„Ich habe den Preis dafür bezahlt“
Tchouaméni bestätigte, dass er bereits während der Weltmeisterschaft nicht vollständig fit gewesen war. Die Beschwerden hätten sich im Verlauf des Turniers verstärkt.
Über seine körperlichen Probleme bei der WM: „Ab dem dritten oder vierten Spiel, eigentlich sogar schon etwas früher, hatte ich Schmerzen. Natürlich ist es eine Weltmeisterschaft, also versucht man alles, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein und auf dem Platz sein Maximum zu geben.“
Der Franzose räumte ein, bewusst ein Risiko eingegangen zu sein.
Über seine Entscheidung weiterzuspielen: „Ich habe Risiken auf mich genommen, die ich zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht nicht genommen hätte. Aber ich bereue nichts.“
Für Tchouaméni gehörte diese Entscheidung zur besonderen Situation eines WM-Turniers.
Über die Opfer für ein solches Turnier: „Die Spieler verstehen, dass es manchmal Situationen gibt, in denen man alles geben muss. Genau das habe ich getan. Danach habe ich den Preis dafür bezahlt, aber das gehört zu meiner Geschichte und ich bereue es überhaupt nicht.“
Aurélien Tchouaméni
Mittelfeld
7Spiele
0Tore
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Nicht bei 100 Prozent gegen Spanien
Besonders deutlich wurde Tchouaméni beim Blick auf das Halbfinale gegen Spanien. Frankreich verlor die Partie mit 0:2, und der Mittelfeldspieler gibt offen zu, körperlich nicht auf seinem eigentlichen Niveau gewesen zu sein.
Über das Halbfinale: „Nein, natürlich war das nicht der echte Aurélien Tchouaméni.“
Der Real-Profi machte gleichzeitig klar, dass solche Situationen im Spitzenfußball nicht ungewöhnlich seien.
Tchouaméni weiter: „Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert, und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Während eines Turniers gibt es viele Momente, in denen man mit dem medizinischen Team und dem Trainerstab spricht. Dann muss man alles dafür tun, auf dem Platz stehen zu können – und genau das habe ich gemacht.“
Damit bestätigte Tchouaméni indirekt, dass er auch im entscheidenden Teil des Turniers nicht vollständig beschwerdefrei war.
WM-Risiko beeinflusste den Saisonstart bei Real Madrid
Die Entscheidung, während der Weltmeisterschaft weiterzuspielen, blieb anschließend nicht ohne Folgen. Tchouaméni verpasste aufgrund seiner muskulären Probleme den Beginn der Saison bei Real Madrid und musste seine körperliche Grundlage erst nachträglich wieder aufbauen.
José Mourinho konnte deshalb zunächst nicht dauerhaft auf den französischen Mittelfeldspieler setzen. Auch Frankreichs neuer Nationaltrainer Zinédine Zidane entschied sich anschließend bewusst gegen eine sofortige erneute Nominierung. Der Franzose sollte stattdessen in Madrid bleiben und die Vorbereitung nachholen, die ihm durch seine Verletzungsprobleme gefehlt hatte.
Tchouaméni will unter Zidane zurück in die Nationalmannschaft
Trotz seiner Nicht-Nominierung macht Tchouaméni deutlich, dass die französische Nationalmannschaft weiterhin ein großes Ziel für ihn ist.
Über Zinédine Zidane: „Es gibt einen neuen Nationaltrainer, der jetzt da ist und sehr gute Arbeit macht.“
Sein Anspruch bleibt eindeutig.
Über seine Rückkehr zu Frankreich: „Jeder ambitionierte Spieler möchte für die französische Nationalmannschaft spielen.“
Tchouaméni sieht den Weg zurück vor allem über seine Leistungen bei Real Madrid.
Über seine Chancen: „Es ist wie bei allem im Leben: Wenn du gute Leistungen bringst, wird die Gelegenheit kommen.“
Damit akzeptiert der Mittelfeldspieler Zidanes Entscheidung und konzentriert sich darauf, sich über seine Klubleistungen erneut für Frankreich zu empfehlen.
Ballon d’Or? „Er muss an einen Franzosen gehen“
Zum Abschluss des Gesprächs wurde Tchouaméni auch nach dem Ballon d’Or gefragt. Mit Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise gehören gleich mehrere französische Spieler zum Kreis der Nominierten. Auf einen einzelnen Namen wollte sich der Real-Profi allerdings nicht festlegen.
Über den Ballon d’Or: „Natürlich muss er an einen Franzosen gehen.“
Mehr wollte Tchouaméni aus der Frage nicht machen. Damit vermied er eine direkte Wahl zwischen seinem Real-Madrid-Teamkollegen Mbappé und den weiteren französischen Kandidaten.
RMXpress Fazit
Aurélien Tchouaméni spricht ungewöhnlich offen über die Kehrseite eines großen Turniers. Er wusste, dass sein Körper nicht vollständig bereit war, entschied sich aber trotzdem dafür, für Frankreich weiterzuspielen. Die Weltmeisterschaft war ihm dieses Risiko wert. Anschließend bekam er die Folgen zu spüren.
Sein Saisonstart bei Real Madrid verzögerte sich, die körperliche Grundlage fehlte und selbst Zinédine Zidane entschied sich zunächst dafür, ihm Zeit zur vollständigen Regeneration zu geben. Tchouaméni bereut trotzdem nichts. Seine Aussage zeigt, wie weit Spieler bei einem Turnier wie einer Weltmeisterschaft bereit sind zu gehen – selbst wenn der Preis dafür erst Wochen später sichtbar wird.
Nun geht es für ihn darum, wieder vollständig auf sein Niveau zu kommen. Bei Real Madrid – und irgendwann wieder bei Frankreich.
