Ausgangslage
Real Madrid empfängt den FC Sevilla am Sonntag um 21:00 Uhr im Santiago Bernabéu. Die Begegnung des neunten La-Liga-Spieltags wird bei DAZN übertragen und im RMXpress Matchcenter live begleitet.
Die Mannschaft von José Mourinho geht mit Rückenwind in das Heimspiel. Am Mittwoch verwandelten die Königlichen in der Champions League bei der AS Rom einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand noch in einen spektakulären 4:3-Erfolg. C. Espí, Endrick und Antonio Rüdiger sorgten mit ihren Toren für die späte Wende.
Nun muss Real Madrid auch in der Liga liefern. Der Rückstand auf die Tabellenspitze beträgt bereits neun Punkte nachdem der FC Barcelona am Samstag 5:2 bei Betis gewonnen hat, sodass ein weiterer Punktverlust unmittelbar vor dem Clásico besonders schwer wiegen würde. Zunächst wartet allerdings noch ein anspruchsvolles Programm: Am Mittwoch empfängt Real Madrid RB Leipzig in der Champions League, vier Tage später folgt das Auswärtsspiel beim FC Barcelona.
Sevilla reist als Tabellenfünfter mit 14 Punkten nach Madrid und liegt vier Punkte hinter den Königlichen. Die Andalusier blieben zwar in ihren vergangenen beiden Ligaspielen sieglos und holten dabei nur einen Punkt, haben insgesamt jedoch einen überzeugenden Saisonstart hingelegt.
Personal- & Kader-News
Die prominenteste Ausfallmeldung betrifft Vinícius Júnior. Der Brasilianer verbüßt nach seinem Platzverweis gegen Villarreal das erste Spiel seiner vier Begegnungen umfassenden Liga-Sperre. Damit fehlt er nicht nur gegen Sevilla, sondern auch nächste Woche beim Clásico gegen Barcelona.
In der Champions League ist Vinícius spielberechtigt und kann sowohl gegen RB Leipzig als auch gegen AEK Athen eingesetzt werden. In La Liga darf er frühestens am 13. Spieltag gegen Celta Vigo wieder auflaufen.
Eine erfreuliche Nachricht gibt es dagegen bei Éder Militão. Der Innenverteidiger kehrt rund sechs Monate nach seinem Riss der proximalen Bizeps-femoris-Sehne erstmals wieder in den Kader zurück. Militão trainiert seit Ende September schrittweise mit der Mannschaft und wurde nun erstmals unter Mourinho für ein Pflichtspiel nominiert. Ob er gegen Sevilla bereits Einsatzzeit erhält, bleibt offen.
Ferland Mendy arbeitete zuletzt wieder mit der Mannschaft, benötigt bis zu seiner Rückkehr in den Kader aber noch Zeit. Rodrygo und Raúl Asencio setzen ihre jeweiligen Rehabilitationsprogramme fort und stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.
Voraussichtliche Aufstellungen
Mourinho dürfte seine Mannschaft angesichts der Duelle mit Leipzig und Barcelona auf mehreren Positionen verändern. Wie umfangreich die Rotation ausfällt, ist allerdings noch offen.
Im Tor ist Thibaut Courtois gesetzt. Trent gilt als Favorit für die rechte Abwehrseite, während Carreras links beginnen könnte. Damit würde Marc Cucurella vor den beiden folgenden Spitzenspielen eine Pause erhalten. Im Abwehrzentrum deutet sich die Rückkehr von Dean Huijsen an, der in Rom zunächst auf der Bank saß. Neben ihm dürfte Ibrahima Konaté beginnen.
Im zentralen Mittelfeld bleibt die Kombination aus Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni die wahrscheinlichste Lösung. Eduardo Camavinga und Bernardo Silva sind jedoch mögliche Alternativen, falls Mourinho für zusätzliche Frische sorgen möchte.
Die Sperre von Vinícius öffnet den Platz auf dem linken Flügel für Yan Diomande. Der 19-Jährige steht vor seinem zweiten Startelfeinsatz auf dieser Position. Arda Güler dürfte über die rechte Seite kommen, nachdem er in der Champions League auf der Bank saß, während Jude Bellingham erneut hinter Kylian Mbappé agiert.
Eine weitere Möglichkeit wäre, Mbappé auf den linken Flügel zu versetzen und Endrick oder C. Espí im Sturmzentrum einzusetzen. Beide Angreifer sammelten mit ihren Toren in Rom Argumente für mehr Spielzeit. Die wahrscheinlichere Variante bleibt jedoch Diomande auf der linken Seite und Mbappé als zentrale Spitze.
Voraussichtliche Aufstellung Real Madrid:
Courtois; Trent, Konaté, Huijsen, Á. Carreras; Valverde, Tchouaméni; Arda Güler, Bellingham, Yan Diomande; Mbappé
Stimmen zum Spiel
Mourinho erwartet trotz der kurzen Regenerationszeit eine einsatzbereite Mannschaft. Gleichzeitig deutete der Portugiese an, dass Veränderungen in der Startelf möglich sind.
José Mourinho über den Zustand seiner Mannschaft und den Gegner: „Sie sind müde, aber morgen werden sie nicht müde sein. Heute sind sie nach meinem Eindruck und nach dem, was ich von der medizinischen Abteilung gesehen habe, noch etwas erschöpft. Aber morgen werden wir bereit sein. Wir haben außerdem sehr gute Alternativen, falls wir Veränderungen vornehmen und der Mannschaft neue Frische geben möchten. Sevilla ist eine großartige Mannschaft, die auswärts immer konkurrenzfähig ist. Luis García leistet hervorragende Arbeit. Es wird ein sehr schwieriges Spiel, aber wir wollen gewinnen.“
Sevillas Trainer Luis García Plaza sieht seine Mannschaft trotz der schwierigen Aufgabe gut vorbereitet. Die lange Negativserie im Santiago Bernabéu verschwieg er seinen Spielern nicht vollständig, verzichtete ihnen gegenüber aber auf die genaue Jahreszahl.
Luis García Plaza über Sevillas Form und die Aufgabe im Bernabéu: „Die Mannschaft ist gut vorbereitet und sehr gut in die Saison gestartet. Sie hat Selbstvertrauen, ist konkurrenzfähig und holt regelmäßig Punkte – abgesehen von den Spielen gegen Atlético und Barcelona. Nun fahren wir in ein schwieriges Stadion und treffen auf einen starken Gegner. Ich glaube nicht, dass wir seit 2008 einen Punkt im Bernabéu geholt haben. Schauen wir, ob wir das ändern können. Ich habe den Spielern diese Statistik nicht genannt, sondern ihnen nur gesagt, dass wir dort schon seit längerer Zeit nicht mehr gepunktet haben. Das zeigt, wie schwierig dieses Spiel wird. Sevilla hatte Mannschaften, die Titel gewonnen und sich für die Champions League qualifiziert haben, und selbst sie konnten dort keinen Punkt holen.“
Statistik & Wissenswertes
Sevilla wartet seit der Saison 2008/09 auf einen Auswärtssieg bei Real Madrid. Damals setzten sich die Andalusier in einem torreichen Spiel mit 4:3 im Santiago Bernabéu durch.
Seit diesem Erfolg bestritt Sevilla 17 weitere Auswärtsspiele bei den Königlichen. Die Bilanz fällt mit 16 Niederlagen und einem Unentschieden deutlich zugunsten Real Madrids aus. Die konkrete Serie enthält damit ein Remis, auch wenn Luis García Plaza auf der Pressekonferenz von einer langen Zeit ohne Punktgewinn sprach.
Für Real Madrid besitzt die Begegnung auch mit Blick auf die Tabelle große Bedeutung. Die Königlichen liegen, bei einem Spiel weniger als Barcelona, neun Punkte hinter dem Tabellenführer und können sich vor dem direkten Duell mit Barcelona keinen weiteren Rückschlag erlauben. Sevilla könnte den Rückstand auf Real mit einem Auswärtssieg von vier auf einen Punkt verkürzen.
Im Fokus steht zudem Diomande. Der Flügelspieler soll den gesperrten Vinícius auf der linken Seite ersetzen und erhält damit die Gelegenheit, sich für weitere Einsätze in der Liga zu empfehlen. Für Militão könnte die Partie unabhängig von einem tatsächlichen Einsatz einen wichtigen Schritt darstellen: Erstmals seit seiner schweren Verletzung gehört der Brasilianer wieder zum Aufgebot.
RMXpress Fazit
Das späte 4:3 in Rom hat Real Madrid emotionalen Rückenwind verschafft, darf aber nicht über die Belastung und die weiterhin vorhandenen defensiven Probleme hinwegtäuschen. Gegen Sevilla muss Mourinhos Mannschaft eine bessere Balance zwischen Kontrolle und Angriffsdruck finden.
Die Sperre von Vinícius verändert die offensive Statik und rückt Diomande in den Mittelpunkt. Gleichzeitig muss Mourinho abwägen, wie stark er vor den Spielen gegen Leipzig und Barcelona rotieren kann, ohne die Stabilität seiner Mannschaft zu gefährden.
Sevillas Serie im Bernabéu spricht eindeutig für Real Madrid. Die aktuelle Tabellensituation und die guten Leistungen der Andalusier verbieten jedoch jede Nachlässigkeit. Für die Königlichen zählt nur ein Sieg, um mit höchstmöglichem Druck auf den Tabellenführer in die Woche des Clásicos zu gehen.
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