Mbappé verlässt Nike und wird das Gesicht von On im Fußball

Kylian Mbappé beendet nach fast zwei Jahrzehnten seine Zusammenarbeit mit Nike und schließt sich der Schweizer Sportmarke On an. Der Real-Madrid-Star wird nicht nur Markenbotschafter, sondern soll aktiv an der Entwicklung neuer Fußballschuhe und Produkte mitarbeiten – Thierry Henry übernimmt dabei eine zentrale Rolle.

Ende einer Ära mit Nike

Für Kylian Mbappé beginnt abseits des Platzes ein neues Kapitel. Der 27-Jährige beendet seine langjährige Partnerschaft mit Nike und wechselt zur Schweizer Sportmarke On. Die Verbindung zu Nike reichte bis ins Jahr 2006 zurück, als Mbappé gerade einmal neun Jahre alt war. Über fast zwei Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine der bekanntesten Partnerschaften zwischen einem Fußballstar und einem Ausrüster. Nun ist Schluss. Nike bestätigte das Ende der Zusammenarbeit und würdigte Mbappés Bedeutung für die eigene Fußballmarke.

Für On ist der Deal weit mehr als ein gewöhnliches Sponsoring. Die Schweizer Marke, die bislang vor allem für hochwertige Laufschuhe und ihren Einstieg in den Tennissport bekannt war, startet nun offiziell ihr großes Fußballprojekt. Mbappé soll dabei das zentrale Gesicht der neuen Sparte werden. On erklärte, dass der Franzose im Mittelpunkt der eigenen Fußballstrategie stehen werde und seine sportliche Perspektive direkt in die Produktentwicklung einbringen soll. Damit unterscheidet sich die Partnerschaft deutlich von einem klassischen Werbevertrag.


Mbappé arbeitet direkt an neuen Fußballschuhen mit und erhält Anteile

Mbappé wird unmittelbar mit den Produktteams von On zusammenarbeiten. Dabei soll er neue Fußballschuhe und Bekleidung testen und seine Erfahrungen aus dem Profifußball in die Entwicklung einbringen.

Über seine Entscheidung für On: „Was mich von Beginn an an On gereizt hat, war die Möglichkeit, gemeinsam etwas völlig Neues aufzubauen, das den Fußball von morgen mitgestalten kann. Ich möchte meine Erfahrung und meine Perspektive in das einbringen, was wir entwickeln, durch Innovation neue Grenzen verschieben und gleichzeitig immer die Freude am Fußball bewahren. Wir haben einen gemeinsamen Traum – und das ist erst der Anfang.“

Die ersten Fußballschuhe von On sollen 2027 regulär in den Handel kommen. Mbappé dürfte seine neuen Modelle allerdings bereits deutlich früher auf dem Platz tragen.

Besonders interessant ist die wirtschaftliche Struktur der Partnerschaft. Nach Informationen von The Athletic erhält Mbappé Unternehmensanteile an On. Die konkreten finanziellen Bedingungen wurden nicht veröffentlicht. Damit wird der Franzose nicht nur zum klassischen Werbegesicht, sondern auch wirtschaftlich am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Das passt zu einem Trend, der bei immer mehr Spitzensportlern zu beobachten ist: Statt lediglich für eine Marke zu werben, wollen sie zunehmend Einfluss auf Produkte und Unternehmen nehmen.


Thierry Henry wird Director of Football

Ein weiterer prominenter Name spielt bei Ons Einstieg in den Fußball eine zentrale Rolle. Thierry Henry übernimmt die Position des Director of Football. Der ehemalige französische Nationalspieler und Arsenal-Star arbeitet bereits seit 2025 im Hintergrund für On. Henry war auch daran beteiligt, Mbappé vom Projekt zu überzeugen. Seine Aufgabe geht deutlich über einen repräsentativen Posten hinaus.

Er soll unter anderem:

  • die Fußballstrategie mitentwickeln
  • den Kontakt zu Spielern aufbauen
  • die Produktentwicklung begleiten
  • die Marke langfristig in der Fußballkultur positionieren

Henry selbst betonte, dass On eng mit den Spielern zusammenarbeiten und deren tatsächliche Bedürfnisse verstehen wolle.


Federer als Vorbild für die Strategie

On ist zwar noch vergleichsweise jung, hat aber in anderen Sportarten bereits gezeigt, wie aggressiv die Marke wachsen kann. Das Unternehmen wurde erst 2010 in der Schweiz gegründet und entwickelte sich zunächst vor allem im Running-Bereich. Einen entscheidenden Wachstumsschub brachte später die Partnerschaft mit Roger Federer. Der Schweizer Tennisstar stieg 2019 als Anteilseigner ein und half dabei, die internationale Bekanntheit der Marke massiv zu steigern. Zwei Jahre später folgte der Börsengang. Weitere große Namen wie Iga Świątek und Ben Shelton schlossen sich später an. Mbappé soll im Fußball nun eine ähnliche Rolle übernehmen wie Federer einst im Tennis.

Die Dimension des Deals ist für On außergewöhnlich. Selbst mit Federer als Investor und Spitzenspielern wie Świątek im Portfolio hatte die Marke bislang keinen Fußballer mit einer vergleichbaren globalen Reichweite verpflichtet. Mbappé gehört zu den bekanntesten Spielern der Welt. Seine Verpflichtung ist deshalb nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein strategischer Angriff auf den etablierten Markt. Nike, Adidas und Puma dominieren den Fußballschuhbereich seit Jahrzehnten. Dazu kommen Marken wie New Balance und Skechers. On will sich nun mit einem eigenen Premium-Ansatz positionieren.


Warum Mbappé den Wechsel attraktiv findet

Für Mbappé bietet die Partnerschaft mehrere Vorteile. Bei Nike war er einer von mehreren großen Stars. Bei On wird er nun zum unangefochtenen Gesicht der Fußballabteilung. Genau dieser Aspekt scheint eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Statt Teil eines großen Markenportfolios zu sein, bekommt Mbappé die Möglichkeit, die gesamte Fußballstrategie eines neuen Wettbewerbers mitzugestalten. Das betrifft Design, technische Entwicklung, Markenidentität und langfristige Positionierung.


Nike verabschiedet sich respektvoll

Nike reagierte öffentlich ohne Bitterkeit. Das Unternehmen erklärte:

„Kylian begann seine Reise mit Nike im Alter von neun Jahren. Fast zwei Jahrzehnte lang haben wir gemeinsam Momente erlebt, die den Fußball geprägt haben. Er war ein wichtiger Bestandteil von Nike Football. Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam auf und neben dem Platz erreicht haben, und wünschen ihm für die nächste Phase seiner Karriere weiterhin viel Erfolg.“

Damit endet eine der längsten Ausrüsterbeziehungen eines aktuellen Topstars.


EA Sports FC 27 bereits mit On-Schuhen

Der Markenwechsel wird sich auch digital bemerkbar machen. Mbappé soll bereits in EA Sports FC 27 mit seinen neuen On-Schuhen zu sehen sein. Das Spiel erscheint am 25. September weltweit. Damit dürfte die neue Partnerschaft schon kurzfristig eine enorme Sichtbarkeit erhalten.


On will den Markt herausfordern

On-Gründer David Allemann formulierte die Ambitionen offensiv. Für ihn geht es nicht darum, einfach eine weitere Fußballmarke auf den Markt zu bringen.

Über den Einstieg in den Fußball: „Der Fußball braucht keine weitere Sportmarke, die einfach dasselbe macht wie alle anderen. Er braucht neue Ideen und eine Herausforderung dessen, was möglich ist.“

Mbappé sieht er dafür als idealen Partner.

Über die Zusammenarbeit: „Wenn wir in eine Sportart einsteigen, wollen wir die Marke der Zukunft sein – durch echte Innovation und modernes Design. Mit Kylian haben wir den perfekten Partner, um davon zu träumen, wie der Fußball der Zukunft aussehen kann.“


Update: Zehnjahresvertrag, Unternehmensanteile und Nike-Millionenangebot

Neue Details zeigen, wie außergewöhnlich der Wechsel von Kylian Mbappé zu On tatsächlich ist. Nach Informationen von The Athletic erhält der Franzose im Rahmen seines neuen Ausrüstervertrags Anteile am Schweizer Unternehmen. Genau dieser Bestandteil soll einer der entscheidenden Unterschiede zum Angebot von Nike gewesen sein. Der Vertrag mit On soll außerdem eine Laufzeit von rund zehn Jahren besitzen. Damit könnte Mbappé möglicherweise für den gesamten verbleibenden Teil seiner aktiven Karriere in Fußballschuhen der Schweizer Marke auflaufen.

Mbappé testete bereits geheime On-Prototypen

Die Zusammenarbeit befindet sich sportlich offenbar schon deutlich länger in Vorbereitung. Mbappé soll bereits Prototypen der neuen On-Fußballschuhe getestet haben. Im Training von Real Madrid trug der Franzose dem Bericht zufolge vollständig weiße sogenannte Whiteout-Modelle, bei denen weder Markenlogo noch finale Gestaltung zu erkennen waren. Die Tests fanden bewusst abseits der Fotografen statt. Damit arbeitete Mbappé offenbar bereits an der neuen Produktgeneration mit, bevor die Partnerschaft öffentlich bekannt gegeben wurde.

Thierry Henry half beim Wechsel

Eine wichtige Rolle bei der Verpflichtung spielte Thierry Henry. Der frühere französische Nationalspieler arbeitet als Director of Football für On und soll Mbappé persönlich vom Projekt überzeugt haben. Die Gespräche liefen über mehrere Monate und fanden unter anderem in Madrid, Paris und Zürich statt. Henry war damit nicht nur repräsentativ beteiligt, sondern offenbar direkt Teil der Verhandlungen und der sportlichen Vision hinter Ons Einstieg in den Fußball.

Nike bot rund 20 Millionen Euro pro Jahr

Besonders bemerkenswert wird Mbappés Entscheidung mit Blick auf das Angebot seines bisherigen Partners. Nach Informationen von L’Équipe bot Nike dem Real-Madrid-Star einen der größten Ausrüsterverträge der Fußballgeschichte. Im Raum standen demnach rund 20 Millionen Euro pro Jahr. Trotzdem entschied sich Mbappé gegen eine Verlängerung. Das unterstreicht, dass beim Wechsel offenbar nicht ausschließlich die garantierte Vergütung ausschlaggebend war. Bei On bekommt Mbappé neben seiner finanziellen Beteiligung vor allem eine Rolle, die deutlich über klassisches Sponsoring hinausgeht: Er wird zum zentralen Gesicht einer komplett neuen Fußballabteilung und kann deren Entwicklung aktiv mitgestalten.

Mbappé verabschiedet sich emotional von Nike

Nach Bekanntwerden des Wechsels meldete sich Mbappé auch selbst bei Instagram zu Wort und blickte auf seine lange Verbindung zu Nike zurück.

Über seine 20 Jahre mit Nike: „20 Jahre zusammen. Immer derselbe Traum. Dieselbe Leidenschaft. Manche Entscheidungen sind schwieriger als andere. Nike war Teil meines Lebens, seit ich ein Kind war. Ich war sieben Jahre alt, als diese Geschichte begann. In diesem Alter hatte ich viele Träume – aber natürlich hätte ich mir niemals vorstellen können, was wir alles gemeinsam erleben würden.“

Mbappé erinnerte an die wichtigsten Stationen seiner bisherigen Karriere.

Über die gemeinsame Geschichte: „Zwanzig Jahre lang war Nike bei jedem Schritt an meiner Seite: der Junge aus Bondy, meine Anfänge, meine ersten großen Spiele, meine Siege und auch meine Niederlagen, die französische Nationalmannschaft, die Weltmeisterschaft und all die Momente, die den Spieler und den Menschen geprägt haben, der ich heute bin.“

Besonders die eigenen Signature-Schuhe besitzen für ihn einen hohen emotionalen Wert.

Über seine Fußballschuhe: „Wir haben Schuhe geschaffen, die meine Geschichte, meine Träume und meine Herkunft erzählt haben. Besonders stolz macht mich, dass sie später von Millionen Kindern getragen wurden, denn oft habe ich mich selbst in ihnen wiedererkannt.“

Auch den Menschen hinter der Marke dankte er ausdrücklich.

Über seinen Abschied: „Ich werde nie vergessen, was Nike mir gegeben hat, welche Menschen ich kennenlernen durfte und wer an mich geglaubt hat, lange bevor die Welt wusste, wer ich bin. Heute, nach zwanzig gemeinsamen Jahren, trennen sich unsere Wege. Aber eine Geschichte wie diese verschwindet nicht, nur weil sie endet. Sie ist ein Teil von mir.“

Sein Statement endete mit einem Blick auf die Zukunft.

Über das neue Kapitel: „Deshalb möchte ich einfach Danke sagen. Danke für das Vertrauen. Danke für die Erinnerungen. Danke für diese zwanzig Jahre. Ich habe immer daran geglaubt, dass man den Mut haben muss, seinen Träumen zu folgen. Heute beginnt ein neues Kapitel meiner Geschichte. Und genau wie damals, als ich ein Kind war … träume ich noch immer.“

Was der Deal noch außergewöhnlicher macht

Mit den neuen Informationen verändert sich die Dimension der Partnerschaft noch einmal deutlich. Mbappé verlässt Nike nicht, weil ihm dort kein großes Angebot gemacht worden wäre. Im Gegenteil: Rund 20 Millionen Euro pro Jahr wären bereits ein außergewöhnlicher Vertrag gewesen. Er entscheidet sich stattdessen für ein Modell, bei dem er langfristig beteiligt ist, Einfluss auf die Produktentwicklung bekommt und möglicherweise für den Rest seiner Karriere zum Gesicht einer neuen Fußballmarke wird. Das macht den Wechsel von Nike zu On weniger zu einem klassischen Ausrüsterwechsel – und mehr zu einer strategischen Partnerschaft. Für On ist Mbappé der Spieler, mit dem der Einstieg in den Weltfußball gelingen soll. Für Mbappé ist On offenbar die Chance, nicht nur Schuhe zu tragen, sondern eine Marke im Fußball mit aufzubauen.


RMXpress Fazit

Der Wechsel von Nike zu On ist für Mbappé deutlich mehr als ein neuer Ausrüstervertrag. Er beendet eine Partnerschaft, die fast seine gesamte Fußballkarriere begleitet hat, und entscheidet sich bewusst für eine Marke, bei der er nicht nur einer von vielen Stars sein wird.

Bei On bekommt er Einfluss. Er wird zum Gesicht der Fußballabteilung, arbeitet an Produkten mit und erhält sogar Anteile am Unternehmen.

Für On wiederum ist Mbappé der perfekte Name, um den vielleicht größten Schritt der Firmengeschichte zu gehen. Der Deal ist damit für beide Seiten strategisch.

Mbappé bekommt mehr Kontrolle und Identifikation. On bekommt einen Weltstar. Und der Fußballschuhmarkt einen neuen ernsthaften Konkurrenten.

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