Der Traum von Real Madrid wird Realität
Marc Cucurella erlebt derzeit die wohl aufregendste Phase seiner Karriere. Während er mit Spanien bei der Weltmeisterschaft um den Titel kämpft, wartet nach dem Turnier bereits das nächste große Abenteuer: Real Madrid.
Der Linksverteidiger gab im Interview mit AS zu, dass er die Dimension seines Wechsels bislang noch gar nicht vollständig realisiert habe.
„Meine Leben ist aktuell noch dasselbe. Wir sind mit der Nationalmannschaft von allem abgeschottet. Aber natürlich freue ich mich darauf, die Mannschaft kennenzulernen, Valdebebas zu sehen und das Bernabéu zu erleben. Nach vielen Jahren in London wird das ein großer und wichtiger Schritt für mich.“
Mourinho überzeugte ihn persönlich
Eine entscheidende Rolle bei seinem Wechsel spielte José Mourinho. Der neue Trainer der Königlichen kontaktierte Cucurella persönlich und überzeugte ihn von seinem Projekt.
„Wenn dich ein Trainer wie Mourinho anruft und dir sagt, dass er mit dir arbeiten möchte, gibt dir das unglaublich viel Vertrauen. Es macht stolz, wenn ein Trainer mit seiner Karriere und seinem Lebenslauf so etwas zu dir sagt.“
Der Kontakt zwischen beiden ist auch nach dem Transfer nicht abgerissen.
„Wir stehen weiterhin in Kontakt. Er hat mir nach dem ersten Sieg gratuliert und mir einige kurze Nachrichten geschickt. Das ist immer positiv und ich freue mich darauf, ihn persönlich kennenzulernen und mit ihm zu arbeiten.“
Florentino wartet auf das erste Trikotfoto
Für Schmunzeln sorgte eine Geschichte über Real-Präsident Florentino Pérez. Persönlich gesprochen haben beide bislang noch nicht miteinander. Eine klare Anweisung erhielt Cucurella jedoch bereits.
„Mir wurde gesagt, dass ich auf keinen Fall schon vorher ein Real-Madrid-Trikot anziehen soll. Florentino möchte unbedingt, dass mein erstes Foto im Trikot gemeinsam mit ihm gemacht wird.“
Auf die berühmte Aussage des Präsidenten angesprochen, bestimmte Spieler seien „für Real Madrid geboren“, reagierte der Spanier ebenfalls mit einem Lächeln.
„Diese Worte einmal über sich zu hören, wäre unglaublich. Die Präsentation wird ein ganz besonderer Moment für mich und meine Familie.“
Über Zahlen definiert er sich nicht
Im Interview sprach Cucurella auch über seine Spielweise und darüber, dass moderne Datenanalysen seine Qualitäten oft nicht vollständig erfassen.
„Heute geht es sehr viel um Statistiken und Messwerte. Vielleicht bin ich keiner, der dort besonders heraussticht. Aber wenn du mich in deinem Team hast, bringe ich viele Dinge ein, die man nicht immer in Zahlen sehen kann. Im Training, in der Kabine und auf dem Platz.“
Dankbarkeit gegenüber Luis de la Fuente
Besonders dankbar zeigte sich der Linksverteidiger gegenüber Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente.
„Er ist sehr wichtig für mich. Wir kennen uns seit vielen Jahren. Er wusste immer, was ich als Spieler und als Mensch in eine Mannschaft einbringen kann.“
Weiter erklärte er: „Vielleicht hätte ein anderer Trainer nicht das Risiko auf sich genommen, mich mitzunehmen. Er hat mir vertraut und dafür werde ich ihm immer dankbar sein.“
Das Geheimnis der spanischen Nationalmannschaft
Für Cucurella liegt die große Stärke Spaniens nicht nur auf dem Platz.
„Jeder spricht mit jedem. Alle verstehen sich. Wir verbringen sehr viel Zeit zusammen und niemand schließt jemanden aus. Diese Atmosphäre spürt man auf dem Platz.“
Er ergänzte: „Wer spielt, kämpft für den anderen. Deshalb haben wir die Chance, etwas Großes zu erreichen.“
Botschaft an die Kritiker
Nach einem durchwachsenen Start in die Weltmeisterschaft sieht Cucurella keinen Grund zur Sorge.
„Wir haben uns diese hohen Erwartungen selbst erarbeitet, weil wir in den letzten Jahren sehr gut gespielt haben. Ich gewinne lieber 1:0 gegen Uruguay und spiele nicht perfekt, als brillant zu spielen und 0:1 zu verlieren.“
Für den Real-Neuzugang gehört genau das zu einer Spitzenmannschaft.
„Champion-Teams müssen alle Facetten des Spiels beherrschen. Wir haben noch kein Gegentor kassiert und in schwierigen Spielen Charakter gezeigt.“
Vinicius? „Ich mache die Drecksarbeit“
Bereits wenige Tage zuvor hatte Cucurella über seinen zukünftigen Teamkollegen Vinicius Junior gesprochen. Auch diesmal machte er deutlich, dass er sich auf die Zusammenarbeit freut.
„Vinicius hat bewiesen, dass er ein entscheidender Spieler ist. Wenn ich ihm helfen kann, indem ich die Arbeit gegen den Ball übernehme, dann mache ich das gerne.“
Enzo Fernández würde er willkommen heißen
Auch über seinen engen Freund Enzo Fernández wurde gesprochen.
„Er hat mir zum Transfer gratuliert. Wir sind gute Freunde und hatten beim Chelsea eine großartige Zeit.“
Auf die Gerüchte um einen Wechsel nach Madrid antwortete er:
„Wenn er diesen Schritt machen möchte, wäre er natürlich willkommen. Aber ich weiß nichts Konkretes. Wir werden sehen. Bleibt aufmerksam.“
Über Lamine Yamal und die Clásicos
Mit Lamine Yamal verbindet Cucurella eine gute Beziehung aus der Nationalmannschaft.
„Ich wünsche ihm nur das Beste. Spieler wie er sind besonders, weil sie immer etwas Unerwartetes machen können.“
Wenn künftig Clásicos anstehen, werde sich daran jedoch wenig ändern.
„Wenn wir gegeneinander spielen, werde ich mein Bestes geben, um mein Team zu verteidigen. Danach bleibt die Freundschaft bestehen.“
Marcelo, Mbappé und Rodri
In einer Schnellfragerunde verriet Cucurella außerdem einige interessante Details.
Alltag bei der WM: „PlayStation spielen mit Baena, Grimaldo und Borja Iglesias. Wir spielen zusammen.„
Bester Freund im Trainingslager: „Grimaldo.“
Der ehrgeizigste in der Nationalmannschaft: „Gavi.“
Der lustigste: „Grimaldo.“
Der DJ in der Umkleidekabine: „Borja Iglesias … oder Lamine.“
Der Song, der am häufigsten in seinen Kopfhörern läuft: „Yo lo soñé“ (Omar Montes und Saiko).
Ein Vorbild: „Ronaldinho.“
Sein großes Idol: „Marcelo.“
Das Trikot, das er bei der Weltmeisterschaft am liebsten tauschen würde: „Mbappé.“
Den Spieler, den er aus der spanischen Nationalmannschaft sofort zu Real Madrid holen würde: „Rodri.“
Wenn du die WM gewinnst…: „Lasse ich mir ein Tattoo vom Nationaltrainer stechen.. Ich bereue es nicht, manche wollen mich doch lieber kahlköpfig sehen!“
Klare Botschaft an die Fans
Zum Abschluss richtete Cucurella noch eine Botschaft an die spanischen Fans.
„Die Menschen sollen weiter an uns glauben. Vielleicht haben wir nicht perfekt begonnen, aber wir sind motiviert, wir sind überzeugt von unseren Qualitäten und wir wollen Geschichte schreiben. Wir werden alles geben, damit die Menschen stolz auf uns sind.“
