Marc Cucurella hat sich erstmals seit seinem Wechsel zu Real Madrid ausführlich geäußert. Im Interview mit Radio MARCA sprach der spanische Nationalspieler über den Anruf von José Mourinho, seine Rolle bei den Königlichen, Vinicius Junior, Enzo Fernández und die Ziele mit Spanien bei der Weltmeisterschaft.
Mourinho überzeugte Cucurella persönlich
Dass der Wechsel nach Madrid zustande kam, lag für Cucurella auch an José Mourinho. Der neue Trainer kontaktierte den Linksverteidiger persönlich – ein Gespräch, das ihn nachhaltig beeindruckte.
„Wenn dich ein Trainer wie Mourinho anruft, macht dich das stolz. Er hat mir erst geschrieben und mich anschließend angerufen. Dass er sich die Zeit nimmt und dir seine Ideen erklärt, bedeutet sehr viel. Ich freue mich riesig darauf, mit ihm zu arbeiten. Ich bin in einer großartigen Phase meiner Karriere und kann es kaum erwarten, für Real Madrid zu spielen.“
Cucurella weiß genau, welche Erwartungen im Santiago Bernabéu auf ihn warten. Der 27-Jährige sieht seinen Wechsel als größte Herausforderung seiner bisherigen Karriere.
„Es ist eine große Herausforderung. Bei Real Madrid sind alle Spieler unglaublich gut. Sich hier durchzusetzen, ist nicht einfach. Man muss in jedem Spiel bei 100 Prozent sein, denn jeder Gegner will Real Madrid schlagen.“
Klare Ansage an Vinicius und Hoffnung auf Enzo Fernández
Besonders gespannt ist Cucurella auf die Zusammenarbeit mit Vinícius Júnior auf der linken Seite. Dabei machte der Spanier mit einem Augenzwinkern deutlich, dass er bereit ist, seinem Offensivkollegen defensiv den Rücken freizuhalten.
„Ich glaube, wir werden uns sehr gut verstehen. Mir ist egal, wenn Vinícius nicht mit nach hinten arbeitet – ich erledige einfach alles, worauf er keine Lust hat. Hauptsache, er bleibt vorne frisch und entscheidet Spiele mit seinen Toren. Vinícius hat längst bewiesen, wie wichtig und spielentscheidend er besonders in der Champions League für Real Madrid ist.“
Auch zu einem möglichen Transfer von Enzo Fernández äußerte sich Cucurella. Beide kennen sich bestens aus gemeinsamen Zeiten beim FC Chelsea.
„Er ist ein großartiger Spieler und außerdem ein guter Freund von mir. Er hat mir direkt zu meinem Wechsel gratuliert. Hoffentlich klappt sein Transfer ebenfalls. Wir hatten beim Chelsea eine tolle Zeit zusammen und es wäre etwas Besonderes, wenn wir nun gemeinsam für Real Madrid spielen könnten.“
Spanien zog die richtigen Lehren
Neben Real Madrid sprach Cucurella auch über die spanische Nationalmannschaft. Das enttäuschende Unentschieden gegen Kap Verde sei für das Team letztlich sogar hilfreich gewesen.
„Wir waren danach richtig angefressen, weil wir wussten, dass wir nicht gut ins Turnier gestartet sind. Dieser Warnschuss hat uns gutgetan. Wir haben gemerkt, dass man bei einer Weltmeisterschaft sofort nach Hause fahren kann, wenn man nicht bei 100 Prozent ist.“
Große Worte fand Cucurella zudem für Lamine Yamal. Der Flügelspieler habe sich in den vergangenen zwei Jahren enorm entwickelt.
„Er ist sowohl als Mensch als auch als Fußballer unglaublich gereift. Wenn man nur auf sein Alter schaut, ist er noch ein Kind. Aber auf dem Platz ist er längst ein Mann. Das Alter ist am Ende nur eine Zahl.“
Auf einen vermeintlich leichteren Turnierverlauf möchte sich Cucurella dagegen nicht verlassen.
„Ich schaue nicht auf den Turnierbaum. Entscheidend ist nur, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren. Bei der Europameisterschaft hatten wir den schwierigsten Weg überhaupt – und trotzdem haben wir den Titel gewonnen.“
Mit seinen ersten Aussagen als Real-Profi zeigt Cucurella bereits, welche Rolle er übernehmen möchte: kompromisslos in der Defensive, mannschaftsdienlich und bereit, für seine Mitspieler die Extra-Meter zu gehen. Genau diese Mentalität dürfte José Mourinho bei seiner Verpflichtung überzeugt haben.
