Mourinho über die Herausforderung bei Betis
Real Madrid trifft am Freitag, 4. September, um 21:00 Uhr auswärts auf Real Betis. Die Partie wird bei DAZN übertragen sowie im RMXpress Matchcenter begleitet.
Für Mourinho ist klar, dass seine Mannschaft im La Cartuja an ihre Leistungsgrenze gehen muss.
Über das Real Madrid, das er gegen Betis erwartet: „Es muss ein großes Real Madrid sein. Sonst gewinnen wir nicht. Betis ist eine sehr gute Mannschaft und wenn man sich die letzten Ergebnisse von Real Madrid dort anschaut, sieht man, wie schwierig es ist, dort zu gewinnen. Um das zu schaffen, musst du auf deinem höchsten Niveau sein. Es gibt keinen anderen Weg.“
Mourinho über Messi: „Einer dieser Spieler, die man immer vermissen wird“
Auch der bevorstehende Abschied von Lionel Messi aus der argentinischen Nationalmannschaft war Thema.
Über Lionel Messi: „Über Messi zu sprechen ist kompliziert.“ [lächelt] „Es gibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Und es gibt keine Worte, die seine Qualität als Spieler wirklich beschreiben können. Er ist mit 38 oder 39 Jahren zu dieser Weltmeisterschaft gekommen und wir haben gesehen, was er dort noch geleistet hat.“
„Er gehört zu diesen Spielern, die man vermissen wird. Wir werden wohl noch das eine oder andere MLS-Spiel schauen müssen – was nicht unbedingt etwas ist, das mir besonders gefällt –, um seine letzten Jahre noch zu genießen. Denn wie ich schon einmal auf einer Pressekonferenz gesagt habe: Es gibt Spieler, die man immer vermisst. Und er ist einer dieser Spieler unserer Generation.“
La Fábrica bleibt Teil von Mourinhos Plan
Mourinho machte deutlich, dass er die Nachwuchsarbeit von Real Madrid intensiv verfolgt.
Über die Rolle der Nachwuchsspieler: „Viele von ihnen trainieren immer wieder mit mir. Aber auch die, die nicht regelmäßig hochkommen, beobachten wir sehr genau. In den vergangenen Jahren wurde dort großartige Arbeit geleistet. Das Ergebnis sieht man daran, dass Spieler in die erste Mannschaft aufgerückt sind, wie Thiago, und auch an den vielen Millionen, die Real Madrid mit Transfers eingenommen hat.“
„Wobei es am Ende nicht immer echte Abschiede sind, weil Real Madrid viele dieser Spieler zurückholen kann, wenn der Klub das möchte. Im Laufe einer Saison wird es immer Sperren, Verletzungen und andere Situationen geben. Dann entstehen Chancen.“
„Ich lerne diese Spieler immer besser kennen. Wir haben täglichen Kontakt mit Manu und La Fábrica. Natürlich werde ich nicht alle hochziehen, aber alle jungen Spieler dürfen davon träumen, irgendwann in die erste Mannschaft zu kommen.“
Sergio Martínez sitzt gegen Betis auf der Bank
Besonders konkret wurde Mourinho bei Sergio Martínez.
Über Sergio Martínez: „Morgen wird er auf der Bank sitzen. Daran kann man ungefähr erkennen, wie unser Plan mit ihm aussieht. Er hat bisher nur wenige Tage mit der ersten Mannschaft trainiert, aber der Klub hat ihn verpflichtet, obwohl von Anfang an klar war, dass er nicht direkt ausschließlich für die erste Mannschaft vorgesehen ist.“
„Wir haben ihn analysiert und gesehen, dass er Potenzial besitzt. Er hat bereits etwas Erfahrung in der zweiten und ersten Liga gesammelt. Er hat Qualität, muss aber weiter arbeiten. Die Intensität hier ist eine andere.“
„Aber er ist jetzt dabei. Morgen werden Sergio, Rivas und Cestero auf der Bank sitzen. Dann werden wir sehen, ob er spielt. Allein das ist bereits ein Schritt.“
Mourinho über Julián Álvarez: „Ab jetzt muss er wichtig für seinen Klub sein“
Auf die Situation von Julián Álvarez angesprochen, der nach Barcelona wechseln wollte, aber noch bei Atletíco spielt, hielt sich Mourinho mit konkreten Bewertungen zurück.
Über Julián Álvarez: „Niemand kennt diese Situation besser als Simeone. Deshalb sehe ich keinen Grund, dazu groß etwas zu sagen. Was ich grundsätzlich immer sage: Wenn ein Spieler unzufrieden ist, dann muss diese Situation spätestens am 1. September geklärt sein. Entweder du bist dann bereit oder du spielst nicht. Mein Gefühl ist, dass er ab jetzt und zumindest bis zum Ende der Saison ein wichtiger Spieler für seinen Klub sein wird.“
Mourinho über Asencio: „Ein Real-Madrid-Spieler ist man 24 Stunden am Tag“
Deutlicher wurde Mourinho beim Thema Raúl Asencio. Hintergrund ist, dass Asencio ist wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verurteilt wurde. Der 23-Jährige räumte bei einem Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof der Kanarischen Inseln am 19. August ein, alkoholisiert gefahren zu sein. Asencio erhielt ein Fahrverbot und wurde zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro verurteilt. Bei einer Alkoholkontrolle im Süden Gran Canarias am 16. August wurde bei ihm ein Atemalkoholwert von 0,90 mg/l festgestellt. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 0,25 mg/l.
Über die Verurteilung von Raúl Asencio: „Ich habe mit ihm darüber gesprochen, als ich angekommen bin. Das bezog sich auf Dinge aus der Vergangenheit. Seitdem spreche ich mit ihm nicht mehr über Situationen außerhalb von Valdebebas. Innerhalb des Trainingszentrums ist er ein echter Profi. Als er fit war, hat niemand mehr und besser trainiert als er. Jetzt, wo er verletzt ist, ist er der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht. Seine Hingabe ist extrem.“
Dann machte Mourinho allerdings auch die Verantwortung außerhalb des Platzes klar.
Über die Verantwortung eines Real-Madrid-Spielers: „Aber ein Spieler von Real Madrid ist man 24 Stunden am Tag. Was du außerhalb machst, kann deinen eigenen Ruf und auch den des Klubs beschädigen. Ich bin darüber nicht glücklich. Fehler machen wir alle. Aber wenn sich solche Dinge anhäufen, ist das etwas anderes.“
Real Madrid hat intern ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Über Asencios sportliche Situation: „Der Klub hat ein Verfahren eröffnet. Solange dieses Verfahren läuft, sehe ich ihn als Trainer als Spieler von Real Madrid. Und das wird auch in den kommenden Wochen so bleiben. Das hilft mir dabei, mich aus diesem Problem herauszuhalten, das du gerade angesprochen hast. Für mich ist er im Moment Spieler von Real Madrid.“
Raúl Asencio
Abwehr
✚Verletzt · Ermüdungsbruch Schienbein
0Spiele
0Tore
0Assists
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Kein Blick auf die Champions League
Eine mögliche Rotation im Mittelfeld mit Blick auf die Champions League wollte Mourinho nicht diskutieren.
Über mögliche Rotation: „Darüber können wir nach dem Spiel sprechen. Bis dahin möchte ich optimistisch und zufrieden bleiben. Wir konzentrieren uns auf Betis und vergessen alles andere.“
UEFA Champions League
1. Spieltag
Real Madrid
2:1
Inter
Mourinho über Ceballos: „Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht mit ihm plane“
Auch der Abschied von Dani Ceballos war Thema.
Über Dani Ceballos: „Wir haben drei Minuten miteinander telefoniert. Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht mit ihm plane. Viele Spieler halten in solchen Situationen an ihren Verträgen fest. In seinem Fall war es anders. Er hat die Situation verstanden und gesagt, dass er lieber frei sein möchte, um selbst über seine Zukunft entscheiden zu können. Wir haben eine Einigung erzielt, den Vertrag aufgelöst und Ceballos war frei, seine Zukunft selbst zu bestimmen.“
Mourinho erwartet mehr als einen Titelkandidaten
Bei der Einschätzung der Liga sieht Mourinho nicht nur Real Madrid und Barcelona im Titelrennen.
Über Atlético Madrid: „Ich glaube, Atlético wird ebenfalls dabei sein. Auch wenn sie das öffentlich vielleicht nicht so sagen, werden sie intern das Gefühl haben, dass sie um den Titel kämpfen können. Die Art und Weise, wie sie verpflichtet haben, zeigt Stabilität. Sie haben ihren Trainer behalten, ihre Arbeitsweise und Organisation beibehalten. Das gibt dir mehr Stärke, als wenn du ständig alles veränderst. Für mich sind sie ebenfalls ein Kandidat.“
Auch hinter den Topteams sieht Mourinho viel Qualität.
Über die Stärke der Liga: „Dann gibt es Mannschaften, die um die Champions-League-Plätze kämpfen werden: Betis, Real Sociedad und andere starke Teams. Morgen werden wir sehen, wie stark Betis wirklich ist. Auch die baskischen Mannschaften sind unglaublich schwer zu bespielen. Für mich ist das keine einfache Liga. Hier gibt es permanenten Druck, immer gewinnen zu müssen. In Frankreich oder Deutschland wissen die großen Favoriten oft, dass sie am Ende Meister werden. Hier ist das nicht so. Dieser konstante Druck bringt auch ein großes Risiko mit sich.“
Mourinho über Pellegrini: „Ein großartiger Trainer und ein Beispiel als Mensch“
Beim Thema Manuel Pellegrini blickte Mourinho auch selbstkritisch auf frühere Aussagen zurück.
Über frühere Aussagen gegen Pellegrini: „Ich mache ihm heute überhaupt keinen Vorwurf mehr, denn man kann die Vergangenheit nicht ändern. Aber natürlich gibt es Dinge, die man irgendwann sagt und bei denen man sich später wie ein Idiot fühlt. Man merkt dann, dass man falsch lag. Ich habe damals einige wirklich dumme Dinge über ihn gesagt.“
Mourinho erzählte anschließend mit einem Lächeln, dass er dafür sportlich gewissermaßen bezahlt habe.
Über Pellegrinis Meisterschaft mit Manchester City: „Und wahrscheinlich wird er lachen, wenn er das hört, aber ich habe dafür später gut bezahlt. Denn die Meisterschaft, die er mit Manchester City gewonnen hat, habe ich ihm praktisch gegeben. Wenn Liverpool zwei Spiele vor Schluss gegen Chelsea nicht unentschieden gespielt hätte, wären sie Meister geworden.“
Auch eine Begegnung zwischen Betis und Roma blieb ihm in Erinnerung.
Über Pellegrinis Fairness: „Später hat er mir gegenüber etwas gemacht, das von einem echten Gentleman zeugt. Wir spielten mit Roma ein Testspiel gegen Betis und aufgrund eines Schiedsrichters, der Betis offenbar sehr geliebt hat, standen wir irgendwann nur noch mit sieben Spielern auf dem Platz. Pellegrini sagte damals sinngemäß: Wir machen sie jetzt nicht komplett fertig, wir lassen es so. Es stand ungefähr 3:1. Sie hätten uns acht Tore einschenken können.“
Sein heutiges Urteil fällt eindeutig aus.
Über Manuel Pellegrini: „Er ist ein großartiger Trainer und ein Beispiel als Mensch. Ich mag ihn sehr. Morgen gibt es vor dem Spiel eine Umarmung, nach dem Spiel auch – und dazwischen kämpfen wir gegeneinander.“
Austausch mit Arbeloa, aber nicht mit Xabi Alonso
Mourinho wurde außerdem gefragt, ob er mit früheren Real-Trainern über die Mannschaft gesprochen habe.
Über Gespräche mit ehemaligen Trainern: „Mit Xabi habe ich nicht gesprochen. Mit Álvaro schon. Aber die Informationen, die ich über die Mannschaft bekommen habe, stammen nicht einfach von ihm. Für einen ehemaligen Trainer ist es auch nicht leicht, über seine vorherige Situation zu sprechen. Aber nein, die Informationen kamen nicht ausschließlich über ihn.“
Modrić: „Er war genau der Spieler, den wir brauchten“
Zum Abschluss sprach Mourinho ausführlich über Luka Modrić und erinnerte sich an dessen schwierigen Transfer von Tottenham im Jahr 2012.
Über die Verpflichtung von Luka Modrić: „Wir wollten ihn unbedingt. Aber mit Daniel Levy zu verhandeln war fast unmöglich. Wir waren damals in den USA und haben ständig auf die Nachricht gewartet: An einem Tag hieß es, der Transfer sei durch, am nächsten wieder nicht, dann wieder ja, dann wieder nein. Real Madrid war irgendwann fast an dem Punkt zu sagen: Das ist unmöglich.“
Der entscheidende Faktor war laut Mourinho Modrić selbst.
Über Modrićs Wunsch nach Madrid zu wechseln: „Aber der Spieler wollte unbedingt zu Real Madrid. Er konnte als Sechser, Achter oder Zehner spielen. Für uns war er genau der richtige Spieler.“
Mourinho erinnerte sich anschließend schmunzelnd an die ersten Monate des Kroaten.
Über Modrićs schwierigen Start: „Ihr Journalisten habt mich damals ein paar Monate lang fertiggemacht.“ [lächelt] „Aber danach hat er alle zum Schweigen gebracht.“
RMXpress Fazit
Mourinho erwartet gegen Betis keine Partie, die Real Madrid mit halber Kraft gewinnen kann. Die zentrale Botschaft seiner Pressekonferenz war deshalb klar: Real muss im La Cartuja nahezu sein Maximum abrufen.
Gleichzeitig gewährte der Portugiese erneut Einblicke in seine Kaderplanung. La Fábrica bleibt eng angebunden, Sergio Martínez macht bereits den nächsten Schritt Richtung erster Mannschaft und bei Asencio trennt Mourinho klar zwischen dessen professionellem Verhalten in Valdebebas und der Verantwortung außerhalb des Trainingsgeländes. Besonders persönlich wurde es bei Pellegrini und Modrić. Mourinho räumte frühere Fehler gegenüber dem Betis-Trainer offen ein und erinnerte sich zugleich daran, wie hartnäckig er 2012 für Modrić kämpfte.
Am Freitag zählt davon allerdings nichts mehr. Dann geht es ausschließlich darum, den perfekten Saisonstart mit dem vierten Sieg fortzusetzen.
La Liga
4. Spieltag
Real Betis
1:0
Real Madrid
