Aufstellung
Álvaro Arbeloa verändert seine Mannschaft erneut deutlich und setzt trotz der schwierigen Situation weiterhin auf mehrere junge Spieler. Besonders im Fokus steht Franco Mastantuono, der direkt von Beginn an aufläuft. Auch Gonzalo erhält erneut das Vertrauen im Sturmzentrum neben Vinicius Junior.
Auf der linken Abwehrseite beginnt Álvaro Carreras, während Antonio Rüdiger und Jude Bellingham zunächst geschont werden. Kylian Mbappé sitzt nach überstandener Muskelverletzung erstmals wieder auf der Bank. Der Franzose hatte die vergangenen beiden Spiele gegen Espanyol und Barcelona verpasst.
Auch Dani Carvajal kehrt nach seiner Verletzung am kleinen Zeh zurück in den Spieltagskader, startet jedoch ebenfalls zunächst als Ersatzspieler.
Die Personalsituation bleibt dennoch angespannt. Mit Rodrygo, Militão, Mendy, Arda Güler, Federico Valverde, Andriy Lunin und Dean Huijsen fehlen weiterhin zahlreiche Spieler. Dani Ceballos steht erneut nicht im Kader und bleibt nach seinen Spannungen mit Arbeloa außen vor.
Um die Ausfälle aufzufangen, berief Arbeloa erneut mehrere Talente aus der Castilla in den Spieltagskader.
Real Madrid: Courtois; Trent, Asencio, Alaba, Carreras; Mastantuono, Tchouaméni, Camavinga, Brahim; Gonzalo und Vinicius.

Real Oviedo: Escandell, Nacho Vidal, Bailly, David Costas, Rahim, Fonseca, Colombatto, Ilyas, Thiago, Reina, Fede Viñas
Ein Spiel, das kaum noch jemanden bewegte
Besonders auffällig war bereits die Stadiondurchsage vor dem Anpfiff. Anders als üblich wurden bei der Verkündung der Startelf nicht nur die Vornamen genannt. Stattdessen wurden die kompletten Namen vorgelesen. Bei der Vorstellung der Ersatzspieler gab es bereits deutliche Pfiffe gegen Kylian Mbappé. Auch Vinicius Junior wurde während dem Spiel bei Ballkontakten immer wieder mit Pfiffen bedacht.
Der sportliche Wert dieses Spiels hielt sich stark in Grenzen. Für Real Madrid ging es nach der endgültig verlorenen Meisterschaft praktisch um nichts mehr, während Real Oviedo bereits als Absteiger feststand. Entsprechend trist wirkte die Atmosphäre im Santiago Bernabéu.
Schon früh rückten die Geschehnisse auf den Rängen mehr in den Mittelpunkt als das Spiel selbst. Nach wenigen Minuten tauchten im Stadion mehrere Banner gegen Präsident Florentino Pérez auf, darunter Botschaften wie „Florentino, vete ya“ und „Florentino culpable“. Sicherheitskräfte entfernten die Transparente umgehend und teilweise mit sichtbarer Härte – eine Szene, die auch live im Fernsehen zu sehen war.
Hintergrund: Banner im Stadion müssen laut Vorschriften aus feuerfestem Material bestehen und ein entsprechendes Sicherheitszertifikat besitzen. Deshalb griff der Sicherheitsdienst sofort ein.
Auf dem Platz entwickelte sich anschließend eine zähe Partie mit wenig Tempo und kaum Intensität. Real Madrid kontrollierte zwar weite Strecken des Spiels, wirkte dabei aber ideenlos und wenig inspiriert. Oviedo verteidigte kompakt und setzte nur sporadisch Nadelstiche.
Die besten Szenen der ersten Halbzeit gehörten dennoch den Gastgebern. Mastantuono prüfte Escandell früh mit einem flachen Abschluss, kurz darauf donnerte Trent Alexander-Arnold einen Distanzschuss beinahe an die Latte.
Der auffälligste Spieler der ersten Hälfte war allerdings Gonzalo. Der junge Angreifer, der nach Spielende auch zum Spieler des Spiels gekürt wurde, zeigte Einsatz, arbeitete viel gegen den Ball und belohnte sich kurz vor der Pause mit dem Führungstreffer. Nach einem starken Ballgewinn von Carreras und Zuspiel von Brahim an der Strafraumkante zog er direkt mit rechts ab und traf präzise ins Eck – ein Treffer, der die Stimmung zumindest kurzzeitig beruhigte.
Pfiffe gegen Mbappé überschatten den Abend
Auch nach der Pause blieb das Spiel lange ereignisarm. Emotional wurde es erst wieder, als Vereinslegende Santi Cazorlaeingewechselt wurde und vom Bernabéu stehende Ovationen erhielt. Kurz darauf bekam auch Dani Carvajal bei seiner Einwechslung großen Applaus.
Ganz anders fiel die Reaktion bei Kylian Mbappé aus.
Als der Franzose in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, folgten die lautesten Pfiffe des gesamten Abends. Bereits bei seiner Erwähnung vor dem Spiel hatte es deutliche Unmutsbekundungen gegeben, doch bei seiner Einwechslung erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt.
Mbappé suchte anschließend sofort den Abschluss und versuchte, mit Aktionen auf dem Platz zu reagieren, blieb jedoch zunächst glücklos.
Kurz darauf sorgte Jude Bellingham für die Entscheidung. Der Engländer erinnerte mit einem kraftvollen Solo und einem starken linken Abschluss an seine dominante erste Saisonhälfte und stellte auf 2:0.
Oviedo hatte zwischenzeitlich durchaus Chancen auf einen Treffer, vergab jedoch mehrfach aus aussichtsreicher Position – vor allem Nacho Vidal ließ zwei große Möglichkeiten liegen.
RMXpress-Fazit
Der Sieg gegen Oviedo war sportlich kaum mehr als Pflichtprogramm, offenbarte aber erneut die schwierige Gesamtsituation bei Real Madrid.
Die Pfiffe gegen Mbappé und Vinicius, die Proteste gegen Florentino Pérez sowie die insgesamt gereizte Atmosphäre zeigten deutlich, wie angespannt das Verhältnis zwischen Mannschaft, Vereinsführung und Teilen der Fans aktuell ist.
Sportlich gab es dennoch einige Lichtblicke: Gonzalo nutzte seine Chance erneut stark, Bellingham zeigte nach schwierigen Wochen endlich wieder Dynamik und Courtois vermittelte Stabilität.
Trotzdem bleibt der Gesamteindruck düster. Die Saison trudelt nur noch ihrem Ende entgegen – und rund um den Klub scheint inzwischen fast jedes Spiel mehr von Nebengeräuschen als vom Fußball geprägt zu werden.
