Mourinho zufrieden mit Real Madrids Entwicklung
José Mourinho zeigte sich nach dem 2:1-Erfolg gegen Ferencváros grundsätzlich zufrieden mit dem zweiten Testspiel der Saisonvorbereitung. Besonders der erste Durchgang gefiel dem Portugiesen.
„Zunächst möchte ich mich bei Ferencváros für dieses sehr gute Trainingsspiel bedanken. Sie haben bereits fünf Europa-League-Spiele absolviert, man sieht, dass sie eine hohe Spielintensität besitzen, und das war gut für uns. Mir hat die erste Halbzeit besser gefallen als die zweite, auch wenn mich das nicht überrascht.“
Für Mourinho lag der Unterschied zwischen beiden Spielhälften vor allem in der Eingespieltheit seiner Mannschaft.
„In der ersten Halbzeit stand eine Mannschaft auf dem Platz, mit der wir schon gearbeitet und bereits ein paar Spiele absolviert haben. Zwischen diesen Spielern gibt es mehr Verbindungen und wir hatten das Spiel sehr gut unter Kontrolle. In der zweiten Halbzeit kamen Vini und Bernardo hinein, die noch keine Spielminuten und lediglich ein paar Trainingseinheiten haben. Außerdem haben wir Endricks Position verändert, wodurch wir etwas von unserer Organisation verloren haben. Aber insgesamt war es gut.“
Mourinho begrüßt Fehler in der Vorbereitung
Der Real-Trainer sieht Testspiele ausdrücklich auch als Gelegenheit, Schwachstellen aufzudecken.
„Für mich ist es nicht nur wichtig, alles richtig zu machen. Es ist auch wichtig, einige Dinge falsch zu machen, weil mir das ermöglicht, gemeinsam mit den Spielern darüber nachzudenken, sie zu analysieren und uns ständig zu verbessern.“
Mourinho nannte dabei eine konkrete Szene aus Budapest.
„Ich gebe ein ganz einfaches Beispiel: Wenn du in einem Ligaspiel in der 47. Minute mit 2:1 führst, spielst du keinen vertikalen Pass, verlierst nicht den Ball und beendest die Aktion nicht mit einem gefährlichen Freistoß für den Gegner, wie es heute passiert ist. In der 47. Minute musst du wissen, was du zu tun hast. All diese kleinen Fehler, die sich in solchen Spielen ansammeln, sind für mich hilfreich.“
Bernardo Silva kann mehrere Rollen übernehmen
Einen großen Teil seiner Analyse widmete Mourinho Bernardo Silva. Der Portugiese feierte gegen Ferencváros sein Debüt für Real Madrid und wurde zunächst im zentralen Mittelfeld eingesetzt.
„Bernardo ist sehr wichtig. Aber der Arme hatte ebenfalls Urlaub. Er ist ein Spielertyp, dem es mental guttut, während dieser Zeit überhaupt nichts zu machen. Deshalb ist er in einer körperlich deutlich schwächeren Verfassung zurückgekommen und muss sich steigern.“
An seinen fußballerischen Qualitäten hat Mourinho allerdings keinerlei Zweifel.
„Er ist ein fantastischer Spieler. Wenn er tiefer spielt, auf der Sechs oder Acht, gibt er uns sehr viel im Spielaufbau.“
Im Laufe der Partie schob Mourinho seinen Landsmann weiter nach vorne.
„Während des Spiels habe ich gemerkt, dass ihm körperlich etwas die Kraft fehlte. Deshalb habe ich ihn auf die Zehn vorgeschoben und Cestero gebracht, um dort etwas mehr Stabilität zu bekommen. Die Zehn ist ebenfalls eine Position, auf der sich Bernardo wohlfühlt. Er ist ein Spieler, der drei oder vier verschiedene Positionen spielen kann.“
„Die Verlängerung von Vinícius ist eine Freude für uns alle“
Besonders wichtig war für Mourinho die kurz zuvor offiziell bestätigte Vertragsverlängerung von Vinícius Júnior bis 2032.
„Das Wichtigste ist die Vertragsverlängerung von Vinícius. Natürlich für ihn selbst, aber sie ist auch für uns alle eine große Freude.“
Der Brasilianer hatte wie Bernardo Silva erst wenige Trainingseinheiten absolviert und befand sich entsprechend noch nicht im optimalen körperlichen Zustand.
„Er und Bernardo haben nur wenig trainiert. Sie sind Spieler, denen es jetzt genauso geht wie den anderen vor ein paar Wochen: Sie gehen bereits müde in das Spiel und spüren die Arbeit, die wir gemacht haben, in ihren Beinen.“
Deshalb hatte Mourinho gegen Ferencváros noch keine spektakuläre Vorstellung seines Flügelspielers erwartet.
„Ich habe heute nicht erwartet, dass Vini den Ball nimmt, 50 Meter damit läuft und ein Tor erzielt. Das ist ein Prozess. Am Mittwoch wird er sicherlich schon besser sein als heute und am kommenden Sonntag in Gelsenkirchen noch einmal besser.“
Mourinho möchte einen kleinen Kader
Interessant waren auch Mourinhos Aussagen zur Kaderplanung. Der Portugiese erklärte, dass Real Madrid bewusst mit einem vergleichsweise kleinen Aufgebot in die Saison gehen möchte.
„Wir wollen einen kleinen Kader mit 20 Spielern. Dazu kommen die verletzten Spieler, die uns noch eine Weile fehlen werden, wie Rodrygo, Militão oder Mendy. Mit ihnen rechne ich in den kommenden Wochen noch nicht.“
Gerade deshalb seien vielseitige Spieler besonders wichtig.
„Wenn du einen kleinen Kader von 20 Spielern hast, brauchst du auch Spieler, die das machen können, was Bernardo macht: auf mehreren Positionen spielen.“
Valverde: „Wir verstehen immer besser, was der Trainer möchte“
Auch Federico Valverde sprach nach der Partie über die Entwicklung der Mannschaft.
„Sehr gut. Wir arbeiten weiter daran, das zu verfeinern, was der Trainer möchte, und seine Ideen umzusetzen. Es fehlen noch viele Spieler, aber wir finden uns immer besser.“
Der Sieg war für den Kapitän trotz des Testspielcharakters wichtig.
„Wir haben gewonnen, und das ist wichtig. Auch wenn es ein Freundschaftsspiel ist, wollen sowohl der Trainer als auch die Mannschaft gewinnen. Wir wollen weitere Siege sammeln. Die Mannschaft hat sich gut gefühlt.“
Valverde genießt die Arbeit mit Mourinho
Der Uruguayer äußerte sich sehr positiv über seine ersten Wochen unter José Mourinho.
„Ich genieße es sehr, ihn hier bei uns zu haben. Wie ich schon in einem Interview gesagt habe, versuche ich, von ihm zu lernen und jeden einzelnen Tag, an dem ich mit ihm und seinem Trainerteam arbeiten darf, bestmöglich zu nutzen.“
Auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei gut.
„Die Spieler sind glücklich und arbeiten sehr gut. Als Kapitän freut es mich, dass es allen meinen Mitspielern gut geht.“
Die neue Rolle als erster Kapitän
Valverde trägt in dieser Saison erstmals die Verantwortung als erster Kapitän von Real Madrid.
„Natürlich verändert sich dadurch etwas. Ich war schon einige Jahre dritter oder zweiter Kapitän. Es ist eine Rolle, die mir gefällt und die ich mit sehr viel Ehre und Stolz ausfülle.“
Dabei orientiert sich der Mittelfeldspieler auch an seinen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.
„Ich habe viel gelernt und lerne jeden Tag weiter. Ich versuche, innerhalb und außerhalb der Kabine sowie auf dem Platz mein bestes Bild abzugeben, damit sich alle meine Mitspieler wohlfühlen.“
„Mourinho ist spektakulär“
Auf die Frage, was es für ihn bedeutet, Mourinho als Trainer zu haben, antwortete Valverde eindeutig.
„Spektakulär. Wie gesagt, ich möchte jeden Tag genießen, versuchen, das Beste aus mir herauszuholen und meine beste Version zu zeigen.“
Seine Verantwortung sieht der Kapitän aber nicht nur bei sich selbst.
„Ich möchte auch dabei helfen, das Beste aus allen meinen Mitspielern herauszuholen, damit das Trainerteam mit unserer Arbeit zufrieden und stolz auf uns ist. Wir werden für ihn immer unser Maximum geben.“
Valverde schwärmt von Bernardo Silva
Auch Bernardo Silvas erster Einsatz hinterließ bei Valverde einen positiven Eindruck.
„Spektakulär, wirklich. Ich genieße es sehr. Er ist im Alltag ein magischer Spieler und gleichzeitig ein hervorragender Mensch.“
Der Neuzugang habe sich schnell in die Mannschaft integriert.
„Er hat sich sehr gut in das Team eingefügt, ist sehr lustig und unterhaltsam. Er ist ein großartiger Spieler, den ich sowohl als Fußballer als auch als Gegner immer bewundert habe. Ihn jetzt bei uns zu haben, macht mich sehr glücklich.“
Das überrascht Valverde an Mourinho
Besonders Mourinhos persönliche Art hat Valverde beeindruckt.
„Dass er sehr nahbar ist. Natürlich ist er jemand mit einem starken Charakter und manchmal auch hart, aber ich glaube, dass er einen Spieler gerade auf diese Weise sehr gut erreichen kann.“
Valverde fühlt sich vom Trainer gut behandelt.
„Mir gefällt, wie er mit uns umgeht und wie er mit mir umgeht. Ich bin glücklich. Als Kapitän versuche ich, meine bestmögliche Version zu zeigen, damit sowohl die Mannschaft als auch das Trainerteam mit uns zufrieden sind und wir uns miteinander wohlfühlen.“
Keine Diskussion über Rodri
Zum Abschluss wurde Valverde auf die sechs Neuverpflichtungen des Sommers sowie Rodris Entscheidung gegen Real Madrid und für den FC Barcelona angesprochen. Der Kapitän wollte sich auf diese Diskussion jedoch nicht einlassen.
„Ich kann nur für mich sprechen: Ich konzentriere mich auf meinen Verein und meine Mannschaftskollegen. Als Kapitän trage ich große Verantwortung und möchte für sie immer mein Maximum geben.“
Sein Fokus liege vollständig auf der eigenen Kabine.
„Ich versuche jeden Tag dafür zu sorgen, dass alle Spieler in der Mannschaft glücklich und zufrieden sind und positive Energie haben. Deshalb beschäftige ich mich mehr mit ihnen.“
