Freispruch im Verfahren um intime Aufnahmen
Raúl Asencio ist im Verfahren um die angebliche Weitergabe intimer Aufnahmen vollständig freigesprochen worden. Der 23-Jährige war angeklagt worden, Bilder beziehungsweise Videos ohne Zustimmung weitergegeben zu haben und Material geteilt zu haben, auf dem eine Minderjährige zu sehen gewesen sein soll. Die spanische Staatsanwaltschaft zog die Vorwürfe gegen Asencio im Verfahren zurück. Damit wurde der Verteidiger von beiden Anklagepunkten freigesprochen.
Asencio hatte seine Unschuld während des gesamten Verfahrens betont. Bereits im Mai 2025 hatte er erklärt: „Ich habe an keinem Verhalten teilgenommen, das die sexuelle Freiheit einer Frau verletzt hat – erst recht nicht die von Minderjährigen.“
Asencio war nicht an der Aufnahme beteiligt
Im Zentrum des Verfahrens stand ein Vorfall aus dem Juni 2023 in einem privaten Bereich eines Beachclubs auf den Kanarischen Inseln. Asencio wurde nie beschuldigt, an der sexuellen Begegnung selbst oder an der Aufnahme des Materials beteiligt gewesen zu sein. Der Vorwurf gegen ihn lautete vielmehr, dass er nach den Videos gefragt und sie einem weiteren Bekannten gezeigt haben soll. Im Laufe der Ermittlungen war Asencio zunächst als Zeuge befragt worden, später jedoch selbst als Beschuldigter geführt worden. Die beiden betroffenen Frauen zogen ihre Vorwürfe gegen ihn später zurück. Dennoch war im Juli entschieden worden, dass das Verfahren fortgeführt wird. Nun steht fest: Asencio wurde vollständig freigesprochen.
Drei frühere Mitspieler verurteilt
Anders endete das Verfahren für drei ehemalige Nachwuchsspieler von Real Madrid. Ferran Ruiz, Juan Rodríguez und Andrés García wurden wegen der Aufnahme und Weitergabe sexueller Inhalte verurteilt. Sie erhielten jeweils eine einjährige Freiheitsstrafe, die unter der Bedingung ausgesetzt wurde, dass sie in diesem Zeitraum nicht erneut straffällig werden. Zusätzlich wurden Kontaktverbote zu den Betroffenen sowie zeitlich begrenzte Tätigkeitsverbote in Berufen mit Minderjährigen ausgesprochen.
„Heute kann ich sagen, dass ich freigesprochen wurde“
Nach dem Urteil meldete sich Asencio über Instagram erstmals ausführlich zu Wort.
Über seinen Freispruch: „Heute, nach einer langen Zeit des Schweigens und nachdem ich ein Gerichtsverfahren respektiert habe, dem ich immer vertraut habe, kann ich sagen, dass ich freigesprochen wurde.“
Der Verteidiger machte deutlich, wie belastend die vergangenen Monate für ihn gewesen seien.
Über die öffentliche Berichterstattung: „In diesen Monaten habe ich eine schwierige Situation erlebt und musste teilweise mitansehen, wie Informationen und Meinungen über mich veröffentlicht wurden, bevor die Justiz entschieden hatte. Ich verstehe und respektiere die Arbeit der Medien und das Recht zu informieren und Meinungen zu äußern. Aber ich glaube auch, dass man nicht vergessen darf, dass hinter jeder Nachricht ein Mensch und eine Familie stehen, die die Folgen dessen tragen, was veröffentlicht wird.“
„Ich habe immer auf die Justiz vertraut“
Asencio erklärte, er habe während des gesamten Prozesses darauf vertraut, dass das Verfahren am Ende Klarheit bringen werde.
Über das Urteil: „Ich habe immer darauf vertraut, dass die Justiz die Dinge am Ende richtig einordnen würde. Heute gibt es eine gerichtliche Entscheidung, die für sich selbst spricht. Ich nehme sie mit Ruhe und mit der Zufriedenheit an, einen Abschnitt abschließen zu können, der für mich sehr bedeutend war.“
Dank an Familie, Umfeld und Real Madrid
In seiner Erklärung bedankte sich Asencio ausführlich bei den Menschen, die ihn begleitet hatten.
Über die Unterstützung seines Umfelds: „Ich möchte nicht beim Lärm und bei den schwierigen Momenten hängenbleiben. Ich möchte mich lieber an die Unterstützung der Menschen erinnern, die an meiner Seite waren und mir während dieser gesamten Zeit vertraut haben.“
Über seine Familie und Berater: „Ich möchte meiner Familie, meinen Freunden, meinem Berater, meinen Anwälten und allen Menschen, die mich begleitet und mir Kraft gegeben haben, von Herzen danken.“
Auch Real Madrid erwähnte er ausdrücklich.
Über den Klub: „Ich möchte mich außerdem bei Real Madrid und bei allen Menschen im Klub bedanken, die mir ihr Vertrauen gezeigt und mir ermöglicht haben, weiterzuarbeiten, mich weiterzuentwickeln und das zu tun, was ich am meisten liebe: Fußball zu spielen.“
Asencio fordert gleiche Aufmerksamkeit für den Freispruch
Der Verteidiger bat darum, dass der Freispruch nun ebenso deutlich thematisiert werde wie die Vorwürfe zuvor.
Über die öffentliche Wahrnehmung: „Während dieses gesamten Prozesses habe ich versucht, mich herauszuhalten, zu arbeiten und weiterzumachen. Heute kann ich das mit der Ruhe tun, immer an die Wahrheit geglaubt zu haben.“
Über die Berichterstattung nach dem Urteil: „Von denen, die in diesen Monaten über mich gesprochen haben, bitte ich nur darum, dass jetzt, nachdem die Justiz entschieden hat, auch dieser Teil der Geschichte mit derselben Aufmerksamkeit erzählt wird.“
Asencio betonte zugleich, keine neue öffentliche Auseinandersetzung beginnen zu wollen.
Über den Abschluss des Verfahrens: „Ich möchte keine Polemik beginnen und nicht zurückblicken. Ich möchte diesen Abschnitt mit Respekt, mit erhobenem Kopf und mit großer Motivation abschließen, weiterzumachen.“
Separate Verurteilung nach Alkoholfahrt
Unabhängig vom Freispruch in diesem Verfahren wurde Asencio in einem separaten Fall wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verurteilt. Am 19. August räumte der Verteidiger vor dem Obersten Gerichtshof der Kanarischen Inseln ein, alkoholisiert gefahren zu sein. Bei einer Kontrolle am 16. August im Süden Gran Canarias wurde bei ihm ein Atemalkoholwert von 0,90 mg/lfestgestellt. Der gesetzliche Grenzwert lag bei 0,25 mg/l. Damit lag Asencios Wert bei rund dem 3,6-Fachen des erlaubten Grenzwerts. Er wurde mit einem Fahrverbot sowie einer Geldstrafe von 14.400 Euro belegt.
„Ich bin zutiefst reumütig“
Auch zu diesem Vorfall äußerte sich Asencio in seinem Statement eindeutig.
Über die Alkoholfahrt: „Ich möchte mich auch auf einen Vorfall im Zusammenhang mit einem Alkoholtest beziehen. Ich bereue zutiefst, was passiert ist, und übernehme dafür vollständig die Verantwortung.“
Über die Konsequenzen daraus: „Es war eine Erfahrung, aus der ich gelernt habe, und mir ist völlig klar, dass so etwas nicht noch einmal passieren wird.“
Mourinho hatte Asencio deutlich kritisiert
Real Madrid hatte nach Bekanntwerden der Alkoholfahrt ein internes Disziplinarverfahren eröffnet. José Mourinho hatte sich vor dem Spiel gegen Betis ebenfalls deutlich auf der Pressekonferenz geäußert.
Über Asencios Verhalten in Valdebebas: „Innerhalb des Trainingszentrums ist er ein echter Profi. Als er fit war, hat niemand mehr und besser trainiert als er. Jetzt, wo er verletzt ist, ist er der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht. Seine Hingabe ist extrem.“
Gleichzeitig machte Mourinho klar, dass die Verantwortung eines Spielers von Real Madrid nicht am Ausgang von Valdebebas oder dem Bernabéu endet.
Über die Verantwortung außerhalb des Platzes: „Ein Spieler von Real Madrid ist man 24 Stunden am Tag. Was du außerhalb machst, kann deinen eigenen Ruf und auch den des Klubs beschädigen. Ich bin darüber nicht glücklich. Fehler machen wir alle. Aber wenn sich solche Dinge anhäufen, ist das etwas anderes.“
Asencio greift Mourinhos Worte auf
Am Ende seiner Erklärung nahm Asencio genau auf diese Aussage Bezug.
Über seine Zukunft: „Jetzt möchte ich nach vorne schauen, weiterarbeiten, mich weiterentwickeln und mich auf das konzentrieren, was ich am meisten liebe: Fußball zu spielen.“
Dann folgte die direkte Reaktion auf Mourinhos Worte.
Über die Aussage seines Trainers: „Jetzt bin ich an der Reihe zu sprechen. Und ich stimme meinem Trainer vollkommen zu: nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb.“
Asencio schloss sein Statement mit einer klaren Botschaft: „Hala Madrid. Daran soll niemand den geringsten Zweifel haben.“
RMXpress Fazit
Bei Raúl Asencio müssen zwei voneinander unabhängige Sachverhalte klar getrennt werden. Im Verfahren um die angebliche Weitergabe intimer Aufnahmen wurde der spanische Verteidiger vollständig freigesprochen. Er hatte seine Unschuld von Beginn an betont und kann diesen juristischen Abschnitt nun abschließen.
Bei der Alkoholfahrt ist die Situation dagegen eindeutig: Asencio hat den Vorwurf eingeräumt, wurde rechtskräftig verurteilt und übernimmt selbst die Verantwortung.
Sein Statement versucht deshalb nicht, beide Fälle miteinander zu vermischen. Beim Freispruch fordert er zu Recht, dass die gerichtliche Entscheidung ebenso berücksichtigt wird wie die früheren Vorwürfe. Beim Alkoholvorfall zeigt er sich reumütig und greift Mourinhos Forderung nach Verantwortung außerhalb des Platzes ausdrücklich auf.
Für Real Madrid dürfte nun entscheidend sein, was aus diesem Moment folgt.
Raúl Asencio
Abwehr
✚Verletzt · Ermüdungsbruch Schienbein
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