Modrić plant Rückkehr nach Madrid: „Es ist mein Zuhause — ich werde immer Madridista sein“

Ein Jahr nach seinem Abschied von Real Madrid blickt Luka Modrić ausführlich auf 13 prägende Jahre im weißen Trikot zurück. Im Interview mit MARCA spricht der Kroate über Mourinho, seine Zukunft nach der Karriere, den Abschied vom Bernabéu, seine außergewöhnliche Fitness – und macht deutlich, dass Madrid für ihn längst mehr als nur eine frühere Station ist.

Madrid bleibt Heimat – und der Abschied wirkt bis heute nach

Luka Modrić hat in Mailand ein neues sportliches Kapitel begonnen. Wirklich abgeschlossen hat er Madrid deshalb aber nicht.

Nach 13 Jahren bei Real Madrid verbindet den Kroaten nicht nur seine eigene Karriere mit der spanischen Hauptstadt wie er im Exklusivinterview mit der MARCA verrät. Auch seine Familie ist dort verwurzelt. Seine Kinder seien in Madrid aufgewachsen und betrachteten die Stadt bis heute als ihr Zuhause.

Über seine Sehnsucht nach Madrid: „Danke, dass ihr gekommen seid. Es ist immer schön zu hören, dass ihr mich vermisst. Ich vermisse Madrid ebenfalls – die Stadt, den Klub, einfach alles. Gleichzeitig kann ich sagen, dass ich mich hier in Mailand sehr wohl und glücklich fühle. Vom ersten Tag an wurde ich mit offenen Armen empfangen und ich bin sehr zufrieden. Dass ich jetzt schon im zweiten Jahr hier bin, zeigt das ebenfalls. Ich vermisse Madrid sehr, aber momentan bin ich in Mailand und auch hier glücklich.“

Der emotionale Abschied vom Bernabéu ist auch mehr als ein Jahr später noch präsent.

Über seinen letzten Tag bei Real Madrid: „Ich erinnere mich mit enormem Stolz daran, auch wenn es kein leichter Tag war. Das konnte man schon auf den Bildern vor dem Spiel, im Bus, in den Tagen nach meiner Ankündigung und dann auf dem Platz sehen. Auf dem Platz habe ich mich eigentlich noch ziemlich gut gehalten und später bei meiner Rede ebenfalls. Es waren Tage voller Emotionen, weil ich wusste, dass der schönste Abschnitt meiner Fußballkarriere zu Ende ging.“

„Ich denke bis heute mit sehr viel Stolz und Emotion daran zurück. Manchmal schaue ich mir diese Bilder noch immer an, obwohl inzwischen mehr als ein Jahr vergangen ist. Wenn du Menschen auf der Tribüne weinen siehst und all die Nachrichten liest, erfüllt dich das mit Stolz und Zufriedenheit. Du weißt dann, dass du beim größten Klub der Welt etwas Bedeutendes hinterlassen hast.“

Für seine Familie war der Abschied mindestens genauso schwierig.

Über seine Kinder und Madrid als Zuhause: „Ich glaube, es war für uns alle schwer – für meine Familie und für mich. Vielleicht war es für sie sogar noch schwieriger, weil sie praktisch ihr ganzes Leben in Madrid verbracht haben. Vor allem meine Kinder. Mein ältester Sohn wurde noch geboren, als wir in England waren, und war zwei Jahre alt, als wir nach Madrid kamen. Heute ist er 16 und erinnert sich an seine gesamte Kindheit dort.“

„Wenn wir im Urlaub sind oder irgendwo anders, fragen sie manchmal: ‚Wann fahren wir nach Hause?‘ Und damit meinen sie Madrid. Deshalb war es für sie genauso schwierig wie für mich. Aber so ist das Leben. Man muss weitermachen. Es war schwer, aber wenn ich heute darauf zurückblicke, erfüllt mich all das mit Stolz, Zufriedenheit und Glück.“

Über die Frage, was schwerer war – Abschied oder Gewöhnung an ein Leben ohne Real Madrid: „Aus meiner Erfahrung war der Abschied schwieriger. Danach musst du dich irgendwann daran gewöhnen, dass alles einmal endet. Du entfernst dich langsam von Dingen, die du zuvor maximal intensiv erlebt hast. Für mich war es schwieriger, Lebewohl zu sagen, als später hierherzukommen und mich Schritt für Schritt an einen neuen Alltag, eine neue Realität und einen neuen Klub zu gewöhnen.“

„Es war nicht leicht, Real Madrid zu verlassen. Aber wenn du weißt, dass du alles gegeben hast und alles getan hast, was in deiner Macht für diesen Verein lag, kannst du mit erhobenem Kopf gehen. Und genau so bin ich gegangen.“


Rekorde, Remontadas und ein Mittelfeld für die Geschichte

Modrić verließ Real Madrid als erfolgreichster Spieler der Vereinsgeschichte.

Dass er diesen Status einmal erreichen würde, hielt er selbst bei seiner Ankunft 2012 für kaum vorstellbar.

Über seine Rekordzahl an Titeln: „Es ist wirklich unglaublich. Ich hätte mir so etwas niemals vorstellen können. Natürlich kommst du zu einem Klub, bei dem du weißt, dass du um Titel kämpfen wirst und dass Titelgewinn dort etwas Normales ist. Aber nicht einmal in meinen verrücktesten Träumen hätte ich erwartet, irgendwann der erfolgreichste Spieler der Vereinsgeschichte zu sein.“

„Nicht, weil ich nicht an mich geglaubt hätte oder weil ich dachte, dass ich dort keinen Erfolg haben würde. Aber wie viele Spieler haben für Real Madrid gespielt? Wie viele Legenden und Ikonen des Madridismo gab es? Der Spieler mit den meisten gewonnenen Titeln zu sein, ist etwas Unglaubliches. Das hätte ich mir niemals vorstellen können.“

Mindestens genauso wichtig wie die Trophäen sind für Modrić die Werte, die Real Madrid ihm vermittelt hat.


Über das, was ihm Real Madrid gegeben hat: „Der Klub hat mir beigebracht, niemals aufzugeben, immer bis zum Ende zu kämpfen, immer zu glauben und immer alles zu geben. Natürlich gehört vieles davon schon zu meinem Charakter und zu meiner Persönlichkeit. Aber Real Madrid verstärkt das noch einmal und verankert es tief in dir. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste, was ich dazu sagen kann.“

Gerade die legendären Comebacks im Bernabéu stehen exemplarisch dafür.

Über die besonderen Nächte im Bernabéu: „Unglaublich. Besonders in meiner vorletzten Champions-League-Saison, aber nicht nur dort. Seit meiner Ankunft gab es so viele verrückte Spiele und so viele Comebacks. Genau darin zeigt sich die Identität von Real Madrid.“

„Wenn alles zusammenkommt – die Spieler auf dem Platz, die Fans und dieses Stadion, das viele Gegner einschüchtert –, dann entstehen besondere Dinge. Wir haben unglaubliche Nächte im Bernabéu und generell bei Real Madrid erlebt.“

Auch die berühmte Kombination aus Casemiro, Toni Kroos und Luka Modrić sieht der Kroate mit großem Stolz, ohne sich selbst zum besten Mittelfeld der Geschichte erklären zu wollen.

Über das Triumvirat um Casemiro, Kroos und ihn: „Das steht mir nicht zu, zu entscheiden. Solche Diskussionen wird es immer geben und ich überlasse das lieber den Menschen, die darüber sprechen und urteilen. Was ich sagen kann: Ich habe es unglaublich genossen, mit den beiden zu spielen. Wir kannten uns praktisch mit geschlossenen Augen. Es war etwas Besonderes, gemeinsam im Mittelfeld zu spielen.“

„Aber genauso gilt das für all die anderen Spieler dieser Mannschaft. Vielleicht war es eine der goldenen Epochen in der Geschichte von Real Madrid. Deshalb spreche ich nicht gerne ausschließlich über uns drei, denn es gab so viele andere, die enorm viel geleistet haben. Wir haben es genossen, miteinander zu spielen, gegen Gegner anzutreten und auch im Training gegeneinander zu kämpfen. Manchmal waren die Trainingseinheiten härter als manche Spiele.“


„Mein größter Titel ist die Zuneigung der Menschen“

Trotz des enormen Drucks bei Real Madrid sagt Modrić, dass er die Anforderungen geradezu gebraucht habe.

Über den Druck bei Real Madrid: „Ich habe es sehr genossen. Die Anforderungen sind riesig, aber ich habe es trotzdem geschafft, Freude daran zu haben. Ich mag diese Verantwortung und diese Ansprüche. Ich glaube, ich funktioniere besser, wenn es Druck gibt. In einer entspannten Umgebung bin ich nicht so gut. Ich bin besser, wenn etwas auf dem Spiel steht.“

„Bei Real Madrid gewinnst du zum Beispiel die Champions League, dann beginnt die neue Saison, du verlierst ein Vorbereitungsspiel und plötzlich ist Krise. Das zeigt dir, wie groß die Ansprüche wirklich sind. Du gewinnst eine Champions League und sofort geht es um die nächste. Niemand ist mit dem zufrieden, was du bereits erreicht hast. Du musst immer auf das Nächste schauen.“

Besonders bewegt ihn bis heute allerdings nicht die Zahl seiner Pokale, sondern die Reaktion der Fans.

Über die Ovationen in nahezu allen spanischen Stadien: „Das ist wirklich unglaublich. Ich habe es immer gesagt und auch bei meinem Abschied von Real Madrid betont: Das ist meine größte Trophäe. Nicht die Titel. Natürlich sind Titel wichtig und wir spielen, um sie zu gewinnen. Aber mein größter Erfolg ist diese Zuneigung der Menschen, vor allem des Madridismo.“

„So sehr geliebt zu werden, ist etwas, das jeder möchte. Diese Zuneigung bedeutet mir mehr als jeder Titel. Und sie kommt nicht nur von Real-Madrid-Fans. Jetzt erlebe ich es auch in Mailand, in Kroatien, bei Gegnern oder von Fans anderer Vereine, die mich in ihren Stadien applaudieren. Das ist unglaublich. Manchmal fehlen mir dafür die Worte. Für mich ist das das Wichtigste, was ich erreicht habe.“


Milan als Gegenwart – Fußball bleibt sein Leben

Dass Modrić ausgerechnet zum AC Milan wechselte, ist für ihn kein Zufall.

Über seine Entscheidung für Milan: „Auch hier sind die Anforderungen sehr groß. Milan ist einer der größten Klubs der Welt, ein historischer Verein, der vielleicht in den vergangenen Jahren nicht die Resultate erzielt hat, an die die Menschen gewöhnt waren. Aber das ändert nichts daran, dass Milan ein großer Klub und einer der beliebtesten Vereine der Welt ist.“

„Wenn du hier ankommst, spürst du das. Die Geschichte Milans liegt überall in der Luft. Auch hier auf dem Trainingsgelände. Wie viele Legenden und große Spieler waren schon hier?“

„Das war sicher einer der Gründe, weshalb ich mich für Milan entschieden habe. Als Kind habe ich viel italienischen Fußball geschaut und Milan war mein Lieblingsverein. Nach Real Madrid kamen mehrere Dinge zusammen, die mir die Entscheidung leicht gemacht haben. Ich hatte immer große Sympathie und großen Respekt für Milan. Als sich diese Möglichkeit ergeben hat, musste ich nicht lange überlegen.“

Für die laufende Saison verfolgt Modrić klare Ziele.

Über die Saisonziele mit Milan: „Wir wollen es besser machen als vergangene Saison. Lange Zeit waren wir sehr gut unterwegs und haben fast bis März um den Scudetto gekämpft. Dann haben wir in den letzten Spielen fast alles weggeworfen und uns nicht für die Champions League qualifiziert. Das war ein harter Schlag, denn Milan muss aufgrund seiner Geschichte eigentlich jedes Jahr mindestens in der Champions League spielen. Es ist der Klub mit den zweitmeisten Europapokalen hinter Real Madrid.“

„Mein Ziel ist, der Mannschaft in allen Bereichen zu helfen – auf dem Platz und außerhalb. Es gibt viel Begeisterung. Wir haben einen neuen Trainer, viele neue Spieler, und der Klub sieht mich als wichtigen Bestandteil. Deshalb bin ich noch hier. Ich möchte konkurrieren, alles geben und gemeinsam versuchen, Milan wieder zum Gewinnen zu bringen. Ein einzelner Spieler kann das nicht schaffen. Wir alle zusammen müssen daran arbeiten, Milan Schritt für Schritt wieder dorthin zu bringen, wo der Klub hingehört.“

Seine Motivation ist mit zunehmendem Alter nicht kleiner geworden.

Über seine Motivation: „Es ist nicht schwierig. Ich mache das, was ich liebe. Fußball ist mein Leben. Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu trainieren und Fußball ist wirklich mein Leben. Ich habe noch immer Spaß, noch immer dieselbe Ambition, Motivation und Leidenschaft. Wenn du all das noch spürst, ist es leichter weiterzumachen.“

„Gott sei Dank fühle ich mich körperlich und mental gut. Das ist enorm wichtig. Vor allem diese Liebe zu diesem Sport ist entscheidend. Wenn dein Körper irgendwann nicht mehr mitmacht, wird es schwierig.“

„Ich betrachte Fußball nicht als Arbeit. Für mich ist es etwas, das mir Freude macht. Ich habe keinen Tag, an dem ich aufwache und denke: Ich habe keine Lust mehr, ich möchte nicht trainieren oder aufstehen. Das ist mir nie passiert. Solange ich mich so fühle, sehe ich keinen Grund aufzuhören.“


„Schaut nicht auf meinen Ausweis – schaut auf den Platz“

Das Dauerthema Alter kann Modrić inzwischen kaum noch hören.

Über die ständigen Hinweise auf seine 40 Jahre: „Es ärgert mich nicht und ich werde darüber auch nicht wütend. Aber es wird langsam langweilig. Und das Thema gibt es nicht erst seit zwei Jahren. Es begann schon 2019 nach der Weltmeisterschaft, als ich 33 war: Wie lange hält er noch durch? Jetzt ist er 33, 34, jetzt kann er nicht mehr.“

„Danach habe ich noch zwei Champions-League-Titel gewonnen, wurde mit Kroatien Dritter bei einer weiteren Weltmeisterschaft, stand im Nations-League-Finale und habe weitere Titel gewonnen. Und ich glaube, dass ich in manchen Phasen danach sogar den besten Fußball meiner Karriere gespielt habe.“

Seine Forderung ist deshalb eindeutig.

Über die Bewertung älterer Spieler: „Man sollte nicht auf Alter, Reisepass oder Ausweis schauen. Entscheidend ist nur das, was du auf dem Platz machst. Es ist egal, ob du 18, 30, 40 oder 50 Jahre alt bist. Wenn du Tag für Tag auf dem Platz zeigst, dass du mithalten kannst, dann sollte genau das zählen: Kannst du es oder kannst du es nicht?“

„Für mich ist Alter nur eine Zahl. Die Menschen sind aber regelrecht davon besessen. Es wirkt manchmal so, als müsse man dich automatisch aussortieren, sobald du älter wirst. So ist es nicht. Das Thema beeinflusst mich nicht, aber es wird ermüdend, es jeden Tag zu hören. Gleichzeitig motiviert es mich, zu zeigen, dass es eben auch in diesem Alter möglich ist.“

Dass Modrić körperlich weiterhin auf diesem Niveau mithalten kann, ist für ihn nicht allein eine Frage guter Gene.

Über sein Training außerhalb des Mannschaftsbetriebs: „Ich fühle mich körperlich wirklich sehr gut. Viele werden sagen, dass Genetik dabei eine Rolle spielt, und vielleicht stimmt das teilweise. Aber es ist nicht nur Genetik. Wenn du nicht arbeitest, dich nicht jeden Tag zu hundert Prozent darauf konzentrierst und auch in den Ferien etwas machst, ist es fast unmöglich, so lange auf diesem Niveau zu bleiben.“

„Bei mir vergeht auch im Urlaub kaum eine Woche, in der ich gar nichts mache. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann das zuletzt passiert ist. Vielleicht einmal auf einem Boot, wo man nichts machen kann.“

„Ansonsten trainiere ich jeden Tag. Ich spiele Tennis oder Basketball oder gehe laufen. Das steckt einfach in mir. Ohne diese Arbeit geht es nicht. Aber auch meine Liebe zum Sport und zum Fußball spielt eine große Rolle. Ich will noch immer konkurrieren und zeigen, dass ich auch gegen jüngere Spieler bestehen kann.“

Seinen eigenen Körper werde er irgendwann als entscheidenden Hinweis akzeptieren.

Über das Karriereende: „Ich war immer realistisch und ehrlich zu mir selbst. Ich glaube, mein Körper wird mir sagen, wann Schluss ist. Dieser Moment wird sicher schwer werden und irgendwann kommen. Natürlich ist er näher als früher. Aber wir werden sehen, wie lange ich noch spielen kann.“


Von Zadar zur Weltkarriere – und ein Leben außerhalb des Fußballs

Dass seine Karriere einmal diese Dimension annehmen würde, hätte sich selbst der ehrgeizige Modrić nicht vorstellen können.

Über seinen Kindheitstraum: „Ich war als Mensch schon immer sehr ehrgeizig. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir all das vorgestellt hätte. Niemals. Ich sage immer: Wenn mir jemand damals ein Blatt Papier gegeben und gesagt hätte, ich solle alles aufschreiben, was ich in meinem Leben und meiner Karriere erreichen möchte, hätte ich das niemals aufgeschrieben. Es hätte mir sogar Angst gemacht, all diese Dinge aufzuschreiben.“

„Mein einziger Traum war, einmal für Kroatien zu spielen und mein Debüt in der Nationalmannschaft zu geben. Gott sei Dank hatte und habe ich eine unglaubliche Karriere. Ich bin Gott und all den Menschen dankbar, die vom ersten Tag an bei mir waren und mich unterstützt haben. Aber all das hätte ich mir nicht einmal in meinen schönsten Träumen ausmalen können.“

Abseits des Spielfeldes beschreibt er sich dagegen als vollkommen unspektakulär.

Über Luka Modrić außerhalb des Trainingsgeländes: „Ich bin ein normaler Mensch. Ein Familienmensch. Ich versuche, möglichst viel Zeit mit meiner Familie und meinen Kindern zu verbringen und normale Dinge zu machen. Ich treffe Freunde, spiele gerne Padel, Tennis oder Basketball. Wann immer ich kann, mache ich so etwas. Nichts Außergewöhnliches.“

Über seine Freundschaften: „Ich habe Freunde aus dem Fußball und außerhalb. Einige kenne ich seit meiner Kindheit und ich bin stolz darauf, dass diese Freundschaften bis heute bestehen. Das sind meine besten Freunde. Wir haben gemeinsam vieles erlebt. Irgendwann gingen unsere Wege teilweise auseinander, aber wir sind immer verbunden geblieben und sie haben mich immer unterstützt.“


Mourinho brachte Modrić nach Madrid – und bekommt heute großes Lob

Eine der interessantesten Passagen des Interviews betrifft José Mourinho.

Modrić macht keinen Hehl daraus, wem Real Madrid seine Verpflichtung 2012 zu einem großen Teil zu verdanken hatte.

Über seinen Transfer zu Real Madrid: „Man muss dem Klub insgesamt danken, aber ich glaube, Mourinho war für meine Verpflichtung am wichtigsten. Er hat wirklich alles getan, was in seiner Macht stand, damit ich der Transfer dieses Sommers werde.“

„Real Madrid holte damals Essien auf Leihbasis und ansonsten nur mich. Die Verhandlungen mit Tottenham waren nicht einfach. Sie waren hart und sehr lang. Wenn Mourinho nicht so hartnäckig gewesen wäre, hätte Real Madrid vielleicht irgendwann die Gespräche abgebrochen. Aber er blieb dran und wollte mich unbedingt.“

Auch Florentino Pérez erwähnt Modrić ausdrücklich.

Über Mourinho und Florentino Pérez: „Natürlich war auch der Präsident wichtig. Ich habe eine besondere Beziehung zu ihm und er hat wirklich sehr viel für mich getan. Ich empfinde große Zuneigung für ihn. Alle waren wichtig, aber Mourinho war der Erste und dafür werde ich ihm immer dankbar sein – für sein Vertrauen und seine Zuneigung vom ersten Tag an.“

„Mein einziges Bedauern ist, dass ich nur ein Jahr unter ihm trainieren konnte. Aber so ist das Leben. Ich habe in diesem Jahr sehr viel von ihm gelernt und hätte gerne länger mit ihm zusammengearbeitet.“

An eine Rückkehr als Spieler unter Mourinho denkt Modrić allerdings mit einem Lachen.

Über ein mögliches erneutes Zusammenspiel mit Mourinho: „Ja, ja … dafür ist es jetzt zu spät.“ [lacht]

Seine Wertschätzung für den Portugiesen ist dennoch groß.

Über Mourinhos Rückkehr zu Real Madrid: „Egal, wo er arbeitet, ich wünsche ihm immer das Beste. Als er andere Mannschaften trainiert hat, habe ich ihn immer verfolgt und mich gefreut, wenn er gute Ergebnisse hatte. Ich glaube, Real Madrid hat mit seiner Rückkehr eine sehr gute Entscheidung getroffen. Er ist ein Gewinner, ein großer Gewinner, und er kennt diesen Klub. Er weiß genau, was notwendig ist, um hier zu gewinnen.“

„Ich hoffe, dass Real Madrid mit ihm eine erfolgreiche Saison haben wird. Das wünsche ich dem Klub immer – und ihm ganz besonders.“


Modrić will zurück nach Madrid – aber nur mit einer echten Aufgabe

Am Ende des Gesprächs wird Modrić besonders deutlich. Nach seiner aktiven Karriere möchte er nach Madrid zurückkehren. Nicht nur für Besuche. Sondern dauerhaft.

Über seine Zukunft in Madrid: „Hoffentlich. Ich würde sehr gerne zurückkehren. Wenn ich ehrlich bin, muss ich das nicht verstecken. Madrid ist mein Zuhause und natürlich würde ich eines Tages gerne zurückkommen. Aber wir werden sehen, wie und in welcher Rolle, falls es dazu kommt.“

Ein symbolischer Posten reicht ihm dabei ausdrücklich nicht.

Über eine mögliche Rolle bei Real Madrid: „Ich möchte nicht einfach zurückkommen, nur um zurück zu sein und irgendwie dort herumzusitzen. So bin ich nicht. Ich möchte nützlich sein und Real Madrid helfen. Ich möchte nicht dort sein und selbst nicht wissen, warum.“

Dann greift Modrić ausgerechnet einen Satz Mourinhos auf.

Über seine Vorstellung einer Rückkehr: „Das ist meine Mentalität. Real Madrid hat mir alles gegeben, wirklich unglaublich viel. Wenn ich zurückkehren würde, dann nur, um etwas Sinnvolles zu tun, Dinge gut zu machen und nicht bei Real Madrid zu arbeiten, sondern für Real Madrid.“

„Wie Mourinho vor Kurzem gesagt hat: Wir müssen für Real Madrid arbeiten und dem Klub in jeder Hinsicht helfen, damit er immer größer wird. Nur unter diesen Voraussetzungen würde ich gerne zurückkehren.“

Und Modrić lässt keinen Zweifel daran, wo er sich inzwischen selbst verortet.

Über seine Verbindung zu Real Madrid: „Madrid ist mein Zuhause. Ich bin Madridista und werde es immer bleiben. Wenn ich ehrlich bin: Natürlich würde ich gerne zurückkommen. Aber wir werden sehen, was das Leben bringt. Man weiß nie.“

„Meine Absicht ist jedenfalls, nach Madrid zurückzukehren und dort zu leben. Aber du weißt, wie das Leben manchmal läuft. Man kann nie etwas mit völliger Sicherheit sagen. Hoffentlich passiert es.“


RMXpress Fazit

Luka Modrić ist längst kein ehemaliger Spieler von Real Madrid wie jeder andere. 13 Jahre, eine historische Anzahl an Titeln, unzählige besondere Nächte und eine Beziehung zum Bernabéu, die weit über seine sportlichen Leistungen hinausgeht, haben Madrid für ihn zu einem Zuhause gemacht. Besonders bemerkenswert ist deshalb weniger die Aussage, dass er eines Tages zurückkehren möchte.

Entscheidend ist, wie er zurückkehren will. Kein Ehrenamt ohne Verantwortung, kein Posten allein wegen seines Namens. Modrić möchte dem Klub etwas geben können – und formuliert dabei beinahe dieselbe Vorstellung, die Mourinho bei seiner Rückkehr ausgesprochen hat: nicht bei Real Madrid arbeiten, sondern für Real Madrid.

Noch aber denkt Modrić nicht ans Aufhören. Solange sein Körper mitspielt und er dieselbe Freude am Fußball verspürt wie als Sechsjähriger in Zadar, will er weitermachen. Mailand ist seine Gegenwart. Madrid dürfte seine Zukunft werden.

QuelleMARCA

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