Dominanter Auftritt mit klarer spielerischer Entwicklung
Real Madrid hat auch sein zweites Testspiel der Vorbereitung erfolgreich gestaltet. Gegen CD Leganés setzte sich die Mannschaft von José Mourinho mit 4:1 durch und hinterließ dabei insgesamt einen deutlich reiferen Eindruck als noch beim ersten Freundschaftsspiel gegen Alcorcón.
Über weite Strecken kontrollierten die Blancos das Geschehen. Mehr als 70 Prozent Ballbesitz, hohes Pressing und ein deutlich vertikaleres Angriffsspiel prägten den Auftritt. Gleichzeitig offenbarte die Mannschaft aber auch weiterhin Schwächen im Umschaltverhalten nach Ballverlusten – ein Punkt, an dem Mourinho in den kommenden Wochen arbeiten dürfte.
Da Real Madrid diesmal lediglich die erste Halbzeit für Medien und Öffentlichkeit übertrug, stammen die Eindrücke der zweiten Hälfte ausschließlich aus Berichten der vor Ort anwesenden Beobachter.
Mourinho setzt auf seine erfahrenen Kräfte
Vor dem Anpfiff verzichtete Mourinho weitgehend auf Experimente. Alle zehn verfügbaren Profis standen in der Startelf.
Real Madrid begann mit Lunin im Tor. Die Viererkette bildeten Trent, Raúl Asencio, Dean Huijsen und Álvaro Carreras. Vor der Abwehr agierten Federico Valverde und Eduardo Camavinga, während Franco Mastantuono, Arda Güler und Nachwuchsspieler Ciria hinter Mittelstürmer Gonzalo García aufliefen.
Erkennbar war erneut das 4-2-3-1-System, das Mourinho derzeit einstudiert. Auffällig dabei: Valverde schob immer wieder in freie Räume nach vorne, während Güler sich zurückfallen ließ und den Spielaufbau unterstützte. Diese flexible Rollenverteilung funktionierte über weite Phasen sehr gut.
Güler und Valverde eröffnen den Torreigen
Die spielerische Überlegenheit spiegelte sich früh im Ergebnis wider. Nachdem Valverde bereits zwei gute Möglichkeiten ausgelassen hatte, belohnte sich der Uruguayer schließlich selbst.
Arda Güler spielte einen präzisen Steilpass in die Tiefe, Valverde startete perfekt in den freien Raum und schob den Ball flach am Torhüter vorbei zum 1:0 ein.
Die Kombination verdeutlichte genau das, was Mourinho aktuell sehen möchte: schnelles, vertikales Angriffsspiel mit konsequenten Läufen in die Tiefe.
Gonzalo bestätigt seine starke Form
Auch Gonzalo García wusste erneut zu überzeugen. Zwar erhielt der Angreifer zunächst nur wenige sauber ausgespielte Torchancen, überzeugte dafür aber mit großem Einsatz gegen den Ball.
Er leitete das Pressing an, beteiligte sich am Spielaufbau und arbeitete unermüdlich für die Mannschaft.
Als sich schließlich eine Gelegenheit bot, zeigte der Stürmer seine Klasse. Nach einem Pass in die Tiefe von Trent blieb Gonzalo vor dem Torhüter eiskalt und vollendete per Lupfer zum 2:0.
Konter bleiben das größte Problem
Trotz der spielerischen Überlegenheit blieb Leganés gefährlich, sobald das hohe Pressing überspielt werden konnte. Immer wieder versuchten die Gäste, hinter Trent Alexander-Arnold Räume zu finden. Gelang dies, musste Real Madrid mehrfach schnell umschalten.
Kurz vor der Pause nutzte Naim genau eine dieser Situationen. Nach einer starken Einzelaktion zog er nach innen und traf mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 2:1-Anschluss.
Für Mourinho bestätigte sich damit die wichtigste Erkenntnis des Spiels: Nach Ballverlusten ist seine Mannschaft weiterhin anfällig für schnelle Gegenangriffe.
Mastantuono meldet sich zurück
Nach der Pause erhöhte Real Madrid den Druck erneut und ließ Leganés kaum noch zur Entfaltung kommen. Franco Mastantuono, der bis dahin offensiv glücklos geblieben war, nutzte einen Abpraller nach einem Abschluss von Trent Alexander-Arnold und schob den Ball zum 3:1 über die Linie.
Nur wenige Minuten später sorgte eine Hereingabe von Trent für das nächste Tor. Verteidiger Pulido lenkte den Ball per Kopf unglücklich ins eigene Netz und stellte auf 4:1. Nach dem Seitenwechsel wirkte Real Madrid insgesamt deutlich stabiler. Die Mannschaft verlor weniger Bälle im Spielaufbau, traf bessere Entscheidungen im letzten Drittel und verteidigte etwas tiefer. Dadurch entstanden deutlich weniger gefährliche Kontersituationen.
Auch Castilla erhält wieder viel Einsatzzeit
Wie bereits gegen Alcorcón wechselte Mourinho nach gut einer Stunde nahezu komplett durch. Raúl Asencio verließ den Platz bereits vor Ablauf der ersten Stunde und wurde durch Mario Rivas ersetzt. Die meisten Profis absolvierten rund 66 Minuten, ehe zahlreiche Spieler aus der Castilla die Schlussphase übernahmen.
Diese verlief deutlich offener und war stärker von Einzelaktionen geprägt. Beide Mannschaften hatten inzwischen zahlreiche Wechsel vorgenommen, wodurch die Intensität etwas nachließ.
RMXpress Fazit
Das Ergebnis gegen Leganés fällt mit 4:1 deutlich aus, wichtiger dürfte für José Mourinho aber die Entwicklung der Spielidee sein. Real Madrid wirkte offensiv wesentlich flüssiger als noch gegen Alcorcón. Das vertikale Angriffsspiel gewinnt zunehmend an Struktur, das Pressing greift besser und Spieler wie Arda Güler, Federico Valverde, Gonzalo García und Franco Mastantuono setzten wichtige Akzente.
Gleichzeitig wurde erneut deutlich, woran Mourinho in der verbleibenden Vorbereitung arbeiten muss. Nach Ballverlusten entstehen weiterhin zu viele Räume für gegnerische Konter. Gelingt es dem Trainer, dieses Problem zu minimieren, könnte Real Madrid bereits zum Pflichtspielstart deutlich gefestigter auftreten.
Denzel Dumfries verfolgte die Partie übrigens von der Tribüne. Am Tag seines Medizinchecks machte sich der Neuzugang erstmals ein Bild von seinen neuen Mannschaftskollegen.
