Julián Alvarez ist Pérez‘ Galactico
Der Paukenschlag ist perfekt. Real Madrid hat offiziell ein Angebot über 150 Millionen Euro für Atlético-Star Julián Álvarez abgegeben. Damit bestätigten die Königlichen jenes Transferprojekt, das Florentino Pérez bereits während seines Wahlkampfs angekündigt hatte.
Die Antwort aus dem Metropolitano ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Atlético Madrid lehnte das Angebot umgehend ab – und reagierte anschließend mit einer Mischung aus Ironie, Spott und scharfen Angriffen auf den Stadtrivalen.
Real Madrid bestätigt Rekordangebot
In einer offiziellen Mitteilung erklärte Real Madrid, dass der Vorstand auf seiner ersten Sitzung nach der Wiederwahl von Florentino Pérez beschlossen habe, ein Angebot über 150 Millionen Euro für den argentinischen Weltmeister abzugeben.
Der Klub schrieb:
„Real Madrid C. F. teilt mit, dass der Verein nach der heutigen Vorstandssitzung dem Club Atlético de Madrid ein Angebot in Höhe von 150 Millionen Euro für die Transferrechte des Spielers Julián Álvarez unterbreitet hat. Nach Prüfung und Bewertung des Angebots hat der Club Atlético de Madrid das im Rahmen der guten Beziehungen zwischen beiden Vereinen unterbreitete Angebot gewürdigt und es unter Verweis auf die Ausstiegsklausel des Spielers abgelehnt.“
Allein die Tatsache, dass Real Madrid die Offerte öffentlich machte, sorgte für große Aufmerksamkeit. Solche Schritte sind im internationalen Fußball äußerst ungewöhnlich. Viele Beobachter sehen darin den Versuch von Florentino Pérez, den Mitgliedern zu zeigen, dass er sein Wahlversprechen tatsächlich umgesetzt hat. Die angekündigte Rekordofferte wurde abgegeben – auch wenn sie keine Aussicht auf Erfolg hatte.
Atlético reagiert mit Häme
Noch bemerkenswerter fiel die Reaktion von Atlético Madrid aus. Zunächst veröffentlichte der Klub lediglich mehrere lachende Emojis in den sozialen Netzwerken. Wenig später folgte ein offizielles Statement, das deutlich schärfer formuliert war:
„1. Ihr habt das Video des Papstes abgeschnitten, in dem er sagte, dass er auch Atleti-Fan sei.
2. Ihr habt Höflichkeit wohl mit Dankbarkeit verwechselt, aber damit keine Zweifel aufkommen: Wir sind euch für nichts dankbar.
3. Wir prüfen oder bewerten keinerlei Angebote für Julián.
4. Wie könnten wir uns nicht gut verstehen, wenn ihr uns noch mehr zum Lachen bringt als der FC Barcelona“
In einem weiteren Tweet wurde zusätzlich gegen Real Madrids Nachwuchsarbeit gestichelt:
„Nutzt die gute Beziehung zu eurem neuen Präsidenten doch bitte dazu, keine Spieler mehr aus unserer Akademie zu ‚stehlen‘.“
Florentino löst sein Wahlversprechen ein
Die Geschichte begann bereits wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen. In einer TV-Sendung hatte Florentino Pérez angekündigt, unmittelbar nach seiner Wiederwahl ein historisches Transferangebot vorzubereiten.
Damals sagte er: „Wir werden einem Champions-League-Klub ein Angebot machen, das die höchste Ablösesumme in der Geschichte von Real Madrid darstellen würde.“
Zudem verriet er: „Es werden mindestens 150 Millionen Euro sein.“
Die Identität des Spielers blieb zunächst geheim. In den vergangenen Tagen kursierten zahlreiche Namen, darunter Michael Olise, João Neves oder Vitinha. Nun ist klar: Gemeint war Julián Álvarez.
Atlético verweist auf die 500-Millionen-Klausel
Dass Atlético das Angebot ablehnen würde, überraschte intern offenbar niemanden. Der argentinische Nationalspieler besitzt eine Ausstiegsklausel von satten 500 Millionen Euro. Auf genau diese Summe verwiesen die Rojiblancos nun offiziell.
Damit machte Atlético deutlich, dass man weder über einen Verkauf nachdenken noch Verhandlungen aufnehmen möchte – erst recht nicht mit dem größten Rivalen der Stadt.
Der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte?
Wäre der Deal zustande gekommen, hätte Julián Álvarez sämtliche Transferrekorde von Real Madrid gebrochen.
Bislang hält Jude Bellingham mit einem Gesamtpaket von rund 130 Millionen Euro den vereinsinternen Rekord. Eden Hazard kostete seinerzeit etwas mehr als 100 Millionen Euro. Mit 150 Millionen Euro hätte Álvarez nicht nur den teuersten Transfer der Klubgeschichte dargestellt, sondern wäre zugleich einer der teuersten Spieler gewesen, die jemals in Spanien verpflichtet wurden.
Ist die Tür endgültig geschlossen?
Aktuell spricht alles dafür. Atléticos Reaktion machte deutlich, dass man weder Interesse an Verhandlungen noch an einer zukünftigen Zusammenarbeit in dieser Personalie hat. Die öffentliche Zurückweisung und die anschließenden Spitzen gegen Real Madrid unterstreichen die Haltung des Vereins.
Trotzdem bleibt die Aktion bemerkenswert. Florentino Pérez hat sein Wahlversprechen erfüllt und ein offizielles Rekordangebot abgegeben. Atlético Madrid hat dieses zurückgewiesen und öffentlich verspottet. Die Verpflichtung von Julián Álvarez scheint damit vorerst vom Tisch zu sein. Der Transfer wird nicht stattfinden – die Schlagzeilen hat er dennoch bereits produziert.
