Rückkehr endlich offiziell
13 Jahre später ist es offiziell: José Mourinho ist zurück bei Real Madrid. Die Königlichen haben die Verpflichtung des portugiesischen Startrainers bestätigt. Mourinho unterschreibt einen Vertrag bis Juni 2029 und startet damit seine zweite Amtszeit an der Seitenlinie der Blancos.
Seit seinem Abschied im Jahr 2013 hat sich bei Real Madrid nahezu alles verändert. Sechs Champions-League-Titel, vier Meisterschaften, zwei Pokalsiege, zahlreiche Trainerwechsel und eine komplette Modernisierung des Santiago Bernabéu prägen die Zeit seit Mourinhos erster Ära. Nun kehrt „The Special One“ zurück – mit der Aufgabe, Real Madrid nach zwei enttäuschenden Spielzeiten wieder an die Spitze Europas zu führen.
Mourinho unterschreibt bis 2029
Der Portugiese erhält einen Vertrag über drei Jahre bis zum Sommer 2029. Die Einigung zwischen Mourinho und Real Madrid bestand bereits seit Wochen, wurde jedoch durch die Präsidentschaftswahlen verzögert.
Ursprünglich sollte der Trainer bereits Ende Mai vorgestellt werden. Mit dem Wahlkampf zwischen Florentino Pérez und Enrique Riquelme wurde die Bekanntgabe jedoch auf Eis gelegt. Nach dem Wahlsieg von Pérez konnte die Operation nun endgültig abgeschlossen werden.
Für den Wechsel zahlt Real Madrid insgesamt 15 Millionen Euro an Benfica. Eine günstigere Ausstiegsklausel über acht Millionen Euro war zuvor ausgelaufen. Damit wird Mourinho zum teuersten Trainer der Vereinsgeschichte.
Vom Wunschkandidaten zur Rückkehr
Als sich im Frühjahr abzeichnete, dass Álvaro Arbeloa nicht langfristig Trainer bleiben würde, kristallisierten sich intern zwei Favoriten heraus: Jürgen Klopp und José Mourinho.
Während Klopp dem Verein signalisierte, dass er weiterhin auf eine mögliche Zukunft als deutscher Nationaltrainer wartet, intensivierte Real Madrid die Gespräche mit Mourinho. Der Portugiese wusste bereits während der letzten Saisonwochen von dem Interesse aus Madrid, hielt sich öffentlich jedoch bedeckt.
Hinter den Kulissen war die Entscheidung längst gefallen.
Ein bekanntes Trainerteam
Mourinho bringt einen Großteil seines bisherigen Trainerstabs mit nach Madrid. Dabei vertraut er auf jene Mitarbeiter, die ihn bereits in den vergangenen Jahren bei Fenerbahçe und Benfica begleitet haben.
Das neue Trainerteam setzt sich wie folgt zusammen:
- Assistenztrainer: João Tralhão
- Assistenztrainer: Pedro Machado
- Assistenztrainer aus dem Klubumfeld: noch offen
- Athletiktrainer: António Dias
- Analyst: Roberto Merella
- Torwarttrainer: Nuno Santos
Innerhalb seines Trainerstabs setzt Mourinho traditionell auf flache Hierarchien. Alle Mitarbeiter sollen eng in die tägliche Arbeit eingebunden werden.
Eine schwierige Saison bei Benfica
Mourinhos letzte Station war Benfica. Dort erlebte der 63-Jährige eine außergewöhnliche Saison.
In der Liga blieb Benfica unter seiner Leitung ungeschlagen und sammelte 23 Siege. Dennoch reichte es aufgrund von elf Unentschieden lediglich für Platz drei. Die Qualifikation für die Champions League wurde verpasst.
Auch in den Pokalwettbewerben blieb der große Erfolg aus. Benfica verlor sowohl das Finale des Ligapokals gegen Braga als auch das Endspiel im portugiesischen Pokal gegen Porto.
In der Champions League scheiterte Mourinho schließlich ausgerechnet an Real Madrid.
Drei Jahre, die Real Madrid veränderten
Florentino Pérez hat in den vergangenen Jahren immer wieder betont, dass Mourinho dem Verein eine neue Siegermentalität verliehen habe.
„Er hat uns die Wettbewerbsfähigkeit zurückgegeben.“
Als Mourinho 2010 nach Madrid kam, hatte der Klub sechs Jahre in Folge das Achtelfinale der Champions League nicht überstanden. Unter dem Portugiesen erreichte Real Madrid dreimal hintereinander das Halbfinale der Königsklasse.
In drei Jahren gewann Mourinho eine spanische Meisterschaft, eine Copa del Rey und einen spanischen Supercup.
Vor allem die legendäre „Liga der Rekorde“ 2011/12 mit 100 Punkten und 121 Toren bleibt unvergessen.
Eine der umstrittensten Figuren der Fußballgeschichte
Mourinhos erste Amtszeit war allerdings nicht nur von Erfolgen geprägt. Der Portugiese sorgte regelmäßig für Schlagzeilen.
Legendär wurden Aussagen wie sein berühmtes „¿Por qué?“ nach dem Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona oder zahlreiche öffentliche Konflikte mit Medien, Schiedsrichtern und Rivalen.
Auch vereinsintern kam es immer wieder zu Spannungen. Diskussionen um Iker Casillas, Aussagen über Cristiano Ronaldo oder der berühmte Fingerstich gegen Tito Vilanova im spanischen Supercup gehören bis heute zu den bekanntesten Szenen seiner Karriere.
Kaum ein Trainer hat Real Madrid in so kurzer Zeit derart geprägt wie Mourinho.
Große Herausforderungen mit klaren Zielen
Der Portugiese übernimmt eine Mannschaft, die eine schwierige Saison hinter sich hat. Real Madrid blieb erneut ohne großen Titel. In der Liga war Barcelona deutlich überlegen, im Pokal scheiterte man im Finale und in der Champions League kam das Aus im Viertelfinale. Auch intern sorgten zahlreiche Vorfälle für Unruhe. Verletzungen, Diskussionen um einzelne Spieler und mehrere Spannungen innerhalb des Teams belasteten die Saison. Genau deshalb fiel die Entscheidung in Valdebebas letztlich auf Mourinho.
Der neue Trainer möchte die Mannschaft möglichst schnell umbauen. Bereits fest stehen die Verpflichtungen von Ibrahima Konaté und Denzel Dumfries. Darüber hinaus sollen weitere Verstärkungen für die Defensive sowie das Mittelfeld folgen. Mourinho setzt dabei vor allem auf Spieler mit Mentalität, Einsatzbereitschaft und Siegercharakter. Sein großes Ziel ist klar: die Champions League.
Bei seiner ersten Amtszeit blieb ihm der Triumph in Europas Königsklasse trotz drei Halbfinalteilnahmen verwehrt. Nun erhält er eine zweite Chance. 13 Jahre nach seinem Abschied beginnt für José Mourinho und Real Madrid ein neues Kapitel. Die Erwartungen sind riesig. Der Druck ebenso. Doch genau für solche Herausforderungen wurde „The Special One“ verpflichtet.
