Ausgangslage
Die Situation bei Real Madrid ist klar – und brisant. Nach vier Spielen ohne Sieg, darunter das bittere Champions-League-Aus gegen den FC Bayern, steht die Mannschaft von Álvaro Arbeloa massiv unter Druck. In LaLiga beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Barcelona bereits neun Punkte.
Damit bleibt den Königlichen faktisch kein Spielraum mehr für Fehler. Jeder weitere Ausrutscher würde die ohnehin nur noch theoretischen Titelchancen endgültig beenden. Entsprechend hat die Partie gegen Alavés bereits Endspiel-Charakter – auch wenn noch mehrere Spieltage zu absolvieren sind.
Hinzu kommt die Stimmung im Umfeld: Die Fans im Bernabéu haben zuletzt mehrfach ihren Unmut geäußert. Pfiffe gegen das eigene Team und selbst gegen einzelne Stars zeigen, wie angespannt die Lage ist. Real Madrid steht vor der Aufgabe, nicht nur sportlich zu liefern, sondern auch das Vertrauen zurückzugewinnen.
Doch auch der Gegner reist mit klarer Zielsetzung an. Deportivo Alavés befindet sich mitten im Abstiegskampf und hat nur einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Jeder Punkt zählt – auch im Bernabéu. Gerade in dieser Saison hat sich mehrfach gezeigt, dass Teams im Tabellenkeller besonders unangenehm sein können.
Personal & Kader-News
Aurélien Tchouaméni steht nach seiner abgesessenen Sperre im Champions League Spiel nun ausgeruht zur Verfügung und dürfte direkt in die Startelf rücken.
In der Defensive könnte es leichte Anpassungen geben. Auf der rechten Seite ist Dani Carvajal eine Option für die Startelf, während im Zentrum Dean Huijsen in den Fokus rückt. Der junge Innenverteidiger könnte einem zuletzt stark belasteten Antonio Rüdiger eine Pause verschaffen. Um die linke Seite offensiver zu gestalten, könnte Carreras für Mendy in die Startelf rotieren.
Im Mittelfeld setzt Arbeloa voraussichtlich auf eine technisch starke und dynamische Kombination aus Tchouaméni, Jude Bellingham, Federico Valverde und Arda Güler. Gerade Güler hat mit seinem Doppelpack in München seine Form bestätigt und sich als kreative Option etabliert.
Offensiv bleibt alles beim Alten: Kylian Mbappé und Vinícius Júnior sind gesetzt. Besonders Mbappé steht im Fokus – nicht nur wegen seiner Rolle im Spiel, sondern auch im Rennen um den Pichichi. Nach mehreren torlosen Spielen ist der Druck gestiegen, da die Konkurrenz näher rückt.
Weiterhin fehlen Thibaut Courtois und Rodrygo, die sich im Reha-Prozess befinden. Nicht zur Verfügung steht außerdem Raúl Asencio aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung, während die restliche Mannschaft einsatzbereit ist.
Voraussichtliche Aufstellung
Real Madrid (4-4-2 / 4-3-1-2):
Lunin
Carvajal – Militão – Huijsen – Carreras
Valverde – Bellingham – Tchouaméni – Güler
Mbappé – Vinícius
Stimmen zum Spiel
Álvaro Arbeloa: „Ich habe gespürt, dass die Fans hinter der Mannschaft stehen. Wir müssen ein gutes Spiel machen und uns den Applaus im Bernabéu verdienen. Von Beginn an müssen wir auf Sieg spielen.“
Quique Sánchez Flores (Trainer Alavés): „Wir müssen unseren Plan umsetzen, damit das Spiel so lange wie möglich dauert und wir gut in die letzten 15 oder 20 Minuten kommen. Sie haben Topspieler, einige nahe am Ballon d’Or oder am Goldenen Schuh. Aber eine Saison entwickelt sich oft anders, als man denkt.“
Statistik & Wissenswertes
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rückkehr von Mariano Díaz ins Bernabéu. Der ehemalige Madrid-Stürmer kehrt nach über 1.000 Tagen erstmals zurück – allerdings nun im Trikot von Alavés.
Historisch gesehen ist das Bernabéu kein gutes Pflaster für die Gäste. Alavés konnte nur zwei Auswärtssiege gegen Real Madrid feiern.
Von den letzten zehn Aufeinandertreffen gewann Real Madrid neun. Der letzte Sieg stammt aus der Hinrunde als die Königlichen Mitte Dezember durch die Tore von Mbappé und Rodrygo das Spiel 2:1 auswärts zu ihren Gunsten entschieden haben.
Real Madrid hält 50 % der Rechte an Antonio Blanco, dem Mittelfeldspieler von Alavés, und hat auch ein Vorkaufsrecht auf ihn. Seine Ausstiegsklausel liegt bei rund 15 Millionen Euro, und wenn Alavés davon profitieren will, muss der Verein ihn im Sommer oder im kommenden Wintertransferfenster verkaufen. Andernfalls wird er im Juni 2027 ablösefrei wechseln, nachdem bereit mehrere Verlängerungsangebote abgelehnt worden sind.
Prognose
Die Partie dürfte zu einem klassischen Geduldsspiel werden. Real Madrid wird das Spiel kontrollieren und versuchen, früh Druck aufzubauen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, schnell Räume zu finden und die Defensive von Alavés auseinanderzuziehen.
Für die Gäste liegt die Chance klar im Spielverlauf: Je länger sie das Ergebnis offen halten, desto größer wird der Druck auf die Hausherren. Gerade in der Schlussphase könnte Nervosität eine Rolle spielen.
Schlüsselspieler werden vor allem im Zentrum zu finden sein. Tchouaméni muss für Stabilität sorgen, während Bellingham und Güler kreative Lösungen liefern sollen. Offensiv liegt die Verantwortung einmal mehr auf Mbappé und Vinícius.
Real Madrid steht vor einem Pflichtsieg – mehr noch: vor einem Charaktertest. Nach Wochen voller Rückschläge geht es nicht nur um drei Punkte, sondern um ein Signal. Ein überzeugender Auftritt könnte die Wende einleiten. Ein weiterer Rückschlag hingegen würde die Krise weiter verschärfen.
Der Druck ist enorm. Und genau deshalb ist dieses Spiel gefährlicher, als es auf dem Papier wirkt.
TV-Übertragung
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