Real Madrid löst Rasenproblem im Bernabéu – Konzerte bleiben die große Baustelle

Nach mehreren Jahren mit immer neuen Problemen glaubt Real Madrid, die Rasenfrage im Santiago Bernabéu endlich dauerhaft gelöst zu haben. Während der Klub mit dem aktuellen Spielfeld zufrieden ist und keine weiteren Wechsel während der Saison plant, bleibt die Rückkehr großer Konzerte weiterhin offen.

Vom Sorgenkind zur stabilen Lösung

Der Rasen im Santiago Bernabéu entwickelte sich über mehrere Spielzeiten zu einer der größten Baustellen des modernisierten Stadions. Zwischen wiederholten Austauschmaßnahmen, optischen Problemen und Kritik von außen musste Real Madrid immer wieder nachbessern. In einer Saison wurde der Rasen gleich fünfmal gewechselt, zeitweise wurde sogar mit Farbe gearbeitet, um das Erscheinungsbild im Fernsehen zu verbessern.

Die Kritik kam nicht nur aus dem Umfeld des Klubs. Auch Pep Guardiola äußerte sich 2024 öffentlich über den Zustand des Spielfelds und machte deutlich, dass er vom Bernabéu einen anderen Standard gewohnt war. Für Real Madrid war das ein weiterer Hinweis darauf, wie sichtbar das Problem inzwischen geworden war.

Heute ist die Lage eine andere. Im Klub herrscht die Überzeugung, dass die entscheidende Lösung gefunden wurde.


Der Hipogeo funktioniert endlich wie geplant

Ein zentraler Punkt ist der sogenannte Hipogeo, das unterirdische System, in dem der Rasen gelagert und gepflegt werden kann. Nach einem früheren NFL-Spiel musste der Rasen in extrem kurzer Zeit erneuert werden. Innerhalb von nur 72 Stunden wurde damals ein neues Spielfeld installiert.

Diesmal ging Real Madrid jedoch anders vor. Die untere Struktur befand sich nach der Belastung in gutem Zustand. Deshalb entschied sich der Klub dagegen, alles vollständig zu entfernen. Stattdessen blieben die vorhandenen Platten und die hybride Vernähung bestehen. Auf dieser Grundlage wurde ein neuer Rasen installiert.

Die Fläche war zuvor über mehrere Monate von Tapiz Verde auf einer Anlage im Norden der Provinz Cáceres vorbereitet worden. Zum Einsatz kam die Mischung „RyeBlue Deportivo“, bestehend zu gleichen Teilen aus Raygrass und Poa pratensis. Genau diese Kombination sollte die notwendige Belastbarkeit und Qualität liefern. Nach mehreren Jahren des Ausprobierens scheint Real Madrid damit nun zufrieden zu sein.


Kein weiterer Rasenwechsel geplant

Die aktuellen Eindrücke fallen im Klub deutlich positiver aus als in den vergangenen Spielzeiten. Real Madrid ist mit dem Zustand des Spielfelds zufrieden und plant nach aktuellem Stand keinen weiteren Austausch während der laufenden Saison.

Damit wäre ein Problem gelöst, das über längere Zeit selbst innerhalb der Mannschaft für Diskussionen gesorgt hatte. Vor zwei Spielzeiten hatten Spieler sogar darum gebeten, das verschließbare Stadiondach häufiger zu öffnen, um zu testen, ob mehr Luft und natürliche Bedingungen dem Rasen helfen könnten. Einige bevorzugten grundsätzlich Spiele bei geöffnetem Dach.

Real Madrid suchte jedoch weiter nach einer strukturellen Lösung, statt das Problem nur über einzelne Maßnahmen zu steuern. Der aktuelle Zustand des Rasens spricht aus Sicht des Klubs dafür, dass dieser Ansatz funktioniert.


Dach wird kaum geöffnet – laut Klub aus gutem Grund

Auch das verschließbare Dach des Bernabéu sorgte zuletzt immer wieder für Spekulationen. Weil es nur selten vollständig geöffnet wird, entstanden in sozialen Netzwerken Zweifel daran, ob das System überhaupt wie vorgesehen funktioniert.

Real Madrid sieht darin jedoch kein technisches Problem. Aus Sicht des Klubs besteht schlicht keine Notwendigkeit, das Dach regelmäßig zu öffnen. Die Priorität liegt darauf, die Bedingungen im Stadion so zu kontrollieren, dass der Rasen möglichst optimal erhalten bleibt. Dass das Dach nur selten bewegt wird, sei deshalb keine Folge eines Defekts, sondern Teil der aktuellen Betriebsweise.


Große Konzerte bleiben das ungelöste Thema

Während das Rasenproblem aus Sicht des Klubs weitgehend gelöst ist, bleibt ein anderes großes Thema offen. Die Rückkehr der großen Konzerte ins Santiago Bernabéu lässt weiter auf sich warten.

Real Madrid arbeitet seit Monaten daran, die Lärmprobleme zu lösen, die zur vorübergehenden Aussetzung der großen Veranstaltungen geführt hatten. Dafür wurden verschiedene Maßnahmen zur Schalldämmung umgesetzt. Besonders berücksichtigt wurden Bereiche, über die sich Schall aus dem Stadion nach außen ausbreiten kann. Dazu zählen Zugänge, Abschlüsse und andere bauliche Öffnungen.

Die strukturellen Maßnahmen befinden sich inzwischen weitgehend in der letzten Phase. Offen sind noch einzelne architektonische Abschlussarbeiten sowie offizielle Tests zur tatsächlichen Schallemission.


Gericht entlastet Real Madrid teilweise

Auch juristisch gab es für den Klub zuletzt eine relevante Entwicklung. Ein Gericht sah Real Madrid nicht unmittelbar als Verantwortlichen für die bei Veranstaltungen entstandenen Lärmemissionen. In der Entscheidung wurde die Verantwortung vielmehr bei den Veranstaltern beziehungsweise bei denjenigen gesehen, die den Ton erzeugen oder übertragen und deshalb die vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten müssen.

Für Real Madrid ist das eine wichtige rechtliche Entlastung. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die großen Konzerte kurzfristig zurückkehren können. Denn neben den baulichen Fragen bestehen weiterhin rechtliche und regulatorische Unsicherheiten.


Technik nicht mehr das einzige Hindernis

Im Klub geht man inzwischen davon aus, dass die technischen Arbeiten die Schalldämmung deutlich verbessert haben. Die größte Hürde liegt deshalb nicht mehr ausschließlich in der Konstruktion des Stadions. Offene Gerichtsverfahren und rechtliche Unsicherheiten erschweren es den großen Veranstaltern weiterhin, langfristige Termine zu planen.

Hinzu kommt die noch ausstehende Reform des Gesetzes über öffentliche Veranstaltungen der Comunidad de Madrid. Solange hier keine vollständige Klarheit herrscht, bleibt der Wiedereinstieg großer Konzertveranstalter schwierig.


Früherer Konzertbeginn als mögliche Lösung

Real Madrid prüft deshalb verschiedene Modelle, um die Rückkehr der Konzerte zu erleichtern. Eine Möglichkeit besteht darin, Veranstaltungen künftig früher beginnen zu lassen. Damit könnten Konzerte früher enden und die Belastung für die Anwohner in den späten Abend- und Nachtstunden reduziert werden.

Für den Klub wäre das ein möglicher Kompromiss zwischen wirtschaftlicher Nutzung des Stadions und den akustischen Anforderungen des Wohnumfelds. Denn die großen Konzerte waren ursprünglich ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Planung für das modernisierte Bernabéu.


Der Plan B für die wirtschaftliche Nutzung

Bis eine Rückkehr der Konzerte möglich ist, nutzt Real Madrid das Stadion weiterhin für andere Veranstaltungen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Unternehmensveranstaltungen
  • Galas
  • Kongresse
  • private Feiern

Diese Formate sorgen dafür, dass das Bernabéu auch außerhalb des Fußballs wirtschaftlich genutzt wird. Sie können die Bedeutung großer Konzertveranstaltungen jedoch nicht vollständig ersetzen. Große internationale Shows bringen nicht nur höhere direkte Einnahmen, sondern auch enorme mediale Aufmerksamkeit und zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten rund um das Stadion. Genau deshalb bleibt ihre Rückkehr für Real Madrid ein wichtiges Ziel.


RMXpress Fazit

Das Bernabéu-Projekt erreicht Schritt für Schritt eine stabilere Phase. Die wohl sichtbarste sportliche Baustelle scheint gelöst: Der Rasen befindet sich nach Jahren voller Wechsel, Kritik und Improvisation endlich in einem Zustand, mit dem Real Madrid zufrieden ist. Der Hipogeo funktioniert damit zunehmend so, wie es ursprünglich gedacht war.

Die große offene Rechnung bleibt allerdings das Veranstaltungsgeschäft. Technisch nähert sich der Klub einer Lösung, juristisch und regulatorisch bestehen aber weiterhin Unsicherheiten.

Real Madrid hat das Stadion zu weit mehr als nur einer Fußballarena umgebaut. Damit dieses Konzept vollständig aufgeht, müssen jedoch auch die großen Konzerte irgendwann zurückkehren. Beim Rasen sieht der Klub das Ziel inzwischen erreicht. Beim Konzertbetrieb noch nicht.

QuelleMARCA

Related Articles

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet

Aktuelle Nachrichten