Real Madrid baut medizinische Abteilung nach Verletzungsproblemen um

Nach zwei Jahren voller Verletzungen zieht Real Madrid Konsequenzen und stellt seine medizinische Abteilung neu auf. Auch der Fall Kylian Mbappé und die Rückkehr von José Mourinho spielen in der internen Neuausrichtung eine Rolle.

Medizinischer Neustart vor Mourinhos Trainingsauftakt

Bei Real Madrid beginnt der Umbruch nicht nur auf dem Transfermarkt. Auch hinter den Kulissen zieht der Klub Konsequenzen aus zwei Spielzeiten, in denen Verletzungen, Rückschläge in der Reha und interne Zweifel an der körperlichen Steuerung der Mannschaft zu einem immer größeren Thema wurden.

Kurz vor dem Trainingsstart unter José Mourinho wird deshalb auch die medizinische Struktur neu geordnet. Der Verein will verhindern, dass sich die Probleme der vergangenen Saison wiederholen und die sportliche Planung erneut durch eine lange Verletztenliste ausgebremst wird.

Im Mittelpunkt der Veränderungen steht Niko Mihic, der bereits im Januar wieder mehr Verantwortung übernommen hatte. Gleichzeitig verlassen mit Felipe Segura und Manolo Arroyo zwei bekannte Namen die medizinische Abteilung. Zusätzlich soll Real Madrid an einer Verstärkung von außen arbeiten: Alexandre Creuze, bislang Leiter der medizinischen Abteilung der AS Monaco, gilt als Kandidat für die neue Struktur.


Mbappé-Diagnose als zusätzlicher Auslöser

Ein besonders sensibles Thema im Zusammenhang mit den Veränderungen ist der Fall Kylian Mbappé. Im Dezember soll es bei einer Untersuchung seines Knies zu einer Fehldiagnose gekommen sein, nachdem medizinische Mitarbeiter offenbar das falsche Bein untersucht hatten.

RMXpress berichtete im Frühjahr über diesen Vorfall. Mbappé selbst dementierte später, dass es eine Fehldiagnose gegeben habe.

Unabhängig davon gilt der Fall intern als eines von mehreren Beispielen dafür, dass Real Madrid seine medizinische Struktur überprüfen und verbessern wollte.


Mourinho kommt in eine veränderte Struktur

Die Veränderungen fallen zeitlich mit der Rückkehr von José Mourinho zusammen. Der Portugiese soll am Freitag seine Arbeit aufnehmen und zunächst Gespräche mit verschiedenen Klubmitarbeitern führen. Am Montag kehren dann die ersten Spieler zu medizinischen Tests und zum Trainingsauftakt zurück.

Auch im Fitnessbereich wird es Anpassungen geben. Antonio Dias, der bereits bei Benfica mit Mourinho zusammenarbeitete, soll Teil des neuen Trainerstabs werden.

Antonio Pintus, der seit Jahren im Verein arbeitet und nach der Entlassung von Xabi Alonso wieder eine wichtigere Rolle übernommen hatte, soll dagegen bleiben.


Verletzungen wurden zum Dauerthema

Die zahlreichen Verletzungen der vergangenen beiden Jahre entwickelten sich bei Real Madrid zu einem der größten internen Sorgenpunkte.

Bereits im Dezember kam es zu einem Wendepunkt. Damals stand Xabi Alonso sportlich zunehmend unter Druck, während innerhalb des Vereins die Ansicht wuchs, dass die vielen Ausfälle auch mit der physischen Steuerung der Spieler zusammenhingen.

Als Álvaro Arbeloa anschließend die Mannschaft übernahm, rückte Pintus wieder näher an die erste Mannschaft heran. Unter Alonso war seine Rolle zuvor weniger präsent gewesen.

Kurz darauf wurde auch Mihic befördert. Der Kroate hatte bereits zwischen 2017 und 2023 die medizinische Abteilung von Real Madrid geleitet und war danach in beratender Funktion im Verein geblieben. Seine Rückkehr an die Spitze galt zunächst als Übergangslösung, da im Klub zwischenzeitlich zwei medizinische Ansätze nebeneinander existierten.


Nur drei Feldspieler blieben verletzungsfrei

Das Ausmaß der Probleme zeigte sich besonders deutlich im Laufe der vergangenen Saison. Von den 25 Spielern des Profikaders blieben lediglich drei Akteure ohne Verletzung: Fran García, Brahim Díaz und Vinícius Júnior.

Andere Spieler erlitten Rückschläge in ihrer Genesung oder suchten externe Spezialisten auf. Unter anderem Antonio Rüdiger, Dani Carvajal, Ferland Mendy, Jude Bellingham und Kylian Mbappé reisten gemeinsam mit Niko Mihic zu Ärzten außerhalb Spaniens, um ihre Beschwerden behandeln zu lassen.

Florentino Pérez hatte die Situation im Mai öffentlich angesprochen.

„Wir haben die Dinge in diesem Jahr nicht so gemacht, wie wir es wollten.“

Der Präsident verwies dabei vor allem auf die Belastung durch die Klub-WM und die fehlende Vorbereitung.

„Ich glaube, alles begann mit der Klub-WM. Wir hatten keine richtige Vorbereitung und das führte zu 28 Verletzungen, als wir den Trainer wechselten. Danach hatten wir noch einmal 28.“


Real Madrid will Fehler der Vergangenheit vermeiden

Die personellen Veränderungen zeigen, dass Real Madrid die medizinische und physische Betreuung der Mannschaft als zentrale Baustelle erkannt hat.

Mit Mourinho beginnt nicht nur sportlich eine neue Etappe, sondern auch hinter den Kulissen soll der Klub professioneller, klarer und effizienter aufgestellt werden.

Nach zwei Jahren mit zu vielen Ausfällen will Real Madrid verhindern, dass Verletzungen erneut die Saisonplanung bestimmen. Die Umstrukturierung der medizinischen Abteilung ist deshalb mehr als nur ein internes Detail. Sie ist ein wichtiger Teil des Neustarts.

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