Arbeloa fest im Sattel
Die Stimmung bei Real Madrid hat sich in kürzester Zeit komplett gedreht. Nach dem 3:2-Derbysieg gegen Atlético geht das Team mit fünf Erfolgen in Serie in die Länderspielpause – darunter auch das souveräne Weiterkommen gegen Manchester City.
Vor wenigen Wochen wurde noch offen über mögliche Nachfolger diskutiert, jetzt ist davon kaum noch etwas zu hören. Álvaro Arbeloa hat sich sportlich wie intern stabilisiert und sich mit starken Ergebnissen gegen Teams von Mourinho, Guardiola und Simeone eindrucksvoll positioniert.
Der Schlüssel: Kabine und Vertrauen
Der Aufschwung lässt sich nicht nur an Ergebnissen festmachen, sondern vor allem an der Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Die Verbindung zwischen Trainer, Staff und Spielern gilt als deutlich enger, das Vertrauen spürbar größer.
Das zeigt sich besonders bei zwei Schlüsselspielern: Vinícius Júnior und Federico Valverde. Beide präsentieren sich unter Arbeloa in Topform und haben ihre Zahlen im Vergleich zur vorherigen Phase deutlich gesteigert. Vinícius tritt wieder als Unterschiedsspieler auf, während Valverde mit Dynamik, Toren und Präsenz das Spiel prägt.
Es ist genau diese Mischung aus Vertrauen und klarer Rollenverteilung, die aktuell den Unterschied macht.
Valverde-Rot überschattet den Sieg
Trotz seiner starken Leistung wurde Valverde im Derby zur tragischen Figur. Nach einem harten Einsteigen sah er die Rote Karte – laut Schiedsrichter wegen übermäßiger Härte. Eine Entscheidung, über die sich zumindest streiten lässt.
Dem Uruguayer droht nun eine Sperre von zwei Spielen, auch wenn Real Madrid Einspruch einlegen will. Arbeloa selbst hatte nach dem Spiel eine andere Sicht auf die Szene und ordnete das Foul eher als gewöhnliches Tackling ein als als brutales Vergehen.
Internes Signal: Disziplin vor Status
Eine der interessantesten Geschichten spielte sich abseits des Rasens ab. Trent Alexander-Arnold stand im Derby zunächst nicht in der Startelf – allerdings nicht aus sportlichen Gründen.
Der Engländer war am Vortag rund 20 Minuten zu spät zum Training erschienen und hatte dadurch den Beginn der Einheit auf dem Platz verpasst. Arbeloa reagierte konsequent und setzte ihn auf die Bank.
Bemerkenswert ist jedoch die Reaktion des Spielers: Trent akzeptierte die Entscheidung ohne Diskussion, entschuldigte sich bei Trainer, Kapitän und Teamkollegen und zeigte sich intern äußerst professionell.
Auf dem Platz antwortete er wenig später mit einem starken Auftritt – inklusive Vorlage zum entscheidenden Siegtreffer.
Bellingham zurück – Mbappé mit Plan
Auch personell gibt es positive Entwicklungen. Jude Bellingham feierte nach seiner Verletzung sein Comeback und wird nun Schritt für Schritt wieder aufgebaut. Arbeloa betonte, dass seine Rolle flexibel bleiben müsse – auch, weil er auf mehreren Positionen den Unterschied machen kann.
Bei Kylian Mbappé verfolgt der Trainer einen ähnlichen Ansatz. Obwohl der Franzose wieder fit ist, wird er bewusst dosiert eingesetzt. Nach seiner Einwechslung im Derby deutet vieles darauf hin, dass er langsam an die Startelf herangeführt wird.
Militão vor Comeback
Zusätzlich gibt es gute Nachrichten aus der Defensive. Éder Militão steht kurz vor seiner Rückkehr und könnte bereits im kommenden Spiel, nach der Länderspielpause, gegen Mallorca wieder zur Verfügung stehen. Nach mehreren Monaten Pause wäre das ein wichtiger Schritt für die Stabilität der Abwehr.
RMXpress-Fazit
Der Blick hinter die Kulissen zeigt ein klares Bild: Real Madrid ist aktuell nicht nur sportlich im Aufwind, sondern auch intern gefestigt.
Arbeloa hat es geschafft, die Kabine zu stabilisieren, Schlüsselspieler in Topform zu bringen und gleichzeitig klare Regeln durchzusetzen. Genau diese Kombination aus Vertrauen, Struktur und Konsequenz scheint der entscheidende Faktor für die aktuelle Entwicklung zu sein.
Was vor wenigen Wochen noch wie eine Übergangslösung wirkte, entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Projekt.
Arbeloa hat sich in kürzester Zeit vom Risiko zur echten Perspektive entwickelt.
