Mourinho über Belastung, Cucurella und Diomandes Entwicklung
Real Madrid bestreitet gegen Málaga bereits das dritte Spiel innerhalb von acht Tagen. Mourinho sieht darin vor allem eine Frage der Belastungssteuerung und verweist auf die Tiefe seines Kaders.
Über den körperlichen Zustand der Mannschaft: „Es gibt Spieler, da werde ich nicht müde das zu wiederholen, die sehr unterschiedliche Vorbereitungen hatten. Wir haben einen starken Kader mit Lösungen, um diese Probleme auszugleichen. Ich gebe dir ein Beispiel: Morgen beginnt Cucurella und Álvaro, der gegen Espanyol und Real Sociedad gespielt und es gut gemacht hat, sitzt auf der Bank. Wenn Cucu die Kraft ausgeht, haben wir Álvaro, der hereinkommen kann. Genau solche Lösungen gibt ein Kader wie dieser einem Trainer.“
Auch bei Yan Diomande mahnt Mourinho weiterhin Geduld an.
Über Yan Diomande: „Ich möchte nicht noch mehr über einzelne Spieler sprechen. Diomande gehörte zu den Letzten, die gekommen sind, und hatte wegen seiner Entscheidung einen schwierigen Sommer. Er hat bei Leipzig nicht trainiert und als er zu uns kam, hatte er keine körperliche Grundlage aus der Vorbereitung seines damaligen Klubs. Deshalb geht es Schritt für Schritt. Er hat bereits Minuten bekommen, und genau das braucht er, um sich weiterzuentwickeln. Morgen beginnt er entweder oder kommt später ins Spiel. Er ist immer besser vorbereitet.“
Mourinho über Vinícius, Mbappé und Bellingham
Die Verbindung zwischen Real Madrids Offensivstars entwickelt sich für Mourinho in die richtige Richtung. Entscheidend sei dabei nicht nur Qualität, sondern auch das persönliche Verhältnis untereinander.
Über die Verbindung zwischen Vinícius und Mbappé: „Es geht um alle. Der entscheidende Punkt ist die Qualität – und das ist absolute Spitzenqualität. Ein zweiter Punkt, der zwar zweitrangig, aber trotzdem wichtig ist, ist die Empathie zwischen zwei Menschen. Zwischen ihnen gibt es sehr viel Empathie, Freundschaft und Zusammenarbeit. Wenn du persönliche Empathie mit brutaler Qualität verbindest, haben wir alles, um immer besser zu werden. Die Dynamik besteht aber nicht aus zwei plus neun Spielern, sondern aus elf. Diese Mannschaftsdynamik wird ihnen und allen anderen helfen, immer besser zu werden. Nach diesen paar gemeinsamen Arbeitswochen könnte ich nicht zufriedener sein.“
Auch Jude Bellingham nimmt für Mourinho eine besondere Rolle ein.
Über Jude Bellingham: „Er ist einzigartig. Unglaublich wichtig für die Mannschaft. Er besitzt unterschiedliche Talente: körperlich, mental, taktisch, bei der Balleroberung, seine Torgefahr und sein Kopfballspiel. Das ist beeindruckend. Ich spreche sehr gerne über Kylian, Vini und Jude und verstehe diese Fragen. Aber ich bin mit allen sehr zufrieden. Wie ich schon gesagt habe: Hier haben wir nur großartige Spieler und großartige, großartige, großartige Spieler. Die Mannschaft muss als Mannschaft funktionieren. Die Madridistas gehen ins Bernabéu, um diese Unterschiedsspieler zu sehen, aber sie gehen auch dorthin, um eine Mannschaft zu sehen, die als Mannschaft spielt, als Mannschaft leidet, als Mannschaft Schwierigkeiten übersteht und als Mannschaft den Gegner dominiert. Ich bin der Trainer dieser Mannschaft und ich mag die Spieler, die ich habe, sehr.“
Mourinho über den Ballon d’Or: „Der beste Spieler ist ein anderer“
Besonders deutlich wurde Mourinho bei der Frage nach dem Ballon d’Or. Für den Portugiesen sollte die individuelle Auszeichnung nicht automatisch an einen Spieler gehen, nur weil dessen Mannschaft einen großen Titel gewonnen hat.
Über den Ballon d’Or: „Für einen Spieler ist diese Auszeichnung natürlich wunderschön. Du gehst damit in seine persönliche Geschichte ein. Es gibt vielleicht ein Dutzend Spieler auf einem sehr, sehr hohen Niveau und wir haben drei oder vier davon. Es ist normal, dass diese Auszeichnung ein persönliches Ziel sein kann.“
Dann formulierte Mourinho sein grundsätzliches Verständnis der Auszeichnung.
Über die Bedeutung eines Ballon-d’Or-Siegers: „Für mich muss der Ballon d’Or an einen dieser Spieler gehen, die wir nach ihrem Karriereende für immer vermissen. Ich vermisse Maradona, Ronaldo Nazário, Messi, Zizou, Matthäus. Du kannst den Ballon d’Or nicht einfach vergeben, weil jemand die Champions League oder die Weltmeisterschaft gewonnen hat. Wenn du die Champions League belohnen willst, gib den Ballon d’Or Luis Enrique. Wenn du Spanien belohnen willst, verdient ihn sicherlich De la Fuente. Das wäre die große Ehrung.“
Mourinho machte anschließend sehr deutlich, wen er persönlich an der Spitze sieht.
Über den besten Spieler der Welt: „Der beste Spieler der Welt muss aber weder von PSG noch aus Spanien kommen. Es gibt zwei, drei oder vier und wir wissen, wer sie sind. Wir wissen, wo sie sind: hier. Wir wissen auch, wer in diesem Sommer individuell Geschichte geschrieben hat. Beim Ballon d’Or gibt es Politik und sobald Politik hineinkommt, gefällt mir das Ganze weniger. Mein Verständnis vom Ballon d’Or ist klar. Wir müssen ihn nicht künstlich in Spanien oder bei PSG suchen. Wenn man diese Erfolge auszeichnen will, dann Luis Enrique oder De la Fuente. Der beste Spieler ist ein anderer.“
Damit positionierte sich Mourinho unmissverständlich zugunsten von Kylian Mbappé, ohne dessen Namen in der abschließenden Formulierung noch einmal ausdrücklich zu nennen.
Kylian Mbappé
Angriff
12Spiele
12Tore
3Assists
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Mourinho über Thiago Pitarch und La Fábrica
Auch Thiago Pitarch bekam viel Lob. Mourinho sieht den Nachwuchsspieler inzwischen auf einem Niveau, das über den Castilla-Alltag hinausgeht.
Über Thiago Pitarch: „Arbeloa hat unten fantastische Arbeit geleistet. Oben spielt eine andere Musik und er hatte dort keine einfache Situation. Aber die Arbeit mit den Spielern war fantastisch. Es gibt keinen Castilla-Spieler, der mir nicht gefällt. Thiago hat gezeigt, dass er nicht mehr für die Liga spielen kann, in der die Castilla spielt. Ich mag ihn sehr.“
Mourinho plant Pitarch fest in seiner erweiterten Profigruppe ein.
Über Pitarchs Rolle: „Er gehört zu dieser Gruppe von 21 Spielern. Wir haben Arribas, Ciria, Cestero, zwei Torhüter auf der Bank – weil wir nicht sehr viele Spieler zur Verfügung haben. Wenn Thiago wieder fit ist, wird er Teil der Gruppe sein und Minuten bekommen.“
Eine konkrete Baustelle sieht Mourinho allerdings noch.
Über Pitarchs körperliche Entwicklung: „Ich sage ihm immer, dass seine Beinmuskeln ungefähr so aussehen wie meine und dass er durch Arbeit noch ein paar Kilo Muskelmasse zulegen muss.“
Thiago Pitarch
Mittelfeld
0Spiele
0Tore
0Assists
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Mourinho über offensive Freiheit und seine taktische Arbeit
Bei aller taktischen Struktur möchte Mourinho seine Stars nicht einschränken.
Über die Freiheit seiner Offensivspieler: „Wenn du Spieler von unglaublicher Qualität hast, lassen sie den Trainer manchmal wie ein Genie aussehen. Sie machen Dinge, die über die tägliche Trainingsarbeit hinausgehen. Wir arbeiten defensiv und offensiv. Heute bestanden 45 Minuten unseres Trainings aus offensiver Organisation. Wir trainieren taktische Strukturen und Bewegungen.“
Entscheidend sei aber, was die Spieler in schwierigen Momenten selbst daraus machen.
Über Kreativität und Organisation: „Wenn es schwierig wird, gewinnen diese Spieler die Spiele. Man muss ihrer Kreativität Raum geben und ihnen die Möglichkeit geben, Entscheidungen selbst zu treffen. Gleichzeitig braucht man Organisation. Und genau darin entwickeln wir uns.“
Mourinho über Tchouaméni und Endrick
Bei den verletzten beziehungsweise angeschlagenen Spielern will Mourinho weiterhin kein Risiko eingehen.
Über Endrick und Tchouaméni: „Endrick ist derjenige, der einer Rückkehr am nächsten ist. Ich möchte bei ihm gegen Betis kein Risiko eingehen. Wenn ich dir das so sage: Er könnte für Betis zurückkommen oder für das erste Champions-League-Spiel. Die anderen Prozesse sind komplizierter.“
Bei Tchouaméni steht vor allem eine nachhaltige Rückkehr im Vordergrund.
Über Tchouaménis Aufbau: „Bei Tchouaméni müssen wir die Emotionen kontrollieren. Ich möchte nicht, dass er spielt, dann wieder ausfällt, dann wieder spielt und wieder ausfällt. Ich möchte die Saison im August nicht mit einer solchen Situation beginnen. Ich möchte einen gesunden Tchouaméni zurückhaben und deshalb warte ich lieber noch etwas länger.“
Mourinho über die Länderspielpause und Carlo Ancelotti
Die lange Abstellungsperiode für Nationalspieler bereitet Mourinho durchaus Sorgen.
Über die bevorstehenden Länderspiele: „Die Länderspiele beschäftigen mich. Es ist eine lange Zeit. Spieler, die zur Nationalmannschaft fahren und tatsächlich spielen, machen mir weniger Sorgen als Spieler, die nominiert werden und dann nicht spielen. Diese beschäftigen mich sehr.“
Bei Carlo Ancelotti sieht Mourinho aufgrund des persönlichen Verhältnisses weniger Probleme.
Über den Austausch mit Ancelotti: „Meine Beziehung zu Carlo sorgt dafür, dass ich über die Situation informiert bin. Wir werden Daten austauschen. Mit Carlo wird das kein Problem sein. Bei anderen Trainern, zu denen dieses Vertrauen nicht besteht, ist es sehr kompliziert, Spieler drei Wochen lang abzugeben.“
Trotzdem möchte Mourinho die Situation nicht dramatisieren.
Über Verletzungsrisiken nach Länderspielreisen: „Wir müssen auf die Professionalität dieser Trainer und ihren Respekt gegenüber den Spielern und den Vereinen vertrauen. Ich möchte daraus kein Drama machen. Oft entstehen Verletzungen bei der Nationalmannschaft oder erst nach der Rückkehr zum Klub, weil die Spieler das Gleichgewicht ihrer bisherigen Trainingsarbeit verlieren. Einige Wochen später kommt dann die Verletzung. Es ist, wie es ist, und wir können daran nichts ändern.“
Mourinho über Gruppenführung und Ancelotti
Auf die Frage, ob taktische Arbeit oder Menschenführung schwieriger sei, verwies Mourinho auf Carlo Ancelotti.
Über Ancelotti und die Arbeit eines Trainers: „Ancelotti ist in allem großartig. Er hat keinen Schwachpunkt. Er ist auf allen Ebenen ein fantastischer Trainer. Ich empfinde nichts davon als besonders schwierig. Für mich ist es natürlich. Probleme sind ebenfalls etwas Natürliches. Wir hatten noch nicht unser erstes wirkliches Problem, aber es wird kommen. Ob taktisch oder bei der Führung der Mannschaft – es ist normal, dass etwas passiert. Dann muss man es mit Natürlichkeit betrachten und genauso natürlich lösen.“
Mourinho über die Startelf und mögliche Leaks
Mourinho bestätigte bereits öffentlich Cucurellas Startelfeinsatz gegen Málaga. Grundsätzlich stört es ihn aber nicht besonders, wenn einzelne Personalentscheidungen vorzeitig bekannt werden.
Über die Bedeutung einer geheimen Startelf: „Wenn wir morgen ins Spiel gehen und der Gegner bis anderthalb Stunden vorher unsere Mannschaft nicht kennt, ist mir das natürlich lieber. Aber wenn unsere Aufstellung heute schon veröffentlicht wird, ist das kein Drama.“
Problematisch werde es nur bei grundlegenden taktischen Überraschungen.
Über taktische Geheimnisse: „Wirklich wichtig wäre es, wenn wir strukturell viele Dinge verändern würden. Wenn wir beispielsweise mit drei Innenverteidigern oder mit Espí und Kylian gemeinsam spielen. Wenn wir etwas machen, womit der Trainer von Málaga überhaupt nicht rechnet, dann wäre es natürlich relevant.“
Der Unterschied zwischen einzelnen Spielern wie Carreras und Cucurella sei dagegen überschaubar.
Über mögliche Informationen aus der Kabine: „Ob Carreras oder Cucurella spielt, ist nicht dramatisch. Das positive Gefühl, wenn es nicht nach draußen dringt, ist natürlich, dass niemand gesprochen hat – weder Spieler noch Zeugwarte noch Ärzte. Aber wenn es doch herauskommt, ist es kein Drama.“
Marc Cucurella
Abwehr
11Spiele
0Tore
0Assists
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Mourinho über Konzentration in Valdebebas
Auch das Thema klassische Spieltagskonzentration sieht Mourinho pragmatisch.
Über die Bedeutung von Konzentration: „Es gibt zwei Arten von Konzentration. Die eine ist die, von der du sprichst: zusammen sein, im Hotel oder in Valdebebas schlafen. Die Konzentration, die mich wirklich interessiert, ist die hier.“
Dabei deutete Mourinho auf seinen Kopf.
Über die tägliche Arbeit: „Das hat nichts damit zu tun, ob du im Hotel oder hier schläfst. Manchmal denke ich mit etwas Traurigkeit, dass ihr nur das Aufwärmen und die Rondos seht. In der anderen Arbeit steckt sehr viel Konzentration. Genau das interessiert mich.“
Für das Málaga-Spiel gibt es keine gemeinsame Übernachtung des gesamten Kaders.
Über den Ablauf vor dem Spiel: „Heute machen wir das nicht. Die Spieler sind trotzdem zusammen. Jetzt haben wir eine taktische Besprechung, danach essen wir gemeinsam. Wir bleiben noch eine Weile zusammen und sehen uns morgen früh wieder. Espí, Cucurella und ich schlafen hier. Die anderen fahren nach Hause.“
RMXpress Fazit
José Mourinho geht vor dem dritten Ligaspiel mit großem Vertrauen in seinen Kader in die nächste Partie. Cucurella wird erstmals beginnen, Diomande nähert sich Schritt für Schritt seinem optimalen Zustand und auch Thiago Pitarch soll nach seiner Rückkehr fest zur erweiterten Profimannschaft gehören.
Die deutlichste Aussage der Pressekonferenz betrifft allerdings den Ballon d’Or. Mourinho hält wenig davon, die Auszeichnung allein anhand von Mannschaftstiteln zu vergeben – und lässt kaum Zweifel daran, dass er Kylian Mbappé derzeit für den besten Spieler der Welt hält.
Sportlich verfolgt Mourinho parallel eine klare Linie: Struktur und Organisation sollen wachsen, ohne die Kreativität der außergewöhnlichen Einzelspieler einzuschränken. Nach sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen bietet das Heimspiel gegen Málaga nun die nächste Gelegenheit, diese Entwicklung fortzusetzen.
