Riquelme bleibt trotz Haaland-Dementi bei seiner Version
Die Aussagen von Enrique Riquelme bei El Hormiguero haben die spanische Fußballwelt erschüttert. Nachdem der Präsidentschaftskandidat öffentlich angekündigt hatte, Erling Haaland im Falle eines Wahlsiegs nach Madrid zu holen, folgten umgehend Dementis aus dem Umfeld des Norwegers sowie von Manchester City.
Doch Riquelme lässt sich davon nicht beeindrucken.
Im Gespräch mit AS hielt er an seinen Aussagen fest und erklärte, dass genau solche Reaktionen zum Geschäft gehörten.
„Das gehört zum Spiel. Ihr wisst besser als jeder andere, dass so etwas schon früher passiert ist. Das war bei Figo ähnlich. Man muss den Spieler und seinen Verein schützen.“
Der Unternehmer betonte mehrfach, dass er weiterhin überzeugt sei, dass Haaland im Falle seines Wahlsiegs für Real Madrid spielen werde.
„Ich bin sehr glücklich, ankündigen zu können, dass große Spieler wie Haaland bei Real Madrid spielen werden, wenn ich Präsident werde.“
„Haaland überzeugt nicht Enrique Riquelme – Haaland überzeugt Real Madrid“
Auf die Frage, wie er den norwegischen Superstar überzeugt habe, verwies Riquelme nicht auf seine Person, sondern auf die Strahlkraft des Vereins.
„Nicht ich überzeuge Haaland. Real Madrid überzeugt Haaland. Die besten Spieler der Welt wollen für diesen Verein spielen, wenn die Voraussetzungen stimmen.“
Für ihn sei der Name Real Madrid weiterhin das größte Argument auf dem Weltmarkt.
„Viele Vereine können Titel gewinnen. Viele Vereine haben Geld. Aber keiner hat die Geschichte von Real Madrid.“
„Haaland hat eine Ausstiegsklausel“
Trotz der öffentlichen Dementis bleibt Riquelme bei seiner Darstellung.
Er erklärte sogar ausdrücklich: „Haaland hat eine Ausstiegsklausel.“
Auf weitere Details wollte er nicht eingehen.
„Ich werde keine weiteren Informationen geben. Es geht darum, den Spieler nicht in eine schwierige Situation zu bringen.“
Gleichzeitig bestätigte er, dass er Haaland persönlich getroffen habe.
„Das bleibt zwischen uns. Aber ja, ich habe ihn vor Kurzem getroffen.“
Mehr wollte der Kandidat dazu nicht sagen.
Rodri bleibt zweites großes Transferziel
Neben Haaland hält Riquelme auch am möglichen Transfer von Rodri fest.
„Ich habe mit Rodris Umfeld gesprochen. Natürlich muss man danach noch mit Manchester City sprechen. Das ist eine andere Situation als bei Haaland.“
Trotzdem zeigte er sich auch hier extrem selbstbewusst.
„Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran: Wenn ich Präsident von Real Madrid werde, werden diese beiden Spieler für Real Madrid spielen.“
Notarielles Versprechen an die Mitglieder
Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, verweist Riquelme immer wieder auf seine notarielle Garantie.
„Ich habe persönlich garantiert, dass ich die Mitgliedsbeiträge aller 100.000 Socios bezahle, wenn ich eines dieser Versprechen nicht erfülle.“
Dabei gehe es nicht nur um Geld.
„Ich bin 37 Jahre alt. Ich werde weder meinen Ruf als Unternehmer noch meinen Ruf als Madridista oder als Mitglied des Vereins für etwas riskieren, woran ich nicht glaube.“
Er ergänzte: „Ich komme nicht aus der Politik. Zumindest einer der beiden Kandidaten kommt nicht aus der Politik.“
Raúl und Hierro arbeiten bereits am Sportprojekt
Riquelme bestätigte außerdem, dass sowohl Raúl González als auch Fernando Hierro bereits aktiv in die sportliche Planung eingebunden seien.
„Ja, natürlich beraten sie uns bei den Profilen für mögliche Neuzugänge und auch bei möglichen Abgängen.“
Für ihn seien beide Persönlichkeiten zentrale Bausteine eines neuen Real Madrid.
„Sie unterstützen nicht Enrique Riquelme. Sie unterstützen Real Madrid.“
Klopp bleibt vermutlich die Wunschlösung
Auch beim Trainer ließ sich Riquelme nicht in die Karten schauen. Ob Jürgen Klopp bereits zugesagt habe, wollte er nicht beantworten.
„Wir arbeiten daran, den Trainer zu holen, der die Sportdirektion für den richtigen hält.“
Auf Nachfrage ergänzte er: „Als Madridista ist das der Trainer, der mich persönlich am meisten begeistern würde.“
Einen Namen nannte er jedoch weiterhin nicht.
Kritik an der Nachwuchsarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Nachwuchsarbeit. Riquelme kritisierte die aktuelle Struktur der Akademie deutlich.
„Es kann nicht sein, dass Spieler abhängig von ihrem Berater oder bestimmten Beziehungen in die erste Mannschaft kommen.“
Er fordert ein klares Leistungsprinzip.
„Die Meritokratie muss gelten.“
Zwar lobte er die jüngsten Erfolge der Jugendteams, sieht aber langfristige Probleme.
„Die Youth League wurde gewonnen, die Castilla spielt um den Aufstieg. Aber wo werden diese Spieler in einigen Jahren sein?“
Seiner Ansicht nach fehle eine professionelle Struktur.
„Real Madrid muss die besten Spieler der Welt holen, aber zuerst müssen wir auch auf unsere eigene Akademie schauen.“
Schwere Vorwürfe beim Briefwahlverfahren
Besonders deutlich wurde Riquelme beim Thema Wahlen.
Er wiederholte seine Vorwürfe gegen den aktuellen Ablauf der Briefwahl.
„Ganz klar. Die Vereinsstruktur wird genutzt, um einen bestimmten Kandidaten zu unterstützen.“
Er behauptet, dass viele Mitglieder bereits Unterlagen von Florentino Pérez erhalten hätten, während seine Informationen noch nicht verteilt worden seien.
„Alle Socios haben bereits Florentinos Wahlunterlagen. Meine nicht.“
Sollte er Präsident werden, wolle er das System grundlegend verändern.
„Entweder man schafft die Briefwahl ab oder man professionalisiert sie wie bei staatlichen Wahlen.“
„Das erinnert eher an Maduro als an Real Madrid“
Besonders scharf wurde Riquelme bei seinen Aussagen über den Wahlprozess.
„Es kann nicht sein, dass Fanclubs unter Druck gesetzt werden und Angst haben, nicht mehr an Tickets zu kommen, wenn sie falsch abstimmen.“
Er berichtete von Gesprächen mit Vereinsanhängern.
„Viele haben mir gesagt: Wir können dich nicht wählen, weil wir sonst keine Karten mehr bekommen.“
Dann folgte seine drastischste Aussage des gesamten Interviews: „Das erinnert inzwischen mehr an Venezuela und Maduro als an Real Madrid.“
Fundamentale Kritik an Florentinos Eigentumsmodell
Auch bei der Diskussion um die geplanten Statutenänderungen blieb Riquelme kompromisslos.
„Es geht nicht darum, ob fünf Prozent oder fünfzig Prozent verkauft werden. Es geht um die Änderung der Vereinsstatuten.“
Er warnt davor, dass die Mitglieder künftig noch weniger Einfluss erhalten könnten.
„Mit dieser Änderung wird die ohnehin geringe Demokratie im Verein endgültig verschwinden.“
Besonders skeptisch sieht er die Idee, externe Investoren zu beteiligen.
„Wer glaubt ernsthaft, dass ein Investmentfonds ein oder zwei Milliarden Euro investiert, ohne etwas dafür zu verlangen?“
Für ihn ergibt das keinen Sinn.
„Wenn jemand seinen Namen mit Real Madrid verbinden möchte, nennt man das Sponsoring.“
„Florentino will sich verewigen“
Auf die Frage nach den Motiven von Florentino Pérez antwortete Riquelme deutlich.
„Vielleicht will er einfach verhindern, dass ihm irgendwann jemand Fragen stellt. Vielleicht möchte er eine Art Monarchie innerhalb des Vereins schaffen und seine Nachfolger selbst bestimmen.“
Gleichzeitig stellte er eine weitere Möglichkeit in den Raum.
„Oder es gibt finanzielle Probleme im Verein, die wir nicht kennen.“
Trotz allem Respekt für Pérez
Trotz aller Kritik betonte Riquelme mehrfach seinen Respekt gegenüber Florentino Pérez.
„Der Präsident von Real Madrid hat meinen vollen Respekt.“
Er hoffe, dass nach der Wahl wieder Normalität einkehre.
„Nach den Wahlen wird sich alles wieder beruhigen.“
Sein wichtigster Wunsch bleibt die Beteiligung der Mitglieder.
„Es ist entscheidend, dass die Socios abstimmen gehen. Es geht um viel mehr als nur um Transfers.“
RMXpress Fazit
Enrique Riquelme bleibt wenige Tage vor der Wahl seiner Linie treu. Trotz öffentlicher Dementis hält er an den Versprechen rund um Haaland und Rodri fest und unterlegt diese mit einer persönlichen finanziellen Garantie. Gleichzeitig verschärft er seine Kritik an Florentino Pérez, am Briefwahlsystem und an den geplanten Änderungen der Vereinsstruktur. Ob die Mitglieder den ambitionierten Ankündigungen Glauben schenken, wird sich nun an der Wahlurne entscheiden. Klar ist jedoch: Der Wahlkampf bei Real Madrid hat eine Intensität erreicht, wie sie der Verein seit Jahrzehnten nicht erlebt hat.
