen Rayo Vallecano über Vinícius, Kylian Mbappé, mögliche Veränderungen in der Startelf und die besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Bernabéu gesprochen. Der Portugiese zeigte sich mit dem Zustand seines Teams zufrieden – und stellte sich erneut klar vor seine Spieler.

Mourinho über Rayo, mögliche Veränderungen und neue Energie

Real Madrid empfängt Rayo Vallecano am Samstagabend im Santiago Bernabéu. Nach dem intensiven Champions-League-Spiel gegen Inter könnte Mourinho auf einigen Positionen frische Kräfte bringen.

Über den Zustand der Mannschaft: „Wir sind glücklich, vereint und arbeiten gut. Gut zu arbeiten bedeutet natürlich auch, gut zu regenerieren. Heute gab es taktische Arbeit und nicht besonders viel Intensität. Aber wir respektieren den Gegner. Rayo kommt nach einem Sieg hierher und hat seine Qualität gezeigt. Wir müssen morgen sehr konzentriert sein. Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, Trainer Beñat San José für seine Worte zu danken. Sie waren fast zu freundlich, so viel habe ich gar nicht verdient. Morgen werde ich ihn umarmen.“

Mourinho wollte nicht verraten, wer gegen Rayo beginnen wird. Dass sich die Belastung der vergangenen Tage auf seine Entscheidungen auswirken könnte, bestätigte er aber.

Über mögliche Veränderungen in der Startelf: „Ich werde nicht sagen, wer spielt. Ich denke nicht an die drei kommenden Spiele, sondern nur an morgen. Ich will gewinnen. Aber es gibt Raum für neue Energie. Vielleicht ist es keine klassische Rotation, aber wir können Spieler mit sehr viel Benzin in den Beinen bringen. Gegen Inter haben wir unglaublich viel gearbeitet. Jetzt bekommen wir Camavinga, Bernardo und Arda zurück. Wir haben eine starke Gruppe und können Spielern mit frischen Beinen Chancen geben, während andere etwas Ruhe bekommen. Es sind drei Spiele in neun Tagen. Aber der Fokus liegt ausschließlich darauf, wie wir morgen gewinnen können. Und dabei kann es wichtig sein, dass zwei oder drei Spieler, die zuletzt nicht gespielt haben, zusätzliche Energie bringen.“


Vinícius und Mbappé: Mourinho stellt sich vor seine Stars

Ein großes Thema war erneut Vinícius Júnior. Mourinho machte deutlich, dass er trotz der zuletzt unterschiedlichen Reaktionen des Bernabéu keinerlei Zweifel an seinem Spieler hat.

Über Vinícius: „In Portugal gibt es ein Sprichwort, von dem ich nicht weiß, ob es das in Spanien genauso gibt: Man wirft nur Steine auf Bäume, die Früchte tragen. Was hat Vinícius hier in den vergangenen Jahren geleistet? Wie viele Champions-League-Titel hat er gewonnen? Wie viele Tore hat er erzielt? Er ist ein Baum mit sehr vielen Früchten. Und die Leute werfen Steine, weil sie Früchte wollen. Der beste Vinícius wird kommen. Der Vinícius, der vergangene Saison gegen Benfica das Bernabéu beruhigt und die Partie entschieden hat. Dieser Vinícius wird wiederkommen. In einer Zeit voller Daten und Statistiken sehen wir, dass er sehr nah an seiner Höchstgeschwindigkeit ist. Er hat persönliche Bestwerte bei Hochgeschwindigkeitsläufen aufgestellt, bei Ballgewinnen und bei Ballgewinnen im letzten Drittel. Er wird kommen.“

#7 🇧🇷 Vini Jr. Vini Jr. Angriff 11Spiele 1Tore 3Assists Zum Spielerprofil

Die Pfiffe gegen Vinícius machen Mourinho persönlich traurig, auch wenn er die Reaktion der Fans nicht bewerten möchte.

Über die Reaktion des Bernabéu auf Vinícius: „Ich möchte darüber weder urteilen noch kritisieren. Wer bin ich, dass ich darüber urteilen sollte? Aber es macht mich traurig, weil ich sehr anspruchsvoll mit meinen Spielern bin. Huijsen hat neulich gesagt, dass ich anstrengend bin und ihnen ständig hinterherlaufe – und genau so ist es. Meine Forderung ist, dass ein Spieler alles gibt, was er geben kann. Ich respektiere einen Spieler, der alles gibt. Vinícius wollte spielen, wollte helfen, hat für die Mannschaft gespielt und das Wappen respektiert. Ein solcher Spieler hat mich immer an seiner Seite. Das bedeutet nicht, dass er immer startet oder 90 Minuten spielt. Aber er wird mich immer an seiner Seite haben.“

Mourinho erinnerte anschließend an die Bedeutung einer geschlossenen Verbindung zwischen Mannschaft und Stadion.

Über die Einheit zwischen Mannschaft und Bernabéu: „Aus meiner Erfahrung, nicht nur bei Real Madrid, ist eine Mannschaft fast unschlagbar, wenn Team und Stadion vereint sind. Ich habe noch immer den Guinness-Rekord für die meisten Heimspiele ohne Niederlage in den großen Ligen – sechs oder sieben Jahre oder so. Wenn Mannschaft und Stadion gemeinsam arbeiten, bist du nahezu unschlagbar. Aber jedes Stadion hat in bestimmten Momenten auch das Recht, zu reagieren.“

Auch Mbappé, der sich gestern zur Kritik gegenüber seiner Person äußerte, nahm Mourinho ausdrücklich in Schutz.

Über die Kritik an Mbappé: „Ich benutze dasselbe Sprichwort wie bei Vinícius. Er ist ein Baum mit sehr, sehr vielen Früchten. Er hat recht: Ein Spieler mit 40 Toren ist niemals ein Problem für eine Mannschaft. Wenn du Freundschaft, Respekt und Zusammenhalt schaffst, ist das etwas Besonderes.“

#10 🇫🇷 Kylian Mbappé Kylian Mbappé Angriff 12Spiele 12Tore 3Assists Zum Spielerprofil

Besonders beeindruckt zeigte sich Mourinho von Mbappés Verhalten in der Schlussphase gegen Inter.

Über Mbappés Einsatz gegen Inter: „Es gibt Dinge, die ich als Trainer unglaublich schätze. Manche Menschen sprechen über Fußball, verstehen ihn aber nicht wirklich in der Tiefe. Andere verstehen ihn und sprechen trotzdem lieber über die schlechten Dinge. Gegen Inter habe ich gesehen, wie wir in den letzten Minuten praktisch mit zehn Mann verteidigt haben, links mit einem völlig erschöpften Cucurella und einem völlig erschöpften Kylian. Aber er war dort und hat verteidigt. Für mich als Trainer ist dieses Verhalten eine riesige Freude.“

Mourinho störte sich dabei weniger an Kritik als an einer für ihn einseitigen Betrachtung.

Über die Bewertung des Inter-Spiels: „Manche sagen, wir hätten schlecht verteidigt und drei oder vier Gegentore kassieren können. Aber niemand sagt, dass wir acht Tore hätten erzielen können. Es gibt sehr langweilige Champions-League-Spiele, in denen sich beide Mannschaften fürchten und niemand Risiko eingeht. Gegen Inter hätten wir vier kassieren können, ja. Aber wir hätten auch acht schießen können. Wir sind vereint. Wir haben gegen Betis Punkte verloren, aber unser Engagement wird sich dadurch nicht verändern. Wir werden alles dafür tun, dass die Menschen glücklich sind.“


Courtois, Valverde und Tchouaméni: Mourinho lobt den Zusammenhalt

Auch Thibaut Courtois war nach seinem starken Auftritt gegen Inter Thema.

Über Courtois: „Er selbst macht sich keine Sorgen und der Klub auch nicht. Es gibt Empathie und alle wissen, dass wir dasselbe wollen. Für einen Torhüter ist er noch jung. Außerdem hat er sich entschieden, mit seiner Nationalmannschaft nicht in der Nations League zu spielen. Dadurch kann er sich stärker auf den Klub konzentrieren und hat während der UEFA- und FIFA-Fenster mehr Regenerationszeit. Gegen Inter hat er ein großartiges Spiel gemacht, das stimmt.“

Auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni wollte Mourinho keine Einzelgeschichte konstruieren. Stattdessen stellte er den Zusammenhalt der gesamten Gruppe heraus.

Über Valverde, Tchouaméni und die Stimmung im Kader: „Ich habe gar nichts gemacht, das haben die Spieler selbst geregelt. Die Empathie innerhalb der Gruppe, die Freundschaft, gemeinsam zu gewinnen, gemeinsam zu verlieren, wütend auf die Bank zu gehen und trotzdem die Mitspieler auf dem Platz zu unterstützen – die Gruppe ist fantastisch. Wenn ich nichts über Valverde und Tchouaméni gewusst hätte, hätte ich gedacht, sie wären beste Freunde.“

Mourinho hatte die Situation zu Beginn dennoch genau beobachtet.

Über seine Rolle dabei: „Natürlich habe ich hingeschaut, als Aurélien angekommen ist. Ich musste wissen, ob ich eingreifen und vielleicht der Friedensminister sein muss.“ [lächelt] „Aber ich musste gar nichts machen. Das haben sie selbst geregelt.“


Schiedsrichter, Formel 1 und ein ungewöhnlicher Tag im Bernabéu

Auch die Diskussion um den nicht wiederholten Elfmeter gegen Betis kam erneut zur Sprache.

Über die Unterstützung unter Schiedsrichtern: „Es überrascht mich nicht. Unter Schiedsrichtern gibt es einen sehr starken gegenseitigen Schutz. Es ist sehr, sehr selten und schwierig, dass sie eine andere Schiedsrichterentscheidung kritisieren. Gemeinsam ist man stärker.“

Die Pressekonferenz fand diesmal ausnahmsweise im Santiago Bernabéu statt. Grund dafür war der Formel-1-Betrieb rund um Valdebebas.

Über die Auswirkungen des Grand Prix: „Normalerweise fahre ich um 7:15 Uhr aus Valdebebas los, heute war es 7:30 Uhr. Ich habe 45 Minuten Schlaf verloren. Das Training hat sich dadurch, dass ihr nicht dabei wart, überhaupt nicht verändert. Die ersten 15 Minuten haben wir sowieso nichts gemacht.“ [lacht] „Danach haben wir 45 Minuten taktisch gearbeitet. Für morgen haben wir den Spielern zwei Möglichkeiten gegeben: entweder direkt nach Valdebebas zu fahren oder das Auto hier abzustellen und gemeinsam mit dem Bus nach Valdebebas zu fahren.“

Mourinho besitzt sogar eine Eintrittskarte für das Formel-1-Wochenende – ob er sie nutzt, hängt allerdings vom Ergebnis gegen Rayo ab.

Über einen möglichen Besuch bei der Formel 1: „Ich bin sehr gut mit Stefano Domenicali befreundet und habe tatsächlich eine Eintrittskarte. Aber ich bin so ein Typ: Wenn ich nicht gewinne, gibt es kein Leben. Wenn ich glücklich bin, vielleicht schaue ich vorbei.“

Auch einen Vergleich zwischen Real Madrid und einem Formel-1-Team wollte Mourinho nicht wirklich ziehen, sprach aber mit großer Anerkennung über einzelne Fahrer.

Über die Formel 1: „Alle sind sehr freundlich zu mir. Dieser weltweite Einfluss, dieses Gefühl von mehr als einem Klub oder mehr als einem Rennstall, ist etwas Besonderes. Was dieser Junge mit Mercedes macht, ist unglaublich. Und ich bin auch mit Fernando Alonso befreundet. Ich mag seine Persönlichkeit sehr. Er gehört immer zu den Besten, selbst wenn er kein Auto bekommt, mit dem er gewinnen kann. Ich mag Sport einfach als Sport.“


Das Bernabéu als möglicher Ort für ein WM-Finale

Eine ungewöhnliche Frage betraf auch den Austragungsort eines möglichen WM-Finals. Mourinho unterschied zwischen seinem persönlichen Wunsch und der sportlichen Logik.

Über den idealen Ort für ein WM-Finale: „Eine Sache ist, wo es stattfinden sollte, und eine andere, wo ich es gerne hätte. Verzeiht mir.“ [lacht] „Ich persönlich hätte es gerne in Lissabon. Aber meine Antwort hat nichts damit zu tun, dass ich Trainer von Real Madrid bin: Wenn du die Möglichkeit hast, ein WM-Finale in einem mythischen, historischen Stadion auszutragen, in dem einige der größten Spieler der Geschichte gespielt haben, dann sollte es hier stattfinden. Das würde ich auch sagen, wenn ich Trainer von Benfica wäre.“


RMXpress Fazit

Mourinho nutzte die Pressekonferenz vor Rayo vor allem dazu, seinen Spielern Rückendeckung zu geben. Besonders Vinícius und Mbappé stellte er deutlich in den Mittelpunkt. Für Mourinho zählen nicht ausschließlich Tore, Dribblings oder Statistiken, sondern auch Arbeit, Einsatz und das Verhalten gegenüber der Mannschaft.

Gleichzeitig machte er klar, dass nach dem intensiven Inter-Spiel neue Energie notwendig sein könnte. Mit Camavinga, Bernardo und Güler kehren mehrere frische Optionen zurück.

Die vielleicht wichtigste Botschaft richtete sich aber indirekt an das Bernabéu: Mourinho weiß aus eigener Erfahrung, welche Kraft entstehen kann, wenn Mannschaft und Publikum gemeinsam funktionieren. Genau diese Verbindung möchte er offenbar wieder vollständig herstellen.

12.09.2026 · 21:00 La Liga 5. Spieltag
Real Madrid 4:1 Rayo Vallecano
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